Selbst feuernMatt Bodnar – ein Unternehmer, der weiß, wie Probleme zu lösen sind. Als CEO sah er seine eigene Firma unter seiner Führung untergehen. So entschloss sich Bodnar zu einer drastischen Veränderung.

Vor einigen Jahren war Matt Bodnar der CEO eines kleinen Technologieunternehmens. Wie gewöhnlich saß er mit seinem Freund am Mittagstisch. Der Freund war frustriert, da er sein Unternehmen kämpfen sah und sich eine Veränderung wünschte. Aus diesem Grund verbrachten die beiden ungefähr 15 Minuten damit, Lösungen zu suchen, sie zu besprechen und zur Überraschung von beiden Beteiligten, sagte Bodnar etwas im folgenden Wortlaut: „Was ist, wenn du meinen Job übernimmst?“

Beide haben natürlich sofort gelacht, erzählt Bodnar. In diesem Moment sagte er so etwas wie: „Das ist doch im Ernst keine so schlechte Idee.“

Bodnar war an dem Punkt angelangt, an dem er zugeben musste, dass er für diese Position nicht fit genug war. Zwar hatte er viel Kraft und Zeit investiert, um genau diese Position zu erreichen, doch war die Zeit gekommen, um das zu akzeptieren, was bereits offensichtlich war: Als CEO war er nicht geeignet.

In der Vergangenheit gab es schon einige namhafte CEOs, wie z. B. Reid Hoffman von LinkedIn und Larry Page von Google, die sich selbst ersetzt haben. Trotzdem gibt es immer noch viele CEOs, die in der Spitzenposition bleiben, obwohl sich das Unternehmen mit der Leitung offensichtlich schwertut. Schließlich ist die Geschäftsleitung nicht nur für die eigentliche Aufgabe, nämlich Geschäftsleitung geeignet, sondern um Konferenzen auf einer großen Bühne vor vielen tausenden Menschen abzuhalten, Interviews mit diversen Journalisten für zahlreiche Magazine zu führen und die neusten Produkte oder Dienstleistungen vorzustellen. Ein erfolgreiches Unternehmen braucht eine Führungsperson, die sich auch in schweren Zeiten durchsetzen kann und vor allem etwas Innovatives für die Firma tut. Ansonsten droht jeder Firma der Untergang, wenn der CEO untätig zusieht, wie die Firma scheitert.

Allerdings nahm Bodnar einen ganz anderen Weg. Er sah den Erfolg darin, seine Firma von jemanden anderen leiten zu lassen. Diese Veränderung bringt auch große Schwierigkeiten mit sich, denn eine solch große Umstellung kann sehr aufwendig sein und die gesamte vorherige Arbeit von Bodnar infrage stellen. Diese Veränderung bewirkt etwas viel Größeres, als wenn Bodnar als CEO geblieben wäre und die Firma falsch geführt hätte.

Bodnar machte seine Träume wahr

Bodnar träumte schon immer ein CEO zu sein und es war sein größter Traum als er ein junger Mann war. Zunächst absolvierte Bodnar sein College erfolgreich und arbeitete eine Zeit lang bei Goldman Sachs. Anschließend schaffte er es zum Partner bei der Investmentfirma Fresh Hospitality in Nashville. Das Unternehmen arbeitete mit einer finanziell angeschlagenen Point-of-Sale-Terminal-Firma zusammen. Die Hauptaufgabe von Bodnar lag darin, die angeschlagene Firma wieder zum Erfolg zu verhelfen. In dieser Aufgabe wurde Bodnar zunächst zum CEO ernannt. Allerdings brauchte die Firma auch ein Jahr später (2011) weitere Hilfe. So bestritt Bodnar schon zum zweiten Mal den hohen Posten als CEO und war im Alter von gerade einmal 25 Jahren ein erfolgreicher Geschäftsmann. Als er sein Amt antreten sollte, konnte die Firma keine Gehaltsabrechnung machen, denn die Firma war praktisch pleite. Bodnar verbrachte mehrere Jahre damit, der finanziellen Pleite endlich ein Ende zu setzen. Er fand heraus, was profitabel war und was nicht. Außerdem versuchte er die richtigen Prozesse und Systeme einzusetzen. Die Verluste hörten endlich unter seiner Führung auf. Endlich konnte auch die Gehaltsabrechnung gemacht werden und Bodnar war von seiner eigenen Leistung einfach nur begeistert.

Allerdings fehlte Bodnar eine wichtige Eigenschaft: Er konnte den Schwung nicht dauerhaft aufrechterhalten. Ihm gelang die Rettung der Firma, doch ein potenzielles Wachstumsverhalten blieb aus. Bodnar begann neue Geschäftszweige zu gründen, doch diese verliefen im Sand. Bodnar konnte auch die Arbeitsplätze seiner Angestellten sicher bewahren, doch ein wirtschaftlicher Erfolg zeichnete sich nicht ab. Bodnar begann in diesem Augenblick zu realisieren, dass diese Arbeit nicht alles ist, was ihn erfüllte. Außerdem kamen ihm die Gedanken, dass er vielleicht nicht der Richtige ist für diese Führungsposition. Aus diesem Grund kam Bodnar die Idee, dass er nicht mehr CEO sein möchte, als er mit seinem Freund beim Essen sprach. „Jemand anderes soll CEO werden“, sagte Bodnar.

„Das war die richtige Entscheidung im richtigen Moment, die meine Einstellung zu der Ergreifung von Chancen grundlegend verändert hat“, so Bodnar weiter. Er kam zu der Erkenntnis, dass er brillant darin war Unternehmen zu retten, sie aber nicht zu erweitern oder wirtschaftlich zu vergrößern. Nach seiner Ansicht sollte niemand in jeder Position großartige Arbeit leisten. Jeder Mensch ist auf seinem Gebiet gut und hat seine Stärken und Schwächen. Schließlich sagen die Leute auch nicht, dass Steph Curry großartig als Basketballspieler in Point Guard spielt und wieso kann er nicht in der Mitte spielen? Das sind kleine Beispiele dafür, dass ein einzelner Mensch nicht alle Positionen erfolgreich führen kann. Ob im Sport oder in einem Unternehmen – das spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass jeder Mensch weiß, was seine Stärken sind und welche Arbeit er gut verrichten kann. Das ist deshalb so wichtig, um keine Zeit zu verlieren und in dem großartig zu werden, was man großartig kann.

Das alte Unternehmen von Bodnar erwirtschaftet heute Gewinne und ist um 40 Prozent nach seinem Rücktritt gewachsen. Der Freund von Bodnar ist immer noch CEO und Bodnar selbst übernahm den Posten als Vorstandsvorsitzender. Allerdings verbringt er die meiste Zeit damit, kleinen Investmentfirmen zu helfen. Das ist das Gebiet, auf dem Bodnar gut ist. „Die Faustregel, die ich immer selbst anwende ist, ich muss mich immer selbst ersetzen können“, so Bodnar. Laut Bodnar ist es wichtig, in ein Unternehmen zu kommen, dem Unternehmen zu helfen und wenn man an dem Punkt angelangt ist, an dem man nichts mehr für das Unternehmen tun kann, sollte jemand anderes übernehmen. Zurzeit ist Bodnar außerdem CEO von einem weiteren kleinen Unternehmen. Allerdings behauptet Bodnar es wird nicht allzu lange dauern, bis er die Position wieder aufgibt und diese jemandem Neuen überlässt.

Das sind weise Worte von einem jungen Mann, der in seinem Leben auf vielen unternehmerischen Ebenen erfolgreich war. Die Tipps, die er angesprochen hat, lassen sich problemlos auf jeden Beruf und das Berufsleben insgesamt übertragen. Daraus lassen sich positive Schlüsse ziehen, die im Berufsleben auf der Karriereleiter weiterhelfen können.

Dieser CEO hat sich selbst gefeuert – Der Grund ist unglaublich!
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