Bundeskartellamt gibt grünes Licht

Oetker darf Flaschenpost übernehmen

Das Bundeskartellamt hat der Radeberger-Brauerei, die zum Oetker-Konzern gehört, grünes Licht für die Übernahme des Online-Getränkelieferdienstes Flaschenpost gegeben. Nun zeigen sich die Mitarbeiter von Flaschenpost über ihre weitere Zukunft verunsichert.

Der Kartellamtspräsident Andreas Mundt begründet die Entscheidung zur Übernahme wie folgt: „Beim Einzelhandel mit alkoholischen und alkoholfreien Getränken kommen die Radeberger-Gruppe und Flaschenpost auch gemeinsam nur auf unbedenkliche Marktanteile“. Ein genauer Blick auf die Zahlen verrät, dass sich der Marktanteil der beiden Anbietern nur auf knapp fünf Prozent beläuft. Das 2016 gegründete Startup liefert nach eigenen Angaben in 23 Städten Getränke innerhalb von 120 Minuten an die Kunden aus.

Massiver Druck auf die Belegschaft

Nach Berichten des SWR sei auf die Belegschaft beider Firmen massiver Druck ausgeübt worden. „Die Braut sollte hübsch gemacht werden“, zitiert ein Mitarbeiter von Flaschenpost, der anonym bleiben möchte. Der SWR hat mit Mitarbeitern gesprochen und Lohnabrechnungen und Arbeitsverträge eingesehen. Dabei werden sowohl gegen Flaschenpost als auch gegen Durstexpress immer dieselben Vorwürfe laut. Die Arbeitsbedingungen seien prekär, die Bezahlung schlecht und Betriebsräte werden verhindert. Davon berichten auch Mitarbeiter von anderen Lieferdiensten.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss Gaststätten (NGG) bemängelt in einer Pressemitteilung, dass Flaschenpost dafür bekannt sei, die Betriebskosten auf dem Rücken der Beschäftigten zu minimieren. Zudem habe das Unternehmen alles daran gesetzt, die Gründung von Betriebsräten zu verhindern. Erst Anfang des Jahres hatte Flaschenpost gegen die Wahl eines Betriebsrates am Standort Düsseldorf geklagt.

Für die Beschäftigten bedeutet die Übernahme also gleichzeitig, dass es nun besser werden kann. Bei Oetker gehört es zum guten Ton, die Arbeitsbedingungen mit der NGG zu regeln, heißt es vom stellvertretenden Vorsitzenden der Gewerkschaft, Freddy Adjan.

Quelle: tagesschau.de

Dr. Oetker übernimmt das Getränke-Startup Flaschenpost

Artikel vom 02.11.2020

Getränke kostenlos liefern lassen und direkt das Pfand abgeben  – mit diesem Geschäftskonzept ist das Startup Flaschenpost vor vier Jahren in Münster gestartet. Nun übernimmt die Oetker-Gruppe den Getränke-Lieferdienst offenbar für 1 Milliarde Euro. Für diesen beeindruckenden Kaufpreis sorgten auch die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie.

Der Lebensmittel-Konzern Dr. Oetker kauft offenbar den Getränke-Lieferdienst Startup Flaschenpost aus Münster. Der Kaufpreis soll dabei bei einer Milliarde Euro liegen. Das berichtet das Portal Deutsche-Startups und beruft sich auf Informationen der Pressestelle von Dr. Oetker. Aktuell bietet Flaschenpost Getränke-Lieferungen in weit über 100 Städten an. Das Unternehmen verspricht dabei, bestellte Getränke innerhalb von 120 Minuten auszuliefern. Von diesem Konzept war der Oetker-Konzern schon zuvor überzeugt und hatte den Markteinstieg mit dem hauseigenen Startup Durstexpress versucht. Jedoch konnte sich das eigene Startup nie gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Der Flaschenpost-Erfolg gelingt im zweiten Versuch

Doch auch der Erfolg von Flaschenpost brauchte einen zweiten Versucht. Denn das Startup wurde zunächst 2014 von Dieter Büchl in Münster gegründet. Doch schon nach wenigen Monaten wieder eingestellt. Der Grund dafür waren zu viele Kundenanfragen und eine falsch geplante Logistik. Deshalb folgte 2016 dann der Neustart mit einem verbesserten Konzept und einer besser geplanten Logistik. Und diesmal ging das Geschäftskonzept auf: Innerhalb von vier Jahren wurde aus dem kleinen Startup ein Unternehmen mit mehr als 6000 Mitarbeitern an 23 Standorten in Deutschland. Allein seit April kamen mit Langenfeld, Berlin, Recklinghausen und Bielefeld vier weitere Standorte hinzu.

Corona-Pandemie erhöht Nachfrage

Der Grund für diese hohe Nachfrage ist auch der mehrwöchige Lockdown Anfang des Jahres und die insgesamt mit der Pandemie verbundenen Einschränkungen. Dadurch verschwanden offenbar die bisherigen Hürden beim Onlinekauf von Lebensmitteln und für das Startup Flaschenpost kamen neue Zielgruppen hinzu. Auch das gesamte Marktvolumen der Lebensmittel-Industrie stieg an. Denn viele Kunden kauften größere Mengen online bzw. im Supermarkt und stockten damit auch den eigenen Getränke-Vorrat immer weiter auf. Deshalb möchte sich Flaschenpost nun auf diese hohe Nachfrage einstellen und nach dem Kauf durch Dr. Oetker die Liefer-Flotte erweitern. Wie genau diese Veränderungen aussehen, will das Startup noch bekanntgeben.

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Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.

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