Foto: bigstockphoto.com

Foto: bigstockphoto.com

Suchmaschinen wie Google haben sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Hummingbird und andere Google Updates haben dazu beigetragen, dass Google die Suchintention einer Suchanfrage besser versteht. Dadurch kann besser entschieden werden, welche Inhalte ein Informationsbedürfnis befriedigen und welche nicht.

Dank dieser Weiterentwicklung haben sich SEO-Strategien grundlegend verändert. Wenn du für einen bestimmten Suchbegriff ranken möchtest, reicht es nicht mehr aus einen Artikel zu erstellen und dort das gewünschte Keyword so oft wie möglich zu platzieren. Du musst die Suchintention hinter der Suchanfrage verstehen.

Welche Suchintention steckt hinter der Suchanfrage und welches Informationsbedürfnis möchte befriedigt werden? Welche Informationen sollte ich bereitstellen damit dieses Informationsbedürfnis voll und ganz befriedigt wird?

Anhand eines konkreten Beispiels, möchte ich dir zeigen, wie du suchrelevante Inhalte erstellst, worauf du achten solltest und welche veralteten SEO-Strategien du am besten direkt vergessen solltest.

Viele Keywords, eine Suchintention

Du kennst sicherlich veraltete Strategien um suchrelevanten Content zu erstellen, die leider auch noch heute so praktiziert werden: Keywords in den Keyword-Planer eingeben, Suchvolumen rausziehen und für jedes Keyword einen Artikel erstellen. Bei dieser Herangehensweise ist dir sicherlich aufgefallen, dass verschiedene Suchbegriffe genau ein und dasselbe Thema beschreiben.

Lass uns das an einem Beispiel konkretisieren. Nehmen wir an, du möchtest für den Suchbegriff „Rauchen aufhören“ einen Inhalt erstellen, der bei Google weit oben ranken soll.

Wir gehen also zum Keyword-Planer von Google AdWords und schauen uns das Suchvolumen für dieses Keyword an.

 

Abbildung 1: Suchvolumen für den Suchbegriff „Rauchen aufhören“ – Google AdWords Keyword Planer

Abbildung 1: Suchvolumen für den Suchbegriff „Rauchen aufhören“ – Google AdWords Keyword Planer

Mit 22.200 durchschnittlichen Suchanfragen pro Monat bietet dieses Thema ordentlich Potenzial.

Schauen wir uns nun an, welche suchrelevanten Keywords uns Google zum Thema „Rauchen aufhören“ vorschlägt.

 

Abbildung 2: Keyword-Ideen für „Rauchen aufhören“ – Google AdWords Keyword Planer

Abbildung 2: Keyword-Ideen für „Rauchen aufhören“ – Google AdWords Keyword Planer

Google schlägt uns hier weitere interessante Keywords zum Thema „Rauchen aufhören“ vor. Hier ist gut zu erkennen, dass das Thema „Rauchen aufhören“ ein weitaus größeres Potenzial als die anfangs gedachten 22.200 Suchanfragen im Monat bietet. Früher hätten wir nun für jeden dieser Keywords einen Artikel erstellt, um für alle Suchbegriffe zu ranken.

Wenn wir uns diese Keywords anschauen, wird ganz schnell klar, welche Suchintentionen hinter all diesen Suchanfragen steckt. Egal ob nach „Rauchen aufhören“, „Rauchfrei“, „nicht Raucher werden“ oder „wie kann ich aufhören zu rauchen“ gesucht wird, das Ziel ist immer dasselbe: Aufhören zu rauchen!

Statt mehrere Artikel für jedes einzelne Keyword zu erstellen, verfassen wir einen einzigen ausführlichen Artikel der für alle diese Keywords ranken soll. Einen Artikel, der die Suchintention erfüllt, das Thema ausführlich beschreibt und das Informationsbedürfnis des Besuchers befriedigt.

Wenn du wissen möchtest, wie du eine ausführliche Keyword-Recherche erstellst, schau dir meinen Gastbeitrag bei Linkbird an. Hier erkläre ich, wie du an weitere interessante und suchrelevante Keywords kommst.

Semantische Terme und holistische Inhalte

Wie ist Google überhaupt in der Lage algorithmisch Suchintentionen von verschiedenen Suchanfragen zu verstehen? Woher weiß Google, um was es in einem Artikel geht?

Spielt die Keyword-Dichte vielleicht eine Rolle? Um eins möchte ich dich bitten. Vergiss das Wort „Keyword-Dichte“ ganz schnell! Wenn dir jemand versucht zu erklären, dass die Keyword-Dichte entscheidend für deine SEO-Strategie ist, solltest du genau eins tun: Weglaufen! Lauf so schnell du kannst und dreh dich nicht um.

Nicht die Keyword-Dichte, sondern semantische Terme spielen hier für Google eine entscheidende Rolle, um zu verstehen, um was es in einem Artikel geht.

Lass mich dir das anhand des bekannten Kommunikations-Gesellschaftsspiels „Tabu“ erklären. Das Spiel dreht sich um das Erklären von Begriffen. Bei Tabu erklärt ein Spieler seiner Mannschaft einen Begriff und darf dabei keins der fünf Tabuwörter verwenden. Diese sogenannten Tabuwörter, kannst du dir als semantische Terme des jeweiligen Begriffs vorstellen, da diese Terme den Begriff bzw. das Thema sehr gut beschreiben.

Wenn du dir die Terme wie Ferien, Sonne, Strand, Palmen, Meer, Erholung und Hotel anschaust, woran denkst du als erstes? Genau, an Urlaub! Diese Semantik an Keywords nimmt Google als Hilfe, um Texte und Inhalte besser zu verstehen und einzuordnen.

WDF*IDF Tool von Onpage.org

Natürlich gibt es auch dafür das passende Tool, um die semantischen Terme für einen bestimmten Suchbegriff herauszufinden.

Dazu benutzen wir das WDF*IDF-Tool von Onpage.org. Wir erstellen einen kostenlosen Account, navigieren auf „Onpage.org WDF-IDF“, geben unseren Suchbegriff ein und klicken auf „Los geht’s“.

Wir bleiben beim Beispiel „Rauchen aufhören“ und schauen uns dazu die semantischen Terme an. Für eine vergrößerte Ansicht kannst du auf die Grafik klicken.

 

Abbildung 3: WDF*IDF Tool Onpage.org für den Suchbegriff "Rauchen aufhören"

Abbildung 3: WDF*IDF Tool Onpage.org für den Suchbegriff „Rauchen aufhören“

Das Tool spuckt uns nun eine Vielzahl von semantischen Keywords aus.

Ok, das Beispiel mit dem Gesellschaftsspiel Tabu hast du verstanden. Aber wie genau sollen dir diese Keywords jetzt helfen?

Wir sehen, dass ein guter Inhalt zum Thema „Rauchen aufhören“ Terme wie „Nicotin“, „Entzugserscheinungen“, „Zigarette“, „Nikotinpflaster“ und „zunehmen“ beinhalten sollte.

Es ist nicht unser Ziel, mit einem Artikel für diese Begriffe zu ranken. Wenn wir einen holistischen und guten Artikel zum Thema „Rauchen aufhören“ erstellen möchten, sollten wir diese Begriffe thematisieren.

Ich benutzte das WDF*IDF-Tool auch gerne, um herauszufinden, welche Bereiche ich zu einem bestimmten Artikel thematisieren sollte. Wenn du dir das Thema WDF*IDF näher anschauen möchtest, schau im Wiki von OnPage.org vorbei. Hier wird die WDF*IDF-Formel genau erklärt.

Grammatik vor Keyword

Trotz der semantischen Terme solltest du besonders in deinen Überschriften versuchen, die wichtigsten Keywords sinnvoll unterzubringen. Die Betonung liegt auf sinnvoll!

Bleiben wir bei dem Thema „Rauchen aufhören“. Du erstellst also einen Artikel, der dieses Thema komplett abdeckt und deinen Besuchern einen Mehrwert bietet. Aber wie gestaltest du den Titel deines Artikels?

Schauen wir uns dazu die Top Keywords mit dem meisten Suchvolumen an:

1. Rauchen aufhören: 22.200 Suchanfragen pro Monat
2. Rauchfrei: 14.800 Suchanfragen pro Monat
3. Raucherentwöhnung: 12.100 Suchanfragen pro Monat

Bei der Erstellung des Titels solltest du die Keywords sinnvoll kombinieren.

Ein Titel für dieses Beispiel könnte wie folgt lauten:

„Raucherentwöhnung: So hören Sie mit dem Rauchen auf und bleiben ihr Leben lang Rauchfrei“

Aber, wieso ist das Keyword „Rauchen aufhören“ nicht 1-zu-1 in der Überschrift?

Ganz einfach: Grammatik vor Keyword! Du solltest nicht krampfhaft die Sätze verdrehen um das Keyword in den Text einzubauen. Denk immer daran, deine Texte werden von Menschen gelesen. Optimiere deine Texte hauptsächlich für Menschen und die Suchmaschinen werden dich mit guten Rankings belohnen, wenn du dein SEO-Handwerk ordentlich umgesetzt hast. 

Fazit

Dank der Weiterentwicklung der Suchmaschinenalgorithmen haben sich unsere SEO-Strategien grundlegend geändert. Suchmaschinen verstehen immer besser, worum es in einem Artikel geht.

Natürlich möchten wir mit unseren Inhalten gute Rankings erreichen, die langfristig Traffic generieren. Leider vergessen wir bei der Erstellung solcher Inhalte viel zu oft, für wen wir diese Inhalte hauptsächlich erstellen: Für Menschen! Für unsere Webseitenbesucher, Interessenten und potenziellen Kunden.

Besonders bei informationsorientierten Suchanfragen solltest du vor der Erstellung von Inhalten darüber nachdenken, welche Suchintention hinter der Suchanfrage steckt und dem Besucher helfen, sein Informationsbedürfnis zu befriedigen.

Wenn du Fragen wie „Liefert mein Artikel die beste Lösung für das Problem?“ und „Bietet mein Artikel einen echten Mehrwert und erfüllt die Suchintention hinter der Suchanfrage?“ nicht mit „Ja“ beantworten kannst, stell dir selbst die Frage: Wieso sollte eine Suchmaschine meinen Artikel dann über alle anderen stellen?

Wenn du mehr über das Thema SEO lernen möchtest, empfehle ich dir meinen SEO Guide für Anfänger. In 12 ausführlichen Kapiteln erkläre ich alle wichtigen und grundlegenden Aspekte für den richtigen Umgang mit Suchmaschinen.

Über den Autor

Abbildung 4: Artur Kosch beim Vortrag auf der SMX München 2016

Abbildung 4: Artur Kosch beim Vortrag auf der SMX München 2016

Artur Kosch ist Online-Unternehmer und SEO-Experte. Als geschäftsführender Gesellschafter der Online Marketing Agentur Kosch Klink Performance schreibt er regelmäßig Fachartikel und hält Vorträge auf Konferenzen rund um das Thema Online Marketing und SEO. Neben unternehmerischen und strategischen Entscheidungen unterstützt er die Kunden von Kosch Klink Performance in der technischen Suchmaschinenoptimierung, der Kreation von Content Marketing Strategien und der Entwicklung von ganzheitlichen Online Marketing Verkaufssystemen. In seinem SEO Guide für Anfänger und SEO Online Kurs erklärt er Webseitenbetreibern den richtigen Umgang mit Suchmaschinen.

Search Driven Content: Suchintention vs. Keywords
Artikel bewerten