Noch wird der Solidaritätszuschlag abgezogen.Quelle: Stockfotos-MG - stock.adobe.com

Der Solidaritätszuschlag gehört zu den Steuerabgaben dazu, wird jedoch ab 2021 für die meisten Bürger wegfallen.

Als Selbstständiger kommen einige Steuerabgaben auf dich zu, mit denen du dich zu Beginn deiner Tätigkeit auseinandersetzen solltest. Darunter fällt auch der Solidaritätszuschlag, der seit der Einführung eine umstrittene Steuerabgabe ist. Wir wollen dir in diesem Artikel erklären, was der Solidaritätszuschlag überhaupt ist, was er für dich als Selbstständiger bedeutet, wie hoch er ist und warum du wahrscheinlich nur noch bis 2021 damit rechnen musst.

Definition

Der Solidaritätszuschlag, im alltäglichen Sprachgebrauch auch Soli genannt, wurde 1991 auf ein Jahr befristet eingeführt, um damit unter anderem die Kosten der deutschen Einheit zu finanzieren. Der Soli sollte vor allem einen finanziellen Ausgleich für die Mehrbelastungen bezüglich des Golfkonfliktes schaffen, aber auch Hilfe für strukturschwache Länder in Ost-, Mittel- und Südeuropa bieten. Die meisten verbinden mit dem Solidaritätszuschlag jedoch die Kosten der Wiedervereinigung von Deutschland und den Aufbau der damals neuen Bundesländer. Unabhängig von der Verwendung ist der Solidaritätszuschlag somit ein Zuschlag, der eine Ergänzungsabgabe zur Einkommenssteuer bzw. Körperschaftssteuer darstellt. Er wird monatlich vom Gehalt jedes deutschen Erwerbstätigen abgezogen.

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Wie hoch ist der Soli 2020?

Zu Beginn der Einführung lag der Solidaritätszuschlag bei 7,5 Prozent. Ab 1992 gab es eine zweijährige Pause, sodass bis 1994 kein Zuschlag erhoben wurde. Nach der erneuten Einführung 1995 setze die Regierung ihn wieder auf die ursprünglichen 7,5 Prozent und senkte ihn ab 1998 dann auf 5,5 Prozent. Dieser Prozentsatz gilt bis heute.

Wer muss den Solidaritätszuschlag zahlen?

Grundsätzlich muss jeder deutsche Staatsbürger, der arbeitet und ein Einkommen bezieht, den Zuschlag zahlen. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: Geringverdiener, die mit ihrem Einkommen und mit der abgeführten Einkommenssteuer innerhalb der Freigrenze liegen. Die Obergrenze liegt bei einer Einkommenssteuer von 972 Euro bei Einzelveranlagung (für Unverheiratete) bzw. bei Zusammenveranlagung (Ehepaare) bei 1.944 Euro. Das bedeutet, dass du innerhalb dieser sogenannten Nullzone keinen Soli zahlen musst. Damit du nicht sofort die vollen 5,5 Prozent Soli zahlen musst, sobald du nur einen Euro über dieser Grenze liegst, gibt es die Milderungszone. Diese ermöglicht eine schrittweise Annäherung an den vollen Satz. Den vollen Solidaritätszuschlag zahlst du jedoch erst bei einer Einkommenssteuer in Höhe von 1.340,69 Euro bzw. 2.681,38 Euro bei Zusammenveranlagung.

Was bedeutet der Soli für Selbstständige?

Im Prinzip musst du als Selbstständiger so wie alle anderen den Soli-Beitrag zahlen, der dir von deinem Einkommen abgezogen wird. Auch hier gilt die Ausnahme: Diesen Beitrag musst du nicht bezahlen, wenn dein zu versteuerndes Einkommen die Grenze des Solidarität-Freibetrags überschreitet. Wenn du jedoch eine Kapitalgesellschaft führst, ergeben sich Veränderungen bezüglich des Abzugs auf die Steuer.  Denn juristische Personen, wie beispielsweise GmbHs, Aktiengesellschaften und AGs, aber auch Vereine zahlen den Soli nicht auf die Einkommenssteuer, sondern auf die Körperschaftssteuer.

Wie berechnet man den Solidaritätszuschlag?

Grundsätzlich wird der Solidaritätszuschlag jedem Arbeitnehmer in Deutschland Monat für Monat automatisch vom Gehalt abgezogen. Die Grundlage zur Bemessung des Soli ist also die Einkommensteuer bzw. Körperschaftssteuer nach der Berücksichtigung von Freibeträgen. Somit orientiert sich der Soli nach dem Steuerabzug vom Arbeitslohn an der Lohnsteuer, von der dann 5,5 Prozent abgeführt werden.

Solidaritätszuschlag 2021: Diese Änderungen erwarten dich

Der Bundestag hat 2019 beschlossen, dass der Großteil der Steuerzahler ab dem Jahr 2021 keinen Solidaritätszuschlag mehr zahlen muss. Bei dieser Soli-Reform bleibt der Prozentsatz von 5,5 jedoch unverändert, da die Freigrenze dafür deutlich nach oben verschoben wird. So steigt die Grenze der Einzelveranlagung von 972 Euro auf 16.956 Euro an und bei Zusammenveranlagung auf 1.944 Euro auf 33.912 Euro. Auch die Milderungszone wird angehoben. Damit verlagert sich diese ab 2021 auf 16.956,01 Euro und geht bis 31.527,56 Euro. Der Soli wird also erst dann abgeführt, wenn die Einkommenssteuer über dieser Grenze liegt.

Soli-Reform für Selbstständige

Weil du als Selbstständiger deine Steuern im Normalfall vorauszahlst, solltest du überprüfen, ob du 2021 unter der Grenze bleibst und keinen Soli mehr zahlen musst, oder weiterhin davon betroffen bist. Nach neuen Berechnungen des Finanzamtes sind ca. 88 Prozent der Gewerbetreibenden von dem Beitrag befreit.

Soli-Reform für Kapitalgesellschaften

Da Kapitalgesellschaften der Körperschaftssteuer unterliegen, die von ihrem Gewinn abgeführt wird, betrifft sie die Soli-Reform nicht. Somit zahlen diese weiterhin die 5,5 Prozent Soli-Abgabe. Doch hier solltest du beachten, dass die Körperschaftssteuer auch nur bei 15 Prozent liegt, wodruch der Soli generell gering ausfällt.

Fazit

Falls du also als Selbstständiger deine Steuerzahlung im Voraus tätigst, solltest du unbedingt prüfen, ob du zukünftig den Solidaritätszuschlag überhaupt noch zahlen musst. Dafür lohnt es sich, einen Steuerexperten aufzusuchen und die Änderungen zu besprechen, die möglicherweise auf dich zukommen. Eine Begründung des Bundestags, wieso die Grenze des Soli-Freibetrags nach langem Erbitten auf Abschaffung nach oben geschoben wird, ist die Ansicht, dass die Einheit mittlerweile gut vorangekommen ist und die weiterhin notwendige finanzielle Unterstützung von der zukünftig noch zahlenden Minderheit ausreicht.

Einkommenssteuer erklärt: Definition, Berechnung und Infos

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