Es hagelt Kritik von allen Seiten

DHDL-Startup Yfood verkauft Anteile an Nestlé

Verkauft ein Startup Anteile an große Konzerne, so sorgt das nicht nur für positive Rückmeldungen. Stattdessen hagelt es immer wieder Kritik von Kunden, die empört über den Einstieg der Unternehmen mit schlechter Reputation sind. Nachdem Ankerkraut im letzten Jahr verkündete die Mehrheit an Nestlé zu verkaufen, steigt der Riesenkonzern jetzt Berichten zufolge auch in das Startup Yfood ein.

Das Münchner Startup Yfood ist vielen bekannt. Eigenen Angaben zufolge kennt jeder zweite Deutsche die Produkte des Unternehmens. Groß geworden ist es vor allem durch Trinkmahlzeiten in verschiedensten Geschmacksrichtungen wie Vanille oder Schokolade. Diese sind nicht nur lecker, sondern decken mit ihren Inhaltsstoffen auch alle essentiellen Mikro- und Makronährstoffe ab, die der Körper benötigt. Dass die Produkte auch ungekühlt haltbar sind, machen sie zum idealen Begleiter für unterwegs und als Mahlzeit zwischendurch, wenn beispielsweise keine Zeit für das Zubereiten des Mittagessens ist. Neben dem eigenen Onlineshop hat das Unternehmen über 28.000 Vertriebsstellen in Supermärkten. Das Sortiment wurde auch um vegane Drinks, heiße Bowls und Riegel erweitert – es läuft also gut für das Unternehmen.

Vom Startup zum Millionenunternehmen

Seit dem Gründungsjahr 2017 ist also einiges passiert bei Yfood. Die beiden Gründer Benjamin Kremer und Noel Bollmann präsentieren ihr Produkt ein Jahr nach der Gründung in der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ – mit Erfolg! Denn Juror Frank Thelen investiert 200.000 Euro in das Startup. Mehr Kapital konnte Yfood in der Vergangenheit von verschiedenen Seiten einsammeln, seit der Gründung insgesamt rund 21 Millionen Euro. Durch strategische Werbemaßnahmen konnte das Startup sein Wachstum skalieren und auch die Beliebtheit des Unternehmens ist unentwegt gestiegen.

Yfood auf Wachstumskurs – Nestlé als strategischer Partner

Erst im Januar verkündet Yfood einen neuen Rekordumsatz in Höhle von 120 Millionen Euro, eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen ist eindeutig auf weiteres Wachstum getrimmt. Neben dem Headquarter in München eröffnet es jetzt auch Standorte in London, Amsterdam und Paris. Obwohl das Startup auch großen Wert auch Nachhaltigkeit und agiert seit 2021 sogar klimaneutral. Ein Konzern, der dahingehend immer wieder in Kritik steht ist Nestlé. Das Unternehmen soll an Kinderarbeit, der Abholzung des Regenwaldes, Tierversuchen und der Ausbeutung von Wasserressourcen beteiligt sein, so Gründerszene. Ausgerechnet dieser Konzern erwirbt nun Anteile an Yfood. Quellen zufolge soll er das internationale Geschäft unterstützen und bei der Expansion mithelfen. Wie hoch der Anteil von Nestlé ist, ist derzeit nicht bekannt. Auch muss die Beteiligung noch von den Behörden genehmigt werden.

Erwartet Yfood jetzt ein Shitstorm?

Im vergangenen Jahr bekam das Startup Ankerkraut beim Verkauf an Nestlé einen riesigen Shitstorm ab. So kündigten Influencer ihre Zusammenarbeit mit dem Gewürzmischung-Hersteller, Kunden kommentierten auf Social Media und äußerten ihre Wut. Schon jetzt zeichnen sich erste Reaktionen ab, denn die Kunden reagieren empört auf den letzten Post des Unternehmens auf Instagram: „Sollte Nestle tatsächlich einsteigen, werde ich yfood nicht mehr konsumieren“ oder „Geld, Geld, Geld …Nestlé“. Auch der Hashtag #boycottnestle ist immer wieder zu lesen. Auch prominente Streamer, unter denen die Produkte beliebt waren, machen ihrem Ärger Luft.

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Über den Autor

Autorenprofil: Luisa Färber

Luisa Färber

Luisa macht seit Februar 2022 ihr Volontariat in der Online-Redaktion von Gründer.de. Hier ist sie immer auf der Suche nach den neusten Startups mit bahnbrechenden Ideen und spannenden Businessmodellen. Ob Nachhaltigkeit, Food oder FinTech – Luisa recherchiert und schreibt über die Unternehmen von morgen! Außerdem ist sie mitverantwortlich für unsere Kooperationen und bringt Gründer.de auch als Marke voran. Ursprünglich kommt sie aus einem kleinen Dorf in Oberfranken und entschied sich nach dem Abitur für ein Studium der Angewandten Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Technischen Universität Ilmenau in Thüringen. Nach ihrem Bachelor, in dem sie ihre Leidenschaft für die redaktionelle Arbeit entdeckte, hat es sie nun nach Köln und in die Redaktion von Gründer.de verschlagen.

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