Um den Stundenlohn zu berechnen müssen viele Dinge beachtet werden

Wenn du deinen Stundenlohn berechnen willst, musst du einiges an versteckten Kosten beachten – Bild: Bigstock – AndreyPopov

Schaut man sich im Dienstleistungssektor um, wird man erkennen, dass die Preisspanne für gleiche Leistungen sehr weitreichend ist. Manche Freiberufler und Selbstständige bieten ihre Dienstleistungen zu Preisen an, die fernab einer anständigen Kalkulation liegen. Warum ist das so? Verkaufen sich diese Dienstleister unter Wert, um sich gegen die breite Konkurrenz zu behaupten? Oder sind ihnen die Themen Stundenlohn berechnen und Preiskalkulation Fremdwörter? Wir erklären dir, worauf du beim Stundensatz berechnen achten musst, wenn du selbstständig tätig bist.

Bei den Preisen, die etliche Freiberufler und Selbstständige für ihre Leistungen verlangen, werden sie realistisch gesehen kaum ihre laufenden Kosten decken oder Auftragsflauten ausgleichen können. Geschweige denn Rücklagen für Altersvorsorge, Krankheitsfälle oder Urlaube bilden können. Die Frage, die man sich als Dienstleister, Freiberufler und Selbstständiger stellen sollte, ist die, ob man ein angemessenes Gehalt für seine Arbeit erhalten möchte oder sein Dasein mit einem Hilfsarbeiterlohn fristen möchte. Entscheidest du dich für die erste Variante, gibt es einige Dinge, die du beim Berechnen deines Stundenlohns beachten solltest.


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Stundenlohn berechnen: Diese 7 goldenen Regeln solltest du kennen

Um deinen Stundenlohn richtig und angemessen berechnen zu können, gibt es einige Regeln die du beachten solltest:

  1. Deine Einnahmen müssen größer als die Ausgaben sein
  2. Dein Gehalt darf nicht unter dem Durchschnittsgehalt eines Angestellten liegen
  3. Kalkuliere die Kosten der Sozialversicherung mit in deinen Stundensatz
  4. Niemand kann 365 Tage im Jahr arbeiten
  5. Deine Kosten müssen ebenfalls in den Stundensatz eingerechnet werden
  6. Kalkuliere unproduktive Zeiten in deinen Stundensatz ein
  7. Ein Unternehmer braucht einen Gewinn

Regel 1: Die Einnahmen müssen größer als die Ausgaben sein

Der Stundenlohn eines Selbstständigen oder Freiberuflers muss sich sowohl gegen die Konkurrenz behaupten können als auch ein gutes Einkommen erzielen. Dieses Einkommen sollte so hoch sein, dass auch in auftragsruhigen Zeiten dein Lebensunterhalt gesichert ist.

Daraus lässt sich für dich ableiten, dass deine Einnahmen größer als die Ausgaben sein müssen.
Für viele Selbstständige mag es im ersten Moment so aussehen, als seien die Einnahmen größer als die Ausgaben. Doch oftmals werden die laufenden Kosten beim Stundenlohn berechnen schlichtweg vergessen – weil sie einfach im Auge des Selbstständigen gar nicht relevant sind. Die Folge: Der zu geringe Stundensatz bringt vielleicht Aufträge und ausreichend Arbeit ein, doch davon gut leben und die laufenden Kosten auch in Auftragsflauten bewerkstelligen können? Weit gefehlt.

Regel 2: Dein Gehalt darf nicht unter dem Durchschnittsgehalt eines Angestellten liegen

Eine sinnvolle Orientierung, um den Stundenlohn eines Freelancers oder Selbstständigen zu berechnen, ist der Durchschnittsverdienst eines Angestellten in Deutschland. Schließlich solltest du ja nicht weniger verdienen, als der durchschnittliche Arbeitnehmer in Deutschland. Allerdings reicht es nicht aus, wenn du das durchschnittliche Monatseinkommen eines Angestellten durch die monatliche Anzahl an Stunden dividierst, um einen Anhaltspunkt für deinen Stundensatz zu berechnen. Warum das so ist, siehst du in der folgenden Regel.

Regel 3: Kalkuliere die Kosten für Sozialversicherung mit ein!

Der Arbeitgeber zahlt für seinen Mitarbeiter den Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung. In der Summe sind dies etwa 20 Prozent, die auch in deine Kalkulation einfließen müssen, wenn du selbstständig deinen Stundensatz berechnen willst.

Liegt das Bruttogehalt eines Angestellten bei 3.500 Euro, trägt der Arbeitgeber die knapp 20 Prozent (in dem Fall 700 Euro). Für dich bedeutet dies, dass die 700 Euro als „Zugabe“ auf die 3.500 Euro gerechnet werden.

Beim berechnen des Stundenlohns sollten die Kosten für die Versicherung nicht vergessen werden.

Beim Stundenlohn berechnen sollten die Kosten für deine Versicherungen nicht vergessen werden – Bild: Bigstock – AndreyPopov

Regel 4: Niemand kann 365 Tage im Jahr durcharbeiten

„Oh, mit dem Wissen aus der Tabelle kann man ja ganz einfach den Stundensatz berechnen:
4.200 Euro mal 12 Monate geteilt durch 365 Tage und dieses Ergebnis geteilt durch 8 Stunden – daraus ergibt sich ein Stundensatz von 17,26 Euro.“

Diese Berechnung ist ganz klar falsch – denn niemand kann 365 Tage im Jahr durcharbeiten. Klar, viele Freelancer und Selbstständige nutzen das Wochenende oder den Feiertag, um Liegengebliebenes aufzuarbeiten, die Buchhaltung zu machen oder sich auf neue Projekte vorzubereiten. Aber auch Selbstständige brauchen hin und wieder mal Urlaub und werden mal krank. Zudem steht je nach Dienstleistungszweig ab und an eine Weiterbildung auf dem Plan – Zeit, in der man nicht arbeiten kann. Und genau diese Leerzeiten müssen ebenfalls in der Kalkulation des Stundensatzes Berücksichtigung finden.

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Doch wie berechnet man den Stundenlohn?

Als erstes musst du die Anzahl der Arbeitsstunden eines Durchschnittsmonats ermitteln. Von den 365 Tagen pro Jahr werden die Wochenendtage abgezogen, dann die Feiertage, Urlaub, einige kalkulatorische Krankheitstage und eventuell Zeiten für Weiterbildungen. Das Ganze sieht dann so aus:

365 Kalendertage
– 104 Tage für die Wochenenden
– 13 Feiertage (zwischen 9 und 16 Tage)
– 28 Urlaubstage (zwischen 25 und 30 Tage)
– 5 Krankheitstage
– 5 Weiterbildungstage
ergibt 210 Arbeitstage pro Jahr. Auf den Monat heruntergerechnet, ergeben sich so 17,5 Arbeitstage.

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Regel 5: Deine Kosten müssen mit in den Stundensatz eingerechnet werden

Mit diesem Wissen kannst du zwar einen Stundensatz berechnen, allerdings stimmt dieser immer noch nicht! Schließlich fehlen noch die Kosten, die als Freelancer oder Selbstständiger auf dich zukommen.
Als Angestellter sitzt du im Büro und bekommst deine Arbeitsmaterialien vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt. Als Selbstständiger musst du allerdings selbst dafür sorgen. Das heißt, die Kosten für Computer, Telefon, Internet, Büro- und Geschäftsausstattung, Software, Miete, Strom, Wasser, Versicherungen und vieles mehr müssen beim Stundenlohn berechnen berücksichtigt werden.
Pro Monat können da schnell 1.300 Euro an Kosten auf dich zukommen. Klingt vielleicht recht hoch, doch oftmals muss man feststellen, dass man gar nicht so weit von diesen Werten entfernt ist.

Ausgehend vom Bruttogehalt von
3.500 Euro plus
700 Euro AG-Anteil für Pflege- und Krankenversicherung und
1.300 Euro Fixkosten
ergibt sich ein monatlicher Betrag von 5.500 Euro.

Rechnest du diesen Wert auf die ermittelten Arbeitstage um, kommst du auf einen Tagessatz von 314,29 Euro. Daraus resultiert ein Stundensatz von 39,29 Euro, wenn wir von acht Stunden Arbeitszeit ausgehen.

Regel 6: Unproduktive Zeiten berücksichtigen und einkalkulieren

Bist du während deiner Arbeitszeit immer produktiv? Als Selbstständiger eine Produktivität von 100 Prozent zu erreichen, ist fast unmöglich. Zeiten für Akquise, Angebotserstellung, Marketing und administrative Tätigkeiten müssen ebenfalls in die Berechnung des Stundensatz eines Selbstständigen einfließen.

Gehen wir von einer Produktivität von 66,7 Prozent der Arbeitszeit aus, kommen wir statt der 17,5 Tage nur noch auf 11,7 Tage. Daraus resultiert ein Stundensatz von 58,76 Euro netto.

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Regel Nummer 7: Jeder Selbstständige braucht einen Gewinn!

Der Stundensatz von 58,76 Euro ist ganz beachtlich. Doch ein wichtiger Faktor fehlt dabei – der Gewinn! Mit diesem Gewinn ist es dir als Selbstständiger möglich, Rücklagen zu schaffen und Durststrecken, Krankheitstage und Urlaub „aufzufangen“. In der Regel wird der Gewinn mit 15 Prozent kalkuliert, wobei sich die 15 Prozent auf die Einnahmen und nicht auf die Kosten beziehen. Das heißt, der Stundensatz muss durch 0,85 geteilt werden, sodass die Berechnung des Stundensatzes so aussieht:

5.500 Euro geteilt durch
11,7 Arbeitstage geteilt durch
8 Stunden geteilt durch
0,85 als Gewinnfaktor

= 69,13 Euro pro Stunde

Fazit

Die Berechnung des Stundensatzes, wenn du selbstständig tätig bist, ist demnach gar nicht so einfach. Wie du sehen konntest, müssen viele Faktoren berücksichtigt und kalkuliert werden. Vielleicht hast du an viele Dinge am Anfang gar nicht gedacht, sodass du deine Kalkulationen nochmal neu anpassen musst.

Wenn du momentan noch angestellt bist, dich aber gerne selbstständig machen willst, zeigen wir die, wie du das in 7 Schritten schaffen kannst.

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