Hürden der Digitalisierung

Der digitale Wandel wird für Unternehmen zu einer echten Herausforderung. Gründer können die Neuerungen jedoch gleich von Anfang an implementieren und somit profitieren

In Deutschland werden jedes Jahr mehrere hunderttausend Unternehmen neu gegründet. Start-Ups erfolgreich zu führen, heißt viele Hürden und Herausforderungen zu meistern. Einer dieser Aspekte ist laut einer PwC Analyse die Personalplanung. Aber auch das Thema IT spielt der Untersuchung nach für etwa ein Drittel der Gründer eine große bis sehr große Rolle. IT und Digitalisierung sind inzwischen nicht mehr aus der Unternehmenslandschaft wegzudenken.

Zwar ist deren Bedeutung je nach Branche unterschiedlich. Komplett ohne kommt ein Unternehmen aber nicht mehr aus. Allein schon für die Steuererklärung geht es nicht mehr ohne Rechner – da die Finanzämter nur noch elektronisch übermittelte Daten akzeptieren. IT im unternehmerischen Alltag einzusetzen heißt, sich verschiedenen Fragen zu stellen. Ein Aspekt dreht sich um die Skalierbarkeit der Software, also ob diese sich ans Wachstum anpassen kann oder sehr schnell obsolet wird. Ein anderer Kernaspekt beschäftigt sich natürlich mit den Kosten. Gibt es – dank neuer technischer Ideen und Entwicklungen – heute die Möglichkeit, Software „einzukaufen“, ohne dass das Thema AfA eine Rolle spielt?

Cloud-Lösungen – höchsteffiziente Vernetzung

Digitalisierung bedeutet, dass Unternehmen in immer größerem Umfang mit Daten arbeiten. Letztere müssen erfasst, verarbeitet/bearbeitet, interpretiert und gespeichert werden. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, in diesem Zusammenhang alle Aspekte des Datenschutzes zu beachten. Gerade Start-Ups, deren Existenz auf diesen Daten und der Verarbeitung ruht, müssen eine schnellen und am besten ortsungebundenen Zugriff ermöglichen.

Was bedeutet dies im Klartext? Beispiel Software-Design: In der Vergangenheit sah der Ablauf oft so aus, dass sich Unternehmensleitung und Kunden trafen, alle wichtigen Aspekte besprachen und die Entwickler in den Büros sich an die Arbeit machten. Der Kunde war zu regelmäßigen Meetings zugeschalten oder zugegen – Vorführeffekt inklusive.

Eine Speicherung von Daten ausschließlich auf Rechnern im Unternehmen – am besten auf Geräten ohne Zugang zum Internet – schafft Probleme. Papierstapel, die auf Dienstreisen oder im Home-Office mit dabei sind – schon lange out. Volldigitalisierte Unternehmen setzt inzwischen auf Cloud-Lösungen.

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Die Cloud: Mehr als netzbasierter Speicherplatz

Für viele ist die Cloud immer noch zuerst eines: Ersatz für die Festplatte. Netzwerkbasierte Speichernutzung ist letztlich aber nur ein Bestandteil des Cloud Computings. In den vergangenen Jahren haben sich hier drei Arbeitsbereiche entwickelt:

  1. SaaS – Software as a Service: Hier wird der cloudgestützte Zugriff auf Software/Anwendungsprogramme ermöglicht.
  2. PaaS – Platform as a Service: Anbieter stellen in diesem Modell Rechenkapazität zur Verfügung, welche beispielsweise von Programmieren genutzt werden kann.
  3. IaaS – Infrastructure as a Service: In diesem Modell steht eine komplette Rechnerarchitektur zur Verfügung. Start-Ups haben hier die Möglichkeit, eigene Software zu verwalten.

Welche Vorteile haben solche cloudgestützten IT-Dienstleistungen? Start-Ups erreichen damit gleich mehrere Ziele.

Auf der einen Seite entfällt die Notwendigkeit, jeden Arbeitsplatz mit Hardware ausstatten zu müssen. Besonders bei ressourcenhungrigen Prozessen, die im Unternehmen nicht täglich anfallen, können sich solche On-Demand-Lösungen rechnen. Speziell ein kleines Start-Up, dem die finanziellen Mittel für eine High-End-Rechnerarchitektur fehlen, profitieren von dieser Entwicklung. Das Ganze hat noch einen

Vorteil: Hardware, die von Unternehmen angeschafft wird, wird steuerrechtlich über AfA aktiviert – sprich über eine vorgeschriebene Laufzeit abgeschrieben.

Kosten, welche für die Cloudleistungen entstehen, sind dagegen Betriebsausgaben – und machen sich in der Bilanz sofort bemerkbar.

Punkt 3 bei den Cloudlösungen ist die Möglichkeit des Remote-Zugriffs. Beschäftigte können jederzeit unterwegs – etwa auf dem Weg zu einem Meeting oder aus dem Homeoffice – auf SaaS oder IaaS zugreifen. So entsteht ein effizienter Workflow. Start-Ups erwächst hieraus zudem die Möglichkeit, flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten – mit Präsenzphasen im Unternehmen und der Heimarbeit. Gerade im Werben um Fachkräfte kann ein solches Modell sehr vorteilhaft sein.

Achtung:
Wer als Unternehmen Clouddienste nutzen will, muss sich verschiedener Sachverhalte klar sein. Es geht beispielsweise um die Frage, inwiefern der Datenschutz davon berührt wird. Speziell die Verarbeitung von Kundendaten und/oder deren Speicherung auf Cloud-Servern berührt heute – zumindest in der EU – sehr strenge Regelungen und Richtlinien. Verstöße können für Start-Ups sehr schnell zum Problem werden


E-Learning – die Zukunft der Weiterbildung

Ein sehr wichtiger Bereich in Unternehmen betrifft das fachliche Know-how der Mitarbeiter. Durch die zunehmende Digitalisierung ergeben sich hier Vor- und Nachteile. Zum Problem wird, dass neue Software und neue Techniken einen fortwährenden Lernprozess voraussetzen. Auf der anderen Seite kann sich – wenn Start-Ups gezielt mit neuestem Know-how arbeiten – ein Vorsprung gegenüber der Konkurrenz ergeben.

Letztlich müssen Unternehmen bereits sein, ihre Beschäftigten zu schulen – und ihnen Weiterbildung ermöglichen. Dieser Wissenstransfer kann zu einer Win-Win-Situation werden. Unternehmen schöpfen das Potenzial ihrer Mitarbeiter optimal aus. Auf der anderen Seite nehmen Beschäftigte dies als Wertschätzung ihrer Person wahr – was motiviert und die Bindung ans Unternehme erhöht. Aber: Fortbildungen bedeuten auch, dass Beschäftigte nicht vor Ort sind und ihren Job machen können.

Überall & jederzeit lernen

E-Learning gibt Unternehmen die Möglichkeit, Mitarbeiter fachlich weiterzubilden – ohne sie aus dem laufenden Betrieb herauslösen zu müssen. So werden beispielsweise Fahrtkosten gespart. Wo hat E-Learning großes Potenzial?

Gerade bei leicht zu vermittelnden Sachverhalten in Unternehmen und auch öffentlichen Verwaltungen kann E-Learning seine Vorteile ausspielen. Durch interaktive Videos und verschiedene Module haben Mitarbeiter hier die Möglichkeit, die Tätigkeiten und eventuelle Fallstricke kennen zu lernen, um sie schnellstmöglich in die bestehenden Prozesse einzubinden.

Für komplexere Sachverhalte bleiben Unternehmen den klassischen Wegen – über Präsenzfort- und Weiterbildungen treu. Diese Form der Wissensvermittlung kann zentral durch im Verbands-/Kammerrahmen erfolgen.

Oder Unternehmen bieten Seminare und Schulungen direkt im Betrieb an. Ein solches Vorgehen hat den Vorteil, dass direkt auf das Unternehmen zugeschnittene Lösungsansätze erarbeitet werden können.

Einführung von leistungsfähigen IT-Systemen

Hürden der Digitalisierung

Komplexe Softwaresysteme wie ein CRM werden ab einer gewissen Unternehmensgröße zur Pflicht. Mittlerweile gibt es auch schon kleiner dimensionierte Lösungen, um das System zu implementieren.

Ohne zeitgemäße IT kommt heute kaum ein Unternehmen aus. In der Gründungsphase müssen Prioritäten gesetzt werden. Marketing, Personalabteilung und Logistik – alles ist im Entstehungsprozess. Vieles wird geplant, ist nicht zu realisieren und wird über den Haufen geworfen – um neu angepackt zu werden.

Die IT gehört genauso dazu. Um Kosten nicht ausufern zu lassen, setzen Gründer gern auf Opensource-Lösungen oder einfache Tools – etwa um:

  • Personaldaten
  • Kundeninformationen
  • Buchhaltung

zu verwalten. Alle drei Bereiche sind nur Beispiele dafür, wie wichtig IT inzwischen ist – und hier geht es nicht nur um Gründungen, die primär im Digitalsektor zu Hause sind.

Für den Start sind solche Lösungen praktikabel. Aber: Sobald es mit dem Unternehmen bergauf geht, stoßen solche Lösungen schnell an Grenzen. Die Bedingung ist umständlich, Ladezeiten sind nicht mehr vertretbar oder es gibt Bedenken beim Thema Sicherheit. Früher oder später steht das Start-Up vor der Frage, ob nicht vielleicht doch leistungsstärkere Software gefragt ist.

Hier sind verschiedene Überlegungen zu berücksichtigen. So spielt die Skalierbarkeit der neuen Software eine wichtige Rolle. Heißt: Wächst die IT mit oder muss schon bald über einen erneuten Wechsel nachgedacht werden. Aber auch Funktionalität und Usability sind wichtige Punkte. Dies betrifft:

Jedes Unternehmen sollte in diesem Zusammenhang in die Zukunft denken und dabei verschiedene Szenarien durchspielen. Es kann andernfalls sehr viel Energie kosten, bestehende Systeme zu ersetzen – und alle Mitarbeiter für diese neu zu schulen.

Fazit: Digitalisierung ist eine Herausforderung

Start-Ups tanzen auf vielen Hochzeiten – sprich müssen eine ganze Palette an Hürden und Herausforderungen meistern. Dazu gehört nicht nur das Einwerben von Kapital oder die Suche nach Gewerberäumen und Personal. Auch Digitalisierung und IT sind heute wichtige Bereiche, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Und bei denen es darum geht, früh Weichen zu stellen. Gründer können heute ganz unterschiedliche Register ziehen. Durch die hohe Bandbreite der Internetanschlüsse lassen sich beispielsweise interessante Ansätze im SaaS oder IaaS realisieren. Auf diese Weise kann ein Start-Up Ressourcen schonen – um diese an anderer Stelle einzusetzen. Digitalisierung muss aber auch als Herausforderung begriffen werden. Systemwechsel sind bei Software mit einer starken Ressourcenbindung verbinden und können erhebliche Probleme nach sich ziehen.

 

Bildquellen:

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Hürden der Digitalisierung – und wie Gründer diese gleich umgehen können
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