Volkskrankheit Burnout: Erkennen und verhindern

Unsere Arbeitswelt stellt immer höhere Ansprüche an unsere Leistungsfähigkeit. Schon bei Stellenausschreibungen wird deutlich, dass der ideale Mitarbeiter nicht älter als 25 Jahre sein darf, drei Universitätsabschlüsse haben muss und wenigstens vier Fremdsprachen sprechen sollte. Diese Aufzählung mag zwar etwas überzeichnet sein, macht aber klar, was Unternehmen heute von Mitarbeitern erwarten. Da ist es kein Wunder, wenn das inzwischen als Volkskrankheit geltende Burnout in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer häufiger vorkommt. Auf was du bei dieser Erkrankung achten solltest, erklären wir dir hier.

Was ein Burnout genau ist – eine Definition

Experten definieren ein Burnout als andauernden, vollständigen Erschöpfungszustand von Körper und Geist. In seiner stärksten Ausprägung führt ein Burnout dazu, dass du nicht mehr in der Lage bist, irgendeiner Tätigkeit nachzugehen. Viele Betroffene beschreiben die Krankheit mithilfe eines Bildes. Sie sitzen in einem Wagen, treten das Gaspedal bis zum Boden durch und das Fahrzeug bewegt sich dennoch nur im Schneckentempo vorwärts. Es geht im wahrsten Sinne nichts mehr, man ist vollkommen ausgebrannt und ohne irgendwelche Energie, seelisch wie körperlich.

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Faktoren, die Burnout begünstigen

Es sind nicht nur in uns selbst liegende Ursachen, die den Ausbruch eines Burnout-Syndroms begünstigen können. Auch von außen auf uns einwirkende Faktoren können für ein Ungleichgewicht sorgen, durch das die Erkrankung ausgelöst wird. Die wichtigsten äußeren Einflussfaktoren für die Volkskrankheit Burnout sind beispielsweise:

  • Stresssituationen am Arbeitsplatz,
  • Überforderungen im beruflichen oder privaten Bereich.

Vor allem andauernder, nicht abnehmender Stress ist häufig ein bedeutender Faktor. Stress bewirkt das Gefühl der Überforderung und diese wiederum führt zu einer inneren Ohnmacht sowie dem Gefühl der Unzulänglichkeit. Falls du also im Rahmen deiner Tätigkeit solchem Stress ausgesetzt sein, versuche ihn zu reduzieren. Auf diese Weise kannst du den drohenden Teufelskreis frühzeitig durchbrechen. Neben solchen, sich auf die Psyche auswirkenden  Warnsignalen, ist es auch ratsam, wenn du auf physische Symptome achtest.

Mögliche Ursachen für ein Burnout

Jede Erkrankung hat eine Ursache. Dies gilt auch für die relativ neue Volkskrankheit Burnout. Experten für diese Krankheit, vor allem Psychologen und Psychotherapeuten, haben eine Reihe von Ursachen herausgearbeitet, die für ein Burnout verantwortlich sein können. Als wichtigste werden die folgenden genannt:

 

  • nicht erfüllbare Vorgaben (im Beruf),
  • zu große Verantwortung,
  • ständiger Zeitdruck,
  • nicht ausreichend definierte Kriterien für Erfolg,
  • andauernde, langweilige Routine,
  • schlechtes Klima am Arbeitsplatz,
  • anhaltende Anfeindungen (Mobbing),
  • stetige Unterbrechungen der Arbeitsabläufe,
  • unzureichende Kontroll- und Einflussmöglichkeiten,
  • anhaltende Angst vor Arbeitsplatzverlust.

 

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, dient aber zur Verdeutlichung, dass ein Burnout hauptsächlich durch ungünstige Bedingungen im beruflichen Umfeld entstehen kann. Allerdings ist es durchaus möglich, dass die Ursachen auch im privaten Bereich zu suchen sind. Beispielsweise kann die Krankheit durch andauernden Stress bei der Erziehung, kaum zu erfüllende Ansprüche des Partners oder die dauernde Erwartung bezüglich Nachwuchs entstehen. Ein Beispiel für die letztgenannte Ursache ist die japanische Kronprinzessin, die durch den Erwartungsdruck, einen männlichen Erben zu gebären, lange Zeit unter Depressionen litt.

Welche Symptome gibt es bei einem Burnout-Syndrom?

Ein Burnout-Syndrom bildet sich nicht schlagartig, sondern entwickelt sich schleichend und erst unbemerkt. Vor allem, wenn du die folgenden Symptome an dir selbst feststellst, solltest du aufmerksam bleiben. Meist äußert sich ein Burnout durch:

 

  • zunehmendes Gefühl der Erschöpfung,
  • anhaltende Müdigkeit,
  • abnehmende Leistungsfähigkeit,
  • gefühlte Leere,
  • zunehmender Rückzug.

Aus diesen sich steigernden Gefühlen entwickeln sich meist handfeste, physische Symptome wie Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Rückenschmerzen oder auch Magen-Darmbeschwerden.  Nimmst du an dir selbst solche Symptome wahr, ist es ratsam, sich fachkundige Hilfe zu holen und frühzeitig gegenzusteuern.

Ein Burnout diagnostizieren

Eine eindeutige Diagnose ist bei einem Burnout nicht einfach. Grund dafür ist, dass viele der genannten Symptome auch anderen Erkrankungen zugeordnet werden können. Ein Problem mit dem Verdauungstrakt muss nicht unbedingt von einem Burnout-Syndrom herrühren. Die Hausärzte sind heute meist so gut geschult, dass sie dich bei Verdacht auf Burnout in der Regel zu einem Psychiater, Psychologen oder Psychotherapeuten weiterschicken. Diese verwenden unter anderem spezielle Fragebögen, um die Diagnose zu stellen. Wichtig ist die diagnostische Unterscheidung zwischen Burnout und Depression, bei der es sich um eine psychische Erkrankung handelt. Die Trennlinie zwischen diesen beiden Erkrankungen ist niemals ganz exakt zu ziehen. Die Therapien sind unterschiedlich gestaltet.

Therapiemöglichkeiten – Burnout effektiv behandeln

Leider gibt es nicht die eine, immer wirksame Therapie, mit der sich jedes Burnout-Syndrom behandeln lässt. Falls du von Burnout betroffen bist, dann muss die Therapie auf deine ganz spezielle Lebenssituation eingehen. Hier ist zwischen einem leichten Burnout (wie es sich beispielsweise im Anfangsstadium zeigt) und einer voll ausgeprägten Burnout-Erkrankung (mit allen physischen und psychischen Problemstellungen) zu unterscheiden. Prinzipiell solltest du davon ausgehen, dass eine Therapie eine längerfristige Angelegenheit ist. Gerade bei einem stark ausgeprägten Krankheitsbild sind Betroffene häufig über lange Zeiträume hinweg nicht in der Lage, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen.

Ein leichtes Burnout-Syndrom kann man noch mit relativ einfachen Mitteln therapieren. Vielleicht ist dir als Betroffenem schon geholfen, wenn du Tipps zu Entspannungstechniken, Methoden zur Stressbewältigung oder Hinweise zu einem effizienteren Zeitmanagement erhältst.

Handelt es sich hingegen um ein voll ausgeprägtes Burnout, muss mit einer sehr langen Therapie gerechnet werden. Der behandelnde Arzt bzw. Therapeut wird dich eventuell mithilfe einer Verhaltenstherapie behandeln. In dieser erlernst du Techniken, mit deren Hilfe du dich besser gegen Stress abschirmen und mit Stresssituation umgehen kannst. Ziel einer Therapie ist es stets, dir zu zeigen, wie du dein Verhalten, welches mit zum Burnout beigetragen hat, so veränderst, dass du dich nicht wieder in die gleiche Situation bringst.

Ambulante oder stationäre Burnout-Therapie

Bei leichten Fällen von Burnout ist keine stationäre Behandlung angezeigt. Du kannst an einer notwendigen Therapie, also auch ambulant teilnehmen. Falls du allerdings unter einem schweren Burnout-Syndrom leidest, ist es eventuell angeraten, das gewohnte Umfeld für die Dauer der Therapie zu verlassen und in eine Spezialklinik zu gehen. Auf diese Weise bekommt du einen wohltuenden Abstand zu den Ursachen deiner Erkrankung und zu all dem, was du vermutlich bisher als belastend empfunden hast.

Die neue Umgebung versetzt dich zudem in die Lage, dich ungestört von Verhaltensweisen zu verabschieden, die du bis zu diesem Augenblick als positiv empfunden hast. Du musst dich beispielsweise davon verabschieden, Konflikten aus dem Weg zu gehen oder dein gesamtes Leben perfekt zu planen.

Veränderung als Therapie bei Burnout

Du kannst ein Burnout nur dann nachhaltig überwinden, wenn du Veränderungen in deinem Leben zulässt. Letztlich geht es darum, dich körperlich und seelisch so zu organisieren, dass du ein möglichst stressfreies Leben führen kannst. Manche Betroffene sind dazu gezwungen, ihren bisherigen Arbeitsplatz zu kündigen, in eine andere Stadt zu ziehen oder sich sogar von einem Partner zu trennen. Deshalb achte auf dich, deinen Körper und vor allem auf deine Seele. Sie warnen dich frühzeitig vor einem Burnout. Allerdings können sie dies nur tun, wenn du auf die Signale auch achtest.

Volkskrankheit Burnout: Anzeichen frühzeitig erkennen und vorbeugen
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