Steuern 2018

Das Jahr 2018 ist mittlerweile einige Monate alt. Wie in jedem Jahr haben sich einige steuerliche Faktoren für dich als Unternehmer geändert. Das betrifft einige Vorgänge, die für dich vorteilhaft sind. In anderen Bereichen musst du jedoch größere Vorsicht walten lassen. Wir stellen dir im folgenden Artikel vier wichtige Änderungen aus den Bereichen Auslandstransaktionen, Kassenprüfung, Kleinbetragsrechnungen und geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) vor, die das Steuerrecht 2018 betreffen. Diese haben unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Unternehmen. Die letzten beiden Punkte betreffen ausnahmslos jeden Unternehmer.

Kein Bankgeheimnis mehr bei Auslandstransaktionen

Ein großes Problem der Finanzverwaltung ist es, wenn in Deutschland erzielte Gewinne in das Ausland an dort ansässige Briefkastenfirmen umgelagert werden. Das ermöglicht im Regelfall Unternehmern eine hohe Steuerersparnis. Gerade Unternehmer mit einem sehr hohen Verdienst über rund 251.000 Euro müssen jeden darüber hinaus verdienten Euro mit 45 Prozent Einkommensteuer nahezu halbieren lassen. Kommt zusätzlich Gewerbesteuer hinzu, dann erhöht sich dieser Wert – trotz Ansatzmöglichkeit in der Einkommensteuer – sogar noch einmal. Entsprechend lukrativ konnte bisher die Auslagerung der Gewinne in das Ausland sein.

Allerdings hat die Bundesrepublik seit 2014 daran gearbeitet, diese Problematik zu bekämpfen. Herausgekommen ist dabei die Beteiligung von mittlerweile mehr als 100 OECD-Staaten am automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten. Das heißt, dass auch Auslandszahlungen mittlerweile gläsern geworden sind und sich jederzeit nachvollziehen lassen. Im Jahr 2018 wurden als letztem Schritt die deutschen Banken dazu verpflichtet, eine Meldung über Geschäftsbeziehungen zu und Beteiligungen innerhalb von Drittstaaten außerhalb der EU an die Finanzverwaltung vorzunehmen. Die Informationsbefugnisse sind dabei sehr weitreichend. Entgehen der Finanzverwaltung durch solche Transaktionen Steuereinnahmen, haften die Banken für die Steuerausfälle.

Diese Informationen darf das Finanzamt von deiner Bank einholen

Das bedeutet, dass im Bereich der Steuern 2018 kaum noch die Möglichkeit besteht, Geld unbemerkt in das Ausland zu schaffen. Durch die gesetzliche Neuregelung im Steuerrecht 2018 haben vor allem die ausführenden Banken ein hohes Eigeninteresse, alle Meldungen penibel genau vorzunehmen. Tun sie das nicht, zahlen sie schließlich schlimmstenfalls die Auswirkungen. Daher solltest du gerade dann besonders vorsichtig agieren und fachjuristischen Rat einholen, wenn du viel mit Drittlandstransaktionen zu tun hast. Unter dem Strich steht der Versuch der Austrocknung von Steueroasen – und das Ende des Bankgeheimnisses, wie wir es kennen. Unter anderem hat das Finanzamt mit der Regelung im Steuerrecht 2018 die folgenden Befugnisse:

  • Die Rücksichtnahme auf das Vertrauensverhältnis zwischen Bank und Kunde gemäß §30 Abgabenordnung gibt es nicht mehr.
  • Das Finanzamt muss Daten nicht erst bei dir anfragen, sondern kann sich direkt an deine Bank wenden.
  • Das Finanzamt kann über die Bank die Prüfung der Identität von Kontoinhabern veranlassen.
  • Konten können auch dauerhaft überwacht werden.
  • Alle erhaltenen Informationen dürfen vollständig für die Steuererhebung genutzt werden.

Unangekündigte Kassenprüfungen sind nun möglich

Im Steuerrecht 2018 greift zusätzlich eine Neuerung. Dass die Kassenführung mittlerweile sehr anspruchsvoll ist und auch in der Buchführung einen Sonderstatus einnimmt, haben wir dir bereits in unserem Artikel zu den GoBD aufgezeigt. Allerdings hat das Finanzamt im Steuerrecht 2018 auch hier deutlich weitreichendere Befugnisse als bisher. Mittlerweile darf nämlich eine Kassenprüfung innerhalb der üblichen Geschäftszeiten jederzeit und ohne vorherige Ankündigung stattfinden. Findet der Beamte hierbei zu beanstandende Sachverhalte, kann er Bußgelder verhängen oder auch eine sofortige Betriebsprüfung ohne Fristsetzung veranlassen.

Diese Befugnis ist eine Konsequenz aus jahrelanger Machtlosigkeit des Finanzamts gegenüber bargeldintensiven Betrieben und Branchen. Früher gab es bei Kassen, die ohne oder mit nicht revisionssicherer Software betrieben wurden, kaum eine Nachweismöglichkeit für das Finanzamt von an der Kasse vorbeigewirtschafteten Erträgen. Die Konsequenz ist die Einführung vom Finanzamt anerkannter Betriebssoftware, um die Kontrolle zu erleichtern. Die ständige Kontrolloption ermöglicht dies nun zeitnäher als bisher.

Die folgenden Tipps solltest du daher bei der Kassenführung beachten:

  • Führe deine Kassenbücher unbedingt zeitnah. Findet das per Software statt, stelle sicher, dass sie vom Finanzamt anerkannt wird. Sonst kann die gesamte Kassenführung verworfen, Umsatz hinzugeschätzt und eine Betriebsprüfung auch bei einer außerplanmäßigen Kassenkontrolle angeordnet werden.
  • Arbeitest du tatsächlich in einem bargeldintensiven Bereich, trage dafür Sorge, dass du Tagesabschlüsse immer zeitnah und für jeden Arbeitstag erstellst.
  • Prüfe deinen Bargeldbestand regelmäßig. Stimmt dieser nicht mit den Büchern überein, ist die Kassenführung ebenfalls mangelhaft und kann verworfen werden.

Grenzen für GWGs wurden im Steuerrecht 2018 erhöht

Im Bereich der GWGs – geringwertige Wirtschaftsgüter – hat sich die Wertgrenze zugunsten der Unternehmer verschoben. Ein GWG ist ein eigenständig nutzbares Anlagegut. Es wird in deiner Buchhaltung zwar auf einem gesonderten Buchungskonto erfasst, aber sofort vollständig als Aufwand im entsprechenden Jahr angesetzt. Alles, was über die GWG-Grenze hinausgeht und du mit deinem Unternehmen in irgendeiner Form als dauerhaftes Hilfsmittel nutzt, musst du im Anlagevermögen aufführen und über Jahre abschreiben. Kostet ein Computer zum Beispiel 1.800 Euro, hat dieser eine reguläre Abschreibedauer von drei Jahren. Das bedeutet, dass du pro Monat nur 50 Euro der Anschaffungskosten als Aufwand, der deinen Gewinn mindert, in deiner BWA wiederfinden wirst.

Daher ist gerade bei sehr gewinnträchtigen Unternehmen alles, was du nicht als GWG verbuchen kannst, ärgerlich, weil du die Kosten nicht sofort geltend machen kannst. Besonders erfreulich ist es daher, dass sich die GWG-Grenze von 410 Euro auf 800 Euro erhöht hat. Das bedeutet auch, dass die sehr umständlich gestaltete Pool-Abschreibung quasi überflüssig ist. Bei dieser werden alle GWGs bis zu einem Wert von 1.000 Euro in einem GWG-Pool gesammelt und über fünf Jahre abgeschrieben.

Grenzen der Kleinbetragsrechnung und ihr Prinzip

Ebenso hat sich die Grenze für Kleinbetragsrechnungen von 150 auf 250 Euro BRUTTO erhöht. Diese Regelung wurde bereits Mitte 2017 rückwirkend für das gesamte Jahr eingeführt und soll den bürokratischen Aufwand innerhalb einer Buchhaltung mindern. Grundsätzlich ist es immer von Vorteil, eine „echte“ Rechnung mit allen Pflichtangaben bei einem Einkauf zu bekommen. Wie diese aussehen, haben wir dir bereits hier aufgezeigt.

Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, diese Pflichtangaben zu entschlacken, wenn die Rechnung nur einen besonders kleinen Betrag ausweist. Bis 2016 waren das 150 Euro, ab 2017 250 Euro. Diese reduzierten Angaben wirst beispielsweise auf jedem Kassenbon eines beliebigen Supermarktes finden. Pflichtangaben bei der Kleinbetragsrechnung sehen wie folgt aus:

  • Name und Anschrift des leistenden Unternehmers
  • Datum der Ausstellung
  • Handelsübliche Produktbezeichnung und Menge des Artikels
  • Zu zahlender Gesamtbetrag inklusive Steuer
  • Informationen zum gültigen Umsatzsteuersatz

Tipp: In der Praxis ist es häufig so, dass teure Supermarkt- oder Baumarkteinkäufe ebenfalls mit einem Kassenbon quittiert werden. Überschreitet der Einkaufswert 250 Euro, benötigst du eine Rechnung mit allen Rechnungsangaben. Die bekommst du aber nur auf Nachfrage, weshalb du den Supermarkt darüber direkt in Kenntnis setzen solltest, dass du sie benötigst. Im Regelfall gibt es die Möglichkeit, dir dort auch eine „echte“ Rechnung mit allen Pflichtangaben ausstellen zu lassen.

Fazit

Im Steuerrecht 2018 liegt der Fokus auf wesentlich stärkeren Kontrollmöglichkeiten deiner Finanzgeschäfte. Gerade Geldverkehr mit Drittstaaten und Kassenführung sind dabei Bereiche, die der Finanzverwaltung mangels Kontrollmöglichkeit seit Jahren ein Dorn im Auge sind. Entsprechend drastisch sind hier die zur Verfügung gestellten Möglichkeiten. Dem gegenüber stehen einige bürokratische Erleichterungen, die dir Vorteile in der täglichen Arbeit und deiner Gewinnermittlung verschaffen.

Steuerrecht 2018: Das musst du unbedingt beachten
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