Interview über den erfolgreichen Aufbau eines Online-Business

Gründer-Geheimnis SHÖPY: Diese Strategie führte zum lukrativen Startup-Online-Shop

Startup-Produkte liegen absolut im Trend. Denn die Gründer überzeugen durch authentisches Auftreten und innovative Designs. Doch wer solche Produkte kaufen möchte, musste auf die einzelnen Firmenwebseiten zurückgreifen und sich die Wunschprodukte mühsam zusammensuchen. Um diesen Prozess zu beschleunigen, gründeten Christian Pittner und Thomas Leskowsky SHÖPY und damit einen Online-Shop ausschließlich für Startup-Produkte. Mit dieser Idee erreichten sie schnell eine hohe Bekanntheit und aktuell sind einige Erweiterungen geplant. Wir haben im Interview spannende Details zum Gründer-Geheimnis, dem erfolgreichen Geschäftsaufbau sowie praktische Startup-Tipps erfahren.

Die letzten Monate der Corona-Pandemie trieben viele Startups nicht nur in eine finanzielle Schieflage, manche mussten durch den Lockdown ihre Produktion komplett einstellen. Um genau diesem Problem entgegenzuwirken, entwickelten die Österreicher Christian Pittner und Thomas Leskowsky einen Plan. Dabei ahnten sie nicht, dass daraus ihr eigenes erfolgreiches Unternehmen entstehen würde. Denn ihr Online-Shop SHÖPY setzt seit 2020 ausschließlich auf Startup-Produkte, konnte sein Angebot innerhalb eines Jahres verzehnfachen und sich als größter Marktplatz in dem Bereich positionieren. Diese enorme Wachstumsrate führte dazu, dass SHÖPY Anfang Juli dieses Jahres vom Unternehmen niceshops gekauft wurde. niceshops wurde von Christian Schreiner gegründet und ist mit 530 Mitarbeitern und 100 Millionen Euro Umsatz eines der führenden E-Commerce-Unternehmen im deutschsprachigen Raum.

Damit erreichten die Gründer in nur 15 Monaten ihren Exit und möchten nun gemeinsam mit niceshops die größte Plattform für Innovationen in Europa aufbauen. Schon in ein paar Wochen soll der neue Shop an den Start gehen. Doch wie genau fing alles an? Wie schafften es die Gründer von SHÖPY, den Online-Shop aufzubauen und welche Erfolgsfaktoren waren entscheidend? Wir haben im Interview mit Christian erfahren, worauf es bei der Planung ankommt und warum sich die Gründer von SHÖPY für ein Online-Business entschieden haben.

Phase 1: Ideenfindung

Wie entstand dein Interesse für die Startup-Szene?

Als ehemaliger Industrial Design Student interessiere ich mich sehr für verschiedenste Innovationen. Aus diesem Grund habe ich mich schon sehr früh mit der Startup-Szene befasst, da man sich als Produktdesigner dort am schnellsten verwirklichen kann. Außerdem arbeitete ich neben dem Studium bereits für mehrere Startups als Freelancer und war schlussendlich bei der Gründung eines Hardware-Startups als Co-Founder beteiligt. Damit erfüllte sich auch ein Jugendtraum, da ich mit dem Startup bei der Gründershow “2 Minuten – 2 Millionen”, dem österreichischen Äquivalent zur Höhle der Löwen, auftreten konnte.

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Wie kam es dann zur Idee für SHÖPY?

Kurz vor dem Ende meines Studiums besaß ich große Pläne und bezog dabei natürlich auch mein damaliges Startup mit ein. Doch dann kam die Corona-Pandemie und nichts war mehr wie vorher. Mir wurde die Belastung junger Unternehmen bewusst, da unser Startup unmittelbar betroffen war und schlussendlich sogar daran scheiterte. Das war der Moment, an dem ich beschloss SHÖPY zu gründen. Um möglichst viele Startup während der Krise unterstützen zu können. Damit entstand meine Idee während des ersten Lockdowns in Österreich, denn ich wollte mit meinem Co-Founder Thomas eine zentrale Plattform erschaffen, über die sich innovative Produkte von hunderten Startups bestellen lassen.

Wie habt ihr erkannt, dass es sich dabei um ein lukratives Geschäftsmodell handelt?

Mit dem Gedanken, die Startup-Branchen zu unterstützen, war die Plattform für alle Gründer zunächst komplett kostenlos und wir haben diese auch bis November 2020 ehrenamtlich betrieben. Nach dem hervorragendem Zuspruch aus der Community entschlossen mein Co-Founder Thomas und ich eine Verkaufsprovision einzuführen, um die Fixkosten decken zu können. Danach konzentrierten wir uns ab 2021 auf die Erweiterung unserer Geschäftsmodelle und Thomas konnte spannende Ansätze in das Unternehmen einbringen. Aus diesen Ansätzen entwickelten wir dann wiederum lukrative Modelle für SHÖPY und bekamen sehr viel Zuspruch von Investoren.

Startup-Produkte sind generell sehr beliebt und besitzen einen guten Ruf: Warum ist das so?

Ich denke, es hängt zum einen mit der Schnelligkeit zusammen. Mich faszinieren junge Unternehmen, die in kürzester Zeit innovative Produkte und ein Geschäftsmodelle entwickeln, um Probleme zu lösen. Die effiziente, schnelle Arbeitsweise und hohe Skalierbarkeit bestimmter Produkte führt dazu, dass das Potenzial so enorm und für die Wirtschaft extrem spannend ist. Zudem kenne ich nicht viele Branchen, wo Unternehmen entstehen, die innerhalb von ein paar Jahren hunderte Mitarbeiter einstellen. Zusätzlich sind Startup-Produkte sehr authentisch, gerade weil alles, so wie bei SHÖPY, selbst erarbeitet wurde.

Phase 2: Planung

Welche ersten Schritte standen bei der Planung für SHÖPY an?

Da der Lockdown und die Krise allgemein sehr plötzlich kam, gab es bei SHÖPY nicht viel Zeit, um alles genau zu planen. Durch die laufenden Projektarbeiten während des Studiums, konnte ich bereits viel Praxis im Recherchieren sammeln. Dadurch kann ich guten Gewissens behaupten, dass ich sehr schnell notwendige und relevante Informationen rund um die Mitbewerber, den Markt und das Potenzial in Erfahrung brachte, um meine Pläne voranzutreiben.

Wie habt ihr euren Businessplan erstellt?

Da das Projekt ja anfangs ehrenamtlich geführt wurde, war der Businessplan für SHÖPY tatsächlich eher bescheiden. Allerdings überarbeiteten und vollendeten wir ihn im Zuge der Startup-Academy, nachdem wir im Hightech Inkubator Graz Science Park aufgenommen wurden. Deshalb rate ich jedem Startup, sich bei lokalen Inkubatoren und Startup-Institutionen zu bewerben, da diese über jahrelanges Know-How und vor allem das richtige Netzwerk verfügen.

Welche Schritte standen noch an, bis die Plattform von SHÖPY an den Start ging?

Nachdem ich mich dazu entschlossen hatte, das Projekt zu starten, schloss ich mich in mein damaliges WG-Zimmer ein. Dort verbrachte ich Tag und Nacht damit, alles aufzusetzen und einzurichten. Ich kann mich noch erinnern, dass acht Stunden vor dem offiziellen Start von SHÖPY der Bezahlprozess nicht einwandfrei funktionierte und ich langsam nervös wurde. Doch schlussendlich ist sich alles ausgegangen und ich konnte wie geplant live gehen. Mit der Hilfe eines befreundeten Business Angels gründeten wir anschließend innerhalb von zehn Tagen die GmbH. Dabei konnten wir innerhalb eines Jahres die Anzahl der gelisteten Startups bzw. Produkte mehr als verzehnfachen.

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Phase 3: Gründung

Ihr habt euch für ein Online Business entschieden: Warum lohnt sich das für Gründer?

Die Corona Krise hat gezeigt, dass ein Online Business wie SHÖPY zahlreiche Vorteile besitzt. Zum Beispiel waren wir von den Maßnahmen, die durch Corona entstanden sind, nicht wirklich betroffen. Ganz im Gegenteil, der ganze Online-Handel wurde sogar gestärkt und die Vorteile aufgezeigt. Grundsätzlich ist man als Gründer bei einem Online Business praktischerweise nicht ortsgebunden. Denn ich brauche eigentlich nur meinen Laptop, mein Handy und eine Internetverbindung.

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Welche Besonderheiten müssen Gründer beachten, die ebenfalls ein Online Business aufbauen möchten?

Es ist nicht so, dass man nur einen Online-Shop wie SHÖPY einrichtet und dann läuft alles von alleine. Denn vor allem die gesetzlichen Grundlagen sind in jedem Land unterschiedlich. Ehrlicherweise sehe ich täglich viele Shops, die nicht 100 Prozent gesetzeskonform sind. Dabei sind es oft nur Kleinigkeiten, doch die können recht schnell sehr teuer werden und sind auf keinen Fall zu unterschätzen. Zusätzlich bin ich der Meinung, dass man sich in vielen Bereichen einlesen muss, um einen erfolgreichen Shop ins Leben zu rufen. Die Konkurrenz ist extrem groß, deshalb sollten sich Gründer gut im E-Commerce auskennen.

Welche Fehler habt ihr bei der Gründung von SHÖPY gemacht?

Bei der ersten Gründung ist einfach alles neu und Fehler kommen einem besonders schlimm vor. Doch wenn man das Prozedere einmal durchgemacht hat, fallen weitere Gründungen viel leichter. Die Gründung von SHÖPY war bisher meine schnellste. Denn von der Entscheidung bis zur Gründung mit Gesellschaftsvertrag und Notartermin sind keine zwei bis drei Wochen vergangen. Mein Rat an alle Gründer lautet, den Schritt zu wagen und nicht monatelang zu überlegen. Natürlich hilft es immer, wenn man jemanden kennt, der einen bei diesem Prozess unterstützen kann, was bei mir auch der Fall war.

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Phase 4: Wachstum

Was macht SHÖPY im Vergleich zur Konkurrenz so besonders?

Wir haben bei SHÖPY von Anfang an unseren Fokus nur auf Startup-Produkte gesetzt und damit auf eine Nische, die in meinen Augen größtenteils vernachlässigt wurde. Denn Startups schaffen es in kürzester Zeit die innovativsten und oftmals auch nachhaltige Produkte zu entwickeln, zusätzlich sind sie ein wichtiger Bestandteil unserer Wirtschaft. Auch für die Endkunden bietet unsere Plattform ein besonderes Angebot, da sie an einem Ort hunderte spannende und innovative Produkte finden können.

Welche Marketing-Kanäle habt ihr bei SHÖPY bisher erfolgreich genutzt?

Ähnlich wie bei vielen anderen Gründern, besaßen wir anfangs ein stark begrenztes Budget. Zusätzlich unterstützen wir die Startups bis November 2021 ja ehrenamtlich und hatten somit bis dahin faktisch keine Einnahmen. Daher investieren wir bei SHÖPY schon immer viel Zeit in SEO und konnten stets organisches Wachstum verzeichnen. Zusätzlich waren wir oft in den Medien vertreten und es wurden zum Beispiel Zeitungsartikel über uns veröffentlicht, was starken Traffic brachte. Das hätte ich überhaupt nicht gedacht, was für einen Einfluss Zeitungen noch immer besitzen.

Welche geheimen Tipps möchtest du angehenden Gründern geben?

Meiner Meinung nach sind zwei Faktoren essenziell, um ein erfolgreiches Startup wie SHÖPY aufzubauen: umsetzen und durchhalten. Denn gute Ideen hat so gut wie jeder Mensch. Doch nur ein Bruchteil setzt diese auch um und redet nicht nur. Deshalb trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Wenn du eine innovative Idee besitzt und diese auch umsetzen willst, such dir Unterstützung durch passende Startup-Angebote in deiner Region und lege los. Außerdem solltest du dich nach passenden Mitgründern bzw. Geschäftspartnern umschauen, die dich auf deinem Weg begleiten können.

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Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.

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