Der Experte im Finanzkongress-Interview

Birger Schäfermeier: „Know-how geht niemals verloren“

Birger Schäfermeier kaufte bereits mit 14 Jahren seine ersten Aktien und handelt seit mehr als 30 Jahren aktiv an den internationalen Terminbörsen. Angefangen hat er in den 90er-Jahren an der Deutschen Terminbörse mit amerikanischen Aktien. Im Lauf der Zeit hat er nicht nur seine eigene Marktphilosophie und Handelstechniken entwickelt, sondern ist auch zu einem der bekanntesten Daytrader Europas geworden. Als Gründer der European Trading Academy schult er mit seinem Team Trader von Grund auf und verbessert ihre Fähigkeiten. Der Autor der zwei Trading-Bestseller „Die Kunst des erfolgreichen Tradings“ und „Einfach Traden“ ist ein Vollblut-Trader. Trading ist sein Leben: er tut es, erklärt es und liebt es! Die Leidenschaft, die er mit dem Trading verbindet, macht ihn zu einem gefragten Referenten und Experten – insbesondere, wenn es um das Thema Daytrading geht. Als Speaker des Finanzkongress 2021 hat Birger Schäfermeier uns im Interview verraten, was finanzieller Erfolg für ihn bedeutet und wie seine ultimativen Finanz-Tipps lauten, insbesondere in Krisenzeiten.

Birger Schäfermeier, wie hat bei Ihnen alles angefangen: Waren Sie schon immer an Finanz-Themen interessiert oder gab es einen Auslöser?

Mein Interesse an Finanzthemen war zufällig schon recht früh geweckt worden. In den 80-er Jahren saß ich jeden Morgen mit meinen Eltern und Geschwistern am Frühstückstisch und die Tageszeitung wurde zwischen uns aufgeteilt. Während mein Vater, die Hauptseite mit Themen der Politik bekam, meine Mutter den lokalen Teil las, stritten sich meine Geschwister um den Teil „in aller Welt“ mit bunten Themen, sowie den Sportteil. Für mich blieb dann der Wirtschaftsteil übrig. 

In dem Wirtschaftsteil wurden die 30 Kurse der Daxwerte jeden Tag mit ihren Veränderungen in einer Tabelle abgebildet. Ich fand es faszinierend, dass es möglich war allein aufgrund der Tatsache diese Kursveränderungen richtig zu prognostizieren Geld zu verdienen. Ich hatte schon immer eine große Affinität Geld zu verdienen. Bereits als Grundschüler gründete ich meine eigene Mini-Zeitung, die ich vor dem Metzger samstags verkaufte, weil dort am meisten los war, um Geld zu verdienen. Später organisierte ich Partys und baute eine Ton und Lichtverleih auf um so neben der Schule und dem Studium Geld zu verdienen.

Meine ersten Aktien erwarb ich dann im Alter von 14 Jahren. Es war spannend zu sehen, wie sich jeden Tag mein Depot entwickelte. Ich versuchte Zusammenhänge zu identifizieren und zu lernen, was die Kurse beeinflusste. Natürlich war mein Verständnis von der Börse damals eher primitiver Natur, aber der Grundstein war gelegt. 

7 Aktien-Tipps, um mit Wertpapieren Geld zu verdienen

Tipp 1: Verstehe, in was du investierst

Aktien machst, ist, dass du weißt, in welche Firma du investierst. Lese dich daher genau in die vergangenen Geschäftskennzahlen, den Geschäftsbericht und die volkswirtschaftlichen Prognosen ein, um einen besseren Eindruck von den bisherigen Entwicklungen des Unternehmens zu bekommen. Hilfreich kann es hier auch sein, sich an erfolgreichen Investoren zu orientieren, die schon jahrelange Erfahrungen haben. Diese teilen regelmäßig ihre Einschätzungen und Prognosen.

Tipp 2: Investiere nur das Kapital, was du zur Verfügung hast

Ebenfalls einer der wichtigsten Aktien-Tipps ist, dass du nur das Kapital in Aktien investierst, welches du übrig hast. Wenn du beispielsweise vorhast, in den nächsten Jahren ein Haus zu bauen und du schon beginnst dafür zu sparen, solltest du dieses gesparte Geld nicht in Aktien anlegen. Denn wenn du das Geld angelegt hast und die Börse gerade in dem Moment eine Schwächephase hat, in dem du das Geld brauchst, musst du deine Aktien mit Verlust verkaufen.

Tipp 3: Nicht alles auf eine Karte setzen

Wenn du dich nun genau über eine Aktie informiert hast und gerne in diese investieren möchtest, solltest du das niemals mit deinem gesamten verfügbaren Kapital tun. Du solltest dir mindestens noch eine andere Aktie, besser sogar mehrere, raussuchen, in die du ebenfalls investieren möchtest. So lässt sich das Risiko eines hohen Verlustes, sollte die jeweilige Aktiengesellschaft starke Verluste machen oder Pleite gehen, minimieren.

Tipp 4: Nicht spekulieren sondern lieber anlegen

Viele Menschen stellen sich den Handel mit Aktien so vor, dass es einen ständig Wechsel zwischen Kaufen und Verkaufen von Aktien gibt. Tatsächlich ist dies aber meistens nicht der Fall. Dass man eine Aktie, die man gerade erst gekauft hat, nach wenigen Tagen wieder verkauft, sollte nur eine Ausnahme darstellen. Der wer ständig schnell wieder verkauft produziert mehr Kosten als Gewinne. Denn bei jedem Kauf und Verkauf von Wertpapieren fallen Kosten an, die durch die Aktie erstmal wieder reingeholt werden müssen. Hier lohnt es sich also, Aktien länger zu halten.

Tipp 5: Geduld zahlt sich aus

Wer glaubt, dass er mit Aktien schnell Geld verdienen kann, der muss sich leider nach einer anderen Geldanlage umschauen. Denn wer sehr schnell Geld braucht, der wird unweigerlich auf ein risikoreiches Investment setzen müssen. Und das kann schnell in hohen Verlusten enden. Wer hingegen Geduld beweist und langfristig anlegt, hat wesentlich höhere Chancen, mit Gewinnen aus der Sache herauszugehen. Mit der Zeit sinkt auch das Risiko deutlich, mit Aktien Geld zu verlieren.

Tipp 6: Kursschwankungen aussitzen

Natürlich kann es immer mal dazu kommen, dass sie Aktienkurse eine Zeit lang in den Keller gehen. Schwankungen sind hier völlig normal und werden auch immer wieder vorkommen. Wichtig ist hierbei nur, dass man sich nicht davon verunsichern lässt. Es bringt rein gar nichts, wenn man in Panik gerät und schnell alle Aktien verkauft. Es bringt in den meisten Fällen mehr, wenn man einfach abwartet, bis sich die Kurse wieder erholt haben und man wieder im Plus ist. Wer sich absichern will, kann eine sogenannte „Stop-Loss“-Grenze setzen. Dabei handelt es sich um einen Wert, ab dem die Anlage in jedem Fall verkauft wird. Auf der anderen Seite kann so ein Tiefpunkt des Kurses ein guter Zeitpunkt sein, um weitere Aktien günstig nachzukaufen.

Tipp 7: Anlage ständig im Auge behalten

Auch wenn es sich lohnt Aktien langfristig anzulegen, heißt das nicht, dass du diese in den nächsten Jahren nicht mehr beachten musst. Auch Zukunftsprognosen können sich ständig ändern. Hier kann es sich empfehlen, sich einen Anlageberater zur Hilfe zu nehmen, mit dem man einmal im Jahr sein Depot bespricht und zusammen überlegt, welche Anlagestrategie in Zukunft Sinn macht.

Was waren, finanziell gesehen, Ihre größten Pleiten und Erfolge?

Mein wohl größter finanzieller Erfolg war, dass ich aus einem sehr kleinen Konto (damals um die 10.000 DM) mir selbstständig ein großes Trading-Konto über Jahre aufbaute. Ich habe damals verschiedene Methoden ausprobiert, um ein signifikantes Trading Konto aufzubauen. Ich habe versucht zu zocken, all in zu gehen, oder jeden Tag nur eine bestimmte Summe zu verdienen. All das hat nicht funktioniert! Aber über die Zeit habe ich immer mehr verstanden, den Zins und Zinseszinseffekt im Trading für mich zu nutzen und so aus einem Mini Konto ein Konto mit akzeptabler Größe aufzubauen.

Jahre später habe ich mit einem Freund gewettet, das man mir alles nehmen könnte, aber ich mit meinem Know-how jederzeit wieder aus einem kleinen Trading-Konto ein Großes machen kann. Zum Beweis nahm ich 2018 an einer Real Money Challenge Teil und tradete mein Anfangskapital von 10.000 Euro im Laufe des Jahres auf über 400.000 Euro hoch.

Die große Pleite zur Jahrtausendwende

Große Pleiten gab es auf dem Weg zum erfolgreichen Trader sicherlich viele. Der Lernprozess ist sehr lang. Aber richtig existenzbedrohlich wurde es kurz nach der Jahrtausendwende, als ein Assistent von mir Preis mit Menge verwechselte und damals einen Verlust in Höhe von über 320.000 Euro, was zu dem Zeitpunkt mehr als die Hälfte meines Trading-Kapitals darstellte, produzierte. Der Zeitpunkt, zu dem das passierte, hätte nicht ungünstiger sein können, denn ich hatte mir gerade ein Haus gekauft und Verantwortung für meine Familie übernommen. Plötzlich musste ich feststellen, dass mein ganzes Sicherheitspolster im Trading mit nur einem Fehltrade aufgebraucht war. Da ich auf die Einnahmen aus dem Konto angewiesen war, durfte nichts mehr schiefgehen. Das war eine riesige mentale Belastung. Nur mit großer Disziplin, Ruhe und Geduld schaffte ich es diese Situation zu meistern.

Im Nachhinein habe ich viel aus dieser Situation gelernt. Egal was passiert, um erfolgreich zu traden musst du immer unbeeindruckt von Hoffnung oder Angst sein, nie zurückschauen was gerade passiert ist, dich weder von Gewinne mitreisen, noch von Verlusten erdrücken lassen. Handel jeden Trade so, als ob es vorher weder Gewinn noch Verlust gab, zögere nicht, zaudere nicht, aber sei sehr sorgfältig wenn du einen Trade auswählst!

Welche Strategien verfolgen Sie, um langfristig finanziell erfolgreich zu sein?

Ich bin Daytrader, ich handle die kurzfristige Volatilität am Markt. Wie ein Surfer den Wind braucht, benötige ich Bewegung, um erfolgreich meine Trades durchführen zu können. Am wichtigsten ist aber dem einzelnen Trade nicht zu viel Bedeutung zu geben. Es ist der Zinseszinseffekt, der einem Daytrader einen enormen Vorteil verschafft. Ich kann jeden Tag meinen Kapitalzuwachs wieder neu einsetzten. Wenn ich das gut mache und eine positive Rendite habe, dann kann ich diesen Effekt über Jahre für mich arbeiten lassen. Voraussetzung dafür ist, wenig Fehler zu machen und einen guten Tradingprozess zu haben, auf den ich mich verlassen kann.

Inwiefern hat die Corona-Krise in den vergangenen Monaten Ihre finanziellen Entscheidungen beeinflusst?

Durch Corona ist die Volatilität am Markt gestiegen und somit das Umfeld für Trader noch besser geworden. Einem Trader ist es egal, ob die Börse hoch oder runter geht. Es kommt einfach darauf an, dass die Börse sich bewegt und ich ein System habe diese Bewegungen zu kapitalisieren. Generell schaue ich aber mit Sorge in die Zukunft, weil ich sehe, wie Notenbanken und Staaten den Geldwert immer mehr in Frage stellen. Somit stellt sich auch die Frage, wie man sein Vermögen langfristig sichert.

wachstumsstark. Award 2022

Welchen ultimativen Finanz-Tipp würden Sie unseren Lesern für Krisenzeiten mitgeben?

Der wichtigste Tipp ist, dass ein Know-how niemals verloren gehen kann, Vermögen schon. Deshalb ist es für jeden wichtig in sich selbst zu investieren, Know-how aufzubauen. Das wird weder besteuert noch unterliegt Wertverlusten sondern bringt für denjenigen, der es hat, dauerhaft eine positive Rendite. Die Bedeutung von finanzieller Bildung und weiterem Know-how kann man nicht hoch genug ansetzten.

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Über den Autor

Autorenprofil: Victoria Heinzlmeier

Victoria Heinzlmeier

Victoria machte 2019 ihr Abitur in Köln. Vor Beginn ihres Studiums absolviert sie ein Praktikum in unserer Online-Redaktion und ist somit als Redakteurin vor allem für die Content-Erstellung zuständig. Insbesondere unterstützt sie uns bei den Finanzkongress-Interviews, baut das Gründerverzeichnis weiter aus und schreibt fleißig aktuelle News. In ihrer Freizeit liest sie gerne Romane und Biografien und spielt seit Kindheitstagen Tennis.

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