Körperlich unausgeglichen und isoliert

Umfrage: Mehr psychische Belastung durch Homeoffice

Seit mehr als zwei Jahren arbeiten viele Beschäftigte teilweise oder vollständig im Homeoffice. Was für die einen die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches ist, ist für die anderen ein Alptraum. Eine vom TÜV-Verband in Auftrag gegebene Umfrage zeigt nun: mangelnde körperliche Belastung und ein starkes Isolationsgefühl gehören zu den häufig auftretenden Belastungen durch die Arbeit im Homeoffice.

Die Vorteile des Homeoffice haben sich insbesondere in den letzten zwei Jahren gezeigt: Es hat viele Menschen vor einer Corona-Infektion geschützt, erhöhte in Teilen die Produktivität und das Wohlgefühl der Angestellten. Nun zeigt eine Umfrage des TÜV-Verbands allerdings: Homeoffice kann aber leider auch zu psychischen Belastungen führen. Mitte Januar wurden mehr als 1.500 Erwerbstätige ab 18 Jahren zu ihrer Arbeitssituation befragt.

Isolationsgefühl als Belastung im Homeoffice

Die vom TÜV-Verband beauftragte Forsa-Umfrage fand heraus: Ein knappes Drittel der im Homeoffice bzw. mobil arbeitenden Arbeitnehmer (30 %) fühlt sich isoliert oder allein. Etwa jeder zehnte Befragte ging sogar so weit, die Arbeit im Homeoffice als häufige psychische Belastung anzusehen (12 %). Ein möglicher Grund dafür kann laut TÜV-Verband die gestiegene Arbeitszeit sein. Im Homeoffice würden der Laptop und das Diensthandy oft länger in Betrieb sein und erst später abgeschaltet werden. „Bis in die späten Abendstunden“, erklärt André Siegel vom TÜV-Verband, seien Beschäftigte im Homeoffice oft erreichbar.

Hinzu komme der berufliche Stress durch eng getaktete Videokonferenzen und nur wenige Pausen, heißt es in der Studie. Außerdem würden die fehlenden persönlichen Kontakte sich bei den Beschäftigten auswirken. All das führe dazu, dass viele im Homeoffice erschöpft und gereizt sind und sich isoliert fühlen.

Auch der Körper erfährt Belastung durch Homeoffice

Neben den Auswirkungen auf die Psyche lässt sich aber auch eine körperliche Belastung durch Homeoffice feststellen. So erklärten 65 % der Befragten, dass ihnen bei der Arbeit von zu Hause die Bewegung fehle. Darüber hinaus gaben 37 % an, in längeren Homeoffice-Phasen an Gewicht zugelegt zu haben. Dies liegt laut der Studie daran, dass tägliche Arbeitswege zu Fuß oder mit dem Rad entfallen.

Des Weiteren haben die Bedingungen am heimischen Arbeitsplatz Auswirkungen auf den Körper. Die Hälfte Befragten besitzt im Homeoffice keinen ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz mit Bürostuhl, Schreibtisch, externer Tastatur und einem großen Bildschirm. Heißt im Umkehrschluss: Jeder zweite der Befragten arbeitet zu Hause auf einem ungeeigneten Stuhl mit ungenügenden Arbeitsmitteln und hat eine dementsprechend ungesunde Haltung. Die Folgen sind vermehrte Kopf- und Rückenschmerzen sowie Verspannungen oder Augenprobleme.

Was kann ich als Arbeitgeber dagegen tun?

Der TÜV-Verband betont, dass die genannten körperlichen und psychischen Belastungen im Homeoffice auf Dauer eine große Gefahr für langwierige Krankheiten oder Burnout der Mitarbeiter darstellen. Als Arbeitgeber solltest du daher versuchen, deine Angestellten bei der Ausstattung ihres heimischen Arbeitsplatzes zu unterstützen. Außerdem ist eine Umgestaltung der Büroräume laut TÜV-Arbeitsschutzexperte Siegel zu empfehlen, etwa durch die Einführung von Sitzecken oder flexiblen Workshop-Räumen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Andreas Fricke

Andreas Fricke

Andreas studierte 2013 nach seinem Abitur Journalismus & Unternehmenskommunikation in Köln. Parallel sammelte er Erfahrung bei den Redaktionen verschiedener Tageszeitungen. Nach dem Studium zog es ihn ins Online-Marketing, wo er mit dem Schwerpunkt auf SEO-Texte und Blogbeiträge fünf Jahre für verschiedenste Themen und Branchen schrieb. Seit März 2022 verstärkt er die Redaktion von Digital Beat und Gründer.de als Junior-Online-Redakteur.

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