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Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen bietet ein eigener Online-Shop große Möglichkeiten, den Kundenkreis bedeutend zu erweitern und neue Märkte zu erschließen. Die Unternehmenskommunikation wird durch einen Online-Shop sehr erleichtert. Immer mehr Kunden gehen online shoppen, kein Wunder also, dass der E-Commerce zu den Bereichen mit den größten Wachstumsraten gehört – entsprechend ausgeprägt ist die Konkurrenz. Über 100 000 Online-Shops deutscher Anbieter konkurrieren um die Kunden. Täglich kommen neue hinzu. Wie kann man sich mit seinem Online-Shop dennoch gut positionieren?

Wichtig vor dem Start: Wahl des Hosters und Shop-Systems

Wer einen Online-Shop starten möchte, sollte planvoll vorgehen. Kinderkrankheiten in der Frühphase lassen sich später nur schwer und mit großen Ausgaben korrigieren. Das fängt schon bei der Wahl des passenden Hosters an. So muss die Homepage durch Schnelligkeit überzeugen, aber auch preislich im Rahmen liegen. Hierbei hat der Webseitenbetreiber verschiedene Modelle  zur Auswahl: das „Shared Hosting“ (Miete von Speicherplatz auf einem Webserver gegen Gebühr), Anmieten eines eigenen Servers und der vServer. Bei letzterem teilt sich der Webseitenbetreiber mit anderen einen Server, ihm werden aber feste Ressourcen zugeteilt, wodurch die Performance besser messbar ist. Bei der Wahl des vServers ist es ebenfalls ratsam, sich genauestens durch einen Testbericht über das entsprechende vServer-Produkt zu informieren.

Anschließend gilt es zu eruieren, welches Shop-System zu den eigenen Vorstellungen und finanziellen Möglichkeiten passt. Ideal ist es, die fachlichen Kernkompetenzen für das erfolgreiche Betreiben eines Online-Shops im Unternehmen zu haben – andererseits muss die Expertise später bei jeder Änderung oder Anpassung teuer eingekauft werden. Entscheidend ist natürlich auch die Frage nach dem Sortiment. Da sehr viele ähnliche Anbieter auf den Markt drängen, sollte zunächst herausgearbeitet werden, womit ein Online-Shop aus der Masse herausstechen und welche Nische er besetzen kann. Dazu ist eine gründliche Wettbewerbsanalyse erforderlich. Wenn klar ist, welche Zielgruppe er ansprechen möchte, kann sich ein Online-Händler im Hinblick auf Design und Usability festlegen.

Die Wahl des Shop-Systems

Das Angebot an Shop-Systemen ist groß. Grundsätzlich lassen sich drei Typen unterscheiden. Es gibt Mietlösungen nach dem Baukasten-Prinzip. Sie sind günstig und ohne große Vorkenntnisse nutzbar, jedoch oft nur bedingt SEO-tauglich. Spezieller sind die Open-Office-Lösungen, die mehr Sachkenntnis erfordern. Für finanzstarke Unternehmen bietet sich schließlich die maßgeschneiderte und entsprechend teure Eigenentwicklung an. Die Wahl des Shop-Systems ist entscheidend, denn ein späterer Wechsel des Systems wird von Suchmaschinen gerne abgestraft, frisst Zeit und Geld.

Die kurz- und langfristige Struktur des Online-Shops

Schon vor dem Start eines Online-Shops ist es wichtig, sich über eine längerfristige Struktur Gedanken zu machen. Die kurzfristige Struktur richtet sich oft nur am aktuellen Sortiment aus, ohne spätere Sortimentserweiterungen oder – anpassungen einzukalkulieren. Die Folge ist eine über die Zeit gewachsene und mitunter sehr unübersichtliche Shop-Struktur, bei der Produkte in mehreren Kategorien oder erst nach langem Suchen zu finden sind. Das irritiert Kunden. Eine logische und leicht zu handhabende Struktur sollte deshalb schon vor dem Beginn entwickelt werden.

Angebotene Zahlungsarten

Grundsätzlich mögen es Kunden, zwischen verschiedenen Zahlungsarten entscheiden zu können. Daher bietet sich eine große Auswahl an. Besonders beliebt sind Zahlungsarten wie PayPal oder Vorkasse. Die Auswahl kann sich an der Zielgruppenanalyse ausrichten. Gehören beispielsweise die Besserverdienenden zur Zielgruppe, sollte die Kreditkartenzahlung als Option keinesfalls fehlen.

Kenntnisse in SEO, CSS, HTML und Co.

Ohne Suchmaschinenoptimierung kann kein Online-Shop erfolgreich sein, deshalb ist es wichtig, über grundlegende SEO-Kenntnisse zu verfügen. Suchmaschinenoptimierte Produktbeschreibungen werden von Google und co. hoch gerankt – und damit auch von potentiellen Kunden leichter gefunden. Ein Online-Händler sollte darum bestrebt sein, selbst über die entsprechende Expertise zu verfügen. Da sich die Algorithmen der Suchmaschinen (vor allem Google) und damit die wirksamen SEO-Maßnahmen schnell verändern, ist ständige Weiterbildung unerlässlich. Damit die eigenen Produkte gut zu finden sind, sollten möglichst umfassende Keyword-Recherchen durchgeführt werden – entsprechende Tools gibt es online.

Programmiersprachen wie HTML oder CSS zu kennen, ist für einen Shop-Betreiber ebenfalls von großem Vorteil. Viele Anbieter von Shop-Systemen werben zwar damit, dass ihre Angebote leicht zu bedienen seien und keine besonderen Programmierkenntnisse voraussetzen. Treten Probleme auf, sind diese Kenntnisse jedoch wichtig, um auf die Unterstützung von Webdesign-Agenturen verzichten und den Online-Auftritt des Shops selbst einschätzen zu können. Im Internet finden sich viele Tutorials, die die wichtigsten Grundlagen vermitteln.

Rechtliche Rahmenbedingungen berücksichtigen

Wer einen Online-Shop ins Leben rufen möchte, hat viele rechtliche Voraussetzungen zu berücksichtigen. Grundsätzlich muss sich der Shop-Betreiber als Gewerbetreiber bei der Gewerbemeldestelle der Kommune anmelden. Besondere Vorsicht ist bei der Wahl der Domain angebracht, da sonst Namens- und Markenrechte Dritter verletzt werden können – in diesem Fall droht schnell eine Abmahnung. Bestimmte Informationen müssen im Online-Shop zu finden sein, so die allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Widerrufsbelehrung, anfallende Versandkosten und die Mehrwertsteuer.

Worauf sollte man vor der Gründung eines Online-Shops achten?
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