Ende Juni ist es Zeit für eine Halbjahresbilanz, mit der du deine unternehmerischen Aktivitäten für die 2. Hälfte 2017 wunderbar festzurren und fokussieren kannst. Dabei geht es um Fragen wie: Bin ich noch auf dem richtigen Kurs? Fokussiere ich mich auf die richtigen Dinge (also die, die Geld und Umsatz bringen)? Besteht die Notwendigkeit, sich von dem ein oder anderen Tätigkeitsfeld zu trennen?

Die Antworten auf diese wichtigen Fragen konntest du bislang nicht einfach aus der Hand schütteln. Und Hand aufs Herz: Wer hat schon dauernd die Zeit, sich mit seinen Zahlen zu beschäftigen? Ich verspreche
dir: Du brauchst kein Betriebswirtschaftsstudium, um die folgenden Eckpunkte zu ermitteln. Und der Nutzen ist enorm: Schließlich weist du danach ganz genau, ob dein Unternehmensschiff noch auf Kurs ist oder nicht. Vor allem aber weist du auch, in welche Richtung du lenken kannst, um einen erfolgreichen Kurs noch erfolgreicher zu machen – oder auch, um zu verhindern, dass du dein Schiff in gefährlichem Wasser auf Sand setzt!

Auf den folgenden Seiten entdeckst du die 3 entscheidenden Punkte, mit denen du all das herausfindest. Hast du diese einfachen Punkte abgehakt, hast du eine genaue Vorstellung davon, ob du dein Geschäft in die richtige Richtung steuerst.Und außerdem helfen dir die Ratschläge aus diesem Artikel, einen ganz konkreten Handlungsplan für das 2. Halbjahr 2017 und die Zeit darüber hinaus zu erstellen.

Doch eines vorweg: dein Unternehmen ist langfristig dann besonders erfolgreich, wenn du weist, worauf dein Kunde Wert legt und wie groß der Markt für deine Produkte/Dienstleistungen/Angebote wirklich
ist. Das heißt:

Die 3 Checkpunkte in diesem Artikel können dir die erforderliche Marktkenntnis nicht abnehmen oder ersetzen. Das ist der Teil, den du selber immer wieder hinterfragen solltest:

➤Welche meiner Angebote sind für meine Kunden besonders interessant? Welche weniger?
➤ Welche Kundenbedürfnisse zeichnen sich in meinem Markt ab? Wie kann ich meine Angebote hierauf abstellen und zukunftsfähig halten?
➤ Wo und wodurch besteht eine Bedrohung für meine Angebote? (Denke nur an die gerade vom Markt verschwundenen Videotheken. (Streaming-Dienste wie Netflix und Maxdome haben diese Anbieter fast komplett überflüssig gemacht.) Unternehmen, die darauf nicht mit neuen Angeboten reagiert haben, sind vom Markt verschwunden. Und „neue Angebote“ kann hierbei durchaus bedeuten, frühzeitig über ein 2. Standbein nachzudenken!

Schaue dir auch folgende Fragen genau an – die Branchenzahlen bekommst du bei der IHK oder der Handwerkskammer. Ideal ist es, wenn du die Antworten auf die folgenden Fragen kennst:

➤ Wie hoch ist der Umsatz in meiner Branche bzw. meiner Branche in meinem Einzugsgebiet?
➤ Wie groß ist mein Anteil daran, und was kann ich tun, um diesen zu vergrößern?
➤ Wie hat sich der Branchenumsatz in den letzten 5 und 10 Jahren entwickelt? Ist er rückläufig oder zeichnet er sich noch durch Wachstum aus?
➤ Wie entwickeln sich die Kosten innerhalb der Branche?
➤ Wie entwickelt sich die Rendite, also das, was von jedem Euro an Kosten, die du hast, am Ende für dich über bleibt?

Stelle dir aber auch – mit Blick auf deine Angebote – die folgenden Fragen:

➤ Welchen Nutzen haben meine Kunden, wenn Sie meine Produkte oder Dienstleistungen
kaufen?
➤ Welche Kundenbedürfnisse befriedigt mein Angebot?
➤ Warum finden Kunden mein(e) Angebot(e) attraktiver als die Angebote der Konkurrenz – und falls nicht: Was kann ich tun, um die Attraktivität meiner Angebotevzu steigern?
➤ Biete ich meinen Kunden neben dem Produkt auch einen zusätzlichen Service rund um das Angebot – und wenn nein: Was kann ich bieten, um Zusatzgeschäfte zu generieren?

Ganz wichtig: Reden, reden, reden! Rede mit deinen Kunden. Frage was sie an deinem Angebot besonders gut finden aber auch, was dir eventuell fehlt. Hierzu ein Beispiel:

Mein Maler aus der Nachbarschaft bekam „nebenbei“ von einem Kunden mit, dass dieser jemanden sucht, der einmal im Jahr die Böden auf der Terrasse, das Holzgeländer, die Holzfassade usw. nach dem Winter inspiziert und auf Vordermann bringt. Bislang für den Maler ein Randgeschäft, aber er hielt es für eine gute Idee nachzuforschen, ob sich daraus nicht ein weiteres Angebot für seine Kunden kreieren lässt. Also fragte er im Kundenkreis herum, ob Bedarf an so einer Dienstleistung besteht. Heute macht er mit dieser Dienstleistung immerhin knapp 30 % Umsatz obendrauf, also zum eigentlichen „Kerngeschäft“. Und das nur, weil er seinen Kunden aufmerksam zugehört hat!

Denke auch an mögliche Kooperationen!

Viele Handwerker und Selbstständige verstehen sich als „Einzelkämpfer“, als „einsame Wölfe“ in der Wildnis. Doch das muss nicht sein. Oft bieten sich Kooperationen mit anderen Selbstständigen an, von denen dann alle Seiten profitieren.

Beispiel: Der Malermeister aus dem Beispiel oben hat sich mit einem Gartenbaubetrieb und einem Holzbaubetrieb zusammengetan, die nun gemeinsam für Gartengestaltung, Zaun- und Gartenbau werben, inklusive fachmännischer Betreuung durch den Malermeisterbetrieb, der sich im Rahmen eines Servicevertrags um die Werterhaltung kümmert.

Der Vorteil: Die 3 Betriebe teilen sich die Kosten für die Werbung. Der Kunde kann natürlich auch nur „einzeln“ buchen – empfindet aber das Gesamtpaket als besonders bequem und nützlich. Denn wer schon ordentlich Geld für die Gestaltung seines Gartens in die Hand nimmt, möchte natürlich auch, dass dieser nach ein paar Jahren nicht nur auf dem Rasen, sondern auch von Zaun, Laube und Co. her Tipptopp aussieht.

Die Initiative zu dieser Kooperation ging übrigens wieder von „meinem“ Maler aus. Falls dir also für deinen Betrieb sinnvolle Kooperationen und damit Kooperationspartner einfallen, warte nicht darauf,
dass jemand aus dieser Gruppe zu dir kommt – nehme das Zepter des Handelns selbst in die Hand. Werde aktiv! Mehr als ein „Nein“ kannst du nicht bekommen. Es kann also nichts passieren, außer dass all diejenigen, die genau wie du die Chance hinter solchen Kooperationen sehen, gemeinsam mehr verdienen als bisher. Und genau darum geht es.

Doch nun auf zu den 3 Checkpunkten, die dir zeigen, wo du in diesem Halbjahr mit deinem Unternehmen stehst, und die sichtbar machen, wohin die Reise gehen kann, damit du das Jahr 2017 besonders erfolgreich abschließt. Und nicht nur das: Es geht schließlich darum, dir die Handlungsmöglichkeiten zu zeigen, mit denen du deinen Erfolg langfristig absicherst – um nicht mehr, aber auch nicht um weniger.

Nicht vergessen: Investiere in deine Fortbildung, wenn du so Vorteile für deine Firma erreichst
Der Markt, in dem dein Unternehmen tätig ist, verändert sich ständig. Bleibe am Ball. Plane 2 bis 3 Fortbildungstage pro Jahr ein. Versuche, eine Erfahrungsaustauschgruppe zu bilden bzw. in eine einzutreten (Kontakte z. B. über deine IHK/HWK oder einen Fachverband). Darin treffen sich in der Regel 6 bis 10 Unternehmer/innen, um 2- bis 3-mal im Jahr einen Tag lang intensiv Erfahrungen und Ideen auszutauschen – das kann bis zur Offenlegung und zum Vergleich aller Zahlen führen. Wer einmal eine gute Gruppe gefunden hat, will dieses Instrument nicht mehr missen.

MEIN TIPP


Welche Themen für dich im kommenden Jahr am wichtigsten sind und dir am meisten bringen, weist du
selbst am besten: Entweder sind das Themen mit Zukunftsbezug oder solche, bei denen du einen großen Leidensdruck hast (das sind die, bei denen du sagst: „Eigentlich müsste ich das schon lange mal gemacht haben!“).


Vergiss aber auch nicht die „Fortbildung“ deines Privatlebens – auch das ist eine Chefaufgabe, weil kein Arbeitgeber und keine Gewerkschaft sich um deine Arbeits- und Freizeitstunden kümmert!
Also plane auch deine Freizeit systematisch ein.

 

Dieser Artikel wurde von BWRmed!a bereitgestellt.
Autor: Günther Stein (Unternehmer)

Selbstständig, BWR Med!a, VNR Verlag

Wie du mit deinem Unternehmen auf Erfolgskurs bleibst
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