ETFs für risikoscheue InvestorenQuelle: iQoncept – stock.adobe.com

ETF Fonds oder ETFs sind durch ihre Funktionalität besonders für risikoscheue Investoren eine gute Möglichkeit, stetig das eigene Vermögen in der Krise aufzubauen.

ETF Fonds haben gegenüber dem Investieren in einzelnen Aktien und Anleihen viele Vorteile, allem voran die höhere Sicherheit und Risikominimierung. Doch auch ETF-Mischfonds haben die ein oder andere Besonderheit, die man als Investor beachten sollte. Doch wie verhalten sich Mischfonds in Krisenzeiten? Kann ihre Sicherheit für Anleger ein geeignetes Kriseninstrument sein und daher eine clevere Krisen-Taktik darstellen? Was du beim Investieren in ETFs in der Krise beachten solltest, behandeln wir in diesem Beitrag.

So funktionieren ETF-Fonds

Ein Investmentfond dient der Geld- und Kapitalanlage und unterscheidet sich deutlich von den Einzelinvestitionen in beispielsweise Aktien. Das Prinzip von Fonds ist das Bündeln der Gelder vieler Anleger, womit dann Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen oder Immobilien erworben werden. ETFs (Exchange Traded Funds) sind eine Unterform von Investmentfonds und bilden jeweils einen bestimmten Börsenindex 1:1 nach. Dabei ist der Börsenindex ein Sammelbegriff für Indizes, die sich auf Aktien, Rentenpapiere, Immobilien, Währungen, Rohstoffpreise oder Fonds beziehen können und die allgemeine Stimmung eines Marktes wiedergeben. Dabei gibt es eine Vielzahl von Börsenindizes für die unterschiedlichsten Wertpapiere verschiedenster Anbieter. Die Berechnung dieser Börsenindizes erfolgt nach klar definierten Regeln, sodass eine Nachvollziehbarkeit gewährleistet ist. Anbieter von Indizes sind meist Finanzverlage, Börsen, Banken oder Ratingagenturen.

Indizes funktionieren demnach als Marktbarometer und dienen Fondsmanagern und Vermögensverwaltern als Vergleichsmaßstab bei der Leistungsbeurteilung. ETFs sind sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene eine interessante Methode, um ihr Kapital gewinnbringend zu investieren. Um dir mit Mischfonds ein Vermögen aufzubauen, musst du nur ein Online-Depot eröffnen, um dich am Börsengeschehen zu beteiligen. 

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Vorteile von ETFs

Ein ETF bildet einen Börsenindex stets nach und ist dadurch völlig transparent. Somit erwirbt der Käufer eines ETFs einen ganzen Korb voller Wertpapiere und streut so sein Risiko, was gerade in der Krise praktisch sein kann. Diese Risikostreuung ist ein bedeutsamer Vorteil von ETFs, genauso wie die Flexibilität. Denn ETFs können an der Börse gekauft, wieder verkauft als auch Stopps und Limits gesetzt werden. Dazu kommen die niedrigen Verwaltungskosten dieser Fonds und auch die Gewinnbeteiligung des Fondsmanagements bleibt hier aus. Börsengehandelte Indexfonds weisen also alles in allem folgende Vorteile auf:

  • einfach zu verstehen
  • transparent
  • flexibel
  • kostengünstig
  • eingebaute Risikostreuung

Dabei gibt es zwei Arten der Nachbildung von Indizes: physische Replikationen und synthetische Replikationen. Die physische Replikation des ETFs hält bzw. investiert in alle Aktien, die auch im Originalindex vertreten sind und kann daher als direkte und vollständige Replikation angesehen werden. Synthetische ETFs hingegen bilden den Index mit Tauschgeschäften (Swap) nach, die von der Bank zugesichert werden. Diese Variante wird oftmals angewendet, weil so der Index kostengünstiger nachgebildet wird.

ETF-Portfolio

Darüber hinaus kann man mit Indexfonds in alle banküblichen Anlageklassen investieren und sich so ein Portfolio aufbauen. Welche ETFs du in dein Portfolio aufnehmen möchtest, hängt maßgeblich von deinem persönlichen Anlagehorizont ab. Demnach sieht ein Portfolio eines jüngeren Menschen Anfang 30 sicherlich anders aus, als das, eines über 60-Jährigen. Durch Risikostreuung bzw. Diversifikation kannst du das Risiko eines Portfolios reduzieren, ohne gleichzeitig die Renditeerwartungen zu senken. Dabei wird die Rendite eines Portfolios bis zu 90 Prozent durch die Streuung auf verschiedene Anlageklassen erzielt und nur bis zu 10 Prozent durch die Auswahl von Wertpapieren innerhalb einer Anlagekasse. 

Auswahlkriterien für Indexfonds

Wenn ein Investmentanfänger in ETFs investieren möchte, sowohl in als auch außerhalb der Krise, stellt sich natürlich die Frage, anhand welcher Kriterien ein ETF beurteilt und ausgewählt werden kann? Dafür gibt es zehn Faktoren, anhand derer sich ein geeigneter EFT auswählen lässt.

Der Index

Ein wichtiges Kriterium ist natürlich der Index, den der auszuwählende ETF abbilden soll. Zwar gibt es weltweit zahlreiche Indizes, doch besonders ein Investmentanfänger sollte sich einen möglichst marktbreiten ETF aussuchen und sich hier nicht auf Experimente einlassen. Denn damit hast du eine hervorragende Risikostreuung. Mittels des Index entscheidet man sich auch für eine Anlageklasse, also dementsprechend Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, Währungen oder den Geldmarkt. 

Währung

Die Wahl der Währung kann ein Wechselkursrisiko beinhalten. Denn als Anleger kannst du auch in einen ausländischen Währungsraum investieren. Bei diesem Investment ergeben sich Schwankungen zum einen aus den Wertschwankungen der Wertpapiere und aus der Entwicklung des Euros zur fremdländischen Währung.

Gewinnverwendung

Es gibt zwei Arten der Gewinnverwendung: Einmal ETFs, die ihre laufenden Erträge ausschütten und zum anderen ETFs, die ihre Erträge einbehalten. Je nachdem, ob du langfristig Vermögen aufbauen willst oder regelmäßige Dividendenzahlungen erhalten möchtest, wählst du hier die dementsprechende Gewinnverwendung. 

Domizil

Es macht steuerlich einen Unterschied, ob der ETF im Inland oder Ausland beheimatet ist. Durch Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung können Quellensteuern teilweise eingespart werden, was der Nettorendite des jeweiligen ETFs zugutekommt.

Indexabbildung

Wie bereits erwähnt, gibt es zwei Arten der Nachbildung von Indizes. Je nachdem welche Art man bevorzugt hinsichtlich Kostenvorteile oder des Kontrahentenrisikos, spielt die Wahl der Abbildung ebenso eine bedeutende Rolle.

Total Expense Ratio (TER)

Die TER gibt die Höhe der jährlichen Verwaltungskosten eines Indexfonds an. Diese sind deutlich geringer als die TER aktiv gemanagter Fonds, da ETFs unter anderem kein teures Fondsmanagement benötigen. Werden zu einem Index verschiedene ETFs angeboten, sollte man also einen Blick auf die Höhe der TER werfen. Die TER ist eines der wichtigsten Kriterien zur Bewertung eines ETFs. Jedoch enthält sie längst nicht alle Kosten, die bei ETFs anfallen.

Tracking Differenz

Die Tracking Differenz gibt die Gesamtabweichung eines ETFs von seinem Index an. Je näher der ETF mit seiner Performance an der Wertentwicklung seines Index liegt, desto besser. 

Spread

Beim ETF-Handel fallen wie beim Aktienhandel Spreads an. Dabei liegt der Verkaufspreis stets über dem Kaufpreis und diese Differenz geht an den sogenannten Market Maker, der sich verpflichtet, jederzeit Kauf- und Verkaufskurse zu stellen. Je geringer der Spread, desto geringer sind die Handelskosten für den Anleger.

Sparplanfähigkeit

Für viele Privatanleger ist es ein wichtiges Kriterium, ob ein ETF sparplanfähig ist. Nicht jeder ETF ist sparplanfähig. Dies ist wichtig zu wissen, wenn sich Anleger mit regelmäßigen Sparbeiträgen ein privates Vermögen aufbauen wollen. Auch mögliche Transaktionskosten beim Kauf sollten bedacht werden.

Fondsvolumen

Es ist eine gewisse Mindestgröße erforderlich, damit ein Indexfonds wirtschaftlich betrieben werden kann. ETFs, die wesentlich kleiner sind, sollten Privatanleger besser meiden, denn diese beinhalten die Gefahr, dass sie entweder mit einem anderen Fond zusammengelegt oder sogar geschlossen werden.

ETFs in der Krise: Clevere Taktik?

Wie sieht es nun mit den Vorteilen von ETF-Mischfonds in Krisenzeiten aus? Große Turbulenzen verunsichern, sodass Anleger und Neulinge nicht wissen, ob genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, einzusteigen. Doch genau darin liegt die erste Schwierigkeit in Krisenzeiten – den richtigen Zeitpunkt finden. Denn dieser lässt sich kaum bestimmen, weil es schwierig ist, die künftigen Entwicklungen vorherzusagen. Daher scheint eine kurzfristige und überstürzte Handlung auch hier keine wirklichen Erfolgschancen zu garantieren. Wer jetzt verkauft, erfährt reale Verluste. Denn mit den Mischfonds setzen Anleger eher auf einen langfristigen Sparplan. Krisen gibt es immer, gab es auch schon immer und wird es immer geben. Daher solltest du von deinen bisherigen Plänen möglichst nicht abweichen. Denn auch diese Krise wird irgendwann vorüber gehen. So solltest du deine Aktien erstmal halten und versuchen wenig zu handeln.

Im Falle einer Insolvenz der EFT Anbieter, bist du als Anleger vor einem Totalverlust geschützt. Das Risiko besteht vielmehr darin, dass die entsprechenden Anlagekategorien und Märkte sich nicht entsprechend der Erwartungen entwickeln. Daher solltest du nicht in einzelne Unternehmen investieren und dein Geld möglichst breit streuen. Da genau dies der Sinn von Mischfonds ist, kann dich dein EFT-Fond durch Krise bringen, wenn du bei all deinen Entscheidungen langfristig denkst.

Viele nutzen die Krise auch, um bei fallenden Kursen zu verkaufen und zu einem günstigeren Zeitpunkt wieder einzusteigen, doch dazu gehört viel Know-how und ein Geschick im Timing. Denn selbst Profis gelingt es nicht den perfekten Zeitpunkt abzupassen. Steigen die Kurse plötzlich, kann es sein, dass du den Aufschwung verpasst und aus Angst dann gar nicht mehr einsteigst. Daher ist hier die klare Empfehlung die Krise auszusitzen und darauf zu vertrauen, dass die Kurse wieder steigen werden.

Fazit

ETF Fonds sind eher ein pflegeleichtes Investment für Investoren, die ihre Geldanlagen in die eigenen Hände nehmen. Durch ihre Transparenz und geringen Kosten bieten sie vor allem für Einsteiger eine geeignete Investitionsmöglichkeit. Auch in Krisen sind sie sicherer als Einzelinvestitionen, da sie dein Vermögen auf viele Aktien, Anleihen und Co. streuen. Somit garantieren sie dir eine gewisse Sicherheit, die vor allem auf einen langfristigen Sparplan ausgelegt ist. Wer hier einen schnellen Gewinn erzielen will oder auch hohe Renditen erwirtschaften möchte, der ist mit Investitionen in Aktien sehr viel besser aufgestellt. Doch dafür kannst du von ETFs in der Krise eine gewisse Sicherheit erwarten.

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