Diese Branchen boomen jetzt

Corona-Crash: Der Handel mit Aktien in der Krise

Das öffentliche Leben stand seit der Ausbreitung des Coronavirus für eine gewisse Zeit vollkommen still. Mittlerweile kehrt ganz langsam ein Gefühl für Normalität zurück. Doch viele Arbeitnehmer fürchten immer noch um ihre Jobs und zahlreiche Menschen wurden in Kurzarbeit geschickt. Arbeitgeber bangen nach wie vor um die Existenz ihrer Betriebe, da viele Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie geschäftsschädigend waren. Die Krise hat die Wirtschaft weltweit aus ihren Fugen gerissen und damit auch die Weltkonjunktur massiv beeinflusst. Die Folge der Umsatzeinbuße vieler Unternehmen: Ein Börsencrash. Dies bedeutet, dass es zu größeren Kursverlusten gekommen ist und Anleger nun in Panik geraten. Wir wollen dir hier erklären, worauf es beim Handel mit Aktien in der Krise ankommt und auf welche Branchen du jetzt setzen kannst.

In Aktien investieren

In Deutschland ist der Handel mit Aktien immer noch recht gering im Vergleich zu Ländern wie den USA, Großbritannien oder den Niederlanden. Das mag zum einen daran liegen, dass viele davon ausgehen, besondere Voraussetzungen für das Investieren in Aktien mitbringen zu müssen. Eine gewisse Expertise, eine große Investitionssumme oder einfach eine hohe Risikobereitschaft. Zum anderen mag es daran liegen, dass viele immer noch der Meinung sind, dass das Sparen die beste Alternative ist, sich ein Vermögen anzuhäufen. Doch bei den geringen Renditen, die ein Sparkonto abwirft, ist dies keine geeignete Alternative, um ein Vermögen aufzubauen. Von daher ist die Investition in Aktien deutlich lukrativer. 

Wenn du eine Aktie kaufst, gehört dir ein Anteil an einem Unternehmen. Voraussetzung ist, dass es sich bei dem Unternehmen um eine Aktiengesellschaft (AG) handelt und die Firma den Börsengang erfolgreich absolviert hat. Wer eine oder mehrere Aktien des Unternehmens kauft, wird damit zum Miteigentümer des Betriebs. Je mehr Aktien du besitzt, desto größer ist dein Anteil an Unternehmen. Der Besitz eines größeren Anteils kann dir auch Vorteile bringen. Denn als Aktionär kannst du an der Hauptversammlung des Unternehmens teilnehmen, besitzt dort ein Stimmrecht und hast die Möglichkeit über den zukünftigen Kurs mitzuentscheiden. Der Preis einer Aktie fällt von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich hoch aus. Bei manchen ist eine Aktie bereits für wenige Euro zu erwerben, bei anderen Unternehmen kostet eine Aktie hingegen mehrere hundert Euro.

Mit Aktien Gewinne erzielen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um mit Aktien einen Gewinn zu erzielen. In erster Linie gelingt dies durch Kursgewinne. Erfahrungsgemäß steigt der Wert einer Aktie, wenn sich das Unternehmen positiv entwickelt. Dazu zählen allgemeine wirtschaftliche Tendenzen und positive Erwartungen an die unternehmerische Zukunft. Dabei gibt es zahlreiche Faktoren, die sich auf den Kurs einer Aktie auswirken können und ihren Wert dementsprechend steigen oder sinken lassen. Steigt der Erfolg des Unternehmens, kannst du als Aktionär von dem Kursgewinn profitieren. Erzielt die Firma einen Gewinn, kann sie einen Teil davon an ihre Aktionäre ausschütten. Diese Ausschüttung nennt sich „Dividende“.

Wie und wo kaufe ich Aktien?

Im ersten Schritt musst du ein Wertpapierdepot eröffnen. Ein entsprechendes Depot wird von vielen Banken angeboten, sodass du dich bei der Bank deiner Wahl informieren kannst. Entscheidest du dich für ein Depot bei einer Filialbank, wirst du von erfahrenen Mitarbeitern der Bank jederzeit informiert und bei deinem Weg in den Aktienhandel begleitet. Wenn du jedoch mehr Freiheit möchtest und dich selbst um deinen Aktienhandel kümmern möchtest, kannst du auch ein Wertpapierdepot bei einem Onlinebroker eröffnen. Viele Onlinebroker bieten zahlreiche Informationen rund um das Thema Börsen- und Aktienhandel an und stehen dir für Fragen telefonisch oder per Mail zur Verfügung.

Corona-Crash: Der Handel mit Aktien in der Krise

Für alle die bereits in Aktien investiert haben oder überlegen, welche zu kaufen, müssen sich auf besondere und veränderte Umstände einstellen. Der globale Aktienmarkt erlitt in den letzten Wochen und Monaten enorme Verluste. Schon jetzt kann gesagt werden, dass der Corona-Crash zu den größten und schnellsten Einbrüchen gehört, die die Kapitalmärkte je erlebt haben. Zahlreiche Aktien vieler erfolgreicher und großer Unternehmen sind stark gesunken und Prognosen für die nahe Zukunft lassen sich nur schwer erstellen. Auch vermeintlich krisensichere Branchen verzeichnen negative Aktienkurse. Daher solltest du als Anleger wissen, wie du in dieser Zeit mit deinen Aktien umgehst, ob du verkaufen solltest oder ob es sich sogar lohnt, in neue Aktien zu investieren.

Soll ich meine Aktien verkaufen?

Grundsätzlich ist es weniger sinnvoll während Verlustphasen seine Aktien zu verkaufen. Oftmals ist es klüger abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt. Du solltest nicht in Panik verfallen und sofort alles verkaufen, da du so in jedem Fall Geld verlierst. Irgendwann ist die Situation wieder stabiler, die Wirtschaft erholt sich und die Aktienkurse steigen wieder. Wann dies sein wird, ist schwierig vorherzusagen. Hier gilt es, die Lage weiterhin zu beobachten und die Kurse regelmäßig zu verfolgen. Auch Experten kannst du nach ihrer Meinung fragen und dir von allen Seiten Informationen einholen.

Lohnt es sich jetzt in Aktien zu investieren?

Ein Börsencrash bietet für viele jedoch auch eine geeignete Einstiegsmöglichkeit. Der Corona-Crash kann von dir als Chance betrachtet werden, jetzt in einige Unternehmen oder Branchen zu investieren. Da in Krisenzeiten die Aktien an Wert verlieren und dadurch günstiger zu erwerben sind, gilt es hier vor allem mit Bedacht zu investieren. Zwar bieten die Tiefstkurse einen lukrativen Markteinstieg, doch man sollte hier nicht sofort alles auf eine Karte setzen. Am besten ist es dann zu investieren, wenn abzusehen ist, dass sich die Börse wieder einigermaßen stabilisiert hat oder sich gewisse Entwicklungen abzeichnen.

Tipps für den Aktienhandel

Wenn du investierst, solltest du zuerst mit einer kleinen Summe einsteigen. Nutze Kapital, auf das du nicht angewiesen bist. Um deinen Einstieg so sicher wie möglich zu gestalten, kannst du dein Kapital schrittweise investieren. So könntest du ein Viertel deiner Investitionssumme jetzt investieren, ein weiteres Viertel in einem Monat und den Rest zu einem noch späteren Zeitpunkt.

Des Weiteren solltest du als Anfänger darauf verzichten, in Einzelaktien zu investieren. Profis können auch in Corona-Zeiten ungefähr einschätzen, in welche Einzelaktien sich eine Investition womöglich lohnen würde, doch für Einsteiger ist dies sehr riskant. In der Krise ist es für Laien viel sicherer, sich auf Qualitätsaktien zu konzentrieren. Das bedeutet, dass du Aktien von Großunternehmen näher betrachten kannst. Als Beispiel können hier Unternehmen wie SAP AG oder Merck KGaA genannt werden. Denn wer sollte die Krise eher überstehen, als diese etablierten Betriebe. Schau dir die einzelnen Unternehmensgeschichten an und recherchiere, wie die Unternehmen bereits durch vorherige Krisen gekommen sind. 

Wenn du nicht alles auf ein Unternehmen setzen möchtest, kannst du auch in Aktien verschiedener Unternehmen investieren. So umgehst du die Gefahr, alles auf ein Pferd zu setzen. Deshalb ist ein weiterer hilfreicher Tipp, der vielleicht banal klingen mag, das Recherchieren von Informationen. Hole dir Expertentipps ein und baue dir eine Expertise auf. Erfahre so viel wie möglich über die Chancen deiner Investition und verfolge stets die aktuellen Entwicklungen. Doch dir sollte klar sein, dass deine Investition erst einmal langfristig angesetzt werden muss. 

Corona-Krise: In diese Branchen lohnt es sich zu investieren

So wie du Panikverkäufe von Aktien vermeiden solltest, so gilt dies auch für Panikkäufe. Es haben sich in letzter Zeit einige Branchen als lukrative Krisen-Investitionsmöglichkeit hervorgetan. Auch hier kann von keiner Gewinn-Garantie gesprochen werden, doch die Aktien entwickeln sich zum jetzigen Zeitpunkt positiv.

Stay-at-home-Aktien

Durch die Corona-Krise befinden sich momentan immer noch viele Menschen im Homeoffice oder auch teilweise in häuslicher Quarantäne. Dadurch haben besonders die Unternehmen einen Vorteil, die nun das Leben und Arbeiten von zuhause aus erleichtern. Darunter befinden sich Softwareprogramme wie Microsoft oder Slack, aber auch Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon und Co. Auch Lebensmittellieferanten wie Delivery Hero stehen hoch im Kurs.

Digital Payment

Auch die Branche des Digital Payments, mit Unternehmen wie Pay Pal oder VISA, kann momentan einen stärkeren Zuwachs verzeichnen. Das digitale Bezahlen ist durch die Ausbreitung der Pandemie wichtiger denn je geworden, da ein kontaktloses Zahlen von vielen Unternehmen und Verbrauchern bevorzugt wird.

Einzelhandel und Pharmakonzerne

Auch der Einzelhandel boomt momentan, da Hamstereinkäufe die Entwicklung der Aktien maßgeblich beeinflusst haben. Auch Pharmakonzerne, zumindest diejenigen, die sich auf die Produktion von Impfstoffen, Medikamenten oder Schnelltests konzentrieren, liegen ebenfalls hoch im Kurs.

Fazit: Aktien in der Krise

Beim Handel mit Aktien in Krisenzeiten gibt es also viel zu beachten. Obwohl wir momentan eine Ausnahme-Situationen erleben, ist dies nicht die erste Krise für die Börse. Daher lohnt es sich Informationen zu Börsencrashs aus vergangener Zeit nochmals zu sammeln und anhand dieser Daten Erkenntnisse abzuleiten. Recherchiere zu Unternehmen so viel es geht und beobachte ständig die Nachrichten bezüglich neuer Verordnungen oder Maßnahmen. Betrachte die wirtschaftlichen Entwicklungen und lasse dir bei all deinen Entscheidungen Zeit. Handle nicht überstürzt, ziehe Experten zu Rate und investiere nur Kapital, das du für deinen Lebensunterhalt nicht zwingend benötigst. Wenn du diese Tipps beachtest, hast du alle wichtigen Voraussetzungen für den Aktienhandel begriffen.

Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. Seit Januar 2020 ist Lisa Volontärin in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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