Die Vorlage für Google Earth

Terravision-Gründer: Stahl Google ihren Code?

Durch die Netflix-Miniserie „The Billion Dollar Code“ wurde die Thematik rund um den Streit zwischen der deutschen Firma ART + COM und dem Internetriesen Google erst richtig bekannt. Die Terravision-Gründer klagten gegen Google, weil in der Anwendung Google Earth ein Code benutzt wurde, den sie bereits für ihr eigenes Projekt Terravision verwendeten. Was es mit dem Rechtsstreit auf sich hat, erfährst du im nachfolgenden Artikel.

Axel Schmidt
Bild folgt in KürzeQuelle: fotohansel - stock.adobe.com
Beruf
Programmierer
Joachim Sauter
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Geburtstag
16.05.2022
Geburtsort
Schwäbisch Gmünd
Beruf
Medienkünstler und -gestalter
Website

http://www.joachimsauter.com/en/index.html

Pavel Mayer
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Geburtstag
23.03.1965
Geburtsort
Prag
Beruf
Hard- und Softwareentwickler
Unternehmen

Tognos Deep Machine Learning GmbH

Hoccer Betriebs GmbH

Was ist Terravision?

Kaum einem ist der Name Terravision bekannt. Sucht man diesen im Internet, findet man unter anderem ein Unternehmen, das Flughafentransfers anbietet. Damit hat die gemeinte Firma jedoch nichts zu tun. Terravision ist ein Projekt der Berliner Firma ART + COM aus dem Jahre 1994. Zu einer Zeit, in der das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, entwarfen Entwickler des Unternehmens einen Code, der es Menschen möglich machen sollte, jeden Ort der Welt von ihrem Computer aus zu erkunden. Die Geschichte der Terravision-Gründer wurde von Netflix mit dem Titel „The Billion Dollar Code“ als Serie verfilmt.

Wer hat Terravision gegründet?

Die Terravision-Gründer bzw. -Entwickler sind Axel Schmidt, Joachim Sauter und Pavel Mayer. Am bekanntesten sind die Namen Joachim Sauter und Pavel Mayer. Sauter war bis zu seinem frühen Tod im Juni 2021 als Vorstand von ART + COM tätig. Mayer war von 2011 bis 2016 Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus.

Wie ist Terravision entstanden?

Die Anfänge von Terravision reichen bis ins Jahr 1991 zurück, als das Projekt erstmals in Form eines Kunstprojekts gefördert wurde. Unterstützt wurde das Projekt von der Deutschen Telekom. Diese hatte in den 90er Jahren den Auftrag Forschungsgelder für Zukunftstechnologien zu vergeben. Kern des Programms ist ein digitaler Globus. Zur Erstellung wurden Rasterdaten, Satellitenaufnahmen und Luftbilder verwendet. Auf dieser digitalen Erde können Nutzer jeden beliebigen Punkt per Interface ansteuern.

Im Jahr 1994 wurde das Programm erstmals auf der Tech-Messe ITU in Kyoto vorgestellt. Daraufhin erhielten die Terravision-Gründer eine Einladung ins Silicon Valley um Terravision bei Silicon Graphics zu präsentieren. Insbesondere Silicon-Graphics-Chefentwickler Michael T. Jones war begeistert von Terravision. Da die Entwickler ihre eigenen Computer nicht über See transportieren konnten, nutzten sie die Computer von Silicon Graphics für die Präsentation.

1996 meldete Art + Com die Software in den USA zum Patent an. Allerdings gelang es den Terravision-Gründern nicht Abnehmer und Investoren für das Projekt zu gewinnen. Konkrete Geschäftspläne hatten die Terravision-Entwickler nach eigenen Angaben jedoch nie.

Fast 9 Jahre später, im Jahr 2005, erschien dann Google Earth und wurde weltweit als Riesen-Hit gefeiert. Doch die Entwickler von Art + Com waren ganz und gar nicht begeistert: Denn Google Earth sieht der Software Terravision zum Verwechseln ähnlich. Hat Google etwa den Algorithmus geklaut?

Wieso hatten die Terravision-Gründer einen Rechtsstreit mit Google?

Nach Ansicht der Terravision-Gründer bzw. -Entwickler bildet Terravision die inspiratorische und technische Vorlage für Google Earth. Denn nach der Vorstellung von Terravision im Silicon Valley gründete Michael T. Jones die Keyhole Inc. Er entwickelte die Terravision ähnliche Anwendung Earth Viewer, die er später an Google verkaufte und heute unter dem Namen Google Earth bekannt ist. Daher zog Art + Com 2014 wegen Patentverletzung gegen Google vor Gericht. Die Terravision-Gründer sind davon überzeugt, dass der Code von Google Earth und Terravision identisch ist. Vor Gericht lieferten sich die beiden Unternehmen einen harten Kampf um hunderte Millionen Dollar. Die Klage scheiterte allerdings 2017. Die Geschichte wurde 2021 von Netflix verfilmt.

Häufige Fragen (FAQ) zu Terravision-Gründer

Ist „The Billion Dollar Code“ wahr?

Bei The Billion Dollar Code handelt es sich um eine deutsche Miniserie, die für den Streaminganbieter Netflix entwickelt wurde. Die Serie wurde am 7. Oktober 2021 auf dessen Streamingdienst veröffentlicht worden ist. Die Serie basiert auf wahren Begebenheiten.

Hat Google Earth Terravision geklaut?

Art + Com ist überzeugt das der Algorithmus von Google Earth und Terravision identisch ist und verklagte Google daher im Jahr 2014 wegen Patentverletzung.

Was ist aus Terravision geworden?

Nach Ansicht der Gründer bildet Terravision die inspiratorische und technische Vorlage für Google Earth. Nach der Vorstellung von Terravision im Silicon Valley gründete Michael T. Jones die Keyhole Inc. Er entwickelte die Terravision ähnliche Anwendung Earth Viewer, die er später an Google verkaufte und die heute unter dem Namen Google Earth bekannt ist. Daher zog Art + Com 2014 wegen Patentverletzung gegen Google vor Gericht.

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Über den Autor

Autorenprofil: Andreas Fricke

Andreas Fricke

Andreas studierte 2013 nach seinem Abitur Journalismus & Unternehmenskommunikation in Köln. Parallel sammelte er Erfahrung bei den Redaktionen verschiedener Tageszeitungen. Nach dem Studium zog es ihn ins Online-Marketing, wo er mit dem Schwerpunkt auf SEO-Texte und Blogbeiträge fünf Jahre für verschiedenste Themen und Branchen schrieb. Seit März 2022 verstärkt er die Redaktion von Digital Beat und Gründer.de als Junior-Online-Redakteur.

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