Weniger Ausgaben für mehr Spielraum

Einspartipps für Startups – 8 sinnvolle Veränderungen zur Kostensenkung

Die ersten Jahre nach der Gründung verlangen Selbstständigen vieles ab. Insbesondere die Finanzen sorgen für so manche schlaflose Nacht. Um das Risiko auf einem möglichst niedrigen Niveau zu halten, gilt es die betrieblichen Ausgaben kritisch unter die Lupe zu nehmen. Je weniger Kosten anfallen, desto geringer der finanzielle Druck. In diesem Beitrag findest du acht Anregungen zur Kostensenkung.

 

  1. Miete und Lagerhaltung: konsequente Minimierung

Das Mieten von Räumlichkeiten ist teuer. Insbesondere in Großstädten, hippen Stadtvierteln und den Hotspots der Startupszene musst du horrende Preise zahlen. Wenn ein Großteil des Budgets während der Gründungsphase direkt in Mietkosten investiert wird, steigt das Risiko und es fehlt an wichtigeren Stellen an Geld. Wer nicht von der Lage abhängig ist (z. B. Einzelhandel, Gastronomie), sollte weniger kostspielige Räumlichkeiten wählen und die Ersparnis besser in Werbung investieren, um die Einnahmen zu steigern. Du verkaufst Produkte und brauchst ein Lager? Dann ist aus finanzieller Sicht Vorsicht geboten. Viele Startups machen den Fehler und legen einen überdimensionierten Lagerbestand an, welcher wertvolles Kapital bindet und viele Kosten verursacht. Das Spektrum der Ausgaben reicht von Miete über Personal zur Lagerverwaltung bis zu Versicherungen. Informier dich deshalb über Just-in-time Strategien und senke mit bedarfsgerechter Bereitstellung von Gütern deine Lagerkosten!

 

  1. Gebühren für Konten

Ohne Geschäftskonto geht nichts. Es dient zur klaren Trennung von privaten und betrieblichen Ausgaben beziehungsweise Geldeingängen. Auch Löhne und Gehälter, Steuervorauszahlungen und Zuschüsse werden über dieses Konto abgewickelt. Die jährlichen Kosten sind nicht zu unterschätzen. Abhängig von den Kontoführungsgebühren und der Menge an Buchungen kommen schnell mehrere hundert Euro zusammen. Hinzu kommen die Ausgaben für Debitkarten, Kreditkarten und Kontokorrentkredit. Freiberufler, Einzelunternehmer und Kleingewerbe können bei einigen Anbietern von vergleichsweise günstigen Konditionen profitieren. „So beinhaltet ein Firmenkonto für Freiberufler beispielsweise häufiger eine gewisse Anzahl an Freiposten oder sonstige Vergünstigungen, wie zum Beispiel eine kostenreduzierte Kreditkarte zum Konto“, erklärt ein Finanzredakteur des Wirtschafts- und Finanzportals ftd.de, wo du mehr Informationen zum Geschäftskonto nachlesen und dich in einem Vergleich über günstige Angebote informieren kannst.

 

  1. Strom: Verbrauch senken und Anbieter kritisch auswählen

Ob Büro, Verkaufsräume oder Industriehalle: Energie verschlingt eine Menge Geld und sollte keinesfalls leichtfertig genutzt werden. Ein Preisvergleich der Stromanbieter und die sinnvolle Reduzierung des Verbrauchs tragen maßgeblich zur Kostenminimierung bei. Besonders teuer ist Strom beim Grundversorger. Solltest du deinen Strom noch von diesem Lieferanten beziehen, ist ein Wechsel dringend empfehlenswert. Wechsel zu einem alternativen Anbieter! Vergleichsportale wie Verivox oder Check24 erleichtern die Gegenüberstellung. Verlass dich dabei nicht auf ein Portal, sondern nutz mindestens zwei und vergleich die Top-Angebote untereinander. Dann bekommst du einen objektiven Überblick. Für Büros ist die Verwendung von Master-Slave-Steckdosenleisten ratsam. Schaltest du beispielsweise den Computer (Mastergerät) aus, versetzt die Steckdosenleiste alle damit verbundenen Geräte wie Bildschirm oder Drucker (Slavegeräte) in den Auszustand und vermeidet so den Standby-Modus. Steig außerdem auf LED-Leuchtmittel um!

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  1. Versicherungen überdenken

Dass Betriebshaftpflicht-, Berufsunfähigkeits- und Betriebsunterbrechungsversicherungen sinnvolle Policen sind, ist unbestritten. Es gibt aber leider auch reichlich unnötige Angebote, die wenig bis keinen Nutzen haben. Dazu gehören teure Handyversicherungen und Reisegepäckversicherungen. Lass dich im Zweifelsfall unabhängig beraten. Entscheidend ist, dass der Versicherungsschutz optimal zu deinem individuellen Bedarf passt und fair berechnet wird.

 

In diesem Ratgeber erfährst du Details zu wichtigen Policen für Startups.

 

  1. Geschäftsreisen: Viele sind nicht notwendig

Zahlreiche Reisen für Teilnahmen an Meetings sind vermeidbar. Über Videokonferenzen lassen sich Distanzen überwinden und Besprechungen ganz einfach ohne Reisen realisieren. Da Geschäftsreisen angefangen von Übernachtungen über Verpflegung bis hin zu Flug- oder Bahnticket sowie Taxigebühren kostspielig sind, lohnt sich das Überdenken immer. Ist der persönliche Kontakt tatsächlich nötig oder lassen sich anstehende Entscheidungen via Telefon oder Videokonferenz klären?

 

  1. Steuerberater: Buchhaltung selbst erledigen

Steuerberater haben einen hohen Stundensatz. Ob Buchhaltung und Lohnabrechnung deshalb an eine Steuerkanzlei ausgelagert werden, will gut überlegt sein. Die Experten nehmen zwar viel Arbeit ab und sorgen für steuerliche Optimierung, kosten aber ordentlich Geld. Womöglich kannst du mit einer Buchhaltungssoftware einen Großteil der Arbeit eigenständig erledigen. Zu den führenden Angeboten zählen derzeit unter anderem:

  • Lexoffice
  • Sage 50
  • sevDesk
  • Billomat

 

Wie am Beispiel Billomat nachvollziehbar, kannst du Buchhaltungssoftware in der Regel einige Zeit kostenlos testen, um die Funktionen zu klären.

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  1. Mobiliar und Extras

Die Einrichtung von Büros ist kein billiger Spaß. Kosten für Schreibtische, Büroküche, Stühle, Lampen und viele andere Kleinigkeiten summieren sich rasant. Dabei stellt sich die Frage, ob es neue Ware sein muss. Gebrauchte Büromöbel sind deutlich preiswerter. Oft sind die Gebrauchsspuren so minimal, dass es optisch keinen Unterschied macht, auf deinem Konto allerdings schon.

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  1. Technik: Gebrauchtware oder Leasing

Auch Computer, Bildschirme und Co. sind gebraucht erhältlich. Bevorzugst du in diesem Bereich Neuware, ist Leasing eine weitere Option. Mit geleaster Technik reduzierst du deine Anschaffungskosten erheblich. Statt direkt in der Gründungszeit hohe Beträge zu zahlen, verteilt sich die Investitionssumme auf mehrere Monate oder gar Jahre. Das wirkt sich positiv auf deine Liquidität aus.

 

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Über den Autor

Autorenprofil: Sascha Ahlers

Sascha Ahlers

Sascha Ahlers ist Geschäftsführender Gesellschafter bei What The Funnel GmbH und war zuvor von 2017 bis 2019 zuständig für die Projektleitung von Gründer.de. Für diese Aufgabe hat er zuvor 10 Jahre Erfahrung in der Berliner Startup-Szene gesammelt und war dort vor allem für das Marketing zahlreicher Unternehmen verantwortlich. Seit 2014 ist er zudem selbst Gründer und unterstützt Startups und KMUs im Online-Marketing.

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