Interview über die Gründung eines Fintech-Startups

Gründer-Geheimnis: Clan und Bank ergibt Clanq!

Wer eine Familie gründet, stellt sich früher oder später der Frage, wie man bestmöglich für seine Kinder vorsorgt. Auch die Tante, Oma oder der Patenonkel möchten ihren Teil dazu beitragen. Doch wie? Möglichst effizient und unkompliziert sollte es gehen und vor allem auch verschiedene Anlage-Möglichkeiten bieten. Clanq ist ein Kinderkonto, das neben allen diesen Eigenschaften auch verschiedene Cashback-Varianten bietet. Eine digitale und multifunktionale Sparbüchse für die ganze Familie.

Clanq – das ist nicht nur die Wortkombination aus Clan und Bank, sondern gleichzeitig auch das Geräusch, wenn ein Groschen ins Sparschwein fällt. Sparen in Papier- oder Münz-Form ist heute nicht mehr zeitgemäß. Mit Clanq wird Sparen für Familien jetzt kinderleicht und digital. Das Kinderkonto kann ganz einfach eingerichtet werden. Mit einer App können dann sowohl die Eltern als auch andere Verwandte Geld auf das Konto übertragen und sich der ganze Clan finanziell vernetzen.

Im April 2022 ist Clanq gelauncht, der größte Meilenstein für die Gründer Benedict von Hoffmann, Christina Hammer und Jakob Kaya. Bis jetzt haben sie aus der Finanz- und Gründer-Branche nur positives Feedback erhalten. Jetzt steht auf der Agenda auch die Verbraucher von dem Startup zu überzeugen. Im Interview haben wir mit Christina Hammer über Clanq gesprochen – von der Idee bis zur fertigen Plattform, das ist ihr Gründer-Geheimnis:

Phase 1: Ideenfindung

Wie genau entstand die Idee für Clanq?

Wir alle haben viel Berufserfahrung in und mit der Finanzbranche. Hier haben wir viel zu neuen Segmenten für unsere Kunden recherchiert. Aufgrund der Marktforschung, die wir damals betrieben haben, hat sich herauskristallisiert, dass Familien bei Finanzprodukten oft nur als Nische behandelt werden. Uns wurde schnell klar, dass hier mehr getan werden muss – insbesondere bei der Vermittlung von Finanzwissen. Also sagten wir uns: Lass uns da selbst was machen!

Wie habt ihr erkannt, dass es sich dabei um ein lukratives Geschäftsmodell handelt?

Wir sind das Ganze natürlich zum einen sehr analytisch angegangen. Wir haben uns angeschaut, wie groß die Zielgruppe „Neu-Eltern“ ist und wie wenig innovative Finanzangebote es für diese gibt. Gleichzeitig haben laut einer Studie von Swisslife 60 Prozent der Familien in Deutschland Probleme damit, aktiv für ihren Nachwuchs zu sparen. Es gibt also einen echten Bedarf! Zum anderen haben wir als Privatpersonen – ob als Eltern, Onkel oder Freunde – mit der Zeit viel Erfahrung gesammelt, wenn es um die finanzielle Vorsorge für Kinder geht. Und immer haben wir gedacht: Da muss es doch etwas geben, das besser in die stark veränderte Finanzwelt von heute passt und Familien gleichermaßen Freiheit und Sicherheit bietet.

Phase 2: Planung

Wie habt ihr euch informiert und wie seid ihr dann gestartet?

Viel Erfahrung und Knowhow hatten wir natürlich bereits aus unseren früheren Jobs. Wir betreiben aber zudem permanent Marktforschung, sind in einem Accelerator Program und haben verschiedenste Mentoren und Experten – auch im Verwaltungsrat – die unsere Reise begleiten.

Wie sah dann die Erstellung des Businessplan aus?

Genügend Zeit für die Marktanalyse einplanen. Für den Finanzplan lohnt es sich außerdem schon früh ein Netzwerk von Investoren aufzubauen für zukünftige Finanzierungsrunden. Im Gründerteam sollten außerdem viele verschiedene Expertisen bereits vertreten sein. Diversität und verschieden Hintergründe machen einen großen Unterschied, um neue Ideen zu entwickeln und Diskussionen zu führen. Nur mit Harmonie kommt man nicht weiter.

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Welche Schritte standen noch an, bis die Plattform von Clanq an den Start ging?

Da waren einige für Startups ganz typische Punkte dabei, wie die Entwicklung einer Brandmessage und der Value Proposition, die eigentliche Programmierung oder der Aufbau eines Start-Teams. In unserem Fall war wohl das Setup mit unserem Partner, der Solarisbank, ein ganz entscheidender Schritt. Und natürlich kommen noch einige To-Do’s auf uns zu. Ein großer Vorteil von Finanzangeboten wie unserem ist ja, dass wir schnell und flexibel auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren können. Nachdem uns vermehrt zurückgespielt wurde, dass es viele von ihnen besser finden würden, wenn zur Nutzung des Hauptkontos auch zwei Karten angeboten würden, setzen wir dies nun bis kommenden Monat um.

Phase 3: Gründung

Wie viel Potenzial besitzt die FinTech Branche, warum sollten angehende Gründer in dem Bereich neue Konzepte entwickeln?

Das Stichwort ist hier „neu“. Ohne Frage bietet FinTech viele Chancen und es gibt auch einige spannende Brands in diesem Bereich. Oft ähneln sich die Konzepte aber auch sehr oder außer der örtlichen sowie zeitlichen Unabhängigkeit und einem schmissigen Slogan gibt es wenig Innovatives, was die Möglichkeiten der Digitalisierung wirklich ausnutzt. Allein die Tatsache, dass der Kunde nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit persönlich in eine Filiale muss, lockt nun wirklich niemanden mehr. Das ist Usus. Unser Wunsch war es, etwas völlig neues zu entwickeln.

Euer Unternehmen macht Sparen ganz einfach per App möglich. Welche Vorteile bietet ein Online-Business für Gründer?

Unser Vorteil ist, dass das Business Model gut skalierbar ist. Außerdem können wir sehr agil auf das Feedback unserer User reagieren und mit Open Banking neue Angebote leicht über Schnittstellen anbinden.

Gründen wird oftmals als unkompliziert dargestellt, aber wenn du zurückblickst: Welche Fehler habt ihr gemacht?

Für mich ich ist es das Schwierigste zu entscheiden, wann und welche Partner mit an Bord genommen werden. Zudem ist es wichtig, in die Zukunft zu denken, so dass immer genügend Liquidität da ist, um neue Features zu lancieren. Hier braucht es definitiv genügend Vorlaufzeit.

Phase 4: Wachstum

Was macht Clanq so besonders im Vergleich zur herkömmlichen Bank? Beschreibe bitte eure einzigartige Strategie bzw. das Alleinstellungsmerkmal.

Wir bringen einfach alles zusammen – und erhöhen somit die Effektivität und Nachhaltigkeit. Wir kombinieren zum einen klassische Einzelangebote wie Bankkonto, Sparplan, Cashback-Gutschriften und nachhaltigen Anlagen, und vernetzen zum anderen den ganzen Clan um ein Kind herum – von den Eltern über Großeltern und anderen Verwandten bis hin zu Paten und Familienfreunden. Dabei steht das Kind immer im Fokus. 

Welche Marketing-Kanäle habt ihr bisher genutzt? Beschreibe bitte, was besonders gut funktioniert hat.

Wir sind vor allem viel in den Sozialen Medien unterwegs. Für unsere Zielgruppe funktionieren Facebook, Instagram aber auch Google sehr gut. Trotzdem darf man das klassische Email-Marketing, sowie Podcasts und PR nicht vernachlässigen.

Clanq ist auch für den Gründer des Jahres-Award 2022 nominiert.

Welche geheimen Tipps möchtest du angehenden Gründern geben?

Plant Durststrecken ein! Sei es, dass etwas länger dauert, dass es finanziell eng wird oder auch dass es externe Faktoren gibt, die ihr nicht beeinflussen könnt. Es ist naiv, immer nur vom Best Case auszugehen, aber viele Gründer sind so überzeugt von ihrem Konzept, dass sie Rückschläge sowie Verzögerungen nicht mitdenken und damit auch nicht einplanen. Aber erst dann werden richtig bedrohliche Probleme daraus.

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Über den Autor

Autorenprofil: Luisa Färber

Luisa Färber

Luisa kommt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Oberfranken und entschied sich nach dem Abitur für ein Studium der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität Ilmenau in Thüringen. Durch die vielen praxisnahen Projekte konnte sie bereits Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeiten innerhalb der Medienbranche sammeln. In mehreren Praktika entdeckte sie ihre Leidenschaft für die redaktionelle Arbeit und feilte an ihrem Textgefühl. Neben dem Studium war sie ehrenamtlich im Studierendenradio und in verschiedenen anderen Projekten tätig. Im Anschluss an ihren Bachelor macht sie nun seit Februar 2022 ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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