Darum lohnt sich der Ausbilderschein für Startups

Vom Startup zum Ausbildungsbetrieb – so geht‘s

Nicht jedes Unternehmen kann einfach neue Fachkräfte ausbilden. Es ist nötig, bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, um als Ausbildungsbetrieb zu gelten und Auszubildende anzunehmen. Vor allem für Startups und junge Unternehmen scheinen diese Hürden groß zu sein, dabei liegt in der Ausbildung ein großer Vorteil. Startups können davon profitieren, wenn sie nicht nur das fachliche Wissen an junge Menschen weitergeben, sondern auch ihre Unternehmensphilosophie vermitteln. Wir erklären, wie aus einem Startup ein richtiger Ausbildungsbetrieb wird.

Immer mehr Startups setzen auf Azubis

In Deutschland gab es im Jahr 2020 fast 1,3 Millionen Auszubildende in unzähligen Ausbildungsberufen. Obwohl sich immer mehr Abiturienten dazu entscheiden, ein Studium zu beginnen und keine Ausbildung zu machen, ist die Zahl der Azubis nach wie vor hoch. Vor allem junge, moderne Unternehmen sind für die angehenden Auszubildenden interessant. Gleichsam haben bisher nur wenige Startups den Schritt zum Ausbildungsbetrieb gewagt. Das liegt unter anderem an der Unsicherheit von frisch gegründeten Unternehmen. Vor allem in den ersten fünf Jahren nach Gründung ist die Finanzierung noch sehr unstet und Startups schreiben nur selten schwarze Zahlen. Die Gründerinnen und Gründer wissen meist nicht, ob das Unternehmen eine Ausbildungszeit von drei bis vier Jahren übersteht.

Doch gerade in den letzten Jahren hat sich diese Mentalität gewandelt. Den Azubis ist vor allem das Produkt wichtig, die Message des Unternehmens und die Philosophie dahinter. Und Startups haben erkannt, dass sie mit Auszubildenden genau die Fachkräfte bilden können, die sie sich selbst wünschen.

Rechtliche Voraussetzungen: der Ausbilderschein

Natürlich darf in Deutschland nicht jeder einfach so ausbilden. Dazu muss er verschiedene rechtliche Voraussetzungen erfüllen. Der Ausbilderschein ist eine solche Voraussetzung. Die Ausbilderprüfung ist staatlich anerkannt und bescheinigt, dass der Ausbilder rechtlich, pädagogisch, fachlich und persönlich dazu in der Lage ist, das nötige Wissen für einen Ausbildungsberuf an jemand anderes weiterzugeben. Eine gute Vorbereitung für den Ausbilderschein ist deshalb unabdingbar. Wer sich also für die Ausbilderprüfung interessiert, kann einen Kurs für den Ausbilderschein online absolvieren und sich so auf die IHK-Prüfung vorbereiten.

Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Absolventen den AdA Schein IHK und können sich ab sofort Ausbilder nennen. Der AdA Schein ist ein wichtiges Dokument, dass für Ausbildungsbetriebe elementar wichtig ist. Der AdA Schein zeigt an, dass jemand alle Voraussetzungen erfüllt, um ausbilden zu können.

Das Unternehmen muss geeignet sein

Nicht nur die ausbildende Person muss gewisse Voraussetzungen erfüllen, damit ihr Betrieb Azubis einstellen darf. Auch das Unternehmen selbst muss geeignet sein. Dazu gehört, dass dort alle betrieblichen Prozesse stattfinden, die zu einem bestimmten Ausbildungsberuf gehören. Denn ein Azubi muss während der Ausbildung alle Inhalte lernen, die zu seinem Ausbildungsberuf gehören. Ein Startup, dass nicht alle Prozesse nutzt, kann auch keine Auszubildenden einstellen.

Hinzu kommt natürlich, dass es einen ordentlichen Ausbildungsvertrag gibt, der den Anforderungen der jeweiligen Branche entspricht. Die jeweilige Ausbildungsordnung gibt Aufschluss über alles, was für den jeweiligen Ausbildungsberuf relevant ist:

  • Dauer der Ausbildung
  • genaue Berufsbezeichnung des Ausbildungsberufes
  • Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die der Azubi lernen soll
  • Ausbildungsrahmenplan, der die zeitliche und sachliche Gestaltung festlegt
  • Prüfungsanforderungen für die jeweilige Abschlussprüfung

Zu fast allen Ausbildungsberufen gehört zudem der Besuch der Berufsschule. Dieser theoretische Teil der Ausbildung ist für alle Azubis Pflicht und der Ausbildungsbetrieb muss Rücksicht auf die Schulpflicht der Auszubildenden nehmen.

Welche Berufe werden ausgebildet?

Grundsätzlich können Startups alle Berufe ausbilden, es gibt dazu keine rechtlichen Begrenzungen. Wichtig ist, dass der Ausbildungsberuf zum Unternehmen passt und die Anforderungen an die Ausbildung dort erfüllt werden. Je nach Branche kommen also ganz unterschiedliche Ausbildungsberufe in Frage. Besonders beliebt sind Berufe im IT-Bereich. Die IT-Branche boomt und die Jobs hier sind besonders zukunftsrelevant. Auch Kaufleute für Büromanagement, Fachkräfte im Marketing und Mediengestalterinnen und -gestalter sind sehr gefragt. Es können aber auch ganz andere, spezifischere Berufe sein, die ein Startup ausbildet.

Wichtig ist hier, realistisch zu sein. Eine Mode-Startup braucht vielleicht ausgebildete Schneiderinnen und Schneider oder Modedesignerinnen und -designer. Ein gastronomisches Startup hingegen bildet unter Umständen Köchinnen und Köche aus oder Lebensmitteltechnische Assistentinnen und Assistenten. Die Auswahl der Ausbildungsberufe ist genauso vielfältig wie die Startup-Szene in Deutschland.

Ausbildungsbetriebe machen sich ihre Fachkräfte selbst

Erfolgreiche Startups setzen auf Expansion. Das bedeutet nicht nur, dass sie weitere Filialen eröffnen und ihr Netz erweitern. Auch die Vergrößerung des eigenen Teams durch weitere Fachkräfte ist ein wichtiger Schritt hin zum langfristigen Erfolg. Die Ausbildung im eigenen Betrieb trägt hierzu wesentlich bei und ist somit einer der wichtigsten Vorteile am Ausbilden. Weitere Vorteile sind:

  • hohe Übernahmequote nach der Ausbildung
  • selbst ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die Unternehmensphilosophie und handeln danach
  • flache Hierarchien sorgen für direkten Kontakt zwischen CEO und Azubis

Es kann sich also auszahlen, wenn ein Unternehmen auf eigene Auszubildende setzt. Azubis freuen sich in der Regel, wenn ihr Ausbildungsbetrieb sie übernimmt, da sie seit drei Jahren eine Beziehung zu diesem Unternehmen haben und sich dort mitunter wohlfühlen. Für das Unternehmen heißt das, dass der oder die Auszubildende das Unternehmen nach vorne bringen möchte und mit sehr viel Elan bei der Sache ist.

Natürlich sollten Startups sich auch des Risikos bewusst sein, das die Ausbildung im eigenen Betrieb birgt. Nicht jedes frisch gegründete Unternehmen übersteht die ersten fünf Jahre. Unter Umständen kann der oder die Auszubildende plötzlich mitten in der Ausbildung ohne Betrieb dastehen, weil das Startup Insolvenz anmelden musste. Zwar gibt es hier Angebote und Hilfen für Azubis, trotzdem ist ein Wechsel des Ausbildungsbetriebes mitten in der Ausbildung alles andere als wünschenswert. Außerdem kosten Auszubildende ein Unternehmen Geld. Ob es sich lohnt, dies zu investieren, muss jedes Startup für sich entscheiden. Es kann eine sehr lohnende Idee sein, selbst Auszubildende einzustellen und ihnen neben fachlichen Kenntnissen die Werte des eigenen Unternehmens mitzugeben. Das ist nicht zuletzt der Grund, weshalb immer mehr junge Unternehmen den AdA-Schein machen und selbst ausbilden.

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