Ein Beitrag zur Gründer.de-Artikelreihe: Passive Einkommensquellen erschließen

Geld verdienen mit Crowdfinance? Von Crowdinvesting, Crowdlending und Peer-2-Peer-Lending profitieren

Im diesem Beitrag zur Gründer.de-Reihe rund um passives Einkommen werden wir uns mit den Möglichkeiten befassen, die Crowdfinance auf Anlegerseite bietet.

Das Passiveinkommen in Form eines Portfolio-Einkommens existierte bereits in vor-digitaler Zeit. Das Wort selbst geht auf die Mappe zurück, in der die eigene Wertpapiersammlung aufbewahrt wurde. Damit ist das Portfolio-Einkommen auch schon grob definiert: Es handelt sich dabei um den Geldbetrag, den Deine Anlagen in regelmäßigen Abständen ausschütten.

Jenseits des klassischen Wertpapierhandels, gibt es natürlich auch die Möglichkeit sein Geld bei der Bank anzulegen. Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld galten lange als sehr sichere Anlageformen und waren entsprechend beliebt. In Zeiten des Nullzinses, werfen sie aber nichts ab. Die Volksbank Niederschlesien machte Anfang des Monats sogar Schlagzeilen, als sie Gebühren für Tagesgeld zu verlangen begann. Draufzahlen um zu sparen ist so widersinnig wie es klingt.

Das klassische Portfolio

Gewinne werfen nur noch riskantere Modelle ab. Die Oldschool-Option, um ein Passiveinkommen aus dem Portfolio zu generieren ist also, die Investition in Wertpapiere. Die Portfoliotheorie als eigener wirtschaftswissenschaftlicher Zweig beschäftigt sich dabei seit den 1950ern mit der Frage, wie investiert werden muss, um Rendite zu erzielen. Wir möchten uns an dieser Stelle daher auf den grundsätzlichsten und zugleich allerwichtigsten Tipp beschränken: Setze auf Risikostreuung und Diversifizierung!


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Mit Crowdfinance zum digitalen Passiveinkommen

Die Online-Option lautet Crowdfinance. Darunter ist das Auftreten des digitalen Schwarms als Bank zu verstehen: Crowdfunding, Crowdinvesting, Crowdlending, Peer-2-Peer-Lending. Crowdfunding ist für Anleger dabei weniger interessant, weil hier keine Rendite ausgeschüttet werden. Hier geht es eher darum Projekte zu finanzieren, von denen man begeistert ist, um am Ende zum Beispiel einer der Ersten zu sein, die das fertige Produkt erhalten oder ein idelles Dankeschön zu erhalten.

Crowdinvesting

Als Crowdinvestor stellst du Unternehmen dein Geld in Form eines sogenannten „partiarischen Nachrangdarlehens“ zur Verfügung. Du wirst dadurch im Prinzip stiller Teilhaber. Je nach Investmentvertrag erzielst du über Folgendes Rendite:

• Zinsen
• Beteiligung am Unternehmenserfolg

In welchen Abständen es die Zinszahlungen gibt und ob du vom Unternehmenserfolg in Form von Bonus-Zahlungen oder bei Kündigung bzw. Exit in Form einer Auszahlung profitierst, steht im Kleingedruckten zu dem jeweils schwarmfinanzierten Projekt.

Dass sich Crowdinvesting, im Englischen auch „equity based crowdfunding“ genannt, für Anleger lohnt, liegt daran, dass Unternehmen, die so Kapital beschaffen, ihre Investoren durch hohe Zinsen für das Risiko entschädigen. Crowdinvestment ist grundsätzlich Risikoinvestment. Dass Du Dich mit einem partiarischen Nachrangdarlehen beteiligst, bedeutet, dass Du schlechtestenfalls ganz hinten in der Schlange der Gläubiger anstehst. Angelegtes Geld, kann also einem Totalverlust zum Opfer fallen. Auch hier gilt, dass ein auf Rendite-Maximierung angelegter Investmentplan auf Risikostreuung setzt. Ein kluger Anleger, legt niemals alle Eier in den gleichen Korb.

eierweisheit

Seriöse Crowdinvesting-Portale versuchen natürlich AnlegerInnen engegenen zu kommen und haben daher harte Auswahlverfahren für alle entwickelt, die bei ihnen Kapital beschaffen wollen. Du kannst – und solltest – Dich vor Deiner Investition dennoch umfassend über das Unternehemen oder Projekt informieren, das Du funden möchtest. Dazu gehört es auch, das Kleingedruckte zu lesen. Lass Dich beim Investieren grundsätzlich von Deiner Vernunft und Überzeugung leiten und nicht davon, ob es dem Unternehmen gelungen ist, schon 200 oder 300% des ursprünglichen Fundingziels zu erreichen. Der Schwarm muss schließlich nicht immer richtig liegen.

Wenn Du Crowdinvestment-Optionen für Dein Portfolio nutzen möchtest, solltest Du zudem die teils langen Laufzeiten beachten und Unternehmen funden, bei denen in regelmäßigen Abständen Rendite anfallen. Du bist übrigens nicht gezwungen, ausschließlich in Unternehmen bzw. Startups zu investieren. Plattformen wie Bergfürst haben sich auf die Schwarmfinanzierung von Immobilien-Projekten spezialisiert. Ebenso hat sich mit Anbietern wie Bettervest oder Econeers ein Markt zur Finanzierung von Vorhaben rund um erneuerbare Energien etabliert.

Die größten Crowdinvesting-Portale in DACH

Die größten Marktanteile haben im deutschsprachigen Raum drei Crowdinvesting-Seiten inne.

Companisto
Seedmatch
Conda

Crowdlending/Peer-2-Peer-Lending

Der Übergang zwischen Crowdlending und Crowdinvestment ist fließend. Crowdlending kann als Schwarmkredit übersetzt werden, während Crowdinvesting, zwar auf dem zur Verfügung Stellen von Kapital basiert, die Teilhaberschaft des Schwarms aber im Fokus steht.

Beim Crowdlending wird Geld an Unternehmen verliehen (Peer-2-Buisness) oder Geld unter Privatpersonen verliehen. In letzterem Fall ist auch von Peer-2-Peer-Lending die Rede. Auch hier steigen die Zinsen mit dem Risiko. Auf der anderen Seite steht schließlich jemand, der das Geld so dringend braucht, dass er die hohen Zinsen sowie etwaige Gebühren in Kauf nimmt. Möglicherweise halten Banken diese Person auch für nicht ausreichend kreditwürdig, so dass diese versucht, über Peer-2-Peer-Lending an das benötigte Geld zu kommen.

Crowdlending-Portale wie Auxmoney oder Lendico arbeiten daher mit einem Risikoklassen-System. Ein hohes Ausfallrisiko wirft dabei um die 7% Rendite ab, ein niedrigeres ca. 2%.

Um hier einen passiven Geldstrom in Form eines Portfolioeinkommes zu generieren, muss also auch beim Peer-2-Peer-Lending auf Risikooptimierung gesetzt werden. Ebenso empfiehlt sich eine ausgewogene Mischung aus risikoreichen und risikoarmen Anlagen. Der Anleger muss sich auch nicht auf eine Plattform beschränken, sondern kann auch weiter streuen und den zu investierenden Betrag auf unterschiedliche Anbieter splitten. Das ist auch ein guter Ansatz, wenn Du mit der automatisierten Investment-Funktion arbeitest und Dir in gewissen Abständen Zinsen auszahlen lassen möchtest, während Dein Geld anderenorts aber weiter reinvestiert wird und so weiter vermehrt wird. Wie das konkret aussieht, kannst Du im empfehlenswerten Peer-2-Peer-Lending-Blog von Lars Wrobbel genauer nachlesen.

Auch beim Peer-2-Peer-Lending solltest Du die Laufzeiten Deiner Kredite beachten. Kurze Laufzeiten sind besser geeignet, um einen stetigen Geldfluss zu generieren. Ebenso kannst Du im Sinne der Risikooptimierung Deine Gesamtinvestitionssumme in Summen aufsplitten, die klein genug sind, um leichter zurückgezahlt werden zu können. Dein Risiko minimierst Du auch, indem Du nach Möglichkeit darauf achtest, wem Du wofür Dein Geld zur Verfügung stellst. Dabei ist von potentiellen Kreditnehmern, die besonders emotionale Gründe zur Kreditaufnahme vorweisen, ebenso abzuraten, wie von Kreditnehmern, die Urlaub auf Pump machen oder deren Elektrofachmarkt sie nicht für zuverlässig genug einstuft, um ihnen eine Stereoanlage auf Raten zu verkaufen.

Screenshot Crowdlending für teils fragwürdige Ziele.
Crowdlineding-Seiten wie Auxmoney versuchen durchaus auch Kreditnehmer zu locken, die Geld für Konsumgüter oder den nächsten Urlaub brauchen. Für Anleger sinnvoll sind allerdings auch nachhaltige Finanzierungsprojekte wie Ausbildungen oder Gründungen. – Quelle: Screenshot/Auxmoney

Deutschsprachige P2P-Kredit-Portale

• Auxmoney
• Lendico
• Smava
• Mintos
• Bondora
• Crosslend
• Funding Circle

Crowdfinance als Mittel ein Passiveinkommen zu erzielen – die Vor- und Nachteile

Da Portfolioeinkommen Geld ist, bei dem nicht Du arbeitest, sondern Dein Geld Geld macht und Du die Prozesse lediglich steuern musst, ist Crowdfinance eine potentielle passive Einkommensquelle. Sie als DIE perfekte Passiveinkommensmaschine anzupreisen wäre allerdings zu weit gegriffen. Immerhin hat sie sowohl Vor- als auch Nachteile. Wir haben diese weiter oben bereits angerissen, möchten an dieser Stelle jedoch noch einmal näher darauf eingehen.

Zunächste also die Nachteile:

Du brauchst relativ viel Startkapital

Um Geld für Dich arbeiten zu lassen brauchst Du natürlich Geld. Ein Zinssatz von 7% ist natürlich beeindruckend, aber Du erwirtschaftest damit „nur“ 7 Euro pro 100 investierter Euro – im Monat, Quartal oder im Jahr, jenachdem zu welchen Konditionen das Geld zur Verfügung gestellt wurde. Um also 700 Euro zu machen, müsstest Du in diesem vereinfachten Beispiel 10.000 Euro investieren. Das allerdings wäre unklug, weil Du eine große Summe ausschließlich an einen oder mehrere Kreditgeber auf der gleichen Risikostufe vergeben würdest.
Ebenso kann nur Geld investiert werden, auf das der Anleger nicht in nächster Zeit angewiesen sein dürfte oder dessen Verlust ihm das Genick brechen könnte. Das bedeutet, dass Du die 10.000 Euro aus dem Rechenbeispiel einer übrig haben müsstest, um damit einen nennenswerten Betrag zu verdienen. Folglich ist ein Passiveinkommen durch Crowdfinance eigentlich nur für Privilegiertere eine Option.

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Dass Du von Crowdfinance-Rendite leben kannst, ist unwahrscheinlich

Die 10.000 Beispiel-Euro sind ausreichend, um ein schönes, kleines, passives Nebeneinkommen zu generieren. Aber leben kannst Du davon sicher nicht. Wenn es also Dein Traum ist, mit möglichst wenig Arbeit, möglichst unabhängig zu sein, dann wirst Du Crowdfinance nicht als einzige Einkommensquelle nutzen können.

Online Geld verleihen ist riskant

Ganz gleich wie seriös die Crowdinvesting-Plattform ist, wo Du Dein Geld anlegst, ganz gleich, wie solide die Geschäftsidee ist, die Du darauf fundest, egal wie zuverlässig der private Kreditnehmer auf der P2P-Lending-Seite bisher war – Du gehst immer das Risiko eines Totalverlustes ein. Dieses Risiko macht es eigentlich erst möglich, dass Du durch das zur Verfügung Stellen von Kapital online Gewinne erzielen kannst.
Während also bei anderen Arten des Passiveinkommens, Erträge einfach ausbleiben, verlierst Du bei Crowdfinance im schlimmsten Fall bedeutend mehr, als Du in einem relativ kurzen Zeitraum überhaupt einnimmst.

Investiere nie mehr, als du im schlimmsten Fall bereit bist zu verlieren!

Die Vorteile hingegen sind…

Dein Geld arbeitet noch für dich

Wie eingangs erwähnt, stellt der von der EZB verordnete Nullzins für Sparer ein Problem dar. Geld arbeitet auf der Bank nicht mehr für einen, teilweise machen die Bankgebühren den Spareffekt auch auf Jahre zunichte. Wer also nicht die Inflationsrate ignorieren und das Comeback des Sparstrumpfs feiern oder seine Matratze zweckentfremden möchte, hat bei Crowdfinance trotz Risiken noch die Chance auf Rendite.

Crowdfinance ist leicht verständlich

Verglichen mit anderen Anlageformen sind Crowdinvesting, Crowdlending bzw. Peer-2-Peerlending leicht zu verstehen: Eine Privatperson stellt Geld zur Verfügung und bekommt dann, je nachdem was im Kleingedruckten steht, den Betrag plus Zinsen zurück oder wird am gefundeten Unternehmen beteiligt. Wer sich andererseits mit der Frage befasst, was ein effizientes Portfolio in der Banken- und Aktienwelt ist, steht einer größeren Produktpalette und komplizierteren Mechanismen gegenüber.

Du kannst ohne eigene Webseite ein echtes Passiveinkommen generieren

Viele Ideen, die auf das Generieren von passiven Einkommen hinauslaufen, setzen auf Geschäftsmodelle, bei denen ein automatisiertes Shopsystem auf eine Webseite aufgepropft wird. Das erfordert ein gewisses Maß an Knowhow und Zeit, die eigene Webseite für Besucher und Suchmaschinen zu optimieren. Gleichzeitig muss auch Reichweite generiert werden, um mehr Interessenten auf die Webseite zu ziehen. Während auch das durchaus machbar ist und gegenüber Crowdfinance den Vorteil hat, dass nicht so viel Eigenkapital hineingesteckt und riskiert werden muss, gibt es durchaus Menschen, bei denen die zündende Geschäftsidee einfach ausbleibt. Vielleicht sagt einem auch der Umgang mit Kunden oder WordPress & Co. nicht zu. Verfügt man dann über ein gewisses Kapital und die Vorliebe strategisch an Probleme heranzugehen, ist Crowdfinance eine gute Alternative, um einen passiven Geldstrom zu erschaffen.

Zusammengefasst

Durch das Internet hast Du die Möglichkeit, Dein Geld auch abseits von Bank und Börse für Dich arbeiten zu lassen. Anders, als beim Tagesgeld oder dem klassischen Sparbuch, ist bei Crowdfinance aktuell verhältnismäßig viel zu holen. So viel, dass es sich lohnt, über ein digitales Portfolio-Einkommen nachzudenken.
In diesem Beitrag haben wir daher insgesamt 13 Crowdinvesting- und Crowdlending-Portale aufgeführt und Dir einen Überblick über die Funktionsweise der jeweiligen relevanten Crowdfinance-Spielarten gegeben.

Ebenso haben wir Dir die insgesamt 5 wichtigsten Regeln für erfolgreiche Investionen aufgezeigt:

1. Risikostreuung durch Diversifizierung, sprich: den angelegten Betrag in kleinere Beträge aufteilen und diese in unterschiedlich riskante Vorhaben stecken.

2. Nicht mehr investieren, als Du an Verlusten verschmerzen kannst.

3. Nur Geld investieren, dass Du in nächster Zeit nicht brauchst.

4. Die Kreditlaufzeiten beachten und kürzeren den Vorrang geben.

5. Nicht nur auf den versprochenen Gewinn achten, sondern auch selbst von der Kreditwürdigkeit des Unternehmens oder privaten Kreditanwärters überzeugt sein.

Hast Du weitere Tipps, Erfahrungen mit Crowdfinance, die Du mit uns teilen möchtest? Hast Du Anmerkungen, Fragen oder Feedback? Schreib das Gründer.de-Team an oder lass uns einen Kommentar da! Wir freuen uns!

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Aurelia Schäfer

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