Höherer Mindestbetrag und geringere Erstattung

Business Angel: Geringerer Zuschuss bei Investition in Startups

Seit 2013 erhalten Business Angel einen Teil ihrer investierten Summe steuerfrei zurück. Nun wurden die Parameter des Invest-Programms aufgrund der hohen Nachfrage verändert. Die Business-Angel-Szene kritisiert vor allem die mangelnde Kommunikation und sieht Gefahren für die Zukunft des Zuschusses. Das Programm läuft Ende 2022 aus und wurde bisher nicht verlängert.

Seit 2013 erhalten Privatpersonen, die in ein Startup investieren (Business Angel), einen Zuschuss vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Bisher erhielten Business Angel bei der Investition in junge Unternehmen eine steuerfreie Erstattung von 20 Prozent ihrer investierten Summe. Für eine Berechtigung des Business-Angel-Zuschuss musste der Angel mindestens 10.000 Euro in das Startup investieren. Nun hat das BMWi die Parameter kürzlich geändert. Statt 20 Prozent erhalten Investoren bei Wandeldarlehen künftig nur noch 10 Prozent , außerdem liegt der neue Mindestbetrag bei 25.000 Euro. Darüber hinaus gilt der Zuschuss nur noch für Erstinvestments.

Warum wurde der Zuschuss für Business Angels gekürzt?

Das System der Business Angel erfreut sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit. Nach Informationen des BMWi „werden die Antragszahlen und Bewilligungen weiter zunehmen“. Die Folge: Der vom Bundeshaushalt bereitgestellte Betrag von 45 Millionen Euro reicht für die Masse der Nachfragen nicht aus und ist voraussichtlich im Sommer aufgebraucht. Daher die Änderungen in der Zuschussregelung für Business Angel.

Wie reagieren die Investoren?

Von Investorenseite gibt es verschiedene Reaktionen auf die Anpassung des Business-Angel-Zuschusses. Vom Bundesverband Crowdfunding etwa gibt es Kritik. Tamo Zwinge, Vorstandsmitglied des Verbandes und Mitgründer des Crowdinvesting-Portals Companisto, betont: „Gerade auf unserer Plattform gibt es viele Investoren, die sich mit einem Betrag von 10.000 Euro zum ersten Mal als Business Angel betätigen.“

Vom Business-Angel-Netzwerk Deutschland besteht Verständnis für die Änderung. „Es gibt derzeit keine Alternative“, sagt Roland Kirchhof, Vorstandsmitglied des Netzwerks. Die meisten Investoren, so Kirchhof, würden in den meisten Fällen mehr als 25.000 Euro investieren. Insofern sei die neue Regelung verkraftbar.

Kritik an der Änderung des Invest-Programms äußert auch eine Gruppe aus über 40 Gründern und Business Angel. In einem offenen Brief an Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Lindner heißt es: „Wir haben kein Verständnis dafür, dass in einer solchen Situation eines der erfolgreichsten Förderprogramme erheblich gekürzt wird – und das ohne jegliche Vorwarnung“. Denn, so heißt es weiter, es befänden sich viele der Personen in laufenden Finanzierungsrunden. Nach den neuen Bedingungen lassen sich die eingeplanten Beiträge jedoch nicht mehr garantieren.

Wie geht es mit dem Business-Angel-Zuschuss weiter?

Das Programm läuft nach jetzigem Stand zum Jahresende aus, eine Bestätigung zur Verlängerung des Zuschusses für Business Angel gibt es bislang nicht. Roland Kirchhof vom Business-Angel-Netzwerk Deutschland betont: „Es ist wichtig, dass wir daran weiterarbeiten und das Invest-Programm 2023 weiterbesteht.“ Probleme sieht Sebastian Schwenke vom Business-Angels-Club Berlin-Brandenburg. Ihm zufolge werden nicht alle Business Angels über die Grenze von 25.000 Euro kommen und lieber in ihr bestehendes Portfolio investieren. Die Gefahr: „Wir befürchten, dass das Programm zu den schlechten Konditionen verlängert oder ganz eingestellt wird.“

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Über den Autor

Autorenprofil: Andreas Fricke

Andreas Fricke

Andreas studierte 2013 nach seinem Abitur Journalismus & Unternehmenskommunikation in Köln. Parallel sammelte er Erfahrung bei den Redaktionen verschiedener Tageszeitungen. Nach dem Studium zog es ihn ins Online-Marketing, wo er mit dem Schwerpunkt auf SEO-Texte und Blogbeiträge fünf Jahre für verschiedenste Themen und Branchen schrieb. Seit März 2022 verstärkt er die Redaktion von Digital Beat und Gründer.de als Junior-Online-Redakteur.

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