Auf der Basis von empirischen Studien entwickelt Fred Müller eine Typologie von Unternehmer-Persönlichkeiten. Er unterscheidet zwischen fünf Gründertypen – finde jetzt im Quiz heraus, welcher Gründertyp du bist – im Anschluss findest du noch eine detaillierte Beschreibung der Gründertypen.

 

Amazon, Apple, Zalando, Trivago. Hinter erfolgreichen Unternehmen stehen außergewöhnliche Persönlichkeiten. Bestimmte Eigenschaften haben alle vielversprechenden Gründer gemeinsam: Sie sind aufgeschlossen für neue Erfahrungen, risikofreudig und arbeiten diszipliniert. Dazu kommt ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit. Emotionale Stabilität ist für den Unternehmenserfolg genauso entscheidend wie die Fähigkeit zu kontinuierlicher Selbstmotivation. Trotzdem gibt es vollkommen unterschiedliche Unternehmertypen. Ob deine Unternehmensgründung erfolgreich verläuft, hängt maßgeblich von deiner Persönlichkeit ab. Die Gründerszene wimmelt vor kreativen Köpfen mit Visionen, besonnenen Strategen und knallharten Realisten. Welcher Gründertyp bist du?

Diese Eigenschaften machen dich zum erfolgreichen Gründer

Laut dem Arbeitspsychologen Professor Dr. Günter Fred Müller sind neben fachlichen Fähigkeiten folgende Kriterien wesentliche Erfolgsfaktoren für Gründer:

  • Leistungsorientierung
  • Wunsch nach Unabhängigkeit
  • emotionale Stabilität
  • ein hohes Maß an Kreativität
  • Durchsetzungsstärke
  • Anpassungsbereitschaft

Übersicht aller fünf Gründertypen:

1.    Distanzierter Leistungstyp: Der Experte

Gehörst du zu diesem Gründertyp, bist du ein versierter Experte auf deinem Fachgebiet. Der Wunsch nach Unabhängigkeit und deine bedingungslose Leistungsorientierung haben dich zum Gründer gemacht. Du steckst deine ganze Kraft und Energie in deine Arbeit und identifizierst dich komplett mit deiner Tätigkeit. Das gilt auch für deine Freizeit. Besonders Aufgaben, die eine persönliche Herausforderung für dich darstellen, begeistern dich. Persönliches Wachstum ist dir wichtig. Bei der Beurteilung deiner Arbeit legst du hohe Maßstäbe an. Mit anderen Menschen setzt du dich eher ungern auseinander.

2.    Rationaler Ausdauertyp: Das Arbeitstier

Als rationaler Ausdauertyp schätzt du die Arbeit an komplexen, längerfristigen Projektarbeiten. Einfache Aufgaben langweilen dich schnell. Du arbeitest unermüdlich für das Erreichen deiner Ziele. Kaffee konsumierst du Eimerweise, denn wenn andere Feierabend machen, fängt dein Tag erst an. Als Analytiker und Arbeitstier verkraftest du Misserfolge besser als andere Unternehmer. Du bleibst zuversichtlich und stellst dich auf zusätzliche intensive Arbeitsphasen ein. So schnell bringt dich dank deiner Stressresistenz nichts aus dem Gleichgewicht.

3.    Ideenreicher Akquisitionstyp: Der Verkäufer

Handelst du kreativ, flexibel und intuitiv? Dann bist du ein „ideenreicher Akquisitionstyp“. Das Verkaufen liegt dir im Blut. Du weißt genau, wie du deine Produkte oder Dienstleistungen an den Mann beziehungsweise an die Frau bringst. Dich treibt der geschäftliche Expansionsdrang: höher, weiter, schneller ist dein Motto. Du bist risikofreudig und hast Talent fürs Netzwerken. Dementsprechend pflegst du deine sozialen Netzwerke auf Xing und LinkedIn. Aufgrund deiner hohen kommunikativen Kompetenz fällt es dir leicht, dich immer wieder auf unterschiedliche Gesprächspartner und neue Situationen einzustellen. Du brauchst bei deiner Arbeit keinen detaillierten Ablaufplan. Dir reicht eine grobe Struktur zur Orientierung. Den Rest machst du spontan. Anders als der rationale Ausdauertyp bist du eher ein Impulsarbeiter mit individuellen Leistungsspitzen.

4.    Kontrollierter Machttyp: Der Manager

Du bist sehr stolz auf das, was du erreicht hast. Als kontrollierter Machttyp besitzt du Ausstrahlung und Autorität, bist durchsetzungsstark und legst Wert auf klare hierarchische Strukturen. Selbst behältst du in deinem Unternehmen die Oberhand. Du bist der Boss, weißt genau, wo es langgeht, und das zeigst du auch. Das macht dich nicht unbedingt zum Sympathieträger. Beeindrucken lässt du dich davon nicht, denn dein Augenmerk liegt auf Zahlen, Daten und Fakten. Den Erfolg deines Unternehmens verfolgst du manchmal mit rücksichtsloser Härte. Du denkst analytisch und stellst dich Wettbewerbssituationen. Dein Ziel: als Sieger aus schwierigen Situationen hervorzugehen. Von Kompromissen und Teamarbeit hältst du nicht viel.

5.    Ich-bezogener Aktivitätstyp: Der Egozentriker

Andere beschreiben dich als egozentrischen Sonderling? Dann bist du vermutlich ein ich-bezogener Aktivitätstyp. Keine schlechte Voraussetzung für einen Gründer, denn du besitzt einen starken inneren Antrieb und bist mit einem gesunden Selbstbewusstsein ausgestattet. Von deiner Selbstwirksamkeit bist du fest überzeugt. Du arbeitest oft rund um die Uhr und siehst dich am liebsten in der Rolle des Initiators. Neue Dinge anzustoßen, ist dein selbsterklärtes Ziel. Dementsprechend steckst du deine Energie bevorzugt in innovative, ungewöhnliche Projekte. Dein Vorgehen und auch deine Ideen sind häufig etwas exotisch, weil du versuchst, neuen Wege zu gehen. Allerdings bleibt deine soziale Anpassungsfähigkeit mitunter auf der Strecke. Von den Ansichten anderer Menschen machst du dich generell nicht abhängig. Erfolg ist für dich machbar und vor allem eine Frage des Willens. Jeder ist seines Glückes Schmied.

Gründertypen und Unternehmenserfolg

Hast du dich wiedererkannt? In der Realität kommen all diese Gründertypen vor. Häufig erlebt man Mischformen. Der distanzierte Leistungstyp ist oft gleichzeitig ein Arbeitstier. Das Unternehmen steht für ihn an erster Stelle. Ebenso erweisen sich Egozentriker teilweise als ideenreiche Akquisitionstypen. Ihre Kreativität erstreckt sich auf sämtliche Bereiche.

Laut Müller ist die Persönlichkeit des Gründers bis zu 30 % entscheidend für den Geschäftserfolg. Getoppt wird dieser Wert noch von branchenspezifischen Kenntnissen. Letztendlich müssen Gründertyp, Idee und Unternehmensform eine Einheit bilden. Passt alles? Dann sind alle Voraussetzungen für Erfolg gegeben. Eine Möglichkeit, eigene Schwächen auszugleichen, ist die Gründung im Team. Dabei sollten Gründer allerdings bewusst Typen mit anderer Persönlichkeitsstruktur als Geschäftspartner wählen.

Dein individuelles Leistungsprofil erstellen lassen

Gegen eine Schutzgebühr von 15,- € kannst du hier bei der Universität Koblenz-Landau eine individuelle Potentialdiagnose vornehmen und dir ein Leistungsprofil erstellen lassen. Dabei werden die zehn entscheidenden Merkmale einer Unternehmerpersönlichkeit untersucht: Leistungsmotivation, Selbstwirksamkeit, Wunsch nach Unabhängigkeit, Antriebsstärke, Belastbarkeit, Problemlöseorientierung, Risikobereitschaft, Toleranz von Ungewissheit, Durchsetzungskraft und soziale Anpassungsfähigkeit.

Fünf Eigenschaften, die erfolgreiche Gründer nicht haben

1.    Aggressive Expansion

Wachstum ist für jedes Unternehmen erfreulich und notwendig. Ideen dürfen nicht stehen bleiben. Sie müssen sich kontinuierlich entwickeln und verbessern. Rasche Expansion spricht für einen durchschlagenden Geschäftserfolg. Das Unternehmen etabliert sich in einer bestimmten Branche. Wunderbar. Wenn allerdings die Strukturen nicht entsprechend mitwachsen, wird ein Wachstumssprung zu einem Risiko. Ohne tragfähige Strukturen stößt der Gründer schnell an seine Kapazitätsgrenze.

2.    Die Neigung, Entschuldigungen zu suchen

Erfolgreiche Gründer übernehmen bereitwillig Verantwortung. Sie erkennen und ergreifen Chancen, die sich bieten. Sie verfügen über Ehrgeiz und sind leistungsmotiviert. Ohne Ausreden. „Aufschieberitis“ liegt ihnen fern. Bei Misserfolgen zeigen sie nicht mit dem Finger auf andere oder suchen Entschuldigungen. Sie verstehen Probleme als Herausforderungen und gehen sie aktiv an.

3.    (Selbst)Betrug

Erfolgreiche Gründer vereinen ihre Vision mit der Realität. Sie machen sich nichts vor, sondern sehen der Wirklichkeit ins Auge. Hinter Schönredereien steckt ein Schutzmechanismus. Davor ist niemand vollständig gefeit. Das Bewusstmachen des Selbstbetrugs ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

4.    Emotionale Instabilität

Emotionale Stabilität ist nur sehr schwer zu beeinflussen. Laut dem Diplom-Psychologen Fred Müller ist diese Eigenschaft wahrscheinlich genetisch bedingt. Ein Stück weit kannst du das Eingreifen lernen: Persönliche Probleme, Misserfolge und Sorgen kennt jeder Gründer. Es ist ein Zeichen von Resilienz, seine Gefühle steuern zu können. Wer den Kopf frei bekommt, kann diszipliniert an die Arbeit gehen. Andernfalls wirst du von deinen Emotionen ausgebremst oder gelähmt. Besonders problematisch für den Erfolg als Gründer sind starke Gefühlsschwankungen (Borderline) und Tendenzen zu Depressionen.

5.    Narzissmus

Selbstverliebte Menschen treten häufig charismatisch, redegewandt und selbstbewusst auf. Eigentlich ideale Eigenschaften für Gründer. Zum Problem wird ihre mangelnde Kritikfähigkeit. Wer eine andere Meinung vertritt, gilt schnell als unliebsamer Widersacher. Für neue Impulse sind sie blind. Ein Gründer, der die Augen vor Schwächen und Schwierigkeiten verschließt, kann keine Kurskorrektur vornehmen und das Ruder herumreißen. Schlimmstenfalls ist damit das Unternehmen der Insolvenzgefahr ausgesetzt.

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