Interview über die Gründung eines nachhaltigen Business

Gründer-Geheimnis: Nachhaltige Waschstreifen von imnuu

Kannst du dich noch an das erste Mal Wäsche waschen erinnern? Am Anfang ist das ziemlich überfordernd. Verschiedenes Waschmittel für unterschiedliche Stoffe, Farben und Hauttypen. Ist man zusätzlich jemand, der auf Nachhaltigkeit achtet, wird es noch schwerer. Ohne Mikroplastik, Chemie und noch dazu ökologisch produziert, dafür findet man kaum Lösungen – bis jetzt. Mit imnuu ist das alles kein Problem mehr!

Das Startup imnuu stellt Waschstreifen her, die zu 100 Prozent aus Deutschland stammen. Damit erleichtern sie nicht nur den Waschprozess mit einer einheitlichen Lösung, sondern setzen auch auf Nachhaltigkeit in jedem Aspekt. Wer also das lästige Schleppen von vier verschiedenen Waschmitteln leid ist und eine einfache Alternative sucht, ist mit den Waschstreifen von imnuu bestens bedient. Einfach gemeinsam mit der Wäsche in die Maschine geben und schon kann es losgehen.

Mittlerweile gibt es die Waschstreifen nicht nur im eigenen Onlineshop, sondern auch bei Rossmann und Kaufland. Neben den Vertriebsstellen ist auch das Unternehmen selbst gewachsen und so arbeiten bereits sieben Mitarbeiter für imnuu. Wir haben mit den beiden Gründern Marco Bühlmann und Patrick Maiwald über ihr Gründer-Geheimnis gesprochen.

Phase 1: Ideenfindung

Wie entstand die Idee von imnuu?

Wir haben andere Waschstreifen einfach mal getestet und in der Recherche festgestellt, dass es niemanden gibt, der ein solches Produkt in Europa produziert. Dann waren wir gemeinsam beim Segeln und kamen in eine mehrstündige Flaute. Diese Zeit auf dem Segelboot haben wir dann zum Brainstorming für unsere imnuu-Idee genutzt. Quasi ein Strategiemeeting auf See! Als wir dann wieder an Land waren, haben wir den festen Entschluss gefasst, imnuu zu gründen. Das Ziel sollte es sein, den Menschen ein Waschmittelprodukt an die Hand zu geben, das einfach und nachhaltig ist.

Wie lief die Namensfindung ab und warum habt ihr euch für “imnuu” entschieden?

Wir waren zu dritt, jeder von uns hat eine Liste geführt und wir haben uns die Ideen immer wieder gegenseitig vorgestellt bis wir uns einig waren. Der Name sollte einfach, leicht zu merken und für eine URL geeignet sein. Und so ist imnuu entstanden – ein einfaches Wortspiel – quasi „im Nu“ waschen und „im Nu“ wieder sauber.

Wie habt ihr erkannt, dass es sich bei imnuu um ein lukratives Geschäftsmodell handelt?

Der Stein kam ins Rollen, weil wir ein Produkt herstellen wollten, das nahe am täglichen Gebrauch ist. Wir haben den Markt der traditionellen Waschmittelhersteller und Waschmittelstreifenhersteller bis ins kleinste Detail analysiert und festgestellt, dass viele Marken reine Dropshipper sind. Das bedeutet, deren Produktion findet gar nicht im eigenen Haus statt. Diese sogenannten Dropshipper kaufen ihre Produkte komplett in China sobald sie über ihren Onlineshop eine größere Bestellmenge erhalten haben. Viele der Waschmittelprodukte, die es online im DACH-Raum zu bestellen gibt, kommen daher gar nicht aus Deutschland und auch nicht aus Europa. Das empfanden wir nicht wirklich als nachhaltig. Daher war es uns wichtig, ein Produkt herzustellen, das auch wirklich „Made in Germany“ ist. Ein Produkt, das mikroplastikfrei ist, frei von Allergenen und auch für Menschen mit sensitiver Haut geeignet ist. Wichtig war es uns zudem, dass unsere Zulieferer ebenfalls in Deutschland sind. Nur so konnten wir ein rundum nachhaltiges Produkt sicherstellen.

Phase 2: Planung

Wie habt ihr euch informiert und wie seid ihr dann mit imnuu gestartet?

Wir haben zusätzlich zu Brainstormings und Analysen ganz klassische Marktrecherche im Internet sowie direkte Regalrecherche betrieben. Dann haben wir das ganze Geschäftsmodell im eigenen Team gemeinsam auf die Beine gestellt – komplett ohne externe Beratung.

Wie habt ihr den Businessplan erstellt?

Wir haben klassisch einen Businessplan erstellt und hatten dabei das große Glück, dass der Waschmittelmarkt über Retail läuft und dieser ist gut getrackt. Das heißt, es war recht einfach zu analysieren, da generelle Marktzahlen leicht zugänglich sind. Unser Tipp: Ein Finanzplan ist sehr wichtig, aber auch sehr dynamisch, das sollte man nie vergessen! Das wichtigste in der Vorbereitung ist das Gründerteam. Insbesondere eine klare Aussprache, Ehrlichkeit zu teilen und gemeinsame Werte zu haben ist essentiell: Eine Grundsatzentscheidung, die das beispielhaft zeigt, war, dass wir uns von vornherein einig waren, kein Dropshipper werden zu wollen. Sondern unser Ziel war es, ein nachhaltiges Produkt Made in Germany zu entwickeln – auch wenn das mit mehr Risiko verbunden war. Unser Tipp für alle Gründerteams: Allem voran zählt Mut. Zwischen Mut und Wahnsinn ist allerdings ein schmaler Grad – ob es Wahnsinn war weiß man meistens erst hinterher. 😉

Welche Schritte standen noch an, bis die Plattform online ging?

Zuerst musste das Produkt komplett produziert und eine Verpackung designt werden, bevor der Onlineshop live gehen konnte. Das bedeutete konkret: Wir mussten einen Vorlauf von mehr als einem Jahr einplanen, damit die Produktion fertig zum direkten Verkauf aufgestellt war, bevor der Onlineshop live ging.

Phase 3: Gründung

Wie viel Potenzial besitzt diese Branche, warum sollten angehende Gründer in diesem Bereich neue Konzepte entwickeln?

Im Hinblick auf das 2023 in Deutschland in Kraft tretende Lieferkettensorgfaltsgesetz, das 2024 auch auf EU-Ebene in Kraft tritt, sollten Unternehmen vorbereitet sein und ihre Produktion und Lieferkette genau kennen, da sonst hohe Strafen drohen. Zudem gab es durch verschiedene globale Krisen in den letzten beiden Jahren ja auch oft genug Lieferschwierigkeiten, da deutsche Unternehmen zu abhängig von ausländischen Zulieferern wurden. Auch die Waschmittelbranche war und ist davon sehr stark betroffen, da viele Marken ihre Produkte und selbst ihre Verpackungsmaterialien aus China beziehen. Diese beiden Themen tangieren uns nicht, da wir unser gesamtes Geschäftsmodell so aufgebaut haben, dass wir weder von China abhängig sind noch von hohen Transportkosten. Wir sind Made in Germany, unser Waschmittelstreifen löst sich beim Waschen auf, ist biologisch abbaubar, vegan und frei von Allergenen. Wir reduzieren generell Waschmittelchemie und verzichten bewusst auf chemische Inhaltsstoffe wie Bleichmittel, Enzyme und ähnliche Waschsubstanzen, die in herkömmlichen Waschmitteln verwendet werden und die nicht nur der Umwelt schaden sondern auch den Kleidungsstücken selbst sowie deren Träger.

Welche Vorteile bietet ein Online-Business für Gründer?

Zunächst einmal ist man als Hersteller mit eigenem Onlineshop freier in der Gestaltung der Größen und Mengen sowie im Verpackungsdesign. Sobald man als Hersteller für eine Listung im Regal produziert, müssen ganz individuelle Vorgaben für den Point of Sale pro Retailer eingehalten werden. Denn Kunden haben beim Regalkauf andere Kaufkriterien und da sind oft Sekunden entscheidend. Aber durch die großen Vertriebsnetzwerke der Supermarkt- oder Drogerieketten bietet auch die Regal-Listung enorme Vorteile. Wir sehen daher eine Kombination aus Online-Business und LEH– sowie Drogeriemarkt-Regal-Listung als ideal für uns an. Der Vorteil vom Onlineshop: Wir haben durch den Onlineshop direkt Zugang zum Produktverwender und erhalten so auch direktes Feedback.

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Welche Fehler habt ihr mit imnuu gemacht?

Unser Motto war immer “Einfach machen” und so sind wir die Macher und lernen täglich aus unseren Erfahrungen. Wir haben festgestellt, dass Vorhaben theoretisch simulierbar sind, aber die Realität sich dann doch anders entwickeln kann. Daher ist unsere Devise “Just do it”.

Phase 4: Wachstum

Was macht imnuu so besonders?

Durch die lokale Produktion in Deutschland werden die Transportwege verringert. Während mit rein herkömmlichen Waschmitteln pro Jahr eine Tanklast von ca. 24.000 LKWs allein in Deutschland anfällt, wären es – würde jeder nur noch mit imnuu waschen – lediglich 4 % des gesamten vorherigen Verbrauches, das heißt eine Ersparnis von 96 Prozent! Da imnuu jeden Produktionsschritt im eigenen Werk selbst vornimmt, kann genau zurückverfolgt werden, welche Transportwege anfallen, bis das Produkt beim Kunden landet. imnuu ist Made in Germany und das ist ein Riesenvorteil!

Ein weiterer USP, den wir erst nach dem Start unseres Business bemerkt haben, war, dass wir auch für den B2B Bereich interessant sind und Unternehmen auch einen Vorteil bieten können. Das zeigt die große B2B Nachfrage nach unserem Produkt. Stellen Unternehmen von der Verwendung herkömmlicher Waschmittel auf die Lieferung von imnuu Waschmittelstreifen um, so sparen diese einerseits erheblich an Transportkosten und zudem wird ihre gesamte Lieferkette ein Stück nachhaltiger. Und die Mitarbeiter der Unternehmen müssen nicht mehr so schwer schleppen – dies schont auch das Personal langfristig.

Welche Marketing-Kanäle habt ihr mit imnuu bisher genutzt?

Für uns ist das eine Kombination aus diesen Disziplinen: Onlineshop, Google Ads, Social Media, PR, Retailer-Meetings, Startup-Events, Direkte Pitch-Termine bei Supermarktketten, Vernetzung mit anderen Startups…

So einfach geht Wäsche waschen – Auf Instagram zeigt imnuu die einfache Anwendung der Waschstreifen.

Welche geheimen Tipps möchtet ihr angehenden Gründern geben?

Kommen wir mal wieder auf unseren Ursprung zurück, dann können wir aus unserer Segelerfahrung durchaus behaupten, dass wir sturmerfahren sind. Unser Tipp für andere Gründer: Wenn der Wind schneller wird, muss man als Team das Boot schnell und sicher verlangsamen, Stabilität gewinnen, Kurs halten und das Team sicher in den Hafen bringen. Nach einem Knock-down heißt es, einfach wieder aufrichten und Stabilität sichern! So übersteht man auch den größten Sturm. Wenn der Sturm aufzieht, zeigt es sich, ob man Segeln kann – und ganz wichtig für alle Gründer auch in schwierigen Zeiten, den Humor zu bewahren!

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Über den Autor

Autorenprofil: Luisa Färber

Luisa Färber

Luisa kommt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Oberfranken und entschied sich nach dem Abitur für ein Studium der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität Ilmenau in Thüringen. Durch die vielen praxisnahen Projekte konnte sie bereits Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeiten innerhalb der Medienbranche sammeln. In mehreren Praktika entdeckte sie ihre Leidenschaft für die redaktionelle Arbeit und feilte an ihrem Textgefühl. Neben dem Studium war sie ehrenamtlich im Studierendenradio und in verschiedenen anderen Projekten tätig. Im Anschluss an ihren Bachelor macht sie nun seit Februar 2022 ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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