Gründer FAQ: Haftung, Fürsorgepflicht und 3 ultimative Tipps zum Schutz vor Dieben

Diebstahl am Arbeitsplatz: Was tun, wenn Angestellte klauen?

Es ist ein Thema, über das niemand gerne spricht, aber es kommt dennoch vor: Diebstahl im Büro. Angestellte bedienen sich unerlaubt am Arbeitsmaterial, stehlen Equipment oder beklauen andere Mitarbeiter. Doch wer beim Klauen und Diebstahl im Büro erwischt wird dem blühen üble Konsequenzen. Diebe riskieren nicht nur ihrem Ruf sondern auch ihrem Job. Selbst kleinste Entwendungen können große Folgen nach sich ziehen. Was Arbeitgeber über das Thema Bürodiebstahl und seine Konsequenzen wissen müssen: Tipps zu Schutz, Haftung, Folgen – mehr dazu in diesem Gründer-FAQ.

Eine bei Statista veröffentlichte Umfrage zeigt das viele Frauen und noch mehr Männer, hin und wieder kleinere Gesetzeswidrigkeiten begehen. Dinge aus dem Büro mitgehen zu lassen, liegt dabei sogar auf dem dritten Platz. Aber welche Konsequenzen birgt ein Diebstahl im Büro eigentlich? Diese und die folgenden Fragen zum Thema Diebstahl am Arbeitsplatz beantworten wir in diesem Gründer FAQ:

  • Was passiert bei Diebstahl am Arbeitsplatz?
  • Wann verjährt Diebstahl am Arbeitsplatz?
  • Wer haftet bei Diebstahl auf der Arbeit?
  • Was tun, wenn in der Firma geklaut wird?
  • Was passiert, wenn man wegen Bürodiebstahl angezeigt wird?

Welche Konsequenzen hat Diebstahl am Arbeitsplatz?

Heftklammern, Toilettenpapier aber auch Displays, Smartphones von Mitarbeitern und Bargeld verschwinden regelmäßig in deutschen Büroräumen. Dabei ist Diebstahl gemäß § 242 Strafgesetzbuch (StGB) strafbar – das gilt auch für Diebstahl am Arbeitsplatz. Wer klaut wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Doch ein Diebstahl im Büro kann zudem auch eine verhaltensbedingte Kündigung nach sich ziehen. Dafür reicht bereits ein dringender Verdacht. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben, wenn dem Arbeitgeber aufgrund eines konkreten, schwerwiegenden Verdachts, dass der Beschäftigte eine Straftat – zum Beispiel einen Diebstahl – begangen hat, die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zumutbar ist. Hier ist oftmals sogar eine fristlose Kündigung zulässig.

In den meisten Fällen von Diebstahl im Büro kommt es jedoch mangels Beweisen zu einem einvernehmlichem Aufhebungsvertrag. In diesem kommen Arbeitgeber und der beschuldigte Angeklagte darin überein, dass Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung der Kündigungsfrist vorzeitig zu beenden.

Übrigens: Streng genommen zählt bereits das Aufladen des privaten Handys als Diebstahl, schließlich bezahlt der Arbeitgeber den Strom. Hier drücken jedoch die meisten Arbeitgeber ein Auge zu.

Wer haftet bei Diebstahl im Büro?

Eigentum von Mitarbeitern verschwindet also im Büro und der Dieb ist unauffindbar, aber wer haftet nun – der beklaute Angestellte oder der Arbeitgeber? Grundsätzlich obliegt dem Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht. Er muss seine Angestellten allgemein vor gesundheitlichen Risiken bewahren, Persönlichkeitsrechte schützen und auch deren Eigentum. Obendrein hat er eine Verwahrpflicht. Das meint grob gesagt, er muss seinen Mitarbeitern Verwahrungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Doch das allein bedeutet nicht direkt, dass der Arbeitgeber für gestohlenes Eigentum seiner Mitarbeiter haftet. Es wird unterschieden in:

  1. Eigentum mit Arbeitsbezug
  2. Eigentum ohne Arbeitsbezug

Gegenstände aus dem Eigentum eines Mitarbeiters, die keinerlei Bezug zur Arbeit aufweisen fallen nicht unter die Fürsorgepflicht. Denn die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bezieht sich nur auf Gegenstände, die mittel oder unmittelbar für die zu entrichtende Arbeit benötigt werden. Dabei kann es sich um Spezialkleidung, Werkzeuge aber auch Schlüssel oder das Portemonnaie handeln.

3 Tipps: So kann man sich vor Diebstahl am Arbeitsplatz schützen

Diebstahl am Arbeitsplatz ist einer ärgerliche Sache. Als Mitarbeiter kann man sich jedoch mit diesen 3 Tipps gut davor schützen.

1. Sei wachsam und schule deine Mitarbeiter

Wachsamkeit ist ein wichtiger Aspekt in puncto Diebstahlschutz. Fallen dir fremde Leute im Gebäude auf oder schleichen Mitarbeiter in Bereichen, in denen sie nichts zu suchen haben, umher, dann sprich diese Personen direkt an. Das verunsichert und schreckt ab. Weise auch deine Angestellten an, sich so zu verhalten, wenn sie unbekannte Personen in den Geschäftsräumen bemerken. Wer wachsam ist hat weniger zu befürchten!

Stelle bestenfalls abschließbare Container oder Spinde zur Verfügung, wo sich Wertsachen sicher einschließen lassen. So sind Bargeld und Co. vor Dieben sicher!

2. Gehe offen mit dem Thema um

Wenn Gegenstände im Büro verschwinden wird häufig Stille Post gespielt. Das beeinträchtigt die Arbeitsatmosphäre nachhaltig. Gleichzeitig ist es nicht ratsam Mitarbeiter öffentlich lauthals unter Verdacht zu stellen und zu beschuldigen. Besser ist es darauf aufmerksam zu machen, wenn Dinge verschwinden und die Geschäftsführung darüber in Kenntnis zu setzen. Gehe ins persönliche Gespräch, wenn du einen Mitarbeiter unter Verdacht hast und konfrontiere in in einem 4-Augengespräch mit dem Vorwurf.

3. Vorsicht

Am Ende gilt jedoch: Vorsicht ist besser als Nachsicht! Daher solltest du deine Mitarbeitern unbedingt darin unterrichten, keine Wertgegenstände offen liegen zu lassen. Wertsachen sollten nicht unbeaufsichtigt rumliegen sondern bestenfalls in einer Schublade oder im Rollcontainer eingeschlossen werden, wenn Mitarbeiter mal das Büro verlassen und die Sachen nicht mitnehmen wollen.

Häufige Fragen (FAQ) zu Diebstahl am Arbeitsplatz

Wann verjährt Diebstahl am Arbeitsplatz?

‌Hast du als Arbeitgeber einen Arbeitnehmer des Diebstahls überführt, kannst die Herausgabe des Diebesgutes verlangen. Nach § 199 BGB verjährt der Herausgabeanspruch erst nach 30 Jahren. Innerhalb von 5 Jahren nach dem Diebstahl hast du als Arbeitgeber die Möglichkeit, eine Anzeige zu machen, um den Täter strafrechtlich zu belangen.

Was passiert wenn man wegen Bürodiebstahl angezeigt wird?

Ein Diebstahl am Arbeitsplatz zieht in den meistens Fällen eine fristlose Kündigung nach sich. Angestellte, die nicht direkt gekündigt werden, werden abgemahnt.

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Über den Autor

Autorenprofil: Luisa Kleinen

Luisa Kleinen

Luisa wurde 1996 in Bonn geboren und studierte nach ihrem Abitur Rechtswissenschaften mit Abschluss des ersten Staatsexamen (Schwerpunkt Internationales Strafrecht und Medienstrafrecht) an der Universität zu Köln. Parallel zu ihrem Studium war sie einige Jahre als Studentische Hilfskraft in der Forschungsstelle für Medienrecht an der TH-Köln tätig. Dadurch erhielt sie einen tiefen Einblick in das Medien-, IT- und Datenschutzrecht und sammelte erste redaktionelle Erfahrungen. Später arbeitete sie als Assistenz der Geschäftsführung in einem Gastronomiebetrieb und erweiterte hier ihre Kenntnisse im Personal- und Projektmanagement. Seit August 2021 ist sie als Praktikantin in der Online-Redaktion von Gründer.de tätig.

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