Das weltweit schnellste E-Commerce-Wachstum

China: Das sind die Gründe für den E-Commerce-Boom

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Das Land der Mitte nennt bereits jetzt mehr als 50% aller Online-Einzelhandelsgeschäfte weltweit sein Eigen und verfügt schon jetzt über den größten E-Commerce-Markt der Welt. Und es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass sich dieser Trend verlangsamen könnte. Der chinesische Internethandel verzeichnete im abgelaufenen Jahr das größte weltweite Wachstum seit 2016, und dies vor allem durch seinen hochfrequentierten Social-Media-Bereich und durch einige der größten Technologieunternehmen der Welt. All diese Faktoren leisten einen enormen Beitrag zur zweitgrößten globalen Volkswirtschaft.

In einer Zeit, in der die übrige Welt nach dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie verzweifelt versucht wieder wirtschaftlich und gesellschaftlich Kurs aufzunehmen, spielt der E-Commerce eine zunehmend wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der einzelnen Staaten. In diesem Artikel werden wir uns den unterschiedlichen Gründen und Faktoren widmen, die hinter dem unfassbaren chinesischen Internet-Einzelhandelsboom stehen, und werden einschätzen, ob und wie sich dieser Trend voraussichtlich fortsetzen wird.

Der chinesische Binnenmarkt

Der Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat dazu beigetragen den Online-Markt in neuen Höhen aufsteigen zu lassen. So schossen insbesondere die Aktien von Amazon und Zoom bis Mitte 2020 aufgrund geänderter Verbrauchergewohnheiten beträchtlich in die Höhe. Auffallend hierbei war, dass der chinesische E-Commerce-Markt bereits im Jahr 2019 einen Umsatz von 869 Milliarden US-Dollar aufweisen konnte. Aber wie konnte dieser Wirtschaftsbereich auch während der Pandemie noch ein zusätzliches Wachstum generieren?

Der Hauptgrund hierfür kann sicher darin gesehen werden, dass der Online-Handel bereits seit längerer Zeit tief in der chinesischen Gesellschaft verwurzelt ist. Noch vor der Pandemie hatten die Online-Shops des Landes bereits mit großen Kundenströmen zu tun gehabt, insbesondere in den Millionenstädten. Unternehmen wie AliBaba erzielten bereits 2019 einen jährlichen Umsatz von unglaublichen 38 Milliarden US-Dollar.  Sechsmal so viel wie dessen größter Mitbewerber „Amazon Prime“. Aber noch bemerkenswerter ist die Tatsache, dass China den generellen Internethandel mit wesentlichen Beschränkungen belegt: Benutzer können beispielsweise kein Geld in Online-Casinos ausgeben, und viele weltbekannte, jedoch westliche Social-Media-Plattformen wie Facebook, sind sogar in China verboten.

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Großer Wachstum auf dem Land

Ein weiterer Faktor für das ständige Wachstum ist die stetig steigende Anzahl der Internetnutzer außerhalb der Großstädte. Im bevölkerungsreichsten Land der Erde leben fast 40% der Einwohner in ländlichen Regionen. Und der Großteil dieser Landbevölkerung hatte vor einigen Jahren noch nicht die technischen und organisatorischen Voraussetzungen online einzukaufen. Aber mit den verbesserten technischen Infrastrukturen wird sich die ländliche Bevölkerung immer mehr der Vorteile des Online-Shoppings bewusst. Auch das Logistiknetzwerk des Landes wird stetig ausgebaut, sodass Unternehmen wie AliBaba ihre Produkte bedeutend schneller als je zuvor in ländliche Regionen verschicken können. Dies bewirkt aber auch, dass lokale Geschäfte und Einkaufszentren in den kleinen Dörfern des Landes einfach nicht mit dem Angebot und den Preisen der Online-Giganten mithalten können. Auch dies bewirkt die enorme Nachfrage nach den unterschiedlichen Online-Diensten.

Der Blick Chinas auf die internationalen Märkte

Aber der große Appetit Chinas auf das kommerzielle Wachstum beschränkt sich nicht nur auf die eigene Binnenwirtschaft. Peking setzt nicht nur auf den rasanten Anstieg des Online-Einzelhandels innerhalb der eigenen Landesgrenzen, sondern trägt auch bedeutend zum Wachstum des E-Commerce in verschiedensten Entwicklungsländern bei. So haben Initiativen wie die „Tech-Allianz Afrika-China“ bereits dazu geführt, dass große chinesische Unternehmen mehrere Milliarden US-Dollar in diverse afrikanische Länder investiert haben, in der freudigen Erwartung, eines langfristigen Wirtschafts- und Onlinewachstums auf diesem Kontinent.

Aber nicht nur Afrika stellt das Ziel chinesischer Unternehmungen dar. Auch mehrere lateinamerikanische Länder haben zwischenzeitlich wichtige Handelsabkommen mit dem zentralistisch verwalteten Land abgeschlossen, die alle auf sehr ähnliche Weise funktionieren, aber doch tendenziell auf Infrastrukturaufgaben und auf dem technologiebasierten Handel beruhen. Angesichts der sich stets verschlechternden wirtschaftspolitischen Lage auf Grund der Pandemieauswirkungen in den mittel- und südamerikanischen Ländern sind ausländische Investitionen für deren Regierungen wichtiger denn je.

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Diese internationalen Projekte folgen einem spiralen-förmigen Verlauf. Chinesische Unternehmen versorgen die Schwellenländer mit Finanzmitteln und der daraus resultierende Gewinn fließt anschließend in neue Technologien, die u.a. in China das Wachstum des E-Commerce zusätzlich unterstützt. Daher kurbeln diese Projekte nicht nur die jüngsten Wirtschaftstätigkeiten Pekings an, sondern tragen auch dazu bei, diesen IT-Wirtschaftssektor in den nächsten Jahren auf noch solidere Beine zu stellen.

Der Pandemie-Effekt

Zwar fokussieren sich die chinesischen Geschäftspraktiken und die gesellschaftlich und kulturellen Aufgaben des Landes seit einiger Zeit auf die Online-Welt, aber es wäre fahrlässig die katastrophalen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Einzelhandelssektor Chinas zu ignorieren. Gezwungenermaßen war China der erste Staat weltweit, der zu Beginn des Jahres 2020 die ersten drastischen Ausgangssperren für seine Bewohner verhängt hatte, und so wie in (fast) allen anderen Ländern spüren die traditionellen Einzelhandelsgeschäfte auch jetzt nach den Öffnungen noch immer die wirtschaftlichen Auswirkungen, die sich vor allem im dramatischen Rückgang der direkten Einkäufe in den Geschäften niederschlägt.

Diese veränderten Verbrauchergewohnheiten sind ein Faktum, das auf der ganzen Welt zu beobachten ist. Aber vor allem in China sind diese besonders augenfällig geworden. Die bei vielen Menschen berechtigte Angst vor dem Virus und dessen Auswirkungen hat unter anderem auch dazu geführt, dass eher zu Hause gekocht wird, als auswärts essen zu gehen, die Kleidung wird nicht mehr in den Boutiquen begutachtet, sondern online bestellt und zu Hause anprobieret und auch die zwischenmenschlichen Treffen haben sich in den digitalen Raum verlagert, denn alle Bars und Clubs sind ja bekanntlich geschlossen. Und selbst wenn sich Käufer dazu entschließen, doch ein Geschäft aufzusuchen, so sind die betreffenden Besuche in der Regel kürzer, was dann auch zur Folge hat, dass weniger Geld ausgeben wird, als vor der Pandemie.

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Mehr Auswahl im Internet = Sinkende Preise

Trotz der betrüblichen Tatsachen für die Einzelhandelsgeschäfte und deren Betreiber,  könnte sich dieser Trend auf lange Sicht als gute Nachricht für die Konsumenten herausstellen, denn online gibt es viel größere Auswahlmöglichkeiten: Und statt nur zwei oder drei Supermärkte in der Nachbarschaft zur Auswahl zu haben, stehen den Verbrauchern zukünftig Dutzende von Optionen der virtuellen Welt zur Verfügung. Eine größere Auswahl bedeutet, dass die Unternehmen die Preise senken werden und mit Sonderaktionen und Rabatten die Kunden an sich binden wollen, damit sie auch im Konkurrenzkampf des Internethandels bestehen können. Wichtig für alle Konsumenten müssen auf jeden Fall die hohe Qualität, der Service und die Einhaltung der Garantien zu Gunsten der Kunden sein. Nur so werden die Online Händler auf Dauer ihre Kunden behalten können.

Und alle Unternehmen, die es zurzeit noch nicht geschafft haben, eigene Online-Vertriebskanäle zu eröffnen, werden dies sehr zeitnah umsetzten müssen umso ihre Waren und Dienstleistungen auch im digitalen Bereich anzubieten zu können. Dies stellt für fast alle Bereiche des Direkthandels die einzig gangbare Möglichkeit dar, um fit für die nächsten Jahre zu werden. Chinas E-Commerce-Sektor führt uns die gegenwärtigen umfangreichen Änderungen im Wirtschaftsleben klar vor Augen.

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