Der Gründerkongress-Speaker im Interview

Gregor Seebacher: „Besonders am Anfang ist die Lernkurve hoch“

Gregor Seebacher versucht immer eine weitere Lösung zu finden. Nur um noch einmal darüber nachzudenken. Seit rund 20 Jahren beschäftige er sich mit den Themen Finanzen, Reporting etc. also ZDF und die Auswirkungen. Nach dem Motto: Mach messbar was du lenken willst! Wir haben uns im Zuge des Gründerkongresses mit ihm unterhalten.

Gregor Seebacher, wie bist du mit deinem Business gestartet?

Ich habe mich erst vor ein paar Monaten selbstständig gemacht. Step by Step klein anfangen ist meine Devise. Mein Anliegen ist es, Menschen zu helfen, leichter mit dem Thema Finanzen zurechtzukommen.  Zum Beispiel habe ich einer Pensionistin bei der Vermietung und Verpachtung geholfen. Von der Organisation und Aufbereitung der Unterlagen bis zu den Vorlagen für die kommenden Jahre. Es war mir wichtig, mit der Kundin alles so aufzubereiten, dass sie so viel wie möglich selbst machen kann. Also mit „Do it with you“. Mit einigen Tipps habe ich ihr auch einen vierstelligen Betrag erspart. Ich habe immer schon gerne mein Wissen und meine Erfahrung weitergegeben. Gedanklich arbeite ich bereits seit dem ersten Lockdown, also März 2020, an einem passenden Weiterbildungskurs.

Die meisten wollen von Buchhaltung, Finanzen, Steuern und dergleichen nichts wissen und scheuen sich davor. Ich möchte diesen Personen helfen,  indem ich mit ihnen gemeinsam als vertrauenswürdiger, kompetenter Begleiter dieses Minenfelds überquere. Mir ist wichtig, dass die Teilnehmenden etwas können, nicht nur kennen und dass sie das Wichtigste aus der finanziellen Unternehmensführung in ihr Business mitnehmen. Damit sie regelmäßig damit arbeiten können, für mehr Sicherheit, Orientierung und Erfolg in ihrem Unternehmen.

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Hast du schon immer mit der Idee gespielt, ein eigenes Business zu starten? Was hat dich letztlich dazu inspiriert?

Tief im Hinterkopf war das bei mir immer programmiert. Schon in meinem ersten Beruf, aber besonders in meinen letzten 20 Jahren im Finanzbereich, habe ich verschiedenste Branchen und Tätigkeiten ausgeübt und immer wieder darüber nachgedacht, wie ich es im Falle des Falles machen würde. Nach der Gastronomie, da war ich Ende 20, war es sehr schwierig, in einem „Bürojob“ Fuß zu fassen. Als Vermögensberater habe ich dann meine erste Erfahrung als Selbstständiger gemacht. Leider nicht sehr erfolgreich. Vielleicht reich an Erfahrung. Die Antworten auf meine Bewerbungen waren teilweise unter der Gürtellinie. Trotz meines Universitätslehrganges war ich als „Kellner“ abgestempelt. Entscheidend war eben Erfahrung und nicht theoretisches Wissen. Das hat mich sicher etwas geprägt. Wissen muss mit gleichzeitiger Erfahrung einhergehen. Tag für Tag.

Inspiriert oder besser angespornt haben mich zwei, drei Punkte.

A) Es ist ein regelmäßiges Ereignis, das zu folgender Aussage nötigt:“ Wenn ich das gewusst hätte, dann …“! Ein Vorteil im Rechnungswesen ist, dass du jeden Geschäftsvorfall nachbilden und nachverfolgen kannst. Vergangenheitsbezogen. Ich hatte immer schon ein großes Interesse an solchen Geschäftsfällen und habe mit Investment Manager und leitenden Angestellten darüber geredet und sie richtig ausgefragt. Da kommt es schon zu dem einen oder anderen AHA-Effekt und eben zu dieser Aussage. Bei großen Projekten kommt es zu einer Nachbesprechung, bei kleineren leider nicht. Ich finde es eine optimale Möglichkeit, sich permanent zu verbessern. Da kann jede Person, ob UnternehmerIn oder nicht, einiges daraus machen.

B) Viele Mitarbeitende wollen einfach ihre Arbeit machen. Also das, wofür ihr Herz schlägt. Die Kernkompetenz. Mit Zahlen oder Buchhaltung möchten die Meisten nichts zu tun haben. Es ist jedoch Teil des Geschäftes. Ich möchte nicht nur vor Fehlern bewahren, sondern auch zur Leistungssteigerung beitragen. Die gesetzliche bzw steuerliche Notwendigkeit ist nur ein kleiner Teil davon. Die prägnanteste Aussage war für mich: „Gregor, wenn ich Umsatzsteuer nur höre, dann klappen meine Ohren zu!“ Für Führungskräfte ist es aber unabdingbar, sich mit den Abteilungsergebnissen zu beschäftigen. Genauso für UnternehmerInnen und Selbstständige. Es geht hier nicht nur um das Finanzergebnis, sondern auch um die Effizienz der Dienstleistung, der Produktion und alle dazugehörigen Prozesse.

Ich mag diese Art von Denken, Analysieren und Ausprobieren und denke schon länger darüber nach, wie es hier zu einer einfacheren Lösung für alle Beteiligten kommen kann. Ich denke, mit meinem BVT-Programm habe ich eine gute Möglichkeit gefunden. BVT steht für Business Value Tracking und mein Coachaining für persönliche Betreuung und einen optimalen Wissenstransfer. Das Wort Coachaining kommt von Coaching und Training. Ich bin davon überzeugt, dass dies eine sehr gute Mischung ist, um die wichtigsten Skills zu lernen.

Was war bisher deine größte Herausforderung als Unternehmer und wie hast du sie gemeistert?

Eine große Hürde sind auf jeden Fall die technischen Herausforderungen. Von Social Media bis hin zur Erstellung eines fertigen Kurses gibt es viele davon. Obwohl es viele Plattformen gibt, die einiges an Arbeit abnehmen. Vor allem am Anfang meines Business mache ich auch den Fehler, dass ich zu viel selbst machen will. Ich weiß, dass es nicht das Beste ist, so viel selbst zu machen. Eine zweite große Herausforderung für mich ist, mein Dienstleistungsprodukt fertig zu machen.  Ich weiß, dass hier noch viel Arbeit drinnen steckt und erst nach und nach mit dem Feedback meiner Kundinnen und Kunden der letzte Schliff kommt. Und wie ein scharfes Küchenmesser muss auch meine Dienstleistung ständig „geschliffen“, sprich angepasst und optimiert werden.

Stichwort Marketing: Was unternimmst du, um dein Unternehmen noch bekannter zu machen?

Angefangen habe ich auf LinkedIn und danach auf Instagram, diese Plattformen versuche ich regelmäßig zu nutzen. Wenn das einmal läuft, dann will ich noch Facebook mehr nutzen. Ab 2023 bin ich auch auf der Coach Map von Greator gelistet. Im Dezember habe ich die große Freude bei Scherer-Daily interviewt zu werden. Das Interview führt Alissa Stein im TV-Studio von Hermann Scherer in Mastershausen. Seit Wochen freue ich mich auf den Gründerkongress im November 2022. Mit den Gastgebern Thomas Klußmann und Christoph J.F. Schreiber kann man nichts falsch machen und kann als Speaker dabei sein. Schon vor vier Jahren habe ich die Freude gehabt, für Gründer unterstützend zu sein. Ich habe ein Kapitel in dem Buch „Einstieg für Unternehmensgründer & Unternehmensentwickler“ vom Verlag LexisNexis schreiben dürfen. Das war viel Arbeit, das hat jedoch auch viel Spaß gemacht.

Welchen Einfluss hat die aktuelle wirtschaftliche Lage (Inflation, Gaskrise usw.) auf dein Business?

Interessante Frage, die ich nicht ganz klar beantworten kann. Da ich mit meinem Business erst heuer gestartet bin und noch am Anfang bin. Ich habe zumindest keine Vergleichsdaten. Es ist aber auch immer wieder ein Thema im Gespräch mit Coachees und KollegInnen aus der Selbstständigkeit. Ich habe es so vernommen, dass es etwas schwieriger geworden ist Kunden und Kundinnen zu bekommen, da sich Prioritäten verschoben haben. Es wird für gewisse Branchen oder Güter weniger ausgegeben. Ich habe auch beobachtet, dass online Werbung etwas aggressiver geworden ist. Das ist hier lediglich eine erste Einschätzung von mir, die mein Gefühl widerspiegeln und noch nicht mit Zahlen, Daten und Fakten hinterlegt sind.

Welchen Tipp möchtest du angehenden Gründern mit auf den Weg geben, Gregor Seebacher?

Es ist simpel, jedoch nicht einfach und schon gar nicht möglich, sehr schnell zu lernen. Beginne klein, probiere es aus und nach und nach wird es zu Verbesserungen kommen. Besonders am Anfang ist die Lernkurve hoch, aber nicht groß genug, um schnell und langfristig erfolgreich zu bleiben. Beobachte dich selbst. Am besten nach einem Ortswechsel.  Kümmere dich an erster Stelle um deine Herzensangelegenheit – deine Kernkompetenz. Die wichtigsten Themen deiner Finanzen musst du verstehen. Das kannst Du lernen. Von allen anderen Themen in deinem Business ist es gut, wenn du ein Verständnis der Themen hast, um Entscheidungen zu treffen. Viel Spaß und Glück dabei.

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Über den Autor

Autorenprofil: Luisa Kleinen

Luisa Kleinen

Luisa wurde 1996 in Bonn geboren und studierte nach ihrem Abitur Rechtswissenschaften mit Abschluss des ersten Staatsexamen (Schwerpunkt Internationales Strafrecht und Medienstrafrecht) an der Universität zu Köln. Parallel zu ihrem Studium war sie einige Jahre als Studentische Hilfskraft in der Forschungsstelle für Medienrecht an der TH-Köln tätig. Dadurch erhielt sie einen tiefen Einblick in das Medien-, IT- und Datenschutzrecht und sammelte erste redaktionelle Erfahrungen. Später arbeitete sie als Assistenz der Geschäftsführung in einem Gastronomiebetrieb und erweiterte hier ihre Kenntnisse im Personal- und Projektmanagement. Nach ihrem Praktikum in der Redaktion von Gründer.de, ist sie seit Juli 2022 als Junior Legal Managerin bei Digital Beat und Gründer.de tätig.

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