Frauen in Deutschland haben es bereits beim Berufseinstieg mit einem deutlichen Gehaltsnachteil zu kämpfen. Laut einer Auswertung der Stepstone Group erreichen Männer in den ersten drei Jahren im Job ein Bruttomediangehalt von 40.250 Euro, während Frauen nur 37.500 Euro verdienen. Der bereinigte Gender Pay Gap liegt in der frühen Karrierephase bei 4,8 Prozent. Diese Zahlen werfen ein Schlaglicht auf das anhaltende Problem der Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen, das auch zum diesjährigen Equal Pay Day am 6. März thematisiert wird.
Gender Pay Gap: Eine anhaltende Ungerechtigkeit
Der Gender Pay Gap beschreibt die unbereinigte Entgeltlücke bei Vollzeitbeschäftigung. Dabei werden verschiedene gehaltsrelevante Parameter wie Berufserfahrung und Bildungshintergrund nicht berücksichtigt. In Deutschland liegt der unbereinigte Gender Pay Gap bei 6,9 Prozent. Das bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt 6,9 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.
Der bereinigte Gender Pay Gap hingegen berücksichtigt diese Faktoren und zeigt die Gehaltsdifferenz zwischen zwei Personen, die in allen berücksichtigten Merkmalen außer dem Geschlecht identisch sind. In der frühen Karrierephase beträgt der bereinigte Gender Pay Gap 4,8 Prozent. Dies bedeutet, dass Frauen immer noch weniger verdienen, selbst wenn man strukturelle Unterschiede herausrechnet.
Gehaltschere öffnet sich weiter nach dem Berufseinstieg
Leider öffnet sich die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen nach dem Berufseinstieg weiter. Der Gender Pay Gap bei Vollzeitbeschäftigung beträgt 12,4 Prozent. Das bedeutet, dass Frauen im Durchschnitt 12,4 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.
Auch innerhalb von Berufsgruppen und unabhängig von der Berufserfahrung gibt es große Unterschiede. In den Berufsgruppen Handwerk, Groß- und Einzelhandel sowie Vertrieb und Verkauf liegt der bereinigte Gender Pay Gap zum Berufseinstieg bei bis zu 7,9 Prozent. Die geringste Lohnlücke gibt es hingegen in den Berufsgruppen Personal, Marketing und PR und Gastronomie und Hotellerie.
Gehaltsverhandlung: Frauen fühlen sich unwohler
Interessanterweise sind Frauen genauso erfolgreich wie Männer, wenn es um Gehaltsverhandlungen geht. Sie fragen fast genauso oft nach einer Gehaltserhöhung wie ihre männlichen Kollegen. Allerdings fühlen sich Frauen dabei deutlich unwohler als Männer. Laut einer Stepstone-Gehaltsbefragung sind sie fast 20 Prozentpunkte weniger selbstbewusst in Gehaltsverhandlungen.
Trotzdem sind Frauen eher bereit, über ihr Gehalt zu sprechen, und befürworten mit 90 Prozent deutlich häufiger eine Gehaltstransparenz in Deutschland. Dies zeigt, dass Frauen sich bewusst sind, dass Gehaltsunterschiede bestehen, und sie sich aktiv für mehr Gerechtigkeit einsetzen.
Fazit
Equal Pay Day 2024 rückt das Thema Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen jedes Jahr aufs neue in den Fokus. Frauen starten bereits beim Berufseinstieg mit einem Gehaltsnachteil ins Berufsleben und die Gehaltsschere öffnet sich weiter im Laufe der Karriere. Trotzdem sind Frauen genauso erfolgreich wie Männer in Gehaltsverhandlungen, fühlen sich dabei jedoch unwohler.
Sichere dir dein DRX-Ticket!
Du willst in Sachen Recruiting und HR auf dem neusten Stand sein? Dann sicher dir noch schnell eines der ersten Tickets für die DRX 2025 – Deutschlands größtes Event für digitales Recruiting!
Die DRX findet am 13. und 14. März 2025 in Düsseldorf statt und auf gleich drei Bühnen erwarten dich über 50 Speaker aus der HR- und Recruiting-Welt! Nutze die Messe mit über 40 Ausstellern um dich persönlich mit anderen Experten aus der Branche über die neusten Trends auszutauschen. Von Social Media Recruiting, LinkedIn, Xing und TikTok-Ads, modernem Employer Branding bis hin zum perfekten Recruiting Funnel und vielem mehr: Die DRX bietet dir alle Disziplinen des digitalen Recruitings!

Lea Minge