Verdienst du so viel wie ein Firmenchef

Chef zu sein bedeutet viel Verantwortung zu tragen. Doch Chef zu sein bedeutet nicht automatisch, dass auch ein üppiger Unternehmerlohn eingestrichen werden kann. Die hängt ganz von der Branche ab, in dem man als Chef tätig ist. Als Vergleich ist deshalb auch der Job eines Geschäftsführers als Chef eines Unternehmens heranzuziehen. Hier liegt die Spanne zwischen rund 80.000 Euro im Jahr und bis zu 190.000 Euro. Wenn du dich nun fragst, ob du genauso viel verdienst wie jeder andere Chef auch, dann hast nun einen ersten Anhaltspunkt. Doch dieser ist schon noch genauer zu betrachten und du solltest ihn nicht eins zu eins auf dich umlegen.

In den ersten Jahren genügsam sein

In den ersten Jahren nach der Gründung sieht es bei den meisten Gründern noch ziemlich mau au, was die Gewinne betrifft. Deshalb gilt für dich in dieser Zeit vor allem, deinen eigenen Unternehmerlohn nicht zu hoch anzusetzen. Für dich in es zwingend notwendig, dass du alle deine Ausgaben genau kennst, bevor du deinen Verdienst festlegst. Des weiteren musst du beachten, dass ein zu hoher Unternehmerlohn deine eigenen Möglichkeiten für neue Investitionen negativ hemmen kann. Mit dem Thema deines Gehaltes wirst du schon in der Planungsphase deiner Gründung konfrontiert. Immerhin ist dieser Lohn und vor allem die Höhe sehr wichtig für deine Finanzplanung. In dieser muss dieser aufgeführt sein. Nicht nur allein für dich, sondern vor allem vor Kreditgebern, Investoren oder Business Angels. Gegenüber diesen musst du nämlich mit offenen Karten spielen.

Unternehmerlohn muss deine privaten Kosten decken

Wie schon oben erwähnt, sind bei den meisten Gründern die ersten Jahre nicht gerade die mit großen Gewinnen. Meist kommt man mehr recht und schlecht über die Runden. Und was dann an Gewinnen bleibt, wird für weitere Investitionen in das Unternehmen gebraucht. Deshalb ist es sehr wichtig, dass du alle deine Kosten kennst. Konkret heißt das, dass du als Unternehmer wissen musst, wie viel Geld du zum Leben brauchst. Der Unternehmerlohn muss alle deine privaten Kosten abdecken. Dazu gehören folgende Kostenpunkte:

  • Kosten für Haushalt: Hier enthalten sind die gesamten Kosten für Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Hygiene und Bekleidung.
  • Anfallende Kosten für Auto und Freizeit. Außerdem für Urlaub, Kino und andere Freizeitaktivitäten
  • Kosten für Kreditraten oder Darlehenszinsen
  • Beiträge für Versicherungen. Dazu gehören Krankenversicherung, Hausratversicherung und Haftpflichtversicherung.

Du musst das richtige Gleichgewicht finden

Wie du nun schon erkennen kannst, ist es gar nicht so einfach zu sagen, ich will genauso gut verdienen wie ein anderer Firmenchef. In der ersten Zeit ist es wichtig, dass du ein gesundes Gleichgewicht schaffst. Setzt du deinen Unternehmerlohn zu niedrig an, kommst du privat in Probleme. Setzt du es zu hoch an, dann beraubst du dich der Chance für neue Investitionen. Auch bestimmte Strategien zu verfolgen ist für dich dann auch nicht mehr möglich. Auf der anderen Seite musst du aber auch an dich denken. Machen wir uns nichts vor, aber gerade in den Anfangszeiten wirst du sehr viel arbeiten, viel Stress haben. Da ist Freizeit und Abschalten sehr wichtig. Deshalb musst du dir vor der Festlegung deines Gehaltes folgende Fragen stellen:

  • Wie viel Geld brauchst du, um für ein gutes Privatleben zu sorgen?
  • Welche Summe kannst du deinem Startup entziehen, ohne Wachstumspläne in Gefahr zu bringen?

Auch mit Blick auf das Finanzamt besteht für dich eine Gefahr. Wenn du nämlich deinen Unternehmerlohn zu hoch ansetzt, kannst du beim Finanzamt den Verdacht erwecken, dass da etwas nicht stimmt. Schnell kannst du dann in die Lage versetzt werden, dich zu verteidigen, dass dein Gehalt nichts mit einer Gewinnverlagerung zu tun hat.

Rechtsform ist mit entscheidend über deinen Verdienst

Ob du als Gründer überhaupt das Recht hast, Geld für dich entnehmen zu dürfen, hängt auch sehr stark von der Rechtsform ab. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen einer Personengesellschaft und einer Kapitalgesellschaft. Hier die Unterschiede für dich kurz erklärt.

Rechtsform Kapitalgesellschaft

In einer Kapitalgesellschaft ist der Geschäftsführer tätig. Zu einer Kapitalgesellschaft gehören AG, GmbH oder UG. Bist du Geschäftsführer, dann erhältst du ein Gehalt. Dies musst du aber bereits im Businessplan beschreiben. Für dich besteht in diesem Fall der Vorteil, dass dieses Gehalt als normale Zahlung beim Finanzamt gesehen wird. Das bedeutet, dass du es steuerlich als Betriebsausgabe absetzen kannst.

Rechtsform Personengesellschaft

Anders stellt sich dies bei einer Personengesellschaft oder einem Einzelunternehmen dar. Nimmst du hier Entnahmen für private Zwecke vor, dann reduzierst du damit das Eigenkapital deines Unternehmens. In der Buchhaltung wird dann dein Unternehmerlohn, welcher als kalkulatorischer Posten gilt, als Kosten- und Leistungsrechnung geführt. Auch hier gilt für dich, gegenüber dem Finanzamt vorsichtig zu sein. Die darfst deinen eigenen Unternehmerlohn oder dein Gehalt nicht als Aufwendung ausweisen. Denn dies würde eine Gewinnsenkung bedeuten und das Finanzamt sieht das gerne als Reduzierung deiner Steuerlast.

Informiere dich immer vorher

Kommen wir nun wieder zum eingangs dieses Artikels erwähnten Vergleich. Was bekommt ein normaler Firmenchef. Wenn du dir also bezüglich deines eigenen Gehaltes unsicher bist, dann orientiere dich daran. Aber nicht einfach das höchste Gehalt aussuchen, was da so im Durchschnitt gezahlt wird. Es muss schon deiner Branche entsprechen. Suche dir also jemand für die Festlegung deines Unternehmerlohnes heraus, der in etwa die gleichen Tätigkeiten verrichtet wie du. Dieses Vorgehen hilft dir, deine Leistung und die dafür entsprechende Vergeltung besser einschätzen zu können.

Ein Jahresgehalt im Einzelhandel als Chef liegt etwa bei knapp über 80.000 Euro. Im Bereich IT bei rund 140.000 Euro. Darin siehst du, dass du nicht sagen kannst, ich bin jetzt Chef und ich will Summe X verdienen. Du musst einen Mix finden, um mit deinem Lohn ein gutes Privatleben führen zu können, aber auch dein Unternehmen für mehr Wachstum ausrichten können. Und vor allem musst du immer daran denken, dass dein individuelles Gehalt, welches du dir selbst zusprichst, auch die Liquidität deines Unternehmens beeinflusst.

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