Diese Branchen konnten von der Krise profitieren

Gründen in der Corona-Krise: So klappt es erfolgreich

Während der Corona-Krise ein Unternehmen zu gründen, klingt für die meisten wahrscheinlich nach einer waghalsigen Aktion. Schließlich steht es gerade nicht gut um unsere Wirtschaft und viele bereits etablierte Unternehmen müssen um ihre Existenz kämpfen. Tatsächlich gibt es aber auch einige Startups, die sich während der Corona-Krise gegründet haben und damit sehr erfolgreich unterwegs sind. Hier kommt es im Grunde darauf an, für welche Branche man sich entscheidet und mit welchem Produkt man durchstarten möchte.

In etwa gibt es 300 Unternehmen, die es zwischen Mitte März und Ende Mai gewagt haben, sich neu zu gründen. Also genau zu dem Zeitpunkt, an dem die Unsicherheit über die möglichen Folgen der Krise am größten waren. Laut den Analysen des Handelsblattes, die auf Handelsregister-Einträgen basieren, wurden in diesem Zeitraum mehr Technologie-Startups gegründet, als im selben Zeitraum im Jahr zuvor. Besonders in den Bereichen E-Commerce, Medizin und Bildung nahmen die Technologie-Startups zu.

Anzahl der Gründungen im Krisenzeitraum nimmt ab

Schaut man sich die Gründungen im Zeitraum vom 16. März bis zum 28. Mai 2020 an, sieht man eindeutig, dass die Anzahl der Startup-Gründungen abgenommen hat. In diesem Jahr sind es insgesamt 6.252, im Vorjahr waren es im selben Zeitraum 7.931. Wirft man nun aber einen genauen Blick auf die einzelnen Branchen, stellt man fest, dass einige dieser Branchen tatsächlich von der Corona-Krise profitiert haben. So kamen im Medizin-Bereich im Vergleich zum Vorjahr 14 neue Unternehmen hinzu, im E-Commerce 17, bei den Lebensmitteln sind es 14 und im Bildungs-Bereich fünf. Auch die Immobilien-, Mobilitäts- und Personal-Branche konnten ihre Zahl der Gründungen erhöhen. In den anderen Branchen ist die Anzahl der Gründungen entweder gleich geblieben oder nach unten gegangen. Dies geht aus den Nachforschungen von Startupdetector hervor.

Insgesamt ließen sich aus den Eintragungen des Handelsregisters 290 Firmen entnehmen, die ihre Gründung in den ersten Corona-Wochen abgeschlossen haben – das sind 20 Gründungen mehr als noch im Vorjahr. Negativtrends gab es in den Wochen nur in einzelnen Segmenten.

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Corona-Krise für viele Unternehmen eine Chance

Viele Geschäftsideen bekamen aber durch die Krise auch einen richtigen Schub. Schließlich entstehen durch die Corona-Pandemie neue Probleme, vor denen die Menschen vorher nicht gestanden hat. Ein Beispiel für so eine Geschäftsidee ist das Unternehmen „Streamparty“ von Malte Granderath. Mit seiner Technologie können Nutzer Anwendungen wie Netflix, Disney Plus, Youtube oder Prime Video über weite Entfernungen hinweg zusammen gucken und sich darüber austauschen. Der Software-Entwickler nutzte diese Technologie schon seit zwei Jahren, um mit seiner Freundin, trotz Fernbeziehung, gemeinsam Filme gucken zu können. Vor der Krise waren rund 800 Nutzer angemeldet. Durch die Krise sind mittlerweile 20.000 Nutzer angemeldet.

Auch die Münchnerin Marie-Luisa Puttich musste sich mit ihrem Geschäftsmodell der Corona-Krise anpassen und hat deswegen eine neue Plattform ins Leben gerufen. Ihre ursprüngliche Idee war die „Hooray Box“ – eine Rundum-Sorglos-Paket für die Mottoparty zum Kindergeburtstag. Diese Idee schien jedoch durch die Corona-Krise zu scheitern. Also schwenkte sie kurzerhand um und erschuf die Plattform „Kita to go“. Bei dieser handelt es sich um eine Plattform für Eltern von Drei- bis Sechsjährigen, die ihre Kinder während des Lockdowns im Homeoffice beschäftigen mussten. Auf der Plattform bekommen die Eltern jede Woche ein Bastel-, Spiel- und Lernprogramm zu verschiedenen Themen. Mittlerweile sind laut der Gründerin 50.000 Nutzer angemeldet.

Man muss sich den Problemen der Menschen annehmen

Doch woher weiß man nun, ob die eigene Geschäftsidee auch während einer Krisenzeit weiterhin bestehen kann? Im Grunde gilt hier dieselbe Faustregel, wie zu Nicht-Krisenzeiten: Man muss sich überlegen, welche Probleme für die Menschen so hartnäckig sind, dass sie in jeder wirtschaftlichen Lage gelöst werden müssen – so sagt es Jeff Lawson. Er hat während der Dotcom Krise im Jahr 2000 erfolgreich sein Unternehmen Stubhub gegründet.

Fazit

Es ist in jeder Situation möglich, ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen – auch in der Corona-Krise. Es gilt immer, sich zu überlegen, welche Probleme die Menschen gerade haben und wie man diese am schnellsten und einfachsten lösen kann. Gerade Krisenzeiten bieten dabei gute Gelegenheiten, um sich mit neuen Denkweisen zu beschäftigen und der erste zu sein, der Lösungen für Probleme auf den Markt bringt. Natürlich gibt es immer ein gewisses Risiko, beispielsweise dass die finanziellen Ressourcen nicht reichen. Aber im Grunde besteht dieses Risiko immer. Wenn man also überzeugt von seiner Idee ist und sicher ist, dass diese anderen Menschen weiterhelfen kann, sollte man nicht zögern und trotzdem versuchen diese umzusetzen. Gerade in den Branchen, die von einer Krise nur profitieren können.

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Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.

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