Die Wohnungsnachfrage im Umland der großen Metropolen steigt

Leere Büros: Das Homeoffice verändert den Immobilienmarkt

Die Folgen der Corona-Krise bekommt nun auch der Immobilienmarkt zu spüren. Denn durch den Trend zum Homeoffice stehen Büros leer, gleichzeitig erweitert sich das Einzugsgebiet der Metropolen. Denn wer nur wenige Tage in der Woche ins Büro kommen muss, nimmt auch weitere Wege zum Pendeln in Kauf. Diese Entwicklung könnte sich laut Ökonomen auf dem Immobilienmarkt bemerkbar machen, wenn ungenutzte Büroflächen zu neuem Wohnraum werden. 

Der Trend zum Homeoffice kann den Immobilienmarkt verändern und die Wohnungsmärkte entlasten. Das geht aus einer offiziellen Stellungnahme verschiedener Immobilienfachleute des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Dadurch könnte sich eine Chance für das Umland entwickeln. „Mit dem Arbeiten von Zuhause könnte ein größerer Umkreis um die Metropolen attraktiv werden“, stellte der Immobilienfachmann Michael Voigtländer fest. Wer nur zwei Mal die Woche ins Büro kommen müsse, könne auch weitere Wege zum Pendeln in Kauf nehmen.

Das Homeoffice sei daher auch eine Chance für ländliche Regionen. Die Menschen bräuchten dort aber eine gute Infrastruktur mit Schulen, Kitas, schnellem Internet und auch etwas Kulturangebot. „Die Wohnungsmärkte sind schon sehr auf die Metropolen konzentriert“, sagte Vogtländer. Er erwarte zwar keinen Ansturm auf das Umland, doch langfristig würde sich das Homeoffice auf den Immobilienmarkt auswirken.

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Homeoffice als Sparmöglichkeit für Unternehmen

Für die Unternehmen könnten sich diese Auswirkungen auch finanziell lohnen. Denn durch die Corona-Pandemie waren Firmen gezwungen, schnellstmöglich Homeoffice für ihre Angestellten anzubieten. Laut Experte Vogtländer hätten Arbeitgeber und Beschäftigten nun gemerkt, dass es relativ gut funktioniere. Die Büros stehen leer und dadurch lassen sich für viele Unternehmen Verbrauchskosten einsparen.

Ob Strom, Getränkelieferungen oder weitere Verbrauchsmaterialen, bei einer größeren Firma ab 100 Personen kommen dort erhebliche Summen zusammen. Große Konzerne haben das Potenzial schon erkannt: Siemens hat es zum weltweiten Standard gemacht, dass gut 140.000 Mitarbeiter an zwei bis drei Tagen pro Woche mobil arbeiten können.

Die Wohnungsnachfrage verändert sich

Zusätzlich verändert diese Entwicklung beim Homeoffice jedoch nicht nur den Immobilienmarkt generell, sondern auch die Wohnungsnachfrage. Aktuell sind die Preise in den Städten sehr hoch, im Umland dagegen erheblich günstiger. Dadurch könnten angrenzende Regionen um die Metropolen herum attraktiver werden. Zumal sich mit der Corona-Krise Wohnwünsche ändern dürften: Zum Beispiel das Bedürfnis nach einem Arbeitszimmer, Garten, Balkon und generell mehr Platz.

Insgesamt hängt diese Veränderung allerdings von der jeweiligen Branche ab. Denn Bürojobs lassen sich beispielsweise leicht im Homeoffice erledigen, doch für die Produktion müssen Angestellte weiterhin vor Ort sein. Große Auswirkungen sehen die Fachleute deshalb zunächst für München, Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Darmstadt.

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Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.

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