Beim Website-Tracking einrichten mit Google Analytics gibt es ein paar Fallstricke, von denen du wissen solltest, wo sie liegen und wie du sie vermeidest. Der Hintergrund: Wer sein Online Marketing zielgerichtet und effizient betreiben möchte, muss seine Zielgruppe kennen, wissen, woher seine Nutzer kommen und wie sie sich auf den Webpräsenzen verhalten, um Kampagnen sinnvoll auszusteuern. Stichwort Marketing Strategie und ROI. Dafür werden so genannte Tracking Codes, Tags oder Tracking Pixel in den Webseiten Code eingebunden, die mithilfe von anonymisierten IP-Adress-Daten Aufschluss über den Nutzerfluss geben sollen. Diese Daten laufen dann im Backend von Google Analytics oder anderen Analyseprogrammen zusammen und können nach verschiedenen Maßgaben gefiltert und ausgewertet werden.

So weit, so klar. Bevor es allerdings ans Eingemachte geht, gilt es schon den ersten Fehler zu vermeiden. Immer wenn es um personenbezogene Daten geht, ist das Thema Datenschutz zu bedenken. Das heißt bevor du überhaupt daran denkst, Nutzeraktivitäten auszuwerten und den entsprechenden Analytics Code in deine Frontend Templates einzubinden, stellst du bitte sicher, dass deine Datenschutz Erklärung alle relevanten Dienste und gesetzlichen Anforderungen berücksichtigt, bestenfalls nach DSGVO Standard. Wenn das noch nicht geschehen ist, tu dir einen Gefallen, setz dich mit dieser Thematik gründlich auseinander.

Was in Zusammenhang mit der Nutzung von Google Analytics auch gerne vergessen wird, ist, den Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung mit Google zu schließen. Diesen findest du hier: static.googleusercontent.com/media/www.google.com/de//analytics/terms/de.pdf. Zugegeben, derzeit ist strittig, ob dies mit der DSGVO, die im Mai 2018 in Kraft tritt, noch nötig ist, aber im Zweifel machst du damit vermutlich nichts verkehrt. Die Nutzung von Google Analytics und anderen Analyse Tools ist immer an bestimmte rechtliche Datenschutz-Auflagen gebunden, die einzuhalten sind, wenn du nicht abgemahnt werden möchtest. Daher macht es durchaus Sinn, sich wirklich intensiv mit der Materie auseinanderzusetzen und ggfs. einen Fachanwalt zu konsultieren, der dich im Hinblick auf Datenschutzfragen berät. Mach das einfach.

So kommst du an den richtigen Code

Prima. Nun kann Phase 2 eingeleitet werden. Richte Dir eine Google E-Mail-Adresse ein, wenn du noch kein bestehendes Google Konto hast. Melde dich nun bei Google Analytics an und folge den Einrichtungsschritten. Diese sind ziemlich selbsterklärend. In den Checkbox Feldern sollte es für den Anfang reichen, wenn du die Punkte „Produkte und Dienstleistungen von Google“ sowie „Benchmarking“ aktivierst. Erste Option erlaubt beispielsweise den Austausch mit AdWords und der Search Console, letzteres aktiviert den Benchmarking Bericht in der Kategorie Zielgruppe. Dies ist für dich insofern interessant, als dass du hier die Performance deiner Seite mit anderen Unternehmen vergleichen kannst. Aber keine Panik, solltest Du noch unschlüssig sein, kannst du die Einstellungen jederzeit in den Kontoeinstellungen ändern.

Nun solltest du die Gelegenheit nutzen und dich mit der Benutzeroberfläche von Google Analytics vertraut machen kannst. Es gibt drei Ebenen, auf denen du Einstellungen vornehmen kannst: Konto, Property und Datenansicht. Den Tracking Code, den du in die Frontend Templates deines CMS, wie beispielsweise WordPress oder Typo3, einpflegen musst, findest du auf der Property Ebene unter „Verwaltung“ -> „Property“ -> „.js Tracking Informationen“ -> „Tracking Code“.

Super, jetzt hast du die erste Begegnung mit deinem Google Analytics Tracking Code gemacht. In diesem Bereich deines Kontos findest du übrigens auch einige hilfreiche Hinweise, die dir Google selbst zum Umgang mit dem Tracking Code liefert. Kopiere nun das Code Snippet in einen Texteditor deiner Wahl. Denn um den Code Datenschutz-konform zu nutzen, musst du in der letzten Zeile vor dem noch die Funktion „ga(’set‘, ‚anonymizeIp‘, true);“ ergänzen. Damit stellst du sicher, dass die IP-Adressen deiner Nutzer nicht zurückverfolgt werden können, um eine bestimmte Person zu identifizieren. Die Zeile sieht dann so aus: gtag(‚config‘, ‚UA-xxxxxxxxxxx-x‘, { ‚anonymize_ip‘: true } );.

Diesen angepassten Code kannst Du nun in den Quelltext deiner Frontend Templates einbinden. Optimalerweise positionierst du das Tag gleich zu Anfang des-Elements. Wenn Du WordPress benutzt, musst du hierfür die header.php öffnen. Diese findest du unter „Design“ ->“Editor“ -> „header.php“. Wenn du nun den Code eingefügt hast, vergiss nicht die Eingabe zu speichern.

Wenn dir das zu technisch ist und du dich im Umgang mit dem Quelltext nicht sicher genug fühlst, keine Panik, denn zum Installieren des Tracking Codes kannst du auch auf verschiedene Plugins zurückgreifen. Speziell bei WordPress kannst du unter „Plugins installieren“ nach einer Erweiterung suchen, die mit deinem WordPress Template kompatibel ist. Um sicherzustellen, dass dein ausgesuchtes Plugin keine Probleme verursacht, solltest du deine Seiten nach der Installation zunächst einmal komplett durchtesten und prüfen, ob unerwartete Fehler auftreten. Wenn dem nicht so ist, kannst du das Plugin verwenden.

Ein Plugin zu verwenden, kann darüber hinaus sinnvoll sein, wenn du gleich aus WordPress heraus auf bestimmte Google Analytics Kennzahlen zugreifen möchtest. Aber auch hier gilt, wie bei allen Erweiterungen in WordPress: Nimm dir genügend Zeit, um zu testen, dass deine Seiten zusammen mit der neuen Erweiterung fehlerfrei laufen.

Was passiert nach dem Einbinden des Google Analytics Codes?

Nachdem du den Code Schnipsel erfolgreich eingebunden hast, kannst du damit anfangen, dir Gedanken über deine Zielsetzungen zu machen. Welche Kennzahlen sind für dein Business besonders wichtig? Welche Conversions hast du definiert? Welche Filtereinstellungen sind nützlich und sinnvoll? Aus wie vielen Besuchern deines Onlineshops werden Kunden? Wie viele wiederkehrende Nutzer kannst du verzeichnen? Was sind deine hauptsächlichen Traffic Quellen? Wie setzt sich deine Zielgruppe zusammen? Mit Google Analytics hast du ein starkes Analyse Werkzeug an der Hand, mit dem du die wichtigsten Webseiten- und E-Commerce KPIs überwachen und analysieren kannst, um deine Online Marketing Aktivitäten kontinuierlich zu optimieren.

Wichtig ist nur, dass du dir klarmachst, welche KPI für deine Zwecke wichtig sind und du dich nicht in der Welt der vielen auslesbaren Kennzahlen verlierst. Gutes Online Marketing funktioniert nur mit realistischen Zielsetzungen und einer darauf ausgerichteten strategischen Auslegung deiner verschiedenen Marketing Aktivitäten. Mache dir bewusst, was du erreichen willst und wie du es erreichen willst, halte diese Punkte schriftlich fest und unterziehe sie einer regelmäßigen Prüfung. Online Marketing ist skalierbar und dieses Wissen solltest du stets dafür nutzen, um deine Kampagnen zu analysieren und zu optimieren. Und mit der gezielten Einrichtung von Google Analytics kommst du diesem Ziel schon einen großen Schritt näher.

Fazit und Ausblick

Für den Anfang bist du mit Google Analytics als grundlegendem Analyse Tool gut beraten. Klar, irgendwann stößt jedes Programm an seine Grenzen, aber bis du mehrere Millionen Zugriffe auf deinen Webpräsenzen verzeichnest oder ganz spezielle Bereiche der Nutzeraktivitäten im Detail analysieren musst, ist es noch ein weiter Weg und so lange wird dir Analytics gute Dienste erweisen. Leg einfach erstmal los. Wenn du dann nach einer Weile merkst, dass dir das Verwalten der verschiedenen Tracking Pixel manuell zu aufwendig wird, kannst du auf ein Tagmanager System wie den Google Tag Manager zurückgreifen, mit dessen Hilfe du deine verschiedenen Code Snippets, die im Zuge von verschiedenen Kampagnen anfallen, an einem Ort verwalten kannst, ohne jedes Mal erneut in den Quellcode eingreifen zu müssen. Wie das genau funktioniert, welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind, das steht aber auf einem anderen Blatt Papier und soll dich an dieser Stelle nicht weiter verwirren. Jetzt ist es erst einmal wichtig, dass du dich mit den Grundlagen des Website-Trackings vertraut machen und deine Online Marketing Maßnahmen einleiten kannst. Der Rest kommt mit der Zeit fast von allein, wenn du dich auf dem Laufenden hältst und Schritt für Schritt an der Optimierung deiner Webauftritte arbeitest.

Website-Tracking einrichten: Google Analytics richtig anwenden
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