Alles über den Großkonzern und seinen Gründervater

Adidas-Gründer: Adolf Dassler als Turnschuh-Pionier

Wer kennt Adidas nicht? Der international tätige deutscher Sportartikelhersteller ist aus der Sport- und Mode-Branche nicht mehr wegzudenken. Und vielen ist auch der Name des Adidas-Gründer ein Begriff: Adolf Dassler. Wer Dassler war, wie er Adidas gründete und welche Hürden im Laufe der Geschichte überwunden werden mussten, wollen wir euch in diesem Artikel näher bringen.

Adolf Dassler
Adidas-Gründer Adolf DasslerQuelle: Adidas
Geburtsort
Herzogenaurach, Mittelfranken, Bayern
Abschlüsse
Bäckerlehre
Beruf
Erfinder und Sportartikelhersteller
Unternehmen

Adidas AG

Wer gründete Adidas?

Der heutige Großkonzern Adidas AG wurde im August 1949 von Adolf Dassler gegründet. Doch die Geschichte von Adidas beginnt eigentlich viel früher. Im November 1900 wird Adolf Dassler in Herzogenaurach geboren und ist das vierte Kind seiner Eltern Christoph und Pauline Dassler. Christoph Dassler arbeitete in der Herzogenauracher Schuhfabrik, wie fast alle Einwohner im kleinen Dorf, und brachte so die Welt der Schuhe seinen Söhnen nahe.

Doch der spätere Adidas-Gründer Adolf, der von seinen Freunden meist Adi genannt wurde, entschied sich erst für eine Lehre als Bäcker. Dass er dort jedoch nicht glücklich werden würde, erkannte der sportbegeisterte Junge schnell. Als Leichtathlet verbrachte er seine Jugend hauptsächlich auf dem Sportplatz und begeisterte sich für etliche Sportarten. Deshalb erkannte er bereits in den 1920er Jahren, dass seinen Sportskollegen meist das passende Schuhwerk fehlte. Nach einiger Überlegung funktionierte er die Wäscherei seiner Mutter als Schuhwerkstatt um, mit der Vision, für jede Sportdisziplin passende Schuhe anfertigen zu wollen. So begann die Tüftelei und die ersten Schuhmodelle entstanden.

Wie wurde Adidas gegründet?

Im Juli 1924 entstand dann in Zusammenarbeit mit Adolf Dasslers großem Bruder Rudolf, der auch in die Schuhproduktion mit einstieg, die gemeinsame Firma „Gebrüder Dassler Schuhfabrik“. Adolf als leidenschaftlicher Sportler und Tüftler übernahm die technische Leitung, seine extrovertierte Bruder Rudolf den kaufmännischen Bereich – und so ergänzten sich ihre Fähigkeiten scheinbar perfekt. Obwohl im Nachkriegsdeutschland die Produktionsbedingungen sehr schlecht waren, feierten die Brüder schnell Erfolge. Und so wuchs die Firma mit steigenden Mitarbeiterzahlen und steigender Nachfrage der Fußball- und Laufschuhen, wodurch endlich ein Umzug in eigene Fabrikräume im selben Ort möglich wurde.

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Deutschland ging es wirtschaftlich immer besser und in den Olympischen Spielen 1928, 1932 und 1936 sah Adolf Dassler seine große Chance: Er schenkte den Athleten extra angefertigte Sportschuhe. Die Athleten konnten durch die Turnschuhe wirkliche Erfolge erzielen und ermöglichten Adolf Dassler somit eine hervorragende Bühne für seine Schuhe. In diesen Jahren lernte Adolf Dassler seine Käthe kennen und heiratete sie 1934.

Die Kriegszeit und der Streit der Dassler-Brüder

Im Nazi-Deutschland ab 1937 und die Kriegsjahre, die bis 1945 andauerten, waren die Brüder Dassler gezwungen, der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei beizutreten. Sie befürchteten, dass eine Verweigerung sich negativ auf ihre Firma, die Mitarbeiter und den unternehmerischen Erfolg auswirken würde. Politisch distanziert, eröffneten die Brüder aufgrund des olympischen Erfolgs einen weiteren Produktionsbetrieb und stellten weitere Mitarbeiter ein. Doch der Zweite Weltkrieg bremste die Geschäfte aus und verursachte für gewisse Zeit sogar einen kompletten Stillstand. 1940 wurde Adolf Dassler eingezogen und trat der Luftwaffe bei. Doch bereits 1941 bekamen sie den Auftrag, weitere tausend Schuhmodelle für die Wehrmacht herzustellen.

Zur gleichen Zeit entstand der Konflikt zwischen den Brüdern: Für Adolf stand immer die Schuhentwicklung im Mittelpunkt, seinem Bruder Rudolf hingegen war die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens besonders wichtig. Als Rudolf 1943 ins Militär eingezogen wurde, glaubte er nicht daran, dass Adolf das Unternehmen alleine profitabel weiterführen könnte. Der Forderung, ihm stets über alle geschäftlichen Entscheidungen Bericht zu erstatten, kam Adolf nicht nach. In vielen Briefwechseln stritten sie heftig, bis die Beziehung nicht mehr zu kitten war. Als dann die Stilllegung der Produktion veranlasst wurde, um dort Waffen herzustellen, verdächtigte Adolf seinen Bruder Rudolf dafür verantwortlich zu sein.

Die Nachkriegszeit und die Trennung der Brüder

Die Nachkriegszeit ab 1945 brachte die Brüder und ihren Betrieb in eine langsame Krise. Obwohl es ihnen möglich war, die Produktion trotz fehlender Materialen weiter aufrecht zu erhalten, konnte Adolf durch das Entnazifizierungsverfahren nicht mehr aktiv die Firma leiten. Erst als „belastet“ eingestuft, konnte er durch Zeugenaussagen nach einigen Monaten beweisen, dass er lediglich „Mitläufer“ war. 1947 führte er dann die Geschäfte als Inhaber weiter. 1948 dann geschah, was nicht mehr unumgänglich war: die Brüder trennten sich. Nach etlichen Beschuldigungen und Vorwürfen war das Verhältnis nicht mehr zu retten. Sie teilten sich die zwei Produktionsstätten auf und sprachen von da an nie wieder ein Wort miteinander. Doch die meisten Mitarbeiter blieben bei Adolf. 1949 entstand dann „Adidas“. ‚Adi‘ durch seine Spitznamen, ‚das‘ aufgrund der Anfangsbuchstaben seines Nachnamens. Drei seitlich angebrachte Riemen an den Sportschuhen sollten eigentlich als zusätzliche Stabilisierung dienen. Doch sie verliehen der Firma auch ihr heutiges Markensymbol.

Der Adidas-Gründer auf Erfolgskurs

Von da an ging es Berg auf mit dem Unternehmen. Käthe Dassler stieg vermehrt in die Firma ein und übernahm den kaufmännischen Bereich. Unter der Führung der beiden Eheleute wuchs das Unternehmen rasant. Begeisterte Sport-Stars aller Nationalitäten gingen bei den Dasslers ein und aus. Besonders Käthe stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, da sie ein besonderes Gespür für den Umgang mit Menschen hatte und an Integrationsmöglichkeiten sehr interessiert war. Ihre Menschlichkeit und ihr Geschick für Kundenbeziehungen und sein technischen Know-how ergänzten sich perfekt. Dabei war es Adidas-Gründer Adolf Dassler sehr wichtig, alle Sportarten selbst auszuüben, um stets den perfekten Schuh für jede Disziplin entwerfen zu können. Und so entwickelte sich Adolf Dassler mit Adidas zu einem Pionier in der Sportschuhwelt und nahm ab 1952 auch Sportbekleidung mit auf ins Sortiment.

In den darauffolgenden Jahren expandierte Adidas auch ins Ausland. Mittlerweile war die ganze Familie des Adidas-Gründers im Unternehmen tätig. Seine fünf Kinder übernahmen alle wichtige Aufgaben und führten das Unternehmen zu weltweitem Erfolg. Es folgten Auszeichnungen, weiterer Wachstum und auch die Einreichung wichtiger Patente, um die Ideen von Adolf Dassler vor seinem Bruder und anderen Konkurrenten zu schützen. Das Reichtum und das Ansehen der Dasslers mit Adidas stieg weiter an, bis ins hohe Alter von Adolf. 1978 starb er dann aufgrund einer schweren Krankheit und seine Frau übernahm die alleinige Unternehmensführung. 1985 starb dann auch Käthe, nachdem sie einige Jahre den Konzern erfolgreich halten konnte. Nach ihrem Tod übernahm Horst, der älteste Sohn von Käthe und Adidas-Gründer Adolf, die Leitung und schlug eine neue Richtung ein. Von nun an trugen nicht mehr nur Sportler die Marke Adidas, sondern auch Popstars als Lifestyle-Marke.

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Wem gehört Adidas heute?

Mit aufkommenden starken Konkurrenten entschieden sich die Kinder Ende der 80er bzw. Anfang der 90er Jahre den Konzern zu verkaufen. Die Anteilseigner schafften es dann wieder, die Firma mit an die Spitze der Sportindustrie zu führen und die Geschichte seines Gründers eng mit der Marke zu verbinden. Heute leiten den Konzern Kasper Rorsted als Vorstandsvorsitzender und Thomas Rabe als Aufsichtsratsvorsitzender. Als Aktiengesellschaft hat das Unternehmen mehrere Anteilseigner und Investoren. Der Hauptsitz ist immer noch in Herzogenaurach. Momentan steht Adidas als Nummer 2 der Sportartikelhersteller hinter dem Unternehmen Nike Inc.

Rudolf Dassler als Gründer von Puma

Als sich die Dassler-Brüder 1948 trennten, gründete Rudolf Dassler sein eigenes Unternehmen namens Puma. Zum einen entschied er sich für diesen Namen, da er genauso so damals von seinen Sportlerfreunden genannt wurde. Zum anderen sollte der Name Puma im Hinblick auf die Stärke des Tieres, die Dynamik des Sportschuhs widerspiegeln. Und genauso wie der Adidas-Gründer, konzentrierte sich Rudolf Dassler mit Puma verstärkt darauf, seine Modelle bei Sportlern einzusetzen. So lieferten sich die Brüder auch in Sachen Marketing einen stetigen Wettkampf. Ab 1960er Jahren nahm auch Puma Sportbekleidung ins Sortiment auf, konnte aber nie die gleichen Erfolge wie Adidas erzielen. Nach dem Tod von Rudolf Dassler 1974 übernahmen seine Söhne die Leitung des Unternehmens. Auch diese mussten dann in den 80er Jahren die Leitung wiederum abgeben.

Wer ist heute erfolgreicher? Adidas oder Puma?

Momentan steht Adidas als Nummer 2 der Sportartikelhersteller hinter dem Unternehmen Nike Inc. Puma hingegen spielt hinsichtlich des Umsatzvolumens eher mit Unternehmen wie Under Armour in einer Liga und steht somit deutlich im Schatten des Erfolgs von Adidas.

Häufige Fragen (FAQ) zum Adidas-Gründer

Wer ist der Gründer von Adidas?

Der Gründer von Adidas ist Adolf Dassler. Der heutige Großkonzern Adidas AG wurde im August 1949 gegründet.

Wie sind Adidas und Puma entstanden?

Die Unternehmen Adidas und Puma entstanden durch den Streit und die darauffolgende Trennung der Dassler-Brüder. Adolf Dassler führte Adidas alleine weiter, während Rudolf Dassler Puma gründete.

Wer leitet Adidas heute?

Heute leiten den Konzern Kasper Rorsted als Vorstandsvorsitzender und Thomas Rabe als Aufsichtsratsvorsitzender.

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Über den Autor

Autorenprofil: Lisa Goldner

Lisa Goldner

Nach ihrem Abitur 2013 entschied sich Lisa für ein Studium des Journalismus als auch der Unternehmenskommunikation und konnte durch den nahen Praxisbezug ein breit gefächertes Repertoire an Kenntnissen beider Branchen sammeln. Während des Studiums arbeitete sie als Assistenz der Öffentlichkeitsarbeit in einem öffentlich-rechtlichen Kulturbetrieb und erlernte somit auch essenzielle Aufgaben des Eventmanagements. Im Anschluss begann sie in Kiel den Masterstudiengang ”Angewandte Kommunikationswissenschaft“, in dem sie ihre Erfahrungen durch Projekte und wissenschaftliche Arbeiten besonders in den Bereichen Journalismus und Marketing ausbauen konnte. 2021 absolvierte Lisa ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de und arbeitet seitdem als Junior-Online-Redakteurin.

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