Interview über die Gründung eines innovativen Startups

Gründer-Geheimnis: Vegane Alternativen von GREENFORCE

Viele Menschen möchten im Alltag nicht darauf verzichten, ein leckeres Stück Fleisch oder Wurst zu essen. Auch Milch oder Ei ist bei vielen aufgrund des Geschmacks unverzichtbar. GREENFORCE entwickelt immer wieder neue Produkte, die nicht nur mit gutem Geschmack, sondern auch mit einem hohen pflanzlichen Proteingehalt überzeugen. Ob aus Gründen der Nachhaltigkeit oder des Tierwohls – die Produkte von GREENFORCE kommen nicht nur bei Menschen mit veganer Ernährungsweise an. Im Interview verrät uns Gründer Thomas Isermann spannende Details aus dem Gründer-Alltag und über das Gründer-Geheimnis des Startups.

Vom Schnitzel über die Frikadelle bis zum Ei-Ersatz – wer den Geschmack von tierischen Produkten mag, aber aus verschiedenen Gründen auf Fleisch und Co. verzichten möchte, ist bei GREENFORCE richtig. Vielfältige Ersatzprodukte, ganz easy zum Anrühren. Gemeinsam haben Gründer Thomas Isermann und Co-Ceo Hannes-Benjamin Schmitz sowie deren Team eine Mission: Mit GREENFORCE die vegane Proteinversorgung der nächsten Generationen zu gewährleisten und gleichzeitig eine hochwertige und reine Alternative für Fleischliebhaber zu bieten.

GREENFORCE kann neben zahlreichen zufriedenen Kunden auch auf einige Awards sehr stolz sein. So haben sie im vergangenen Jahr den internationalen Green Product Award und auch den PETA Vegan Food Award gewonnen. Bekannte Gesichter wie Joko Winterscheidt zählen ebenfalls zu den Unterstützern von GREENFORCE. Heute findet man die Produkte im Einzelhandel an über 8.000 Verkaufsstellen, zum Beispiel bei Rewe, Kaufland oder Globus. Im Interview haben wir mit Gründer Thomas Isermann über den Aufbau des Unternehmens gesprochen und erfahren, was sein Gründer-Geheimnis ist.

Phase 1: Ideenfindung

Wie genau entstand die Idee für GREENFORCE?

Die Idee für GREENFORCE entstand im Jahr 2019. Damals war ich in New York auf der Plant Based Food Messe. Ich habe dort die innovativsten Fleischersatzprodukte probiert. Die meisten waren geschmacklich sowie von der Konsistenz eine Enttäuschung und steckten zudem voller ungesunder Zusatzstoffe. Ich esse selbst sehr gerne Fleisch, wenn auch selten. Diese Produkte waren jedoch keine gute Alternative. Ich wollte einen Burger-Patty entwickeln, der in einer Blindverkostung auch in der Spitzengastronomie Anklang finden würde. Mittlerweile haben wir das geschafft und GREENFORCE ist zum Beispiel bei Feinkost Käfer, im Hilton, Stanglwirt oder Hofbräukeller am Wiener Platz angekommen.

Wie habt ihr erkannt, dass es sich dabei um ein lukratives Geschäftsmodell handelt?

Wir waren zuallererst davon überzeugt, dass wir von GREENFORCE in der Lage sind, ein sehr viel besseres Produkt zu liefern. Mehr Geschmack, weniger Zusatzstoffe. Im Laufe meiner unternehmerischen Reise habe ich verstanden, dass sich ein qualitativ gutes Produkt mit einem fairen Preis-Leistungsverhältnis immer verkaufen kann. Auch jetzt noch steht die Qualität des Produktes im Vordergrund, dann erst der Preis und die Multiplikation des Geschäftsmodells. 

Phase 2: Planung

Wie habt ihr euch informiert? Und dann danach bei der Planung unterstützen lassen?

Wir hatten das große Glück, dass wir zu dem Zeitpunkt bereits über acht Jahre an veganen Proteinquellen geforscht hatten und sogar schon eigene hochwertige, pflanzliche Proteine vorweisen konnten, die in Form eines Regenerationsdrinks auch schon im Spitzensport eingesetzt wurden. Wir sind sozusagen „first mover“ im Bereich der veganen Proteingewinnung und -verarbeitung.

Wie habt ihr den Businessplan für GREENFORCE erstellt?

GREENFORCE ist nicht das erste Unternehmen, das wir gegründet haben. Deswegen verfügten wir auf diesem Gebiet bereits über etwas Erfahrung. Eine realistische und gleichzeitig kritische Planung durchzuführen ist grundlegend. So ist man auch auf Worst-Case-Szenarien vorbereitet. Das Projekt sollte auf alle Fälle mindestens 1-2 Jahre durchfinanziert sein.

Businessplan erstellen in 10 Schritten

Schritt 1: Idee, Angebot und die Zielgruppe

Im ersten Kapitel gibst du direkt einen ersten Eindruck davon, wie das Konzept deines Unternehmens aussehen soll. Was ist deine Grundidee? Wie kannst du anderen mit deiner Idee helfen und was genau ist dein Ziel? Das solltest du sehr präzise bestimmen und beschreiben können. Darüber hinaus solltest du dir genau überlegen, wer deine Zielgruppe ist und diese ebenfalls konkret definieren. Damit wird es dir im folgenden Kapitel leichter fallen, eine Marktanalyse anzufertigen.

Schritt 2: Markt und Wettbewerb

Hier geht es darum, sich intensiv mit dem Markt und den Mitbewerbern auseinanderzusetzen. Wie groß ist der Markt? Lohnt es sich hier ein Business zu starten? Mache dir bewusst, welche Wettbewerber du hast. Damit du nicht schon zu Beginn des Markteintritts stark mit diesen zu kämpfen hast, solltest du dir überlegen, was du besser machen kannst. Fertige die Analyse so detailliert wie nur möglich an, um perfekt auf deinen Start ins Business vorbereitet zu sein.

Schritt 3; Visionen und Ziele bestimmen

Besonders wichtig für dich als Unternehmer und für dein restliches Team ist es, genau Ziele und Visionen festzulegen, auf die ihr gemeinsam hinarbeiten könnt. Nur wenn du dieses Ziel einmal mit deinem Team oder deinen Gründern festgelegt hast, ist es dir möglich, die darauf abgestimmten Maßnahmen festzulegen. Sie geben dir eine Richtung vor, auf die eine Strategie aufgebaut werden kann.

Schritte 4: Deine Strategie

Auch die Strategie muss sehr gut durchdacht werden. Schließlich musst du mit ihr zu deinen Zielen gelangen. Hier musst du dir vor allem überlegen, welchen Nutzen dein Unternehmen deinen Kunden bringt. Und wie kannst du diesen Nutzen am besten umsetzen? Überlege dir in jedem Fall eine bessere Strategie als deine Mitbewerber und prüfe, was du besser machen kannst als sie. Auch alternative Strategien können sinnvoll sein, da nie gesagt ist, dass die erste Strategie direkt auf Anhieb funktioniert.

Schritt 5: Marketing

Auch die Strategie muss sehr gut durchdacht werden. Schließlich musst du mit ihr zu deinen Zielen gelangen. Hier musst du dir vor allem überlegen, welchen Nutzen dein Unternehmen deinen Kunden bringt. Und wie kannst du diesen Nutzen am besten umsetzen? Überlege dir in jedem Fall eine bessere Strategie als deine Mitbewerber und prüfe, was du besser machen kannst als sie. Auch alternative Strategien können sinnvoll sein, da nie gesagt ist, dass die erste Strategie direkt auf Anhieb funktioniert.

Schritt 6: Rechtsform und Steuern

Ein sehr unbeliebtes, aber trotzdem sehr wichtiges Thema: Die Wahl der Rechtsform und alles rund um die Steuern. Hier schreibst du nieder, für welche Rechtsform du dich entschieden hast, welche Genehmigungen du für dein Unternehmen brauchst, wie dein Unternehmen heißen soll und alles weitere, was in Richtung Buchhaltung geht.

Schritt 7: Gründerteam und Organisation

In diesem Kapitel gibst du an, wie ihr als Firma organisiert seid. Hast du einen Partner? Wer ist alles in deinem Gründerteam? Hier muss ersichtlich werden, wer für was verantwortlich ist, welche Strukturen ihr noch aufbauen wollt, wer schon alles im Unternehmen tätig ist und wer noch dazu kommt. Auch die Meilensteine, die du mit deinem Unternehmen erreichen willst, werden hier eingetragen.

Schritt 8: Finanzen

Die Finanzen bilden den Hauptteil deines Businessplans und müssen sehr genau berechnet und überprüft werden. Hier solltest du dir möglichst keine Fehler erlauben. Wo steht ihr gerade mit eurem Unternehmen, wie viel Kapital benötigt ihr noch und wann ist der Break-Even-Point geplant? – All das sind wichtige Fragen, die in dem Finanz-Teil berücksichtigt werden müssen. Spätestens hier ist es sinnvoll, ein geeignetes Tool zur Hand zu haben, mit dem sich alles leichter ausrechnen lässt.

Schritt 9: SWOT-Analyse

Nach den ganzen Zahlen folgt anschließend die SWOT-Analyse. SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats. Hier listest du also die Stärken, Schwächen, Stärken und Risiken deines Unternehmens auf und erklärst diese. Im nächsten Schritt müssen dann Maßnahmen getroffen werden, wie mit den Ergebnissen umgegangen wird, damit die Chancen maximiert und die Risiken minimiert werden können.

Executive Summary

Als letztes Kapitel folgt die Executive Summary, eine aussagekräftige Zusammenfassung deines Businessplans. Hier werden nochmal die wichtigsten Punkte deines Businessplans zusammengefasst, um den Investoren und Banken einen guten Überblick über dein Unternehmen zu geben. Erwähne hier also nochmal die wichtigsten Kernaussagen der Geschäftsidee, deines Teams, der Marktanalyse, der Chancen und Risiken und der Finanzierung.

Wie seid ihr bei der Finanzierung vorgegangen?

Die ersten zwei Jahre waren wir komplett eigenfinanziert. Mittlerweile haben wir uns dem Kapitalmarkt geöffnet und strategische Partner mit an Bord genommen. Für uns zählt ausschließlich smart money. Das bedeutet, wir legen Wert auf erfahrene und erfolgreiche Investoren, die über ein großes Wissen verfügen.

Welche Schritte standen noch an, bis die Plattform von GREENFORCE an den Start ging?

Zu Beginn haben wir die Prototypen entwickelt und Zulassungen eingeholt. Außerdem haben wir alle Prozesse von Entwicklung bis Verkauf optimiert und die technische Shop-Plattform aufgebaut. Dann stand natürlich noch der Aufbau der Logistik an, API-Schnittstellen mussten gesetzt und unsere Social Media Kanäle & das CRM System aufgebaut werden. Organisatorisch sind wir mit einem kleinen feinen Team gestartet, das alle Prozesse im Blick hatte.

Phase 3: Gründung

Wie viel Potenzial besitzt diese Branche, warum sollten angehende Gründer in dem Bereich neue Konzepte entwickeln?

Aktuell befinden wir uns in der größten Food Revolution der Lebensmittelindustrie seit wir denken können. Dass tierische Produkte eine der Hauptursachen für den Klimawandel sind, ist lange kein Geheimnis mehr. Allein schon deswegen ist es essentiell, in dieser Kategorie kreativ und neu zu denken und mit Hochdruck an nachhaltigeren Alternativen zu arbeiten. An einer Verringerung des Konsums tierischer Produkte werden wir alle nicht vorbeikommen, somit steckt in dieser Branche großes Potential. Wir sollten alle gemeinsam für eine nachhaltigere Zukunft, mehr Umweltschutz und eine Verringerung des Tierleids kämpfen. Außerdem werden wir die nächsten 2,3 Milliarden Menschen, die es laut Prognose bis 2050 geben wird, allein schon aus kapazitiven Gründen nicht mit Proteinen aus Fleisch und Fisch ernähren können. Daher muss ohnehin weiter an alternativen Proteinversorgungen geforscht werden.

GREENFORCE Produkte sind zwar auch im Supermarkt erhältlich, trotzdem habt ihr eine große Online-Präsenz und einen eigenen Online-Shop. Welche Vorteile bietet ein Online-Business für Gründer?

Ein sehr großer Vorteil ist natürlich der unmittelbare Kontakt zu unserer Community und das damit verbundene, persönliche Feedback. Beides ist uns sehr wichtig. Ein direkter Sales Kanal bedeutet zudem mehr Unabhängigkeit und niedrigere Kosten.

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Gründen wird oftmals als unkompliziert dargestellt, aber wenn du zurückblickst: Welche Fehler habt ihr gemacht?

Wir hatten das Glück, von Anfang an ein sehr erfahrenes Advisory Board an unserer Seite zu haben. Das hat uns großartig beraten, unterstützt und jeden Step begleitet. Jeder unserer Schritte war zwar bewusst gewählt, aber natürlich gehören Trial and Error zu jeder Gründung dazu und sind gewissermaßen wichtig für eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens. Durch Fehler lernt man und macht sie kein zweites Mal.

Phase 4: Wachstum

Was macht GREENFORCE als Unternehmen und Arbeitgeber im Vergleich zur Konkurrenz so besonders?

Ich finde, unser Teamspirit macht uns wirklich besonders. Wir sind schnell gewachsen und es kommen kontinuierlich neue Mitarbeiter hinzu. Mich freut es, zu sehen, wie rasch diese integriert sind und wie jeder einzelne zum GREENFORCE-Fan wird. Alle sind mit Begeisterung dabei und haben verstanden, dass wir einen wahnsinnig großen Impact haben, weil wir mit dem was wir tun die größte Food-Revolution in der industriellen Menschheitsgeschichte vorantreiben. Das motiviert extrem. Außerdem haben wir ein großartiges, internationales Forschungs- und Entwicklungsteam mit über 25 Jahren professioneller Erfahrung im Bereich der pflanzlichen und veganen Proteinforschung.

Was ist das Alleinstellungsmerkmal eurer Produkte?

Das ist zum einen natürlich das Rezept der Fleischersatzprodukte selbst: vegane Fleisch-, Fisch-, Ei- und Milchalternativen zum Selbstmixen – ganz ohne unnötige Zusatzstoffe. In nur wenigen Schritten wird aus dem Pulver eine Frikadelle, ein Schnitzel oder vegane Fischstäbchen. Ein weiterer Vorteil: das Pulver ist lange haltbar und kann ungekühlt gelagert werden. Das macht uns zum Beispiel schon nachhaltiger als viele vergleichbare Marken in der Branche. Dadurch werden ganz nebenbei sowohl in der Lieferkette als auch bei der Lagerung zu Hause noch deutliche CO2 Emissionen eingespart.

Welche Marketing-Kanäle habt ihr für GREENFORCE bisher erfolgreich genutzt?

Wir verfolgen eine Omnichannel Marketingstrategie und bedienen somit zahlreiche Kanäle, um das Kundenerlebnis zu optimieren. Die Marketing-Kanäle, mit denen wir unsere Community direkt erreichen, sind die Wichtigsten für uns. Hierbei spielen unsere Social Media Kanäle, insbesondere Instagram und TikTok, und deren organisches Wachstum natürlich eine sehr große Rolle. Über diese Kanäle erhalten wir von unseren Konsumenten direktes Feedback und können unmittelbar interagieren. Uns ist der direkte Austausch mit unserer Community besonders wichtig. Das spornt uns immer wieder an, weitere tolle Produkte zu entwickeln, die es bisher so noch nicht gibt und einen echten Mehrwert liefern. So stellen wir sicher, dass wir mit GREENFORCE die vegane Produktpalette immer weiter entwickeln und Produkte bereitstellen, die einen Innovationscharakter haben. Hierzu gehört beispielsweise unser kürzlich gelaunchtes „Easy To Mix Veganes Ei für Rührei & Omelett“, das von unserer Community gefeiert wird.

Welche geheimen Tipps möchtest du angehenden Gründern geben?

Wie bereits erwähnt, ist eine solide Durchfinanzierung für die ersten 1-2 Jahre das A und O für eine erfolgreiche Gründung. Der Businessplan muss wirklich realistisch sein. Starke, erfahrene Partner und verlässliche Business Angels tragen natürlich auch zum Erfolg bei. Überlegt euch, von welchen erfahrenen Unternehmern ihr lernen könnt und holt sie euch an Bord. Stellt euch ein motiviertes, passioniertes Team zusammen. Seid fokussiert und brennt gemeinsam für eure Sache.

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Über den Autor

Autorenprofil: Luisa Färber

Luisa Färber

Luisa kommt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Oberfranken und entschied sich nach dem Abitur für ein Studium der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität Ilmenau in Thüringen. Durch die vielen praxisnahen Projekte konnte sie bereits Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeiten innerhalb der Medienbranche sammeln. In mehreren Praktika entdeckte sie ihre Leidenschaft für die redaktionelle Arbeit und feilte an ihrem Textgefühl. Neben dem Studium war sie ehrenamtlich im Studierendenradio und in verschiedenen anderen Projekten tätig. Im Anschluss an ihren Bachelor macht sie nun seit Februar 2022 ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de.

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