Die 10 erfolgreichsten Startups in ÖsterreichQuelle: Gina Sanders - stock.adobe.com

Die erfolgreichsten Startups in Österreich überzeugen durch Innovationen und Technik-Begeisterung.

Österreich ist bekannt für wunderschöne Berglandschaften, architektonische Meisterwerke und deftige Spezialitäten. Doch auch für Gründer bietet das Land eine gute Basis und ideale Finanzierungsmöglichkeiten. Das beweisen zahlreiche erfolgreiche Startups in Österreich, die weltweit Kunden überzeugen konnten und für Millionen-Umsätze sorgen. Der folgende Artikel stellt die größten Erfolgsgeschichten vor und zeigt, welche Innovationen sich in den letzten zehn Jahren auf dem Markt etablieren konnten. 

Die Startup-Szene in Österreich boomt und kann schon seit vielen Jahren durch technische Innovationen überzeugen. Und das liegt auch an der Förderung der Regierung, durch zahlreiche Gründerfonds und Großevents. Zudem können Gründer sich bei der Wahl der Rechtsform für eine „gründungsprivilegierte GmbH“ entscheiden, mit einer von 17.500 auf 5.000 Euro reduzierten Mindesteinzahlung. Dazu kommt das investitionsfreundliche Steuersystem mit zwölf Prozent Steuergutschrift für Investitionen in die Forschung und einem einheitlichen Körperschaftssteuersatz von 25 Prozent.

Insgesamt fällt dabei auf, dass besonders in Wien viele Jungunternehmen gegründet werden. Die Anziehungskraft der Metropole wirkt sich zudem positiv auf die Mitarbeitersuche aus. Auffällig ist aber auch, dass besonders viele internationale Investoren bei den erfolgreichsten Startups aus Österreich mit eingestiegen sind und so die weltweite Reichweite erhöht haben. Dabei wird deutlich, dass der Fokus der Unternehmen auf den Branchen Informationstechnologie, Technik und mobile Anwendungen liegt.

Die 10 erfolgreichsten Startups aus Österreich der letzten zehn Jahre

Durch die guten Voraussetzungen und zahlreichen Förderungen konnten schon viele Startups in Österreich ihre Erfolgsgeschichte starten. Dieser Erfolg lässt sich durch hohe Umsätze oder schnelles Wachstum erkennen. Die folgenden Startups sind dabei besonders auffällig:

1. Shpock

Egal in welcher Stadt oder sogar in kleinen Dörfern: Flohmärkte sind beliebt und locken immer wieder Schnäppchenjäger an. Für die Stand-Betreiber lohnt es sich, denn nicht genutzte Gegenstände landen nicht auf dem Müll, sondern können auf dem Flohmarkt noch für ein paar Euro einen neuen Besitzer finden. Genau nach diesem Prinzip funktioniert auch im Jahr 2012 in Wien entwickelte Flohmarkt-App Shpock. Gegenstände lassen sich dort kostenlos einstellen und nach den eigenen Preisvorstellungen verkaufen.

Und diese Idee konnte anscheinend die Flohmarkt-Fans überzeugen, denn innerhalb kürzester Zeit stieg die Nutzerzahl rasant an. Nach drei Jahren waren es schon mehrere Millionen Mitglieder und das Startup konnte 45 Mitarbeiter einstellen. 2015 wurde Shpock deshalb mit 200 Millionen Euro bewertet und vom norwegischen Medienkonzern Schibsted übernommen. Mittlerweile kann das Startup aus Österreich schon zehn Millionen Nutzer vorweisen und soll noch weiter wachsen. Als nächstes ist dabei der Fokus auf dem Markt in Deutschland und Großbritannien geplant.

2. Bitpanda

Kryptowährungen haben vor einigen Jahren einen Hype bei Anlegern ausgelöst und sind seitdem auch trotz vieler Kritiker weltweit beliebt. Den großen Markt und die damit verbundenen Möglichkeiten haben im Jahr 2014 auch drei Gründer in Wien entdeckt und mit Bitpanda eine Handelsplattform für Einsteiger entwickelt. Besonders überzeugt waren die Nutzer von den geringen Trading-Kosten und den verständlichen Erklärungen für komplette Einsteiger. Den Durchbruch schaffte Bitpanda dann aber mit mit der Ergänzung weiterer Zahlungsmittel, also den Umstieg auf eine Handelsplattform für zahlreiche Währungen.

Dadurch steigerte sich auch der Gewinn des Startups aus Österreich – 2017 waren es schon 17 Millionen Euro an Vorsteuergewinn. Aktuell sind über eine Million Nutzer bei Bitpanda aktiv und 160 Mitarbeiter kümmern sich um den reibungslosen Ablauf. Zukünftig sollen noch weitere Währungen dazu kommen, um noch mehr Nutzer überzeugen zu können.

3. Bikemap

Fahrradfahren soll gesund sein und ist für viele ein beliebtes Hobby. Das Problem bei weiten Strecken ist allerdings, dass diese aufwendig geplant werden müssen. Da sich nicht jede Route als Radweg eignet, müssen Radfahren also zwischendurch immer eine Karte auspacken und den Weg überprüfen. Deshalb bietet Bikemap seit 2014 die größte Fahrradroutensammlung der Welt als App und gleichzeitig eine Community für alle Fahrrad-Fans an.

Schon ein Jahr nach der Gründung des Startups in Österreich nutzten verschiedene ausländische Investoren und Business Angels ihre Chance. Sie unterstützten Bikemap mit insgesamt über einer Million Euro für die Weiterentwicklung, den Kundensupport, sowie 15 neuen Mitarbeitern. Und bei den Fahrrad-Fans ist das Angebot sehr beliebt: Mittlerweile gibt es 4,5 Millionen Routen aus 100 Ländern, täglich nutzen rund 1,5 Millionen Mitglieder die dazugehörige App. Demnächst sollen auch Echtzeit-Meldungen von Bauarbeiten oder anderen Störungen am Radweg möglich sein.

4. N26

Wer früher ein Bankkonto eröffnen wollte, der musste persönlich eine Bank aufsuchen und für dieses Konto dann auch monatlich eine Gebühr zahlen. Zwei Wiener sahen diesen Ablauf als komplett veraltet an und gründeten 2013 mit N26 eine Bank, die ein kostenloses Konto in eine App integriert. Alle Vorgänge, also auch Überweisungen und Kreditanträge, sind innerhalb der App möglich. Diese moderne Kontoführung kommt besonders bei den jungen Smartphone-Nutzern gut an. Innerhalb eines Jahres konnte N26 schon 100.000 Kunden vorweisen.

Danach folgten einige Finanzierungsrunden und Investitionen von bis zu 40 Millionen Euro, das Startup in Österreich bekam zudem eine Bank-Lizenz und der Firmensitz wurde nach Berlin verlegt. Aktuell sind schon über fünf Millionen Kunden in 17 Ländern registriert, 300 Mitarbeiter konnte N26 einstellen. Dazu kommt eine Unternehmensbewertung von knapp 2 Milliarden Euro, die die Expansion in weitere Länder voranbringen soll.

5. TourRadar

Österreich ist bei Touristen sehr beliebt. Schon lange werden hier geführte Reisetouren angeboten, die sich aber fast ausschließlich über Agenturen oder Reisebüros buchen ließen. Deshalb ging 2010 in Wien die Website TourRadar an den Start, mit der Möglichkeit, geführte Touren weltweit online zu finden. Damals gehörte dieser Bereich zu einer kaum digitalisierten Nische der Tourismus-Branche, wurde aber direkt nach dem Start mit 9 Millionen Euro von Investoren unterstützt.

Heute steht fest, dass sich aus dieser Nische eines der erfolgreichsten Startups aus Österreich entwickelt hat. Denn aktuell arbeiten 275 Mitarbeiter aus 50 Ländern für TourRadar und konnten schon 2.500 Reiseveranstalter von einer Zusammenarbeit überzeugen. Der nächste Schritt sollen stark individualisierte Reise-Vorschläge sein, die sich noch stärker auf den Kunden einstellen.

6. Bitmovin

Jeder Internetnutzer hat sich schon einmal ein Video online angeschaut und vielleicht dann auch bemerkt, dass dieses Video plötzlich ruckelt oder die Qualität nachlässt. Das liegt natürlich einerseits am Computer oder Smartphone, aber auch an der Datenübertragung. Denn oftmals werden zu viele Informationen gesendet, die das Video verlangsamen oder komplett abbrechen lassen. Genau dieses Problem versucht Bitmovin seit 2013 mit verschiedenen Produkten zur Video-Übertragung zu lösen.

Schon die ersten Finanzierungsrunden zeigten, dass die Klagenfurter Gründer genau das richtige Gespür hatten. Bis zu 30 Millionen Euro investierten verschiedene US-Unternehmen in den ersten Jahren. Die Belohnung des Startups aus Österreich waren weltweite Kunden, wie die Fernsehsender BBC und RTL. Neben Klagenfurt und Wien gibt es aktuell unter anderem Niederlassungen in San Francisco, Singapur und New York mit insgesamt 141 Mitarbeitern.

7. hello again

Eigentlich bietet der Online-Handel und die steigende Smartphone-Nutzung zahlreiche neue Chancen für Unternehmer. Doch gleichzeitig sinkt durch das große Angebot und die ständige Vergleichbarkeit auch die Kundenloyalität. Deshalb konzentriert sich hello again aus Pasching in Oberösterreich seit 2017 auf den Kundenkontakt von Unternehmen, die mit individuellen Angeboten punkten möchten. Die Informationen bekommt hello again dabei von den Kunden selbst, die ihre Informationen gegen Prämien eintauschen.

Das Potenzial des Startups aus Österreich haben dabei auch schnell verschiedene Investoren erkannt. Schnell kamen Finanzspritzen von mehreren hunderttausend Euro dazu. Heute sind über 250 Unternehmen aus sieben Ländern als Kunden eingetragen, die wiederum von 32 Mitarbeitern betreut werden. Der Fokus soll zukünftig zudem auch stärker auf dem Markt in Deutschland und weiteren europäischen Ländern liegen.

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Gepostet von hello again am Dienstag, 12. Mai 2020

8. add-e

Wer beim Fahrradfahren schon einmal einen steilen Berg hochfahren musste oder nach einer längeren Strecke völlig erschöpft war, hat sich bestimmt auch schon einmal eine technische Unterstützung in Form eines Elektromotors gewünscht. Doch ein E-Bike kommt für viele nicht in Frage, denn oftmals sind diese Fahrräder nicht besonders robust und schlecht zu transportieren. Die Kärntner Gründer von add-e haben deshalb im Jahr 2012 Elektromotoren zum Nachrüsten entwickelt. Damit kann also jedes Rad ein E-Bike werden, mit einem unauffälligen Akku, der wie eine Trinkflasche aussieht.

Da anfangs viele Investoren skeptisch waren, sammelte das Startup im Jahr 2015 knapp 400.000 Euro über Crowdfunding ein und startete mit der Produktion. Zwei Jahre später konnte add-e schon zehn Mitarbeiter und über eine Million Euro Umsatz vorweisen. Dazu kamen Klimaschutz-Preise vom Verkehrsministerium, da durch das Produkt auch der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad erleichtert wird. Aktuell arbeitet das Team des Startups aus Österreich an weiteren Produkten und will sich stärker auf den internationalen Markt fokussieren.

9. Robo Wunderkind

Kinder lieben Spielzeug. Und sie sind fasziniert von den Bewegungen und Fähigkeiten eines Roboters. Doch im Normalfall passt das nicht zusammen, denn Roboter lassen sich nur schwer programmieren, sind dann sehr empfindlich und deshalb nicht als Spielzeug geeignet. Deshalb wurde 2014 in Wien das Startup Robo Wunderkind gegründet. Mit zusammensteckbaren Würfeln, die verschiedene roboterartige Funktionen beherrschen, sollen Kinder zwischen sechs und zehn Jahren die Grundlagen des Programmierens spielend erlernen.

Die Produktion des Startups aus Österreich startete dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne zwei Jahre nach der Gründung. Danach kamen die ersten Anfragen von Schulen, später fokussierte sich das Unternehmen auch auf die Privathaushalte. Schnell konnte die Firma so über 6.000 Roboter verkaufen und 200 internationalen Bildungseinrichtungen überzeugen. Der Umsatz stieg auf knapp eine Million Euro an und 15 neue Mitarbeiter konnten eingestellt werden. Aktuell konzentriert sich Robo Wunderkind neben dem Hauptgeschäft auch auf die Vernetzung der Produkte mit einer eigenen Programmier-App.

10. Runtastic

Wer nicht unbedingt seine Leistungssteigerung beim Sport auf einem Zettel festhalten wollte, hatte vor zehn Jahren noch keine wirklichen Alternativen. Natürlich konnten sich Profisportler an teure Geräte anschließen lassen. Aber für Freizeit-Läufer, Radfahrer und Wanderer gab es keine Möglichkeit, sich durch bezahlbare Technik unterstützen zu lassen. Doch dann entwickelten drei Studenten in Oberösterreich eine Software, die alle Fitnessaktivitäten misst und dann anschließend auswertet. Die Besonderheiten des Startups aus Österreich waren die leichte Installation auf technischen Geräten und individuelle integrierte Trainingspläne.

Genau diese praktische Anwendung war dann 2011 auch der Durchbruch, die Nutzerzahl stieg an und zwei Jahre später hatte die Runtastic GmbH schon 90 Angestellte. Noch im gleichen Jahr wurde die Hälfte des Startups aus Österreich für 22 Millionen Euro von der damaligen Axel Springer AG übernommen, dann folgte die Expansion in den USA, Asien und Brasilien. Dieser Erfolg lockte wiederum den Sportartikelhersteller adidas an, der das komplette Startup für 220 Millionen übernahm. Heute ist Runtastic ein Teil der adidas-App, durch erreichte Ziele können Läufer beispielsweise Punkte sammeln und für Rabatte beim Sportartikel-Einkauf einlösen.

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