Interview über die Gründung einer Agentur für Verpackungs-Lösungen

Gründer-Geheimnis suprtrue: Das steckt hinter den modernen Verpackungen

Wer als Kunde durch einen Laden spaziert, für den ist bei einer Kaufentscheidung auch die Verpackung eines der wichtigsten Argumente. Visuell ansprechend, funktional und im besten Falle auch noch nachhaltig und ohne Plastik – die Anforderungen für eine moderne Verpackung sind hoch. Auch im Online-Handel tragen die Verpackungen zum Kauferlebnis bei. Kein Wunder also, dass viele Unternehmen viel Zeit, Personal und Kosten in die Entwicklung perfekter Verpackungen stecken. Mit suprtrue nehmen die beiden Gründerinnen Laura Haberkorn und Sandra Tennemann anderen Unternehmen diesen Prozess ab. Erfahre mehr im Gründer-Geheimnis!

Im Webshop von suprtrue finden interessierte Unternehmer Lösungen für Produktverpackungen. Diese sind stylisch, modern und nachhaltig – und vor allem bereits durchdacht, getestet und erprobt. Mit dem eigenen Branding versehen versprechen sie echten Kundenerfolg für Produkte aus Fashion, Kosmetik, Lifestyle und für Luxury-Produkte. Das Gründerinnen-Paar von suprtrue ist das Schwestern-Duo Sandra Tennemann und Laura Haberkorn. Unterstützt werden sie von Florian Krebber, Digital Mastermind und Programmierer.

Jetzt ist bereits das erste Portfolio gelauncht und auf dem Markt erhältlich. Die Produkte sind zu 100 % Recyclingmaterialien gefertigt und enthalten Innovationen wie Graspapier oder Mycelium. Letzteres ersetzt Kunststoff-Inserts und kann in kleine Teile zerbröselt im heimische Kompost oder in der Biotonne entsorgt werden. Außerdem gibt es bereits eine Kooperation mit einem großen Recycling-Unternehmen, wodurch suprtrue Kunden bald in der Lage sein werden, die georderten Verpackungen mit dem „Made for Recycling“-Zertifikat zu versehen. Mehr spannende Infos über das Unternehmen und das Gründer-Geheimnis gibt’s im Artikel!

Phase 1: Ideenfindung

Was ist das Kerngeschäft von eurem Unternehmen Packaging Circus?

Mit unserer Agentur Packaging Circus sind wir seit sieben Jahren auf die Entwicklung individueller Verpackungsdesigns spezialisiert. Von der Idee über Design bis hin zum fertigen Produkt können wir alle Steps mit dem Kunden realisieren. Das ist großartig und für viele Marken und Unternehmen genau der richtige Weg, denn sie sehen den Mehrwert, den eine perfekt auf sie abgestimmte Individuallösung bezüglich Konstruktion und Design bietet, auch wenn es mit einem höheren Invest einhergeht.

Wie entstand dann die Idee von eurem Shop suprtrue?

Wer sich schon mal mit dem Thema Produktverpackung auseinandergesetzt hat, weiß, dass es einem viele Schweißperlen auf die Stirn treiben kann. Ohne Expertenteam an der Seite muss man einen langwierigen Prozess durchlaufen. Auch wenn man genaue Vorstellungen und umsetzbare Designentwürfe besitzt, muss man sich die einzelnen Komponenten inklusive der Preise von unterschiedlichen Herstellern mühevoll zusammensuchen, begutachten und testen. Daher hatten wir schon lange die Idee einen Shop zu entwickeln, der alle Komponenten einer Verpackung aufeinander abgestimmt vertreibt. Ein Shop mit einer sorgfältig ausgewählten Kollektion, der alles in einen visuell erlebbaren Kontext setzt. Es ist eine Möglichkeit für diejenigen, die sich einen kosteneffizienten, optisch ansprechenden, funktionalen Standard mit Branding Option wünschen. Außerdem erhalten sie bei uns eine sofortige Preis- und Produkttransparenz.

Was hat euch zu diesem Schritt motiviert?

Wir hatten viele verschiedene Gründe und Erkenntnisse, weswegen wir vor drei Jahren den Kurs gewechselt und suprtrue gegründet haben:

  1. Viele Prozesse lassen sich online effizienter abbilden.
  2. Ein Webshop spricht für sich, übernimmt z.T. den Sales Part.
  3. Kunden wollen direkt sehen, was sie bekommen und zu welchem Preis.
  4. Sie wollen bis zu einem gewissen Grad selbst gestalten und ihr Brand abbilden können.
  5. Kunden wünschen sich eine große Auswahl, die keinen Spielraum für Fehler lässt.
  6. Sie wünschen sich nachhaltige Produkte, die nicht nur funktional, sondern auch optisch ansprechend sind.
  7. Kunden wünschen sich alles aus einer Hand, bislang gab es keinen Shop, der schlüssige Kollektionen bietet, von der Primär- zur Sekundärverpackung bis hin zur passenden Versandschachtel.
  8. Durch Standards fördert man den Aufbau einer Circular Economy, da Recyclingprozesse durch Einhalten gewisser Regeln einfacher umgesetzt werden können.
  9. Made for Recycling oder die Verwendung von Recyclingmaterialien gewinnt an Wertigkeit.
Das sind die Produkte der ersten Kollektion aus dem suprtrue-Shop.

Wie habt ihr erkannt, dass es sich dabei um ein lukratives Geschäftsmodell handelt?

Die Produktionspreise sind beim Thema Verpackung stark stückzahlenabhängig. Je höher die Auflage, desto besser die Preise. Das liegt daran, dass Werkzeug- und Maschinenkosten, egal wie hoch die Auflage ist, immer gleich bleiben. Unser Lösungsansatz und absolute Win-Win Situation: Ein clever gestaltetes Konzept und alle werden glücklich. Wir investieren dabei zwar in die Entwicklung und in die Toolings, können aber profitieren, indem wir Designlösungen skalieren und Aufträge bündeln. Die Umwelt dankt es uns, indem wir ausschließlich nachhaltige Materialien und Verpackungen anbieten. Außerdem halten wir Prozesse schlank, indem wir in neue nachhaltige Entwicklungen investieren und auf die Straße bringen. Auf diese Weise können wir allen Beteiligten einen echten Mehrwert bieten.

Phase 2: Planung

Wie habt ihr euch informiert und wie seid ihr dann mit suprtrue gestartet?

Dieser Bereich ist für uns nicht neu. Wir blicken auf jahrelange Berufserfahrung im Bereich Packaging zurück und können Trendbewegungen innerhalb der Branche sehr gut einschätzen. Nachdem wir ein Grundgerüst der Idee gebaut und ein erstes Portfolio anskizziert hatten, haben wir unser Konzept bei der EY Start-Up Academy eingereicht. Und siehe da, wir wurden in den Kreis der Gründenden aufgenommen und durften an einem 5-wöchigen Training partizipieren, unseren Businessplan auf die Probe stellen, und wertvollen Input von außen einarbeiten.

Wie sah dann die Erstellung des Businessplan für suprtrue aus?

Unser Tipp: Man nehme Zahlen und Fakten und vermische sie mit einer ordentlichen Portion Bauchgefühl. Uns wurde immer schon gesagt, wir sind das Trendbarometer und ohne uns zu sehr zu loben, es stimmt. Somit haben wir die Marktanalyse zum weltweiten „Green Packaging Market“, unsere eigenen Erfahrungswerte aus der Agentur und unsere Intuition kombiniert ausgewertet. Alles zusammen war Proof of Concept, dass es ergänzend zum klassischen Agenturgeschäft einer Neuausrichtung bedarf – mehr in Richtung digitalisierte Abwicklung und raffinierter Standards. Wenn es allerdings darum geht, Investoren einzufangen, sind Zahlen und ein guter Finance Plan das A und O. Wir haben Marktpotenziale analysiert, Produktionspreise und Materialkosten kalkuliert, unsere Energie und Zeit investiert und die Marge berechnet, mit der es sich lohnt ins Rennen zu gehen.

Wobei hattet ihr Unterstützung?

Um die Idee von suprtrue digitalisieren und technisch umsetzen zu können, haben wir unseren langjährigen Programmierer mit ins Boot geholt, der unsere Expertise im Bereich Packaging Engineering, Design, Branding & Communications sinnvoll ergänzt. Zusammen ist man stärker und man kommt deutlich schneller voran. Die Bereiche Packaging Development und Design, sowie Branding, Content Creation und Communications decken wir bereits selbst ab.

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Welche Schritte standen noch an, bis die Plattform an den Start ging?

In den Aufbau unserer Web Application ist viel Schweiß geflossen, damit man sich das Package konfigurieren und zu eigen machen kann und auch zu jeder einzelnen Produktvariante direkt einen Preis einsehen kann. Darüber hinaus haben wir für jede Variante ein digitales Mock-Up erstellt, womit man sofort eine Preview des Packages mit eigenem Logo bzw. Layout erhalten kann. Aber nun steht das Ding und es kann richtig losgehen!

Phase 3: Gründung

Wie viel Potenzial besitzt diese Branche, warum sollten angehende Gründer in dem Bereich neue Konzepte entwickeln?

Wie in vielen anderen Branchen auch, ist das Interesse groß, Systeme und Prozesse effizienter und Produkte nachhaltiger zu gestalten. Hier sind also clevere Konzepte und Ideen gefragt, um dem Ziel einer Kreislaufwirtschaft näher zu kommen, in der „Abfall“ in irgendeiner Form wieder zur Ressource werden kann. Der Packaging Markt ist riesig, und insbesondere das Volumen des „Green Packaging Markets“ wird bis 2028 weltweit auf 441 Milliarden US Dollar geschätzt. Das sind viele potenzielle Kunden.

Welche Vorteile bietet für euch das Online-Business?

Tatsächlich bietet das Online-Business nicht nur auf Kundenseite viele Vorteile. Bei uns hat sich immer wieder herauskristallisiert, dass es sinnvoll ist, die Energie in eine ausgeklügelte Packaging-Auswahl zu stecken – die am Puls der Zeit ist und sich durch Smartness, Innovation, Ästhetik und Nachhaltigkeit auszeichnet – und die als qualitativ hochwertiger Standard für viele direkt digital zugänglich gemacht werden kann, ohne dass es zu eintönig wird. Der Trick dabei ist, dass man Spielraum für Individualität lässt. Dies gelingt uns, indem unsere Kunden ihr gewähltes Packmittel nach ihren Vorstellungen mit Add-Ons, z.B. Labels „ausstatten“ können und ein eigenes Layout und Logo auf die Verpackung mappen können. Wir, als Gründungsteam, profitieren von einer schnelleren Abwicklung der Projekte und wenn mal etwas Passendes nicht dabei ist, dann haben wir immer noch den Premium-Button, der eine individuelle Design-Anfrage erlaubt, die wir über die Agentur abdecken.

Gründen wird oftmals als unkompliziert dargestellt, aber wenn ihr zurückblickt: Welche Fehler habt ihr mit suprtrue gemacht?

Es gibt wirklich viele kleine Stolpersteine. Zurückblickend würden wir jedem Gründerteam raten, nicht zu perfektionistisch zu agieren. Manche Dinge müssen einfach schnell vorangetrieben und umgesetzt werden. Das Finetuning folgt später. Zunächst muss man mit der grundlegenden Idee überzeugen können. Wir haben uns mit der Ausarbeitung der Website von suprtrue und der digitalen Mock-Ups zu viel Zeit gelassen. Da ist uns die Liebe zum Detail in die Quere kommen. Zunächst hätten auch einige Produkte auf Anfrage ihr Soll erfüllt. Man sollte sich auch überlegen, mit wem man welche und wie viele Infos teilt. Wir denken immer in Kooperationen, aber leider gibt es Menschen, die das knallhart ausnutzen und Copy Cat spielen. Damit sind wir mit unserem ersten Ansatz ziemlich auf die Schnauze gefallen.

Phase 4: Wachstum

Was macht suprtrue so besonders? Beschreibt bitte eure einzigartige Strategie bzw. das Alleinstellungsmerkmal.

Wir haben viel vor und wissen genau, in welche Richtung man produkttechnisch und mit Hinblick auf Design steuern muss. Unsere suprtrue-Standards erhalten einen speziellen Feinschliff, in dem sie in komplette Kollektionen eingebettet werden können und indem wir unser Augenmerk auf Ästhetik setzen. Funktional, schick und so nachhaltig, wie momentan möglich. Bei uns erhält man alles aus einer Hand, vom Primär- zum passenden Sekundärpackmittel und der passenden Versandschachtel mit Inlay. Somit erspart man sich die langwierige Suche nach unterschiedlichen Produzenten, die sich zwar mit der Technik und Herstellung ihres jeweiligen Parts auskennen, aber keine schlüssigen Kollektionen zusammenstellen.

Welche Marketing-Kanäle habt ihr mit suprtrue bisher genutzt? Beschreibt bitte, was besonders gut funktioniert hat.

Wir benutzen Instagram und LinkedIn für suprtrue, um ausführlich über das Thema Nachhaltigkeit und Verpackung zu kommunizieren. Es ist ein sehr komplexes Zusammenspiel vieler Komponenten, weswegen es sehr wichtig ist, dass sich alle Beteiligten ausgiebig damit beschäftigen. Beispielsweise ist richtiges Waste Management Gold wert und kann maßgeblich dazu beitragen, ob eine Verpackung oder Teile davon recycled werden können oder nicht. Hierfür ist allerdings eine transparente Kommunikation auf allen Ebenen erforderlich. Die Kombination aus den Netzwerken stellt sich als besonders sinnvoll heraus, weil hierbei komplett unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden. Auf der einen Seite sind es etablierte Unternehmen und potenzielle Kooperationspartner. Auf der anderen Seite stehen junge Unternehmen und Startups oder, diejenigen, die gerade dabei sind, Ideen zu spinnen und ihre Träume zu leben.

Welche geheimen Tipps möchtet ihr angehenden Gründern geben?

Es kann immer etwas schief gehen. Aus Fehlern lernt man. Schlimmer als der Fehler selbst, ist in Schockstarre zu verfallen und nichts zu tun. Deswegen unser Tipp Nummer 1: Schnell aufstehen, schnell besser machen. Fragt andere, ob sie euer Produkt oder eure Idee intuitiv verstehen. Bringt es auf den Punkt und macht es allen so verständlich wie möglich. Tipp Nummer 2: Think big! Wo geht es hin? Was könnt Ihr und was wollt Ihr der Zukunft alles auf den Weg bringen und verändern? Und schließlich Tipp 3: Schließt Euch zusammen und seid offen für sinnstiftende Kollaborationen und traut euch auch die ganz Großen zu fragen.

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Über den Autor

Autorenprofil: Luisa Färber

Luisa Färber

Luisa kommt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Oberfranken und entschied sich nach dem Abitur für ein Studium der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität Ilmenau in Thüringen. Durch die vielen praxisnahen Projekte konnte sie bereits Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeiten innerhalb der Medienbranche sammeln. In mehreren Praktika entdeckte sie ihre Leidenschaft für die redaktionelle Arbeit und feilte an ihrem Textgefühl. Neben dem Studium war sie ehrenamtlich im Studierendenradio und in verschiedenen anderen Projekten tätig. Im Anschluss an ihren Bachelor macht sie nun seit Februar 2022 ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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