Die 10 erfolgreichsten Startups der SchweizQuelle: S J Lievano - stock.adobe.com

Die erfolgreichsten Startups der Schweiz konnten sich auch oftmals weltweit etablieren.

Wer weltweite Rankings zu wirtschaftlich erfolgreichen Ländern beobachtet, sieht die Schweiz oftmals ganz oben stehen. Das liegt auch an der guten Verbindungen zwischen Universitäten und privaten Unternehmen. Dadurch konnten zahlreiche Startups ihre Chance nutzen und nicht nur innerhalb des Landes, sondern auch weltweit erfolgreich ihre Produkte etablieren. Der folgende Artikel zeigt die zehn erfolgreichsten Startups der Schweiz im Überblick, mit den größten Erfolgen und überraschenden Geschäftsstrategien. 

Seit acht Jahren steht die Schweiz auf dem ersten Platz des Global Innovation Index. Diese Rangliste misst die Innovationsfähigkeit der Länder und wird von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) sowie den Vereinten Nationen herausgegeben. Somit ist klar, dass die Schweiz neue und innovative Ideen fördert, was eine ideale Grundlage für Startups darstellt. Und tatsächlich setzt die Schweiz seit einigen Jahren verstärkt auf die Förderung vielversprechender Jungunternehmen, zum Beispiel mit dem „Top 100 Swiss Award“. Dort werden jährlich die 100 besten Startups der Schweiz ausgezeichnet.

Die vergangenen Jahre haben dabei gezeigt, dass fast die Hälfte dieser Unternehmen ihren Sitz im Kanton Zürich hat. Das wiederum zeigt einerseits die Innovationskraft der beiden wichtigsten Wirtschaftsregionen des Landes, also dem Wirtschaftsraum Zürich sowie dem Genferseebogen. Andererseits beweist es auch die Bedeutung der beiden Technischen Hochschulen in Zürich und in Lausanne. Sie gehören zu den weltweit besten Universitäten. Die beliebtesten Branchen der Startups in der Schweiz sind zudem Informatik, Ingenieurswesen und Medizintechnik. Auch diese Entwicklung wird durch die Schwerpunkte der Hochschulen beeinflusst.

Die 10 erfolgreichsten Startups der Schweiz der letzten 10 Jahre

Ob unterstützt durch die Universitäten oder nicht, zahlreiche Startups der Schweiz konnten schon weltweit  Kunden von ihren Innovationen überzeugen. Der Erfolg wird dabei durch hohe Umsätze oder schnelles Wachstum besonders deutlich. Dazu gehören die folgenden Startups:

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1. Flyability

Drohnen sind seit Jahren beliebt, doch lange waren sie zu groß für Innenaufnahmen oder durch die komplizierte Steuertechnik nicht für Flüge im Innenbereich geeignet. Das Startup Flyability hat sich deshalb 2014 im Kanton Waadt auf den Bau spezieller Drohnen spezialisiert. Diese können durch komplexe und enge Räume fliegen, ohne diese dabei zu beschädigen.

Darauf setzen besonders Betreiber von Industrie-Anlagen, die zum Beispiel die Drohne „Elios 2“ zur Inspektion einsetzen. Mittlerweile konnte das Startup aus der Schweiz weltweit mehr als 350 Kunden erreichen und beschäftigt 80 Mitarbeiter. Dazu kamen 14 Millionen Euro an Kapital von Investoren und insgesamt rund 18 Millionen Euro Gewinn. Deshalb räumte Flyability 2019 auch den „Top 100 Swiss Startup Award“ ab und wurde damit zum besten Startup der Schweiz gewählt.

2. Chimpy

Wer sein Smartphone gerne unterwegs benutzt, kennt das Problem: Ein bisschen Musik gehört, dann beim Warten auf die Bahn noch ein Video angeschaut und plötzlich streikt der Akku. Wer dann aber unbedingt sein Handy aufladen will, kann in immer mehr Städten eine Power Bank des Startups Chimpy ausleihen und dann wieder zurückbringen. Die solargeladenen Akkus gibt es zum Beispiel am Kiosk oder in Partner-Shops, für die Ausleihphase wird dann eine Gebühr fällig.

Schon 2013 wurde das Startup gegründet, damals noch unter dem Namen „Battere“. Ein Jahr später folgte der Start in 10 Züricher Bars, dann kamen 1000 Verkaufsstellen dazu und 2019 expandierte das Unternehmen nach Deutschland. Erst vor ein paar Monaten kamen noch Spanien und Frankreich dazu. Heute beschäftigt das Startup in der Schweiz 16 Festangestellte und schreibt seit über drei Jahren schwarze Zahlen.

3. Wemakeit

Als das Startup Wemakeit im Jahr 2012 gegründet wurde, gab es noch keine großen Crowdfunding-Plattformen, das Konzept sorgte bei vielen Investoren für Skepsis. Denn die Idee, dass fremde Menschen im Internet mit ihren privaten Investitionen Projekte finanzieren, war noch nicht etabliert. Doch das Startup aus der Schweiz setzte sich durch, gehört mittlerweile zu den größten Plattformen dieser Art in Europa. Mit aktuell knapp 4.400 finanzierten Projekten, fast 50 Millionen Euro an gesammeltem Kapital und mehr als 350.000 Mitgliedern.

Auch in der Corona-Krise konnte sich das Startup beweisen und schaffte es, über die Plattform Spenden für finanziell geschwächte Schweizer Unternehmen zu sammeln. Und Wemakeit möchte noch weiter wachsen. Aktuell ist ein stärkerer Fokus auf den gesamten deutschsprachigen Raum, sowie eine Expansion nach Italien und Osteuropa geplant.

4. Flatev

Frische Tortillas in wenigen Sekunden waren bis 2012 noch ein Traum, aber dann entwickelte das Züricher Startup-Unternehmen Flatev eine Tortilla-Maschine. Die Fladenbrote werden dabei aus kleinen Teigkapseln herstellt, ähnlich wie bei der Kaffeezubereitung mit Kaffeekapseln. Wie bei einem Toaster gibt es auch bei der Maschine von Flatev unterschiedliche Röstungsgrade.

Und die Idee kam auf den Crowdfunding-Plattformen gut an, umgerechnet 120.000 Euro wurden direkt zu Beginn eingenommen, um mit der Produktion starten zu können. Später kamen noch 4 Millionen Euro durch Investoren dazu. Die ersten größeren Verkäufe gab es dann 2016, zudem folgte eine Zusammenarbeit mit einem Hersteller der Nespresso-Maschinen. Der Fokus des erfolgreichen Startups aus der Schweiz liegt derzeit noch auf dem Markt in den USA, da sich dort die größte Latino- und Mexikaner-Community befindet.

5. Bestmile

In jeder Stadt gibt es Taxi-Anbieter und seit einigen Jahren auch Fahrvermittler wie Uber. Doch Bestmile sieht darin 2014 in Lausanne eine zu große Belastung für die Umwelt und möchte den Verkehr effizienter gestalten. Deshalb hat das Startup aus der Schweiz eine Software und einen sogenannten Cloudservice entwickelt, der Fahrzeuge kontrolliert und steuert, ähnlich wie bei einem Kontrollturm. Diese können in Realzeit verfolgt werden, Wartezeiten und Fahrwege lassen sich optimieren, technische Ausfälle frühzeitig erkennen.

Der Fokus liegt dabei besonders auf selbstfahrenden Fahrzeugen, die zu den größten Innovationen der letzten Jahre zählen. Und dieses Potenzial entdeckten auch viele Investoren, in mehreren Finanzierungsrunden sammelte das Startup aus der Schweiz seitdem knapp 25 Millionen Euro ein. Mittlerweile sind 70 Personen angestellt und der Firmensitz hat sich ins kalifornische Silicon Valley verlagert. Bestmile will sich deshalb nun vorerst auf den US-amerikanischen Markt fokussieren und dann weiter expandieren.

6. Faceshift

Wer gerne Animationsfilme anschaut oder sich für die Spielebranche interessiert, hat sicherlich bemerkt, dass die virtuellen Charaktere immer realistischere Gesichtszüge und Bewegungen bekommen haben. Das Startup Faceshift hat diese Entwicklung seit 2012 mit vorangebracht, denn die entwickelte Technologie konzentriert sich genau darauf. Also mithilfe der Technologie und 3D-Kameras Gesichtsausdrücke und Kopfbewegungen auf virtuelle Charaktere zu übertragen. Die Gründer konnten mit dieser Idee auch schnell große Investoren und viele Kritiker überzeugen.

Doch der große Durchbruch kam 2015 mit der Charakter-Animation in einem Star Wars-Blockbuster. Denn so kam der Technik-Hersteller Apple an Bord und übernahm das Startup aus der Schweiz noch im gleichen Jahr. Seitdem legt Faceshift den Fokus auf die Bereiche Virtual Reality und die Verwendung von ferngesteuerten virtuellen Charakteren in Videochats.

7. Ava

Viele Frauen mit Kinderwunsch suchen nach einer Lösung, um die fruchtbaren Tage zu ermitteln. Manche setzen auf die Temperatur, andere zählen die Tage des Menstruationszyklus, doch keine Technik konnte bisher zuverlässige Aussagen versprechen. Das Züricher Startup Ava hat deshalb 2014 ein Armband erfunden, das mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent die fruchtbaren Tage der Frau misst. Das Gerät basiert auf einer patentierten Multi-Sensor-Technologie und analysiert den Schlaf für seine Prognosen. Dabei werden dann neun physiologische Parameter gemessen, darunter die Hauttemperatur, der Ruhepuls, die Atemfrequenz und die Schlafphasen.

Diese Technik scheint zu funktionieren, Ava wurde sowohl 2017 als auch 2018 zum erfolgreichsten Startup der Schweiz gewählt. Bisher erhielt das Unternehmen zudem 40 Millionen Euro von Investoren und hat mittlerweile seinen Sitz in Zürich, San Francisco und Hongkong.

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Wie sagt Ava Deinen Zyklus und Dein fruchtbares Fenster (also Deine fruchtbaren Tage) voraus? Die kurze Antwort: Eine Methode, die man maschinelles Lernen nennt, verbindet Wissen über Deinen Zyklus mit den gesammelten physiologischen Daten und – voilà – so kann der Algorithmus Voraussagen über Deinen Zyklus treffen! . . .
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8. L.E.S.S.

Strom sparen und Klimaschutz liegen im Trend, das hat auch das Startup L.E.S.S. schon 2012 in Lausanne bemerkt und sich auf neue Beleuchtungssysteme mit geringem Energieverbrauch spezialisiert. Heraus kamen aus Glasfaser bestehende Lichquellen, die dünner als ein menschliches Haar sind und herkömmlichen LEDs Konkurrenz machen. Da sie ein sehr viel stärkeres und gleichmäßigeres Licht erzeugen, waren die Uhren- und die Automobilindustrie sowie die Informatikbranche direkt interessiert. L.E.S.S. konnte sich zudem zweimal die Auszeichnung als bestes Startup der Schweiz und verschiedene weitere Awards sichern. Aktuell werden die Lichtquellen weltweit verwendet und sorgen für Umsätze im mehrstelligen Millionenbereich.

9. abionic

Wer sich weltweit in einer Arztpraxis behandeln lässt, könnte in nächster Zukunft auf die Technologie von abionic stoßen. Das Startup aus der Schweiz hat vor knapp zehn Jahren mit der Idee begonnen, einen Allergieschnelltest zu entwickeln und konnte in diesem Jahr erfolgreich das sogenannte abioSCOPE auf den Markt bringen. Das System kann bis zu 10 Allergien gleichzeitig testen und liefert genaue Informationen über den Schweregrad.

Bis zur Markteinführung war es zwar ein langer Weg, doch die Investoren konnte abionic schon 2010 begeistert. Durch mehrere Finanzierungsrunden kamen insgesamt fast 20 Millionen Euro zusammen, mittlerweile beschäftigt das Startup in der Schweiz über 50 Angestellte. Und die Zukunftsprognose sieht positiv aus: Aktuell wird der weltweite Markt für Allergietests auf einen Wert von über einer Milliarde Euro geschätzt.

10. Farmy 

Zwar bieten die großen Lebensmittelketten auch einen Lieferdienst an, aber die Produkte stammen dann aus der ganzen Welt, regionale Anbieter werden nur vereinzelt mit einbezogen. Deshalb entstand 2014 die Idee für Farmy und damit einem der erfolgreichsten Startups der Schweiz. Bei diesem Online-Markt können die Kunden direkt beim Produzenten einkaufen, die Plattform ist also eine Art digitaler Hofladen.

Mehr als 25.000 Kunden in der gesamten Schweiz und in Liechtenstein hat das Startup seit der Gründung schon beliefert. Derzeit sind 75 Mitarbeiter angestellt und insgesamt 8 Millionen Euro konnte Farmy schon von Investoren einsammeln. Zuletzt machte das Startup mit der Umstellung auf E-Mobilität auf sich aufmerksam. Denn in vielen großen Schweizer Städten fährt das Unternehmen als erster Lieferdienst überhaupt mit E-Autos die Lebensmittel aus und konnte sich dadurch von anderen Startups der Schweiz abheben.

Top-Startups in Deutschland:

Die 20 erfolgreichsten Startups in Deutschland

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