Schwierigkeiten Gründer

Das Geschäftskonzept steht, der Businessplan ist ausgearbeitet, die Finanzierung geklärt und auch Kleinigkeiten wie Logo und Visitenkarten sind bereits entworfen. Für die meisten Existenzgründer sind somit alle Notwendigkeiten erledigt, das erste Jahr als Unternehmer kann beginnen. Doch trotz professioneller Vorbereitung scheitern weltweit knapp 90 Prozent aller Jungunternehmer. Mitunter sind die Gründe für das vorschnelle Aus des großen Traums vom eigenen Unternehmen aber dort angesiedelt, wo sie kaum einer erwartet. Wir zeigen Dir, von welchen unerwarteten Problemen Du Dich besser nicht überraschen lässt.

Keine Akquise = keine Kunden!

Wie schwierig es sein kann, auf einem bereits existierenden Markt unternehmerisch Fuß zu fassen, wissen wohl nur diejenigen, die diese Erfahrung bereits gemacht haben. Denn je nach Zielgruppe ist die Marken- und Unternehmenstreue von Kunden unterschiedlich stark ausgeprägt. Oftmals können selbst bessere Preise, hochwertigere Produkte oder umfassendere Leistungen Bestandskunden anderer Unternehmen nicht von einem Wechsel überzeugen.

Untersuchungen konnten zeigen, dass die Deutschen europaweit zu den marken- und unternehmenstreusten Verbrauchern zählen. Doch nicht nur für junge B2C-, auch für B2B-Unternehmen kann es schwierig sein, Geschäftskontakte zu knüpfen. Zwar entscheiden andere Betriebe aus wirtschaftlichen Gründen schon eher auf Grundlage von Preis und Qualität, mit welchem Partner sie zusammenarbeiten, doch auch bei geschäftlichen Beziehungen spielen Vertrauen und erfolgreiche gemeinsame Geschäftsjahre eine übergeordnete Rolle.

Start-ups scheuen aus Kostengründen jedoch oft davor zurück, Werbung in eigener Sache zu machen. Gerade wenn die Mitarbeiterzahl gering, die Zeit knapp und aktuell ein Übermaß an Aufträgen und Projekten vorhanden ist, wird nur wenig Geld in das eigene Marketing investiert. Dies kann sich zukünftig aber rächen, denn die Akquise von heute bringt die Kunden von übermorgen. Wer langfristig und nachhaltig plant, sollte bereits zu Anfang und auch, wenn die Auftragslage gut ist, versuchen, neue Kunden zu akquirieren.

Liquidität vs. Rentabilität – auf den Mix kommt es an!

Nicht jeder Unternehmer muss zwangsweise ein Studium der Betriebswirtschaftslehre durchlaufen haben. Doch auch mit fachmännischer Beratung und fähigem Personal bleibt die Notwendigkeit einer zumindest grundsätzlichen Beschäftigung mit wichtigen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen nicht aus. Andernfalls lassen sich als Geschäftsführer keine rationalen und nachhaltigen unternehmerischen Entscheidungen treffen.

Das klassische Problem wohl aller Jungunternehmen liegt versteckt zwischen den Worten Liquidität und Rentabilität. Beide Begriffe werden häufig missverstanden und meist ist der eine im Unternehmen dominanter als der andere. Das muss nicht verkehrt sein, doch Verantwortliche für die Unternehmenszukunft sollten die Wechselwirkungen von Liquidität und Rentabilität verstehen – und zu nutzen lernen, was ohne einschlägige Ausbildung und/oder Erfahrung nicht immer einfach ist. Um diese Wechselwirkung zu verstehen, muss ein näherer Blick auf beide Begriffe erfolgen.

Etwas vereinfach gesprochen meint Liquidität, dass ein Unternehmen zahlungsfähig ist und alle Forderungen gedeckt sind. Ist dies nicht der Fall, spricht man von Unterliquidität, also von einer teilweisen Zahlungsunfähigkeit, oder Illiquidität, einer permanenten Zahlungsunfähigkeit.

Bei der für viele so wichtigen Rentabilität wird auf die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens geschaut. Rentabel arbeitet dieses, wenn zum einen alle Kosten innerhalb eines Geschäfts- bzw. Kalenderjahres beglichen werden können und das Unternehmen zum anderen einen in Bezug auf den Umsatz angemessenen Gewinn erwirtschaftet. Dieses Verhältnis nennt man dann Umsatzrendite.

Viele Existenzgründer begehen den Fehler, ausschließlich auf ihre Umsatzrendite zu schauen. Nicht selten ist es aber gerade fehlende Liquidität, die junge und sogar rentable Unternehmen dazu zwingt, den Betrieb einzustellen. Denn auch wenn dein Unternehmen prinzipiell ordentlich wirtschaftet und auf dem Papier Gewinn erzielt, wird es mit der geschäftlichen Tätigkeit schwierig, wenn keine flüssigen Mittel vorhanden sind.

Als Gründer solltest du deswegen stets bedacht sein, ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Liquidität und Rentabilität zu gewährleisten. Und sollten unvorhersehbare Ereignisse oder ausbleibende Zahlungseingänge doch einmal für finanzielle Engpässe sorgen, helfen zumindest zur Sicherstellung der Liquidität Unternehmensdarlehen. Speziell Online-Kredite wie von Bon-Kredit bieten sich hier an, da diese im Vergleich zu Krediten von der Hausbank zügig abgewickelt werden können und meist gar flexible Sondertilgungsoptionen offerieren.

Berufliche Ziele und soziale Verantwortung – zwei gegensätzliche Partner

Auch wenn statistisch betrachtet über ein Drittel aller Existenzgründer zwischen 25 und 34 Jahre jung ist, existieren Jungunternehmer in nahezu allen Altersklassen von 18 bis 65 Jahren. Bekanntermaßen verpflichtet aber jedes Alter auch zu sozialer und privater Verantwortung, die nicht unmittelbar mit dem Beruf und dem eigenen Unternehmen zu tun haben. Freunde und Familie, Hobbys und Interessen werden häufig von Existenzgründern vernachlässigt – und nicht jeder Gründer kann damit umgehen.

Auch deswegen solltest Du Dir noch vor der Unternehmensgründung zwei Fragen stellen: Bist du als Persönlichkeit dafür geeignet, deinen Lebensfokus auf die Arbeit zu legen und die meiste Zeit in den Erfolg deines Unternehmens zu investieren? Oder sind dir soziale Kontakte, Sport und andere Hobbys für dein persönliches Glück wichtiger? Zur Beantwortung dieser Frage solltest du auch Vertraute mit einbeziehen, die dich gut kennen und einschätzen können.

Die andere Frage lautet: Kannst du dich in der Rolle als Geschäftsführer vorstellen? Je nach deinem Erfahrungsgrad und gerade, wenn du bislang nur als Angestellter tätig warst, ändert sich dein beruflicher Alltag immens. Denn fortan bist du selbst für strategische unternehmerische Entscheidungen betraut und hast womöglich nicht nur die Verantwortung für deine eigene berufliche Zukunft, sondern womöglich auch für deine Familie und dein Personal, das sich auf dich verlässt.

Einsamkeit, Isolation und Überforderung sind die häufigsten sozialen bzw. psychischen Hürden, mit denen Existenzgründer zu kämpfen haben. Nicht jeder ist dafür geschaffen, diese Verantwortung zu übernehmen, in der Regel weitaus mehr als Angestellte zu arbeiten und ein zumindest in den ersten Firmenjahren beruflich und finanziell oftmals ungesichertes Leben zu führen. Das ist keine Schande, aber auch Charaktereigenschaften und Soft Skills sind für den unternehmerischen Erfolg bei gleichzeitigem privatem Glücke wichtig, werden aber häufig missachtet. Begehe diesen Fehler nicht und prüfe seine Social Skills noch vor der Gründung.

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