Interview über die Gründung eines nachhaltigen Startups

Gründer-Geheimnis hydesk: Die Lösung für ergonomisches Arbeiten

Nach über zwei Jahren Pandemie sind viele Wohnungen und Häuser heute zumindest mit einer kleinen Büroecke ausgestattet. Was trotzdem meist verloren geht, ist die Ergonomie. Denn stundenlanges Sitzen und einen nach unten gerichteter Blick auf den kleinen Laptopbildschirm – das ist leider bei vielen die Realität. Die Gründer von hydesk wollten das ändern und haben Produkte entwickelt, die dem Menschen und der Natur Gutes tun. Mehr über das spannende Startup gibts hier im Gründer-Geheimnis.

Neben dem Ziel, den Arbeitsplatz ein Stück weit ergonomischer zu gestalten, haben die Gründer von hydesk eine große Vision: sozial verträgliche und nachhaltige Produkte herzustellen. Das macht das Startup so einzigartig. Bislang befinden sich zwei Schreibtisch-Lösungen im Produktportfolio. Der Schreibtischaufsatz ermöglicht das Arbeiten im Stehen, der Multistand ist Laptopständer und Organisationstool in einem. Letzterer wurde erst kürzlich gelauncht und soll jetzt mithilfe einer StartNext Kampagne in die Produktion gehen.

Auch bei den Stehpulten setzte das Münchner Startup auf eine Kickstarter Kampagne. Bereits über 200 Stück haben die Produktionsstätten kleiner Betriebe aus Deutschland bereits in über 20 Länder verlassen. Besonders stolz sind die Gründer dabei auf die Selbstfinanzierung ihres Startups. Im Gründer-Geheimnis haben uns die Gründer Finian und Daniel einen Einblick in ihr Unternehmens gewährt und wertvolle Tipps verraten.

Phase 1: Ideenfindung

Wie genau entstand die Idee für hydesk?

Finian: Ich war selbst mehrere Jahre als freischaffende Berater unterwegs. Dabei saß ich oft an unbequemen Schreibtischen und arbeitete ebenso viele Stunden zu Hause am Esstisch. So hat sich eine “Design Challenge” in meinem Kopf geformt, die ich gemeinsam mit Daniel angehen wollte.

Daniel: Finian kam dann mit der Idee eines portablen, leichten, und vor allem höhenverstellbaren Schreibtischaufsatzes zu mir. Also starteten wir eine monatelange Entwicklungsarbeit, um die Viabilität eines solchen Produkts auszutesten. Das finale Konzept des hydesks ist das Ergebnis von User-Research, Materialfindungs- und technischen Lösungsfindungsprozessen. Als wir schlussendlich mit einem lokal produzierten, funktionalen und aus nachhaltigem Material gefertigten Produkt dastanden, waren wir schon mächtig stolz.

Wie habt ihr erkannt, dass es sich dabei um ein lukratives Geschäftsmodell handelt?

Ob es lukrativ ist oder nicht werden wir wohl erst in ein paar Monaten beantworten können. Für uns steht bei hydesk eher die Realisierung eines Produkt im Vordergrund, das einen wirklichen Mehrwert für den Nutzer bringt.

Phase 2: Planung

Wie habt ihr euch informiert und wie seid ihr dann mit hydesk gestartet?

Finian: Wir haben vor ungefähr neun Monaten einen Kreativprozess gestartet, um zu schauen, welche Produkte wir neben dem hydesk Stehpult launchen könnten. Unsere vielen Learnings aus der ersten Kampagne sind hier eingeflossen. Wir wollten beispielsweise ein Produkt mit so wenig Materialien wie möglich, um die Komplexität in der Beschaffung, Herstellung und Lagerung zu verringern.

Wie sah dann die Erstellung des Businessplan aus?

Daniel: Wir bemühen uns, qualitativ hochwertige Produkte zu entwickeln, um dem schmerzlichen Trend der Wegwerfgesellschaft durch langlebiges Produktdesign entgegenzuwirken. Daher ist für uns ein nachhaltiges Wachstum und nicht die schnelle Skalierung ein wichtiger Motivator, der unser täglich Tun prägt. Um dieser Vision in unserem Tempo nachzugehen und die unternehmerische Freiheit zu genießen, sind wir bei der Finanzierung bewusst ganz traditionell im “Bootstrapping”-Modus unterwegs – wir finanzieren uns also komplett ohne externe Finanzmittel.

Finian: Marktanalyse und Finanzplan – hier muss man seine Hausaufgaben machen, um zu schauen, was das Zahlenwerk aussagt. Eine Crowdfunding kann hier helfen, das Risiko zu minimieren. Am Ende des Tages muss man sicherlich einige male “pivoten” bis man bei einem funktionierenden Geschäftsmodell ankommt. Beim Gründerteam gibt es keine Universallösung. Hier sollte man auf den inneren Kompass hören und schauen, dass man ein komplementäres Skill-Set mitbringt und einen ähnliche Werte antreiben.

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Ihr habt euch mit hydesk für eine StartNext Kampagne entschieden. Wieso genau für diese Finanzierungsform und wie läuft die Kampagne ab?

Finian: StartNext ist als Pionier im Crowdfunding Business sicherlich in Deutschland die Nummer 1 was Reichweite und aktive Nutzer angeht. Ebenso geht hier ein kleiner Kindheitstraum in Erfüllung – einmal eine Kampagne in Deutschland zu launchen. Es ist ein wahnsinnig spannenes Ökosystem und wir können viel an Gründungs- und Launcherfahrung für hydesk mitnehmen.

Welche Schritte standen noch an, bis die Plattform an den Start ging?

Finian: Aufgrund der angespannten politischen Lage ist eine der größten Herausforderungen momentan die Materialbeschaffung. Viele Holzmaterialien sind gar nicht mehr verfügbar oder unbezahlbar. Wir mussten hier deutlich mehr Zeit investieren, um ein schönes und bezahlbares Material zu finden, was auch noch unseren Nachhaltigkeitskriterien entspricht. 

Phase 3: Gründung

Wie viel Potenzial besitzt diese Branche, warum sollten angehende Gründer in dem Bereich neue Konzepte entwickeln?

D2C-Geschäftsmodelle, also der direkte Verkauf vom Produzenten an den Kunden, sind weiterhin spannend. Hier gibt hier sicherlich noch viele Opportunitäten für Gründer. Der Möbelmarkt ist sehr hart umkämpft und der Zugang zum Endkunden extrem teuer – da wird es weiter schwierig sein, ein profitables Startup aufzubauen, wenn man einen hohen ethischen Anspruch beibehalten möchte. 

Welche Vorteile bietet für euch das Online-Business?

Finian: Wir wollten hydesk immer als remote-arbeitende Firma aufbauen, das konnten wir mit einem reinen Online-Business so abbilden. Wenn man eine gewisse Größe erreicht hat, kann der Einzelhandel sicherlich interessant sein – für uns aber noch reine Zukunftsmusik. Da wir zu 100% in Deutschland produzieren und dadurch auch höhere Produktionskosten haben, wäre der Vertrieb mittels Einzelhandel höchstwahrscheinlich heute nicht darstellbar.

Gründen wird oftmals als unkompliziert dargestellt, aber wenn du zurückblickst: Welche Fehler habt ihr mit hydesk gemacht?

Finian: Ach da waren sehr, sehr viele dabei: vom Versuch des Material-Imports und zu hohen Zollkosten bis zu Kooperationen mit nicht agilen Produktions-Partnern. Es ist meiner Meinung nach sehr wichtig, viele Fehler zu machen, zu reflektieren. Nur wenn man daraus lernt, wird man besser und kann richtig gute Produkte entwickeln.

Phase 4: Wachstum

Was macht hydesk so besonders? Beschreibe bitte eure einzigartige Strategie bzw. das Alleinstellungsmerkmal.

Finian: Einzigartig im Konzept ist sicherlich die ausschließlich heimische Produktion in kleinen familiengeführten Betrieben. Auch die sehr gute Kooperation mit unserem sozialen Workshop zählt dazu. Unser Produkt hingegen grenzt sich durch das zeitlose Design und unsere sehr hohen Qualitätsansprüche ab. 

Daniel: Im Design sehe ich außerdem das Alleinstellungsmerkmal von hydesk in der Verwendung von hochwertigen, präzise eingesetzten Materialien und den Fokus auf Effizienz und Vermeidung von Ausschuss in der Produktion. Für den User versuchen wir ein funktionelles, schönes Produkt zu bieten, das möglichst häufig und lange verwendet wird. Das ist die nachhaltigste Weise Produkte zu gestalten.

Auch beim neuen Produkt von hydesk, dem Mulitdesk, setzen die Gründer auf intelligentes, multifunktionales Design.

Welche Marketing-Kanäle habt ihr mit hydesk bisher genutzt? Beschreibe bitte, was besonders gut funktioniert hat.

Wir haben sehr viele Kanäle via einem “Growth-Marketing” Ansatz getestet. Wir versuchen hier sehr neutral an die Sache ran zu gehen und möglichst viel Traffic auf unsere eigene Seite zu bringen. Nebenher funktionieren aber auch einige Marktplätze für uns ganz gut.

Welche geheimen Tipps möchtest du angehenden Gründern geben?

Finian: Befasst euch nicht zu viel mit euch selbst oder dem Wettbewerb. Sprecht stattdessen mit Kunden, jeden Tag oder mindestens einmal die Woche – die halten einen auf Trab und haben immer ehrliches Feedback.

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Über den Autor

Autorenprofil: Luisa Färber

Luisa Färber

Luisa kommt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Oberfranken und entschied sich nach dem Abitur für ein Studium der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität Ilmenau in Thüringen. Durch die vielen praxisnahen Projekte konnte sie bereits Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeiten innerhalb der Medienbranche sammeln. In mehreren Praktika entdeckte sie ihre Leidenschaft für die redaktionelle Arbeit und feilte an ihrem Textgefühl. Neben dem Studium war sie ehrenamtlich im Studierendenradio und in verschiedenen anderen Projekten tätig. Im Anschluss an ihren Bachelor macht sie nun seit Februar 2022 ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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