Wichtiger für dein Produkt als du eventuell denkst

Die Bedeutung der EAN Nummer für den Handel

Auch wenn vielen der Begriff nichts sagt: Mit der EAN Nummer haben wir nahezu täglich Kontakt. Denn nahezu jedes Produkt, welches in Europa käuflich zu erwerben ist, ist mit einem weißen Strichcode ausgezeichnet. Nur mit diesem Code, der aus der sogenannten EAN Nummer abgeleitet wird, ist es möglich, die Produkte an der Kasse zu scannen. Etwa 98 Prozent aller Lebensmittel und ca. 80 Prozent der restlichen Waren tragen eine codierte Nummer auf sich. Doch was hat es mit dieser Nummer eigentlich auf sich?

Was ist die EAN Nummer?

Der Abkürzung EAN steht für European Article Number. Bei dieser handelt es sich um eine Zahlenkombination, die individuell vergeben wird. Jedes Produkt in ganz Europa hat eine eigene Artikelnummer, die es so nur einmal gibt, um Produkte voneinander unterscheiden zu können. Diese Artikelnummer ist auf den Produkten in der Kombination mit einem Strichcode vorhanden, damit sich die EAN Codes in Sekundenschnelle einscannen und zuordnen lässt.

Wie ist die EAN Nummer entstanden?

Die EAN Nummer hat schon eine längere Geschichte hinter sich. Schon im Jahr 1973 wurde in den USA der UPC (Universal Product Code), also der universelle Produktcode zur Produktkennzeichnung, eingeführt. Der UPC war eine 12-stellige Ziffernfolge mit der jede gekennzeichnete Ware eindeutig identifiziert werden konnte. Vier Jahre später, 1977 wurde die European Article Association gegründet, welche den UPC ableitete und in eine europäische Lösung umwandelte. Am 1. Juli 1977 druckte eine heute nicht mehr existierende Firma, die Firma Wichartz aus Wuppertal den ersten Strichcode in Deutschland auf eine ihrer Gewürzmischungen. Seitdem nahm der Erfolg der EAN Nummer seinen Lauf. Seit 2009 wird die EAN-13 offiziell nur noch als GTIN (Global Trade Item Number) bezeichnet, der Begriff EAN ist aber weiterhin weit verbreitet und wird auch verwendet.

Verschiedene Arten von EAN Nummern

Die EAN wird vom Handel für die Kennzeichnung von Waren eingesetzt. Hier gibt es einmal eine 13-stellige und eine 8-stellige Nummer. Gerade für kleinere Artikel, bei denen einfach kein Platz für eine größere Nummer ist, eignen sich die 8-stelligen Nummern sehr gut. Als Faustregel gilt hier: Wenn der 13-stellige Code mehr als 25 Prozent der Oberfläche des Produktes einnehmen würden, empfiehlt sich der 8-stellige Code.

Die 13-stellige Nummer ist aus ganz speziellen Bausteinen zusammengesetzt. Die ersten drei Ziffern stellen den sogenannten Länderpräfix dar, in Deutschland zwischen 400 und 440. Die dem Länderpräfix nachfolgenden vier Ziffern stehen für das jeweilige Unternehmen, welches dieses Produkt herstellt. Jedes Unternehmen erhält eine einheitliche Betriebsnummer. Die folgenden fünf Ziffern stehen für die eigentliche Produktnummer. Die letzte Ziffer der EAN ist immer eine Prüfziffer, welche wichtig für die Verifizierung der vorangestellten Ziffernfolge ist.

Die 8-stellige Nummer ist hier ähnlich aufgebaut, nur das in dem Fall die Unternehmensnummer fehlt. Also stellen die ersten drei Ziffern ebenfalls den Länderpräfix dar, dann folgt mit vier bis fünf Ziffern die Artikelnummer und als letztes die Prüfziffer.

Vorteile

Zunächst einmal sparen Unternehmen enorme Verwaltungskosten durch die Codierung. Weiterhin ist die EAN die einzige Nummer, mit der sich ein Produkt ganz exakt identifizieren lässt. Ohne diese Nummer wäre die ganze Logistik, Lagerverwaltung aber auch der Registriervorgang an der Kasse um ein Vielfaches umständlicher. Durch moderne Endgeräte wie Smartphones, können sich auch Kunden über die EAN Nummer zusätzliche Informationen zu einem bestimmten Produkt einholen. Mit einer EAN Nummer lassen sich auch Produkte im Internet schneller auffinden.

Manche Unternehmen, etwa Amazon oder Ebay lassen es gar nicht erst zu, dass ein Produkt ohne eindeutige internationale Kennzeichnung bei ihnen verkauft werden kann. Auf diese Weise können sie zum einen einen besseren Überblick über die auf ihrer Plattform angebotenen Produkte erhalten, zum anderen können Kunden Produkte so besser miteinander vergleichen.

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Wie werden die EAN Codes vergeben?

Vergeben werden EAN Nummern von der GS1, einer weltweiten, privatwirtschaftlich aufgestellten Organisation, welche globale Standards für die Verbesserung von Wertschöpfungsketten gestaltet. Wenn ein Unternehmen ein Produkt mit einer EAN Nummer versehen möchte, kann dies ganz einfach über eine Bestellung bei der GS1 erfolgen. In der Regel wird dies wesentlich günstiger, wenn man gleich eine ganze Serie an EAN Nummern bestellt. Doch auch Unternehmen, die nur eine EAN Nummer benötigen, können sparen. Es haben sich einige Anbieter auf das Kaufen von EAN-Serien spezialisiert und geben diesen Preisvorteil dann an Kunden weiter. Bei diesen Anbietern kann man also einen vergünstigten EAN Code beantragen.

Worauf sollte man bei den Strichcodes achten?

Da der Code der EAN Nummer wichtige Informationen übermittelt, sollte dieser auch richtig übermittelt werden. Das heißt, dass der Strichcode gut sichtbar aus das Produkt gedruckt werden sollte. Auch Farben können hierbei eine wichtige Rolle spielen. So gilt natürlich immer: Dunkle Striche auf hellem Hintergrund. Je höher der Kontrast dabei ist, desto besser lässt sich der Strichcode lesen. Auch die Strichcode-Größe spielt hierbei eine wichtige Rolle. Dafür gibt es eine spezielle Anordnung. So darf die Breite des schmalsten Strichs die Größenveränderung ins positive oder negative nicht überschreiten. Genaue Informationen dazu findest du auf der Webseite der GS1.

Wie wichtig sind EAN-Nummern für einen Onlineshop?

Zurecht stellen sich viele Menschen beim Aufbau ihres Onlineshops die Frage, wie wichtig EAN-Nummern sind. Tatsächlich können sie dann sehr wichtig werden, wenn man sich anderen Vertriebskanälen als den eigenen Onlineshop anschließt oder wenn man den eigenen Shop ausbauen möchte. Wenn man seine Produkte beispielsweise weiterhin über Amazon anbieten möchte, ist die Nummer verpflichtend. Führst du für deine Produkte dein Lager selbst und greifst so beispielsweise nicht auf Dropshipping zurück, so kann dir die EAN-Nummer viele Prozesse erleichtern. Du kannst deine Produkte so schneller finden und zuordnen, indem du einfach ihre EAN-Nummer scannst. Daher kann sich die EAN-Nummer langfristig auch für einen Onlineshop lohnen.

Ausblick

Heute gibt es bereits Technologien, die die vergleichsweise alte EAN Nummer auf lange Sicht ablösen könnte. Der elektronische Produktcode (EPC) beispielsweise, funkt eigenständig und benötigt keine Scannerkassen mehr. Prinzipiell genügt es das Produkt einfach an einem Lesegerät vorbeizuschieben um es zu erfassen. Unter anderem aufgrund der höheren Kosten hat sich der EPC aber noch nicht flächendeckend etabliert und wird bislang nur von sehr wenigen Firmen eingesetzt. Wenn man bedenkt, dass der Strichcode seine Wurzeln in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte, ist es durchaus beeindruckend zu sehen, wie dieser auch heute noch eine hohe Bedeutung hat.

Fazit

Wenn du deine eigenen Produkte im Handel anbieten möchtest, ist die EAN Nummer unentbehrlich. Nur mit ihr lässt sich dein Produkt genau zuordnen. Daher solltest du als Gründer daran denken, rechtzeitig eine EAN Nummer zu beantragen, um deine Produkte anbieten zu können. Zudem solltest du auf die Vorschriften Acht nehmen, die es beim Drucken des Strichcodes zu beachten gibt. Hast du das alles erledigt, kannst du mit dem Verkauf deiner Produkte loslegen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Leoni Schmidt

Leoni Schmidt

Nach ihrem Abitur studierte Leoni an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln Medienkommunikation & Journalismus. In diesem Studium sammelte sie durch Praktika bei der Rheinischen Post und bei Antenne Düsseldorf viele praktische, journalistische Erfahrung. Neben ihres Studiums arbeitete sie als Werkstudentin bei einem Online-Magazin. Bei diesem wurde sie nach ihrem Studium übernommen und arbeitete dort in der Online-Redaktion. Im Mai 2019 wechselte sie dann zu Digital Beat und Gründer.de und arbeitet seitdem dort als Junior-Online-Redakteurin.

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