Scrum

Hast du schon einmal den Begriff Scrum gehört? Wenn du dich für Rugby interessierst, dann ganz bestimmt. Den als Scrum wird in diesem Spiel eine bestimmte Standardsituation bezeichnet. Doch Rugby soll nicht das Thema sein. Vielmehr möchte ich dir Scrum als Methode in der agilen Software-Entwicklung näherbringen.

Was ist Scrum?

Als Scrum bezeichnet man eine Methode die in der agilen Software-Entwicklung eine wichtige Rolle spielt. Scrum bildet hier ein Gesamtsystem, welches aus Meetings, Rollen, Artefakten und Werten besteht. Im Grunde stellt es ein Prozessmodell dar, welches einfach ist in Bezug auf die Entwicklung von Produkten. Es basiert auf den Grundsätzen, welche bei der agilen Software-Entwicklung zur Anwendung kommen. Außerdem setzt man bei dieser Methode besonders stark auf Teammitglieder, welche sich selbst organisieren. Aus diesem Grund unterscheidet sich diese Methode auch sehr deutlich vom klassischen Projektmanagement, wo ja bekanntermaßen mehr auf einen Projektmanager gesetzt wird, von dem die nötige Autorität als Projektleitung gefordert wird.

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Scrum hat seine Basis, seine Grundlage auf Prinzipien, die fundamental sind und aufeinander aufbauen:

  • es gibt ein eigenständiges Team, welches mit allem Kompetenzen versehen ist, die erforderlich sind
  • das Team organisiert sich selbst. Dies erfolgt innerhalb festgelegten Zeitfenstern
  • es muss in der Lage sein, früh und auch regelmäßig Funktionalitäten zu liefern, die fertig sind
  • daraus wiederum wird eine notwendige Transparenz erzeugt
  • das Produkt und auch der Prozess der Entwicklung kann so jederzeit angepasst werden

Verantwortlich dafür ist der Scrum Master. Um die Tätigkeit eines Scrum Masters ausüben zu können, gibt es die Scrum Master Ausbildung, die einen hohen Stellenwert besitzt und auch entsprechend zertifiziert wird.

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Wie ist Scrum entstanden?

Anfang der 1990er Jahre entwickelten Jeff Sutherland und Ken Schwaber die Methode von Scrum. Im Jahre 2003 wurde dann von Ken Schwaber ein Zertifizierungsprogramm zum Ceritfied Scrum Master vor gestellt. Weiterentwickelt wurde es von ihm dann ab dem Jahr 2009 in zwei Professionalisierungsstufen. Einmal in den Professionell Scrum Master I und in den Professionell Scrum Master II. Vorrangig geht es bei dieser Methode darum, sowohl die Grundsätze der agilen Software-Entwicklung als auch das Framework Scrum aus seiner festgefahrenen Vorgehensweise zu befreien. Das hat sich nun deutlich verändert. Die Methode ist in der Software-Entwicklung der heutigen Zeit weit verbreitet und immer mehr Unternehmen aus den verschiedensten Branchen setzen Scrum mehr und mehr ein.

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Bestimmte Rollen im Scrum-Prozess

Bei der Methode setzt man auf nur wenige Rollen. Außerdem auf Meetings und Artefakten (= z.B. Reports, Terminpläne, Risikolisten). Hier im Überblick die Darstellung der Rollen:

Der Product Owner

Ein Product Owner ist dafür verantwortlich, den Wert des Produktes zu maximieren. Er kennt genau die Bedürfnisse seiner Kunden und er verwaltet und priorisiert auch deren Anforderungen. Aus diesem Grund steuert er auch die Entwicklung. Für seine tägliche Arbeit stellt das sogenannte Product Backlog das wichtigste Artefakt dar. Dies ist eine Auflistung der Anforderungen, welche an das Produkt gestellt werden. Die Auflistung ist dabei immer geordnet. Das Product Backlog umfasst:

  • Features
  • Verbesserungen
  • Fehlerbehebungen
  • Funktionalitäten

In der Verantwortung vom Product Owner liegt es, die Einträge im Backlog klar zu formulieren und damit dafür zu sorgen, dass alle Einträge vom Entwicklungsteam auch klar verstanden werden. Des weiteren ist er als Vertreter des Kunden zu sehen. Aus diesem Grund bestimmt er auch die Reihenfolge der Einträge. Dies bestimmt er durch Faktoren wie beispielsweise

  • Notwendigkeit
  • Risiko
  • wirtschaftlicher Nutzen

Er als Product Owner muss sicherstellen, dass für jeden der Product Backlog zu sehen ist. Überdies muss daraus für jeden ersichtlich sein, woran das Team als nächstes zu arbeiten hat. Seine Rolle setzt allerdings einiges an guten Fähigkeiten voraus. Diese Fähigkeiten beziehen sich vor allem auf Projektmanagement und Requirements Engineering. Wer als Product Owner bestehen will, der muss gut kommunizieren und moderieren können und er braucht ein fundiertes Wissen für die technische Seite. Es ist ihm selbst überlassen, ob er seine Aufgaben selbst erledigt oder diese an das Entwicklungsteam delegiert. Fest steht aber, dass egal wie er sich entscheidet, er in der alleinigen Verantwortung bleibt. Aus diesem Grund ist es auch sehr wichtig, dass all seine Aufgaben und auch die Verantwortlichkeiten genau beschrieben sind. Außerdem bedarf es der vollen Unterstützung aus seinem Managementbereich.

Das Entwicklungsteam

In einem Entwicklungsteam sollten maximal 10 Personen und mindestens drei Personen arbeiten. Das Team organisiert sich selbst und vom Team wird auch die Software in den sogenannten Sprints eigenverantwortlich entwickelt. Das Entwicklungsteam ist bei Srcum nicht mit dem Scrum-Team zu verwechseln. Dieses umfasst das Entwicklungsteam, den Product Owner und den Scrum Master.

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Im Gegensatz zum herkömmlichen Projektmanagement weist die Scrum Methode eine weitere Besonderheit auf. Wird festgestellt, dass für eine Entwicklung deutlich mehr als die maximal 10 Personen benötigt werden, ist hier keine Mitarbeiteraufstockung vorgesehen. In diesem Fall setzt man vielmehr auf „Scrum of Scrums“. Das bedeutet, dass einfach mehrere Scrum-Teams geschaffen werden. Aus diesen Teams nimmt man dann ein oder zwei Mitarbeiter, die in ein Team eingebunden werden, welches hierarchisch etwas über dem Entwicklungsteam liegt. Dort steht dann vor Integrationsarbeit und Koordination im Vordergrund.

Der Scrum Master

Im Prozess hat der Scrum Master eine wichtige Aufgabe. Er ist oberster Wächter darüber, dass während der Dauer des Prozesses alle Regeln und Werte eingehalten und gewahrt werden. Außerdem ist der Scrum Master mit seinen Aufgaben auch die Schnittstelle des Entwicklungsteams zur Welt außerhalb des Projektes und damit auch für die Kommunikation mit diesen Bereichen. Er dient sozusagen als Anlaufstelle und hält dem Entwicklungsteam damit den Rücken frei. Als Scrum Master hat man aber hierarchisch gesehen keine höhere Stellung als das Entwicklungsteam. Er muss einfach nur bestimmte Rollen und Aufgaben erfüllen, welche nicht als Rollen des eigentlichen Scrum-Prozesses zu sehen sind. Allerdings können diese Rollen sehr wohl eine Einwirkung auf den Prozess haben.

Es gibt einige Unternehmen, in der für den Scrum Master als Synonym auch der Begriff „Agile Coach“ Verwendung findet. In seiner Rolle soll er sowohl Führungskräfte als auch intern angesiedelte Entwicklungsteams coachen und schulen. Doch der Begriff „Agile Coach“ bedeutet einiges mehr und von ihm gilt es eine Vielzahl von Aufgaben zu erfüllen.

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