Kreditantrag

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Die Bonität von Selbstständigen ist häufig kompliziert. Mit Bonität ist an dieser Stelle nicht zwingend eine schlechte Auskunft einer Auskunftei gemeint, sondern tatsächlich die finanzielle Lage, die letztendlich wieder die allgemeine Kredit- und Vertragswürdigkeit bedingt. Dabei muss es einem Selbstständigen nicht finanziell schlecht gehen, es reicht oft schon die Angabe des selbstständigen Berufes. Aber was können Betroffene allgemein machen und wie lässt sich die Bonitätsschwäche verbessern? Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal an.

Gründe für die Bonitätsschwäche von Selbstständigen

Die Hauptursache für diese Problematik ist das oft sehr stark schwankende Einkommen. Während angestellte Arbeitnehmer monatlich ein festes Salär auf ihr Konto bekommen, können sich Selbstständige natürlich auch ein fixes Gehalt auszahlen – doch selbst dies unterliegt den natürlichen betrieblichen Schwankungen. Dies ebnet den Weg für etliche Schwierigkeiten:

  • Unregelmäßigkeiten – ein Problem ist immer, dass Rechnungen nicht unbedingt regelmäßig oder pünktlich bezahlt werden. Somit ergeben sich gerade in schlechteren Monaten automatisch unregelmäßige Geldeingänge, die die gesamte Bonität schwächen.
  • Unsicherheiten – zahlen Kunden, zahlen Kunden nicht? Wann zahlen sie? Selbstständige leben praktischerweise immer in einer gewissen Unsicherheit, die sich wiederum auf Geschäftspartner oder Vertragspartner ausweitet. Denn auch diese können nicht zu einhundert Prozent davon ausgehen, dass der Selbstständige zur bestimmten Zeit das notwendige Geld erhält, um seinen vertraglichen Pflichten nachzukommen.
  • Schwierige Kalkulation – Selbstständige und ihre Vertragspartner haben eine schwierige Kalkulation, die aus den obigen Punkten resultiert. Das zeigt sich insbesondere bei der Aufnahme von Krediten, denn Banken möchten natürlich sicher kalkulieren können.

Diese Unsicherheiten sind der Grund, warum Selbständige bonitätstechnisch oft schlechter gestellt sind als Personen in einer abhängigen Beschäftigung.

Bei welchen Verträgen entstehen Probleme?

In diesem Punkt muss die Definition von Bonitätsproblemen klar geteilt werden. Ist die finanzielle Lage im Jetzt ausreichend und gab es auch in der Vergangenheit keine finanziellen Schieflagen, ist die Bonität an sich gut, doch die Zukunft nicht klar abzusichern. Das ist die typische Situation eines Selbstständigen, da die Einnahmen unregelmäßig kommen und in der Höhe nicht stets klar zu beziffern sind.

Anders verhält es sich bei Selbstständigen, deren Bonitätsprüfung negativ ausfällt. Bei ihnen gab es in der Vergangenheit eindeutige Probleme, die zu einem schlechten Eintrag bi bekannten Auskunfteien geführt haben. Diese Personengruppe hat durchaus deutliche Probleme, Verträge abzuschließen:

  • Kredite – hier gilt stets, dass die Bonitätsauskunft eingeholt wird und anhand von ihr nicht nur die Zinsen, sondern auch die generelle Kreditvergabe überlegt wird.
  • Langzeitverträge – auch hier kann es zu Schwierigkeiten kommen. Je nach Bonitätsauskunft können beispielsweise Handyverträge in diesen Bereich fallen. Wobei hier durchaus Handytarife vergeben werden, nicht aber der Kauf eines Smartphones über den Handytarif.
  • Leasing – dieser Punkt zählt gewissermaßen zu den Langzeitverträgen, ist aber für Selbstständige oft beruflich wichtig. Leasingverträge über Geräte, Maschinen, auch das Firmenauto können aufgrund einer negativen Bonitätsauskunft abgelehnt werden.
  • Miete/Pacht – viele Vermieter erwarten eine Bonitätsauskunft, bevor sie sich für oder gegen einen Mieter entscheiden. Gerade in den Ballungszentren mit knapper Wohnungslage bedeutet eine schlechtere Auskunft, dass Vermieter einen anderen Mieter wählen.

Deutet die Bonitätsauskunft auf keine größeren Probleme hin, stehen Selbstständige überwiegend vor folgenden Problemen:

  • Sicherheiten – gerade bei Krediten und Darlehen werden zusätzliche Sicherheiten angefordert. Der Hauptgrund ist das schwankende Gehalt.
  • Kosten – die Zinskosten eines Kredits liegen bei Selbstständigen aufgrund der allgemeinen Unsicherheit oft ein wenig höher, als bei einer Privatperson.

Wie lässt sich die eigene Bonität verbessern?

Dieser Ratschlag betrifft nicht nur Selbstständige, kann aber große Wirkung entfalten: die Selbstauskunft. Bei den Auskunfteien kann jeder eine Eigenauskunft anfordern und die Inhalte prüfen. Nun gilt:

  • Fristen checken – kleinere Einträge werden nach einem Jahr gelöscht, höhere Einträge nach drei Jahren – sofern sie erledigt wurden. Selbstständige sollten schauen, ob alle alten Einträge tatsächlich gelöscht wurden, ansonsten sollte die Löschung angefordert werden.
  • Einträge prüfen – es kann immer mal passieren, dass ein falscher Eintrag in die eigene Auskunft gerät. Dieser sollte natürlich auch entfernt werden.
  • Baldiger Fristablauf – unter bestimmten Umständen ist es möglich, bald auslaufende Einträge vorab löschen zu lassen. Oftmals müssen aber die Gründe hierfür benannt werden. Und: Diese Option steht in der Regel nur offen, wenn es wenige Einträge gibt.

Außerdem hilft ein gutes Verhältnis zum Bankberater. Wer diesen nicht hat, der sollte sich um ein Programm oder eine App bemühen, die direkt darauf hinweist, wenn das Konto überzogen ist. Natürlich ist die Nutzung des Dispos auch nicht unbedingt das beste Argument, wenn ein Kredit gewünscht wird.

Spezielle Angebote nutzen

Sind negative Einträge in einer Auskunftsdatei vorhanden und die Bonitätsauskunft somit schlecht, können Selbstständige natürlich immer noch Verträge abschließen oder Kredite aufnehmen. Hier gibt es spezielle Angebote, doch sollte der Anbieter immer genau überprüft werden. Im Kreditbereich finden sich bis heute Kredithaie. Ansonsten gilt:

  • Kredit – ob von privat oder über spezielle Anbieter: Lösungen gibt es immer. Häufig müssen aber Sicherheiten vorgelegt werden, darüber hinaus sind die Kosten für den Kredit höher, als bei üblichen Angeboten. Ein Spezialanbieter in diesem Bereich ist zum Beispiel Credimaxx – Wir machen Kredite. Dort lassen sich relativ unkompliziert entsprechende Darlehen zu annehmbaren Konditionen finden.
  • Handy – hier könnte ein Prepaid-Vertrag passend sein. Die Tarife sind heute kaum noch teurer als die Vertragsvariante, bieten aber absolute Sicherheit für beide Seiten und viele Spielräume.

Fazit – auch Selbstständigen stehen die Türen offen

Gewiss ist es einfacher, einem Vertragspartner die Gehaltsabrechnungen vorzulegen und zu sagen, dass ein unbefristeter Vertrag besteht und das Geld am 29. immer auf dem Konto ist. Trotzdem erhalten auch Selbstständige einen Kredit. Nicht nur gibt es für sie spezielle Möglichkeiten, auch helfen Sicherheiten oder notfalls ein zweiter Kreditnehmer dem Glück auf die Sprünge. Besonders wichtig ist jedoch, die eigene Bonitätsauskunft im Auge zu behalten und sicherzustellen, dass sich hier keine falschen oder veralteten Einträge auffinden.