So machst du es deinen Fahrern und somit dir leichter

Chef sein im Transportgewerbe: Darauf zählen deine Fahrer wirklich

Als Selbstständiger im Güterkraftverkehrsgewerbe agierst du in einer Branche, die recht schwierig ist. Es gibt sehr viel Konkurrenz im In- und Ausland und insgesamt geht es hier oftmals ziemlich rau und ruppig zu. Einem Chef in einem solchen Umfeld sollte es deshalb und trotzdem daran gelegen sein, seinen Fahrern das Leben so leicht wie möglich zu machen – ganz gleich, über welche Distanzen diese ihren Job erledigen. Denn, das darfst du nie vergessen, alles, was du diesen Mitarbeitern Gutes tust, wird sich direkt für dein Unternehmen und somit dich bezahlt machen.

1. Deine Fahrer und du: Warum dies keine 08/15-Verbindung sein sollte

Das Transportgewerbe ist eine Branche, in der alles im Höchstmaß davon abhängt, Personal zu haben. Im Gegensatz zu so vielen anderen Bereichen ist es hier recht schwierig, als Einzelperson zu agieren. Wer am Steuer sitzt, kann keine Touren planen und wer gerade mit Kunden verhandelt, kann nicht gleichzeitig lenken.

Zwar ist es durchaus möglich, sich als LKW-Fahrer selbstständig zu machen, bei den meisten wechselt dies jedoch relativ schnell zu einem klassischeren Verhältnis, bei dem angestellte Fahrer genutzt werden, während der Chef eher leitende Funktionen übernimmt.

Als ein solcher Chef bist du deshalb auf deine Fahrer angewiesen. Sie sind diejenigen, die den wesentlichen Teil deines Business für dich erledigen. Alles andere ist diesbezüglich letztendlich nur Beiwerk. Im Transportgewerbe wird transportiert, das ist der Kern der Branche.

Qualifizierte und motivierte Fahrer sind deshalb deine wichtigsten Assets vor allem anderen. Es gibt jedoch noch mehr Gründe, warum du zu ihnen eine wirklich gute Beziehung pflegen und dich zu einem besonders angenehmen Arbeitgeber entwickeln solltest:

  • Fahrermangel: Alljährlich gehen in Deutschland knapp doppelt so viele Berufskraftfahrer in Rente wie nachrücken – ohne diejenigen zu rechnen, die aus anderen Gründen das Fahrerhaus verlassen.
  • Konkurrenz: Allein in Deutschland und der EU gibt es pro Einwohner sehr viele Transportfirmen. Sie alle benötigen Fahrer und werben um sie.
  • Vernetzung: Die Branche ist aufgrund ihrer oft ungünstigen Arbeitsbedingungen von einer hohen Fluktuation gekennzeichnet. Fahrer sind extrem gut untereinander vernetzt und tauschen sich über Vor- und Nachteile potenzieller Arbeitgeber aus.

Drei sehr gute Gründe, warum du deine Firma zu einem regelrechten „Wohlfühlort“ für Fahrer machen solltest. Denn in einer Branche, in der ständig weniger Fahrer für eine praktisch gleichbleibende und sogar leicht steigende Zahl von Firmen zur Verfügung stehen, gewinnt letzten Endes nur derjenige, der es schafft, die Extrameile zu gehen, um gute Fahrer an sein Unternehmen zu binden und obendrein möglichst viele Neulinge anzuziehen.

Im Klartext: Je mehr du dich als Chef um deine Fahrer bemühst, desto leichter machst du das Standing deiner ganzen Firma. Weniger Nachwuchssorgen, weniger Druck, mehr Umsätze, bessere Wachstumschancen.

2. Was du als Chef tun kannst, um deine Firma zu einem angenehmen Ort für Fahrer zu machen

Stelle alle Unterlagen unkompliziert zur Verfügung

Güterkraftverkehr ist eine Welt voller Regularien – die sich überdies selbst zwischen den EU-Ländern teilweise erheblich voneinander unterscheiden können. Das zentrale Merkmal hiervon ist es, zahlreiche Papiere aus völlig unterschiedlichen Kategorien auf der Fahrt mitzuführen und gegebenenfalls vorzuzeigen. Von den Erlaubnisnachweisen deiner Fahrer bis zu Zollpapieren ist bei diesen sogenannten Transportbegleitpapieren alles vertreten. Dabei müssen die Unterlagen immer vollständig und aktuell sein.

In vielen Transportfirmen müssen sich die Fahrer vor jeder Tour selbst darum bemühen, sich die Papiere in den unterschiedlichen Abteilungen ihres Arbeitgebers zusammenzusuchen. Wird dabei etwas vergessen oder verzögert sich etwas, hat der Fahrer ein Problem – und bekommt sogar oftmals Nachlässigkeiten anderer angekreidet oder muss sie ausbaden.

Du möchtest es anders machen? Dann sorge dafür, dass all diese unterschiedlichen Unterlagen deinen Fahrern unkompliziert zur Verfügung gestellt werden. Das heißt:

  • Achte auf ein Vorhandensein aller Papiere, damit die Fahrer sich diese nur noch abholen müssen. In einem Büro darauf zu warten, bis ein Kollege sie endlich ausdruckt, macht deinen Fahrern Stress und bedeutet unnötige Verzögerungen.
  • Weise deine Mitarbeiter an, sie sollen die Unterlagen bereits sortieren und passend zusammenheften beziehungsweise zusammentackern, damit deine Fahrer selbst unterwegs alles ohne langes Suchen vorfinden.
  • Rüste deine Fahrer mit passend unterteilten Mappen oder Taschen aus, damit sie die Unterlagen übersichtlich mitführen können.

Das alles bedingt nur kleine Anpassungen im gesamten Prozedere. In der Praxis kann es jedoch auf jeder Tour ganz erhebliche Erleichterungen bedeuten. Deine Fahrer bekommen einfach alles, was sie benötigen, in die Hand gedrückt und können sich ohne weitere Kontrolle auf Vollständigkeit verlassen.

Sorge für gute Kommunikation mit den Fahrern

Das Transportgewerbe ist sicherlich bereits aufgrund seiner Ausrichtung kein Ort, an dem es sonderlich zart zugeht. Ein gewisser rauer Tonfall entsteht hier schon automatisch aufgrund der Härte des Berufs und der Tatsache, wie extrem groß hier der Männeranteil unter den Fahrern ist.

Allerdings gibt es eine sehr deutliche Grenze zwischen einem rauen Tonfall in einem rauen Gewerbe und dem, was darüber hinaus in vielen Firmen leider praktiziert wird. Unterhalte dich dazu gern mit Fahrern. Viele werden sich über einen geradezu barschen Tonfall und einen eklatanten Mangel an jeglicher erkennbaren Anerkennung beklagen. Oftmals gibt es nicht einmal ein „Danke!“ oder ein „Schön, dass du wieder gesund zurück bist!“ nach einer langen Tour – von anderen Kommunikationsmängeln gänzlich zu schweigen.

In deinem Haus solltest du keinen ähnlichen Tonfall einreißen lassen. Denn Wertschätzung fängt bereits mit der Kommunikation an. Insbesondere (aber nicht ausschließlich), wenn dein Gewerbe sich auf die Langstrecke fokussiert, solltest du folgende Tipps beherzigen:

  • Gewöhne es dir an, jeden Fahrer auf eine Tour zu verabschieden und nach Rückkehr zu begrüßen. Das müssen sicher keine Sektempfänge sein. Es genügt völlig, wenn du als Chef dies mit Worten erledigst.
  • Sprich die Sprache deiner Fahrer und kommuniziere mit ihnen klar und deutlich. Es muss immer klare Anweisungen und eingehaltene Absprachen geben. Ehrlichkeit muss ebenfalls dazugehören.
  • Etabliere bei dir und beim nichtfahrenden Personal deines Hauses einen möglichst freundlichen Tonfall gegenüber den Fahrern. „Bitte“ und „Danke“ sollten immer dazugehören – selbst wenn es sich um Dienst nach Vorschrift handelt.
  • Spare nicht mit Lob, selbst wenn es keine außergewöhnlich großen Leistungen zu belobigen gibt. In der heutigen Zeit ist selbst eine normale Pflichterfüllung als Fahrer sehr anstrengend und aufreibend.

Letztendlich geht es hier um eine spürbare Wertschätzung deiner Fahrer als Menschen und Angestellte und um Respekt gegenüber den Härten und Entbehrungen ihres Berufs. Gute, freundliche Kommunikation kostet dich keinen Cent, kann aber unzählige Euros wert sein. Ganz nebenbei verringert eine solche Kommunikation die Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen und Frust.

Gewährleiste eine überdurchschnittliche Bezahlung

Warum rücken alljährlich so wenige Berufskraftfahrer nach, obwohl es noch viele andere Jobs gibt, in denen der Alltag ebenfalls sehr stressig und in anderer Hinsicht unangenehm ist? Natürlich hat dies nicht zuletzt mit den verschiedenen Besonderheiten im Transportgewerbe zu tun und außerdem dem Wegfall der Wehrpflicht, wodurch nicht mehr automatisch jedes Jahr neue junge Leute mit LKW-Führerschein ins Berufsleben treten.

Einer der wichtigsten Gründe für den Fahrermangel im Vergleich mit anderen harten Branchen ist jedoch die Bezahlung. Viele Fahrer, selbst in deutschen Firmen, gehören zur Klasse der Working Poor, haben also trotz Vollzeitarbeit nicht genügend Geld, um selbst einen sehr bescheidenen Lebensstandard zu pflegen.

Du möchtest dein Unternehmen für Fahrer attraktiv machen? Dann folge der alten Maxime eines Robert Bosch:

„Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe,
sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle.“

Natürlich sind die Preiskämpfe in der Branche hart und die Gewinnmargen oft sehr dünn. Das sollte jedoch keine Ausrede sein, um ausgerechnet beim Gehalt derjenigen zu sparen, die deine Umsätze buchstäblich einfahren. Zumal unzufriedene Fahrer teurer sind, weil sie weniger produktiv sind.

Sicherlich ist ein gutes Gehalt allein nicht alles. Eine Transportfirma jedoch, die „anständig“ zahlt und obendrein ein gutes Betriebsklima pflegt, ist wie ein Leuchtturm und lockt Fahrer an. Vor allem gute Fahrer mit Zusatzqualifikationen und somit der Option für dich, ein breiteres Portfolio zu offerieren.

Vermeide unnötigen (Zeit-)Druck

Die Disposition der Fahrten ist zwar ein wichtiges Feld im Transportgewerbe. Sie kann aber immer nur theoretisch funktionieren. Es genügt bereits ein geplatzter Reifen, ein Stau oder irgendein anderer Grund, den niemand aus deinem Haus kontrollieren kann, um eine sorgfältige Planung völlig obsolet zu machen.

Unter dieser Prämisse solltest du niemals vergessen, wie sehr der Beruf deinen Fahrern sowieso schon Druck macht. Einfach, weil sie ständig bemüht sein müssen, zeitliche Vorgaben für die Lieferung irgendwie mit den gesetzlich vorgegebenen Pausen- und Ruhezeiten in Einklang zu bringen. Außerdem sind sie oftmals mit zeitlich sehr schwierig kalkulierbaren Ladearbeiten betraut.

Hierbei solltest du eine Maxime verinnerlichen:

Deine Fahrer sind allesamt Profis, denn du hast in deiner Eigenschaft als Chef nur die bestmöglichen Leute eingestellt. Gehe deshalb grundsätzlich davon aus, dass deine Fahrer diszipliniert sind und niemals Zeit vergeuden.

Warum du so denken solltest, ist schnell erklärt: Viele Transportfirmen machen ihren Fahrern andauernden Druck. Das fing bereits an, als sich Mobiltelefone verbreiteten und wurde mit dem Aufkommen von GPS-Telemetrie der Fahrzeuge zu einem regelrechten Überwachungs-Albtraum für viele Fahrer.

Oftmals genügt schon eine Verzögerung von wenigen Minuten, die nicht in der Hand des Fahrers liegt, um vom Disponenten angerufen zu werden. Solche Praktiken sollte es in deinem Unternehmen nicht geben, weil

  • deine Fahrer an solchen Verzögerungen meistens nicht die Schuld tragen und zudem nichts daran ändern können.
  • Druck um des Drucks Willen niemandem etwas bringt außer Frust und Unzufriedenheit.
  • der Beruf sowieso schon anstrengend genug ist, ohne andauernd den Chef oder Disponent „im Nacken“ zu haben.

Deine Fahrer erledigen ihren Job, so schnell sie können. Davon solltest du einfach grundsätzlich ausgehen. Außerdem werden sie sich selbstständig melden, wenn es ein Problem gibt. Du erkennst anhand der Telemetrie eine Verzögerung, dann genügt es, darauf basierend Zeiten neu zu berechnen. Niemandem ist gedient, diesen Druck an die Fahrer weiterzugeben.

Sorge für Komfort bei den Fahrzeugen und Fahrerkabinen

Wenn du ausschließlich im Kurzstreckentransport operierst, wo jeder deiner Fahrer allnächtlich in seinem eigenen Bett schläft, kannst du dieses Kapitel überspringen. Bietest du jedoch (auch) Langstrecke an, solltest du alles daransetzen, deine Fahrzeuge und Fahrerkabinen so komfortabel wie möglich zu machen.

Abermals ist das etwas, was dich zwar Geld kostet, aber sich mehrfach auszahlt:

  • Deine Fahrer fühlen sich von Anfang an mehr wertgeschätzt, weil sie nicht nur ein Arbeitswerkzeug bekommen, sondern mehr als das Minimum bei ihrer „Firmenwohnung“.
  • Deine Leute müssen sich unterwegs weniger einschränken und können viel eher wie gewohnt leben.
  • Die Ergonomie ist meistens besser, wodurch sich das für Fahrer sehr große Risiko für diverse Berufserkrankungen und somit Ausfälle signifikant reduzieren lässt.
  • Insbesondere die Ruhezeiten werden in einer komfortableren Umgebung einfach erholsamer, wodurch deine Fahrer ausgeruhter, leistungsfähiger und weniger fehleranfällig sind.

Was du dazu tun musst? Ordere deine Zugmaschinen nicht nur von der Stange, sondern achte auf eine möglichst komfortable Ausstattung, insbesondere (aber nicht ausschließlich) beim Punkt Ergonomie. Zudem solltest du es deinen Fahrern immer gestatten, sich im Rahmen der Gesetze möglichst wohnlich in der Kabine einzurichten. Dabei hilft es immens, wenn jeder Fahrer ein fest zugeteiltes Fahrzeug hat, statt auf jeder Tour wechseln zu müssen.

Vermeide unhaltbar knapp kalkulierte Angebote

Das Transportgewerbe ist ein immerwährender Konkurrenzkampf. Und sicherlich ist es für deinen langfristigen Erfolg nötig, manchmal Angebote zu machen, bei denen bei einer realistischen Betrachtung für dich kein Gewinn abfällt oder du sogar draufzahlst.

Doch abermals gilt: Hierbei gibt es Grenzen. Vor allem dort, wo deine Fahrer letzten Endes diejenigen sein werden, auf deren Schultern nicht nur die Last, sondern obendrein die Verantwortung und letztlich die Beschuldigung lastet, wenn ein solcher Auftrag nicht funktioniert hat.

Vor allem solltest du dies in Sachen zeitlich unhaltbar knapp kalkulierter Angebote bedenken. Natürlich könntest du wahrscheinlich einen Kunden gewinnen, wenn du ihm eine Lieferung garantierst, die einige Stunden schneller als die jedes Konkurrenten ist. Aber würde es dir etwas bringen?

  • Dein Fahrer wäre gezwungen, Tempolimits zu überschreiten, müsste hinsichtlich der Lenk- und Ruhezeiten die Vorgaben überschreiten. Du zwängest ihn also praktisch dazu, illegale Handlungen durchzuführen.
  • Es bestünde ein erhöhtes Risiko, bei Kontrollen aufzufallen, vielleicht sogar durch Übermüdung einen Unfall zu verursachen. Das kostet dich Geld, sorgt für Ausfälle, schwächt dein Unternehmen.
  • Je unrealistischer die Kalkulation ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, sie termingerecht einhalten zu können und desto höher die Wahrscheinlichkeit, den Kunden zu enttäuschen.

Aus diesem Grund solltest du bei allem Konkurrenzdenken nur solche Angebote einreichen, bei denen es realistisch machbar ist, sie selbst unter ungünstigen Bedingungen einhalten zu können. Das bringt dir vielleicht nicht den Status als schnellstes Transportunternehmen ein. Aber da dieser spezielle Konkurrenzkampf unglaublich aufreibend ist und schon so manchen Fahrer und ganze Firmen verschlissen hat, solltest du nicht anstreben, daran teilzunehmen.

Betreibe eine menschliche Touren- und Ruhezeitenplanung

Bei Fernfahrern gibt es natürlich sehr umfangreiche Zeitvorgaben. Alles aus dem Grund, um einerseits vor allem Unfallgefahren durch Übermüdung möglichst zu minimieren, andererseits, um ein menschenwürdiges Arbeitsumfeld zu gestalten, an das sich jeder Arbeitgeber in der Branche halten muss.

  • 11 tägliche Ruhestunden mindestens.
  • 4,5 maximale Fahrstunden zwischen Pausen.
  • 9 Stunden maximale tägliche Lenkzeit, zweimal wöchentlich sind 10 gestattet.
  • In einer Woche sind maximal 56 Stunden Lenkzeit gestattet, in zweien sind es 90.

In der Summe ergibt sich daraus eine Wochenarbeitszeit von 48 Stunden, Schon dies ist im Vergleich mit den meisten anderen Berufen sehr viel. Wenn jedoch die durchschnittliche Arbeitszeit eines Fahrers innerhalb von vier Monaten nicht darüber lag, sind sogar 60 Stunden legal möglich.

Angesichts dessen sollte dir klar sein, wie lange deine Fahrer unterwegs und somit fern der Heimat und somit ihrem gesamten Privatleben sind. Natürlich, für einen Beruf muss man gewisse Opfer bringen. Dennoch solltest du hier sehr viel daransetzen, es deinen Fahrern nicht noch schwieriger zu machen, als es das sowieso ist.

Die Disposition ist dabei ein wichtiges Instrument. Achte hier auf eine Planungsweise, die versucht, deinen Fahrern möglichst viel Zeit zuhause zu ermöglichen – vor allem denjenigen mit Partnern oder gar Familie. Es macht einfach so viel Unterschied für die Anmutung des Berufs, ob man aufgrund einer ungünstigen Planung seine Lieben nur alle zwei Wochen sieht oder wenigstens alle paar Tage, selbst wenn es nur für ein paar Stunden oder eine Nacht ist.

Achte auf den körperlichen und seelischen Zustand deiner Fahrer

Trucker sitzen in der Regel völlig allein in der Kabine. Sie können darin kaum ihre Position verändern und sind auf Tour sowohl in Sachen Ernährung als auch Unterhaltung stark eingeschränkt. Zudem gibt es in einer Zeit, in der ganz Europa eine riesige Logistikdrehscheibe ist, auf den Rastplätzen wegen der Sprachhürden oft nicht einmal die Option, sich mit den Kollegen zu unterhalten.

Das alles führt bei vielen Fahrern schon nach wenigen Jahren zu Problemen:

  • Übergewicht,
  • kardiovaskuläre Erkrankungen,
  • soziale Vereinsamung,

um nur die bedeutendsten Obergruppen zu nennen. Dagegen kannst du als Chef ebenfalls wirkungsvoll angehen:

  • Biete deinen Fahrern betriebliche Sport- und vergleichbare Maßnahmen an und achte auf rege Teilnahme.
  • Sorge für psychische und physische Checkup-Untersuchungen in deutlich kürzeren Abständen als das, was gesetzlich bezüglich körperlicher Eignung und Sehvermögen gefordert wird. Vor allem das Psychische kommt bei Berufskraftfahrern oftmals zu kurz.
  • Lass deine Fahrer von Profis in kulinarischer Hinsicht schulen, damit sie sich unterwegs gesund ernähren können. Vielleicht findest du ja sogar eine Option, um sie auf Tour zumindest teilweise mit Zutaten zu versorgen.

Es ist einfach: Berufskraftfahren ist ein anstrengender und sowohl körperlich als auch geistig äußerst zehrender Beruf – selbst, wenn du alle Tipps aus diesem Artikel buchstabengetreu beherzigst. Dadurch besteht eine ständige Gefahr, gute Leute mit der Zeit zu verschleißen. Erst fallen Sie deshalb aus und kosten dich doppelt Geld, weil sie nicht fahren können, du aber zur Lohnfortzahlung verpflichtet bist. Dann scheiden vielleicht einige gänzlich aus, bevor sie das Rentenalter erreicht haben.

Wie bei allem gilt deshalb erneut: Was du in deine Fahrer investierst, ist gleichzeitig eine direkte Investition in Leistungsfähigkeit. Erfolgschancen und somit Zukunftstauglichkeit deines Unternehmens.

Fazit

Der Transportsektor: Das Klima ist rau, die Fluktuation hoch und die Fahrernot wird immer größer. Angesichts dieser Tatsachen musst du als Chef eines solchen Betriebes verstehen, dass der Erfolg mit deinen Fahrern steht und fällt.

Alles, was du hier Positives tust, macht deine Leute zufriedener, hält sie in der Firma und strahlt obendrein auf potenziellen Nachwuchs aus. Denn gerade der prüft sehr genau, wie das Klima in einer Firma ist, für die er sich bewerben möchte. Nicht alles davon muss dich Geld kosten, alles ist jedoch eine Win-Win-Situation für die Beteiligten.

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