Welche Arbeiten, Instandhaltungen und Prüfungen kannst du beim Finanzamt geltend machen?

Handwerkliche Arbeiten steuerlich absetzen: Darauf musst du achten

Das Thema „Steuern“ und „Steuern zahlen“ ist für Freiberufler und Selbstständige sozusagen „täglich Brot“. Während klar ist, dass du die Vorsteuer von der Rechnung über Büromaterial steuerlich geltend machen kannst, sieht es mit den Handwerkerrechnungen anders aus. Da müssen Mängel an der Hausfassade beseitigt werden, der Innenanstrich erneuert werden und das Bas kann auch nochmal neue Fliesen vertragen. Wer diese Arbeiten von Handwerksbetrieben erledigen lässt, sollte diesen Beitrag genauer lesen.

Viele Selbstständige, beziehungsweise Freiberufler wissen nicht, dass sie die Handwerkerrechnung von der Steuer absetzen können. Allerdings sind hierbei bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, die wir dir nun im folgenden Beitrag näher erläutern.

Handwerkerrechnungen – im privaten Bereich

Dass die Handwerkerrechnungen im privaten Bereich steuerlich geltend gemacht werden können, wissen eigentlich viele. Dabei gibt das Einkommensteuergesetz (EStG), sprich der § 35a die Rahmenbedingungen vor. Für die Geltendmachung der Handwerkerrechnungen müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Selbstnutzung der Wohnung oder des Wohnraums
  • Höchstgrenze des Betrags
  • Zahlungsform

Die Selbstnutzung der Wohnung oder des Wohnraums sind die Grundvoraussetzung dafür, dass du die Handwerkerkosten steuerlich geltend machen kannst. Wichtig ist, dass du die Arbeiten als Privatperson in Auftrag gibst und nicht als Unternehmer. Dabei dürfen sich die Ausgaben nur auf die Arbeiten beziehen, die in deiner Wohnung durchgeführt werden. Die Umbaumaßnahmen in der Ferienwohnung oder im Wochenendhaus kannst du nicht absetzen.
Nicht nur Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses kommen in den Genuss der Steuervorteile, sondern auch Mieter – sofern Sie den Handwerker selbst beauftragen.

Die Höchstgrenze, die du jährlich geltend machen kannst, liegt bei maximal 20 % von jährlich 6.000 Euro. Das heißt, du kannst die Handwerkerausgaben pro Jahr bis zu 1.200 Euro geltend machen.

Bei der Zahlung der Handwerkerrechnungen ist es ganz wichtig, dass du diese per Überweisung zahlst. Natürlich ist die ordnungsgemäße Rechnung des Handwerkers ebenfalls ein ganz wichtiger Punkt, damit du die Kosten steuerlich absetzen kannst.

Das war das Grundlegende, was die Handwerkerrechnung anbelangt, doch letztendlich stellt sich die Frage, welche Handwerkerleistungen du steuerlich geltend machen kannst.

Diese Leistungen von Handwerkern gehören zu den absetzbaren Leistungen:

  • Renovierungsarbeiten
  • Instandhaltung
  • Reparaturarbeiten
  • Installation von Haushalts- und Elektrogeräten
  • Verschönerung von Räumen

Diese Arbeiten – natürlich sind es noch weitere – kannst du konkret beim Finanzamt absetzen:

  • am Dach
  • an der Fassade
  • an Böden
  • im Bad
  • an Leitungen
  • an den Wänden im Innen- und Außenbereich
  • an der Garage
  • an der Einbauküche

Prüfungen und Instandhaltungen an:

  • Abwasserleitungen
  • Heizung
  • Hausanschlüsse
  • Blitzableiter
  • Schornsteinfeger

kannst du ebenfalls steuerlich geltend machen.

Die absetzbaren Positionen bei der Handwerkerrechnung

Eine Handwerkerrechnung kannst du keinesfalls im Gesamten absetzen, sondern nur gewisse Teile, nämlich die Lohnkosten des Handwerkers und die Verbrauchsmittel. Zu letzteren gehören die Materialien, die der Handwerker zum Durchführen seiner Arbeiten braucht, die allerdings nicht als Wert in deiner Wohnung verbleiben. Dies sind beispielsweise Klebebänder oder Abdeckfolien. Dagegen kannst du die Kosten für Tapeten, Farben oder Bodenbeläge nicht geltend machen!
Die Fahrtkosten des Handwerkers und die Aufwendungen für den Einsatz seiner Handwerksgeräte gehören dagegen zu den absetzbaren Positionen der Handwerkerrechnung.
Eine umfassende Liste der absetzbaren Handwerkerleistungen findest du auf der Seite des Bundesfinanzministeriums.

Handwerkerkosten von der Steuer absetzen – so geht’s

Da es dir möglich ist, nur bestimmte Positionen der Rechnung des Handwerkers steuerlich geltend zu machen, solltest du darauf achten, dass die Rechnung entsprechend ausgestellt wird. Das heißt, Materialkosten und Lohnkosten sollte der Handwerker getrennt voneinander ausweisen. Ebenso sollten die Fahrtkosten und das Verbrauchsmaterial jeweils eine eigene Position darstellen.
In der Rechnung hat der Handwerker auch die Möglichkeit, die einzelnen Kostenkategorien prozentual auszuweisen.
Stellt der Handwerker dir eine Rechnung über Wartungsarbeiten, sollte diese mit einer Anlage versehen sein, über die der Anteil der Lohnkosten ersichtlich ist.
Die Handwerkerkosten, die du steuerlich absetzen kannst, summierst du auf und trägst sie als Bruttobetrag auf dem Einkommensteuerformular an der entsprechenden Stelle ein.

Handwerkerkosten als Unternehmer von der Steuer absetzen

Gibst du als Unternehmer einem Handwerker einen Auftrag, der in deiner Betriebsstätte durchzuführen ist, wird diese Rechnung wie eine Lieferantenrechnung behandelt. Das heißt, der Nettobetrag der Handwerkerrechnung ist als Betriebseingabe zu verbuchen, die deinen Gewinn schmälern. Die Vorsteuer, die aus dieser Rechnung resultiert, machst du im Rahmen deiner Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt geltend.

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Über den Autor

Alexandra Jankowiak

Gelernte Bürokauffrau mit Weiterbildung zur IHK-geprüften Wirtschaftsinformatikerin mit Schritt in die Selbstständigkeit im Jahre 2005.
Seitdem texte ich mit viel Spaß zu den unterschiedlichsten Themen. Blogtexte, Ratgebertexte und Testberichte gehören zu meinem täglich-Brot des Texter-Daseins.
Dazu biete ich Dienstleistungen im Bürobereich an, die vorbereitende Kontierung für Kunden gehört ebenfalls zu meinem Tätigkeitsfeld.
Langweilig wird es mir nie - das ist Fakt :)

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