Die mobile Desinfektion für dein Handgelenk

Cleanbrace im Test: Das sexy Hygiene-Armband?

Durch die Corona-Pandemie wurde uns so einiges bewusst. Dass aber viele Unternehmen kein vernünftiges Hygienekonzept aufweisen können, war uns nur spärlich bekannt. Aber was wäre, wenn jede Privatperson die Möglichkeit hätte, eine unkomplizierte Lösung zur mobilen Händedesinfektion zu besitzen? Genau das hat sich Til-Jonas Uphoff zur Aufgabe gemacht und daraufhin Cleanbrace gegründet. Wir haben für dich sowohl mit dem CEO gesprochen als auch das Produkt im Alltag getestet. Alle Infos und Ergebnisse findest du in unserem Artikel.

Wann und von wem wurde Cleanbrace gegründet?

Cleanbrace wurde vom 22 jährigen-Till-Jonas Uphoff im Februar 2020 gegründet. Durch eigene 3D-Drucker auf dem Dachboden verlief der Start recht schwunghaft und die ersten Prototypen konnten früh erstellt werden. Im März 2020 ist das Unternehmen final an den Start gegangen und konnte bereits im April den ersten Großauftrag in Empfang nehmen. Aus einem anfänglichen Dreiergespann ist heute ein Team mit 15 Mitarbeiten geworden. Darunter befinden sich acht festangestellte Mitarbeiter und verschiedene Werkstudenten, Praktikanten oder Aushilfen – sogar mit Sitz in Italien und den Niederlanden. Mittlerweile wird das Cleanbrace Desinfektionsarmband nicht mehr mit dem 3D-Drucker, sondern professionell „Made in Germany“ in Hannover mittels Spritzguss-Maschinen und Konfektionierung hergestellt.

CleanbraceQuelle: Cleanbrace GmbH
Das Team von Cleanbrace mit Gründer Till-Jonas Uphoff (Mitte)

Wie ist die Idee von Cleanbrace entstanden? War nur Corona ausschlaggebend?

Ursprünglich machte Cleanbrace-Gründer Till-Jonas Uphoff eine Lehre zum Bankkaufmann. Er interessierte sich dazu schon früh für seine Umwelt und Finanzthemen. Schnell erkannte Till-Jonas, dass die (damals) unscheinbare Krankheitswelle in China, auch Auswirkungen auf uns in Deutschland haben wird. Daraufhin setzte er sich sehr früh ausführlich mit dem Thema Handhygiene auseinander. Der Einfall für seine Geschäftsidee kam ihm spontan bei einem Besuch einer Freundin im Krankenhaus. Dem Cleanbrace-Gründer wurde sehr schnell klar, dass jedes Unternehmen große Mengen an Desinfektionsmittelspendern brauchen wird. Anschließend habe er bei seinem damaligen Arbeitgeber nach der Höhe des Budgets für Hygiene-Infrastruktur gefragt. Die Antwort fiel enttäuschend aus. Die Lösung: Warum nicht für jeden einen persönlichen, immer griffbereiten Desinfektionsspender am Handgelenk?

Hürden und Probleme auf dem Weg zur Gründung

Wie in jedem Unternehmen verläuft der Start nicht immer so glanzvoll, wie vielleicht gewünscht. Gerade zu Beginn der Entwicklung hatte das Armband kleine Schwierigkeiten in der Funktionalität. Es lief noch nicht komplett rund. Doch für die Kunden überwog eindeutig ein Mehrwert. „Man kann sich über vieles den Kopf zerbrechen und sich sehr viele Gedanken machen, aber manchmal ist `einfach machen` und sich Feedback einholen viel viel wichtiger“, lautet das rückblickende Fazit von Till-Jonas.

Deutschlands Bürokratie bremst Cleanbrace aus

Durch das umfangreiche Feedback der Kunden brachte das Unternehmen bereits im Oktober das Cleanbrace 2.0 auf dem Markt und verbesserte so das Armand auf allen Ebenen. Zu Beginn der Unternehmensgründung standen jedoch einige bürokratische Hürden im Weg. „Wir waren zu schnell für Deutschland“, so Till-Jonas Uphoff. Um Ware außerhalb von Deutschland zu kaufen, musste das Unternehmen erst einmal in dem deutschen Unternehmensregister eingetragen sein. Und das dauerte. Eine Steuernummer konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht beantragt werden (weil sie zu dem Zeitpunkt noch eine „GmbH in Gründung“ waren), was den Import von Materialien aus anderen Ländern verhinderte.

10.000 Armbänder gingen verloren

Eine weitere Unannehmlichkeit spielte sich zu Weihnachten 2020 ab. Durch die Corona-Pandemie war das lokale Shoppen sehr stark eingeschränkt und viele Menschen haben ihre Geschenke im Internet bestellt, was die Logistik-Branche mehr als überstrapazierte. Cleanbrace gewann nach eigenen Angaben mehr als die Hälfte ihrer Nutzer dazu. Es kam wie es kommen musste, kurz vor Weihnachten geht bei einem Versanddienstleister ein kompletter Rollcontainer mit über 2.500 Cleanbrace-Bestellungen sprich 10.0000 Armbändern verloren. Till-Jonas witzelt in unserem Interview: „Wir haben kurz überlegt, in das Zentrallager einzubrechen, um den Rollcontainer zu suchen.“ Diese Überlegung wurde jedoch relativ zügig wieder vom Tisch genommen und das ganze Team habe einfach nur gehofft, dass der Container irgendwo wieder auftaucht. Wie durch ein „Weihnachtswunder“ tauchten die Pakete wieder auf und 97 Prozent der Kunden erhielten noch rechtzeitig vor Weihnachten ihre Bestellungen. „Das waren die intensivsten anderthalb Wochen, in denen wir mit dem gesamten Team versucht haben, die Pakete zu liefern“, sagt Louis Ruthe (PR-Manager).

Über das Cleanbrace Armband

Wie funktioniert das Armband?

„Als wir das Produkt entwickelt haben, war es uns das Wichtigste es so intuitiv wie möglich zu machen“. Sowohl Kinder als auch erwachsene Menschen sollen es benutzen können. Das Cleanbrace-Desinfektionsarmband hat die Größe eines Fitness Trackers und wird wie eine Uhr um das Handgelenk getragen. Zur Desinfektion der Hände drückt man mit dem Daumen der einen Hand den Tank und lässt sich das Desinfektionsmittel auf die Handfläche geben. Wie genau das aussieht, könnt ihr in unserer Gründer.de-Instagram-Story sehen. Mit einer lokalen Armband-Füllung lassen sich bis zu sechsmal die Hände desinfizieren. Der je nach Paket mitgelieferte Refiller reicht, um den Tank bis zu acht weitere Male komplett aufzufüllen. Zur Anwendung kann das Herstellerprodukt oder jede beliebige flüssige Desinfektionsmittel benutzt werden.

Von Unternehmen bis Fußballclubs – für jeden etwas dabei

Neben vielen verschieden Farben lassen sich die Cleanbrace-Armbänder auch weitgehend individualisieren. Für Unternehmen gibt es die Möglichkeit, sich das eigene Firmenlogo auf das Armband drucken zu lassen und es so zum Beispiel als Goodie zu benutzen. Zudem betreiben bereits  Fußballclubs wie Hannover 96 und der FC Basel 1893 mit Cleanbrace eine Kooperation im Bereich Fan-Merchandise. Durch die große Fußballbegeisterung im eigenen Team möchte das Unternehmen diesen Bereich noch stärker ausbauen und steht derzeit mit vielen Erstligisten in Verhandlungen. Das Cleanbrace-Stadionarmband soll für alle leidenschaftlichen Fußballfans ein sinnvolles Stadion-Gadget für die zukünftige Saison sein.

CleanbraceQuelle: Cleanbrace GmbH
Durch den mitgelieferten Refiller lässt sich das Armband kinderleicht wieder befüllen.

Die Zielgruppe von Cleanbrace

Cleanbrace will generationsübergreifend alle Menschen ansprechen. Nach eigenen Angaben hat Cleanbrace bisher etwa 1,5 Millionen Euro Umsatz gemacht. Die Aufteilung zwischen privaten Käufern und Unternehmen liegt bei 50 zu 50.

Die Vertriebsstrategie von Cleanbrace

Zu Beginn mit fünf Mitarbeitern lief zunächst alles über den eigenen Cashflow. Ein externer Investor wurde erst später gebraucht. Zum einen hat sich Cleanbrace viele lokale Kunden gesucht, um so kontinuierlich Umsatz und Absatz zu generieren und allgemeine Kosten mit dem fortschreitenden Wachstum zu decken. Zum anderen ist Cleanbrace schon früh auf große Unternehmen zugegangen. Die anfängliche Vertriebsstrategie sah dabei so aus: Orientierung „Wer kennt wen?“, Kooperationen mit Resellern, Eröffnung eines eigenen Online-Shops, Influencer Kampagnen, Paid social und Retail Geschäft (Einzelhändler).

Das Ziel hinter dem Armband

Das Ziel von Cleanbrace ist nicht nur, das Armband an den Mann und an die Frau zu bringen, sondern auch den Hygienesektor langsam und nachhaltig umzudrehen. Das junge Unternehmen arbeitet derzeit weiter an eigenen Desinfektionsmittel-Produkten und an der Idee, „Hygiene zu digitalisieren“. Zudem muss Hygiene alltagstauglich sein und darf nicht allein auf Krankenhaus, Tod und Corona beschränkt werden. Die Vision der jungen Firma lautet schlicht „Hygiene soll sexy sein“.

Was kommt „nach Corona“?

Es wird nicht abgestritten, dass Cleanbrace durch die Corona-Pandemie enorm profitiert hat. Doch CEO Till-Jonas Uphoff sagt dazu: „Die Pandemie hat uns in vielen Bereichen aufgezeigt, was für krasse Defizite es im Bereich Hygiene gibt“. Er geht fest davon aus, dass gerade durch die Pandemie ein größeres Bewusstsein für die Mängel in der Hygiene-Branche entstanden ist und sich diese Einsicht auch in der Zukunft halten wird. Sogar die Bundesregierung hat daraus gelernt und für sich festgestellt, bei ähnlichen Pandemie-Situationen im Hygienesektor vorbereitet sein zu müssen. Aber Besuche in Supermärkten, die Fahrt mit ÖPNV oder der Besuch in vielen Fitnessstudios waren auch vor der Pandemie häufig nicht sehr hygienisch. So gesehen gab es den Bedarf für die Armbänder auch schon vor der Corona-Pandemie. Jetzt sei „unsere Gesellschaft nur viel aufmerksamer unterwegs“, so CEO Till-Jonas Uphoff.

Cleanbrace-Armband im Gründe.de Test

Zu unseren Testzwecken hat uns Cleanbrace mehrere Exemplare zur Verfügung gestellt. An mehrehren Tagen wurden die Armbänder von unterschiedlichen Personen getestet. Darunter waren alltägliche Situation wie das Einkaufen, der Weg zur Arbeit oder der Gang ins Fitnessstudio. Aber auch bei Freizeitaktivitäten am See und zur Anwendung im Krankhaus wurden die Armbänder verwendet.

Lieferumfang

Im Lieferumfang waren ein Cleanbrace Desinfektionsarmband, ein Refiller (+Aufsatz) enthalten. Desinfektionsmittel ist im Lieferumfang nicht vorhanden. Cleanbrace hat uns für den Test ihr eigenes Desinfektionsmittel zu Verfügung gestellt.

CleanbraceQuelle: Gründer.de
Das Cleanbrace Armband kann direkt nach dem Auspacken angelegt werden und ist sofort startklar.

Material und Verarbeitung

Das Armband besteht aus Lebensmitteechtem Silikon, TPE & LDPE-Kunststoff. Ein guter und sicherer Tragekomfort ist definitiv gegeben. Wenn es richtig angelegt wird, verrutscht es nicht und hält sicher am Handgelenk. Beim ersten Tragen fühlte es sich jedoch noch ein wenig steif an. Dies legte sich jedoch mit der Zeit.

Handhabung

Die Handhabung des Cleanbrace Armbandes ist sehr einfach gehalten und funktioniert einwandfrei. Das Armband wird zunächst genau wie eine Uhr am Handgelenk befestigt. Für die Benutzung drückt man mit dem Daumen der anderen Hand auf den Tank und dosiert so die Menge an Desinfektionsmittel für den eigenen Gebrauch. Manchen Testern fiel die Dosierung nicht sonderlich leicht und mussten es erst einige Male üben. Die Befüllung mit dem Refiller ist ebenfalls recht unkompliziert. Zu Beginn wir der mitgelieferte Refiller mit einem beliebigen flüssigen Desinfektionsmittel über den beiliegenden Trichter befüllt. Nun schraubt man den Nadelähnlichen Aufsatz auf den Refiller und führt diesen in das Anti-Tropfventil des Armbandes. Durch Drücken des Refillers wird der Tank des Armbandes nun befüllt.

Der Praxistest

Den Möglichkeiten der Anwendungen sind keine Grenzen gesetzt. Es ist immer schnell „zur Hand“ und lässt sich so ohne Probleme anwenden. Die Füllung reicht für 5-6 Desinfektionen, was für einen Einkauf, einen Besuch im Fitnessstudio oder eine Fahrt mit Bus oder Bahn ausreichend ist. Für den ganzen Tag reicht das nicht, aber dafür bringt der mitgelieferte Refiller bis zu 20 Füllungen mit. Das Armband lässt sich ohne Probleme auch bei sportlichen Tätigkeiten tragen und muss auch beim Händewaschen nicht abgenommen werden.

Unsere weiblichen Testteilnehmerinnen merkten allerdings an, dass das Cleanbrace gerade an schmalen Handgelenken sehr klobig ist. Gelobt haben alle Testteilnehmer die schnelle Verfügbarkeit des Desinfektionsmittels. Besonders beim Einkaufen und im ÖPNV hat es viel Verwendung gefunden. Du bist nicht mehr darauf angewiesen den nächsten Spender aufzusuchen, sondern  kannst direkt aktiv werden. Dazu muss nicht mehr in der Handtasche oder dem Rucksack nach Desinfektionsmittel gesucht werden. Den größten Mehrwert des Armbandes sahen alle jedoch in der bloßen Erinnerung an die Händedesinfektion.

Preise und Verfügbarkeit

Das Armband ist derzeit in zehn verschiedenen Farben erhältlich. Ein einzelnes Armband liegt derzeit bei 14,95 Euro. Ab 7,95 Euro gibt es das hauseigene Desinfektionsmittel in einer 150ml Ausführung. Für die ganze Familie oder den Freundeskreis bietet Cleanbrace auch Sparpakete an (vier Armbänder für 54,95 Euro). Wer nicht beim Firmen eigenen Online-Shop einkaufen möchte kann die Armbänder auch bei Amazon und verschieden Einzelhändlern käuflich erwerben.

Fazit

In unserem Test haben wir die Cleanbrace Armbänder in vielen verschiedenen Situationen getestet. Das Armband hat dabei einen sehr positiven Eindruck hinterlassen und unsere Redaktion fasziniert. Wir finden die Idee hinter dem Cleanbrace Armband brillant und sind von der Einfachheit des Produkts überzeugt. Die Handhabung ist kinderleicht und durch den Refiller nachhaltiger als zunächst angenommen.. Gefallen hat den meisten Testern auch der Tragekomfort, wobei das Armband bei schmalen Handgelenken schnell einen klobigen Eindruck hinterlassen kann. Verbesserungsbedarf sehen wir dazu auch im Herausgeben des Desinfektionsmittels. Es lies sich oft nicht vermeiden, beim Betätigen des Tanks etwas zu kleckern. Vielleicht wird sich dieser Aspekt in einer zukünftigen Version verbessern. Das eigene Desinfektionsmittel gefiel dagegen allen Testern sehr gut. Es lässt sich gut verteilen, zieht schnell ein, brennt nicht auf der Haut und duftet dazu sehr angenehm.

Alles in Allem sind wir von dem Cleanbrace Armband sehr überzeugt und halten es für eine gelungene Idee und ein nützliches Gadget für den Alltag.

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Über den Autor

Autorenprofil: Aaron Gefeke

Aaron Gefeke

Bereits in der Schulzeit entstand bei Aaron großes Interesse für redaktionelle Tätigkeiten und dem Schreiben von Texten. Nach seinem Abitur 2020 entschied er sich dazu. durch verschiedene Praktika einen möglichsten großen Einblick in die Arbeitswelt zu erhalten um sich somit persönlich weiterzuentwickeln. Durch ein Praktikum im Herbst 2020 konnte er bereits einige Erfahrung in der Welt der Startups und der Unternehmensgründung sammeln.
Seit Mai 2021 ist Aaron Praktikant unserer Online Redaktion von Gründer.de und ist somit als Redakteur vor allem für die Content-Erstellung zuständig. In seiner Freizeit betreibt er gerne Kraftsport und Yoga und liest besonders gerne Kriminalliteratur.

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