Jedes Jahr entstehen in Deutschland neue Unternehmen. Start-Ups werden nicht nur rund um das Medium Internet aus der Taufe gehoben. Über diverse Medienformate wird deutlich, dass pfiffige Erfinder Produkte am Markt platzieren, die zum Verkaufsschlager werden. Laut KfW-Gründungsmonitor 2016 wurden im Jahr 2015 mehr als 760.000 Unternehmen in Deutschland neu gegründet. Für die Existenzgründer geht damit oft der Traum vom eigenen Chef sein in Erfüllung. Das Start-Up ist aber nicht nur ein Segen. Dahinter steht ein hohes Maß an Verantwortung – für Familie, Unternehmen und dessen Mitarbeiter.

Und der Start in die Selbständigkeit mit einem eigenen Unternehmen bedeutet am Ende auch, sich finanziellen Risiken zu stellen. Wie groß das Start-Up am Ende ist, spielt kaum eine Rolle. Aspekte wie Zahlungsschwierigkeiten mit einigem Teil der Kunden oder Geschäftspartner belasten jeden jungen Unternehmer. Wie gehen Gründer mit diesen Risikofaktoren für ihre Unternehmung um? Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten, um Risiken zu reduzieren. Komplett wird diese kein Unternehmer ausschließen können. Ein Aspekt, dem sich Gründer jeden Tag neu vor Augen halten müssen – und entsprechend reagieren sollten.

Bonität von Geschäftspartnern ermitteln

Ein Risiko in der Unternehmensgründung und der Konsolidierung des Start-Ups sind Störungen in den Kapitalströmen. Insbesondere zielt diese Aussage natürlich auf Unregelmäßigkeiten bei den Mittelzuflüssen ab. Nehmen Geschäftspartner bzw. Kunden die Leistungen des Unternehmens in Anspruch oder dessen Waren und zahlen ihre Rechnungen verspätet oder gar nicht, wird dies natürlich zu einem Problem.

Schließlich muss jedes Unternehmen mit den Einnahmen die Ausgaben wie:

  • Löhne/Gehälter
  • Roh- und Hilfsstoffe
  • Halbzeuge
  • Fuhrpark etc.

entsprechend decken. Und ohne den Mittelzufluss wird kein Start-Up die Gewinnzone erreichen. Letztlich wird diese Situation existenzbedrohend – wenn die Reserven für eine längere Durststrecke fehlen. Generell werden Gründer Zahlungsausfällen oder verspäteten Zahlungen nie komplett aus dem Weg gehen. Mithilfe einer Bonitätsprüfung lässt sich allerdings einschätzen, wie zuverlässig Geschäftspartner bisher waren.

Dieser Vorgang taucht auch unter dem Begriff des Debitorenratings auf. Angeboten werden entsprechende Auskünfte heute über Wirtschaftsauskunfteien, wie:

  • SCHUFA Holding AG
  • Creditreform Berlin Brandenburg Wolfram KG
  • wCRIF Bürgel GmbH.

Wobei Qualität und Aktualität dieser Auskünfte teils sehr stark voneinander abweichen. Der Umfang der Bonitätsauskunft lässt sich – je nach gewünschter Bewertungstiefe – skalieren. Angefordert werden kann bei Auskunfteien eine Kurzauskunft mit den Stammdaten und einem Bonitätsindex oder die umfassende Vollauskunft mit Bilanzbewertung usw. Im Idealfall beschränkt sich die Bonitätsauskunft nicht nur auf das Inlandsgeschäft, sondern auch in den internationalen Bereich. Eine weitergehende Prüfung der Bonität sollte dann stattfinden, wenn Unternehmen Geschäfte in erheblichem Umfang vorfinanzieren bzw. neue Geschäftspartner hohe Stückzahlen abnehmen. Hier lohnt sich die Zusammenarbeit einer Detektei, wenn darüber hinaus noch weitere Informationen oder eine umfassende Beratung benötigt werden.

Geschäfte im Ausland: Bürgschaften & Co.

Ausfallrisiken im Inland – durch nicht gezahlte Rechnungen – sind eine Seite der Medaille. Mittlerweile steigt die Zahl jener Unternehmen, die am internationalen Warenverkehr teilnehmen. Dabei geht es nicht ausschließlich um den Mittelstand oder global agierende Konzerne. Gerade der Onlinehandel sorgt für eine Zunahme im grenzüberschreitenden Handel.

Mit welchen Möglichkeiten lassen sich Geschäfte im Ausland absichern? Ein Element sind Versicherungen/Bürgschaften, welche für das Außenhandelsgeschäft übernommen werden. Für den Export deutscher Unternehmen hat sich die sogenannte Hermesbürgschaft zu einem wichtigen Instrument entwickelt. Hierbei handelt es sich um eine Absicherung für den Exporteur, die bei einem Zahlungsausfall des Abnehmers einspringt. Damit ein Geschäft gefördert werden kann, muss u. a.:

  • für das Geschäft ein besonderes staatliches Interesse bestehen
  • das Ausfallrisiko vertretbar sein
  • die Kreditwürdigkeit des Abnehmers vorhanden sein.

Die Hermesdeckung gibt es allerdings nicht kostenlos. Wer diese Form der Außenhandelsabsicherung in Anspruch nimmt, hat ein Entgelt zu entrichten.

Neben dieser staatlichen Variante der Exportkreditversicherung können Unternehmen zu privaten Exportversicherungen greifen. Seitens der einzelnen Anbieter werden hier unterschiedliche Konditionen aufgerufen. Allgemein haben:

  • das Kreditorenrisiko
  • das Geschäftsvolumen
  • die Laufzeit
  • Selbstbehalte

Einfluss auf die Kosten, welche durch diese Form der Absicherung entstehen.

Wechselkursrisiko im Auge behalten

Gerade im Auslandshandel spielen unterschiedliche Währungen eine Rolle. Innerhalb der EU gibt es keine Probleme, da mit dem Euro hier eine gemeinsame Währung entstanden ist. Der außereuropäische Handel wird hingegen zu einer Herausforderung – besonders im Zusammenhang mit Festpreisgeschäften.

Beispiel: Unternehmen A schließt mit Unternehmen B einen Kontrakt über 10.000 Stück zu 10 USD je Stück ab. Das Geschäft hat also einen Wert von 100.000 USD. Zum Zeitpunkt der Unterschrift belief sich der EUR/USD Kurs auf 1,30 USD. In Euro hat das Geschäft einen Wert von rund 76.900 Euro. Zum Termin der Lieferung/Leistung des Kaufpreises hat sich der Kurs verschoben – auf 1,35 USD. Damit erlöst Unternehmen A nur noch rund 74.000 Euro aus dem Geschäft.

Diese Form des Wechselkursrisikos ist im Außenhandel allgegenwärtig. In den letzten Jahren haben sich verschiedene Instrumente etabliert, um diese Währungsrisiken handhaben zu können. Eine Möglichkeit sind Versicherungen. Diese werden unter anderem als Tender Exchange Rate Indemnity (TERI) angeboten und können schon in der Ausschreibungsfrist abgeschlossen werden. Achtung: Für dieses Instrument fallen Gebühren an. Eine zweite Variante sind Swaps. Hier wird zwischen den Geschäftspartnern das Kapital entsprechend der Kurse zu Beginn aus – und tauschen die Währungen nach Abschluss wieder entsprechend zurück.

finance, currency and money concept – digital display with exchange rates on screen

Abbildung 2: Auch der Blick auf die Wechselkurse ist wichtig, wenn die eigene Firma mit ausländischen Unternehmen Geschäfte macht.

Digitales Business

Fazit: Als Unternehmer Risiken erkennen und meiden

Junge Unternehmen verfolgen ein Ziel: Erfolg. Damit diese Zielstellung am Ende erreicht werden kann, muss jeder Gründer und Unternehmer wissen, dass Risiken das Start-Up bedrohen. Neben Missmanagement besteht die Gefahr darin, auf Rechnungen sitzen zu bleiben. Im Inland kann deren Betreiben schon schwierig werden, bei ausländischen Geschäftspartnern nehmen die Schwierigkeiten noch einmal zu. In der Vergangenheit haben sich verschiedene Instrumente entwickelt, um mit den Herausforderungen umzugehen. Bonitätsprüfungen sind eine Variante, Versicherungen und Bürgschaften – gerade im Außenhandel – eine weitere Option. Wie genau sich ein Unternehmen gegen Gefahren absichert, ist am Ende immer eine individuelle Entscheidung. Zuerst muss es darum gehen, das Risiko als solches überhaupt zu erkennen!

Risiken bei Geschäften senken – Tipps für junge Unternehmer
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