Wenn du ein Online-Business betreibst und beispielsweise aus China importierte Produkte in deinem Online-Shop verkaufen möchtest, kannst du das natürlich machen und gutes Geld dabei verdienen. Allerdings gibt es einige Aspekte, mit denen du dich vorher auseinandersetzen solltest und für die du Lösungen benötigst.

Wichtige Themen, wenn du Produkte aus China importieren möchtest

Sobald du in China Produkte findest, die du dann über deine eigene Website weiterverkaufen kannst, musst du dich mit Themen wie Qualität, Patentrechten, Einfuhrbestimmungen, Zollangelegenheiten und Umsatzsteuer auseinandersetzen. Zudem solltest du überlegen, wie du die Kommunikation mit dem chinesischen Hersteller am effizientesten gestaltest und wie sich Rücksendungen am ehesten zuverlässig bewerkstelligen lassen.

Informationen über den Hersteller einholen

Der allererste Schritt wäre, dass du über den Hersteller eines interessanten Produktes möglichst umfassende Informationen einholst. Hier kannst du die Internetrecherche nutzen, die Unternehmens-Website genau anschauen (und im Bedarfsfall übersetzen lassen) und auch versuchen, über die zuständigen Behörden in China etwas zu erfahren. Im Idealfall hast du private Kontakte nach China und kannst diese nutzen, um etwas zur Zuverlässigkeit des jeweiligen Unternehmens in Erfahrung zu bringen.

Die Produkt-Qualität

Bevor du ein Produkt aus China orderst, ist es unbedingt notwendig, dass du dich von der Qualität der Ware überzeugst. Dies funktioniert natürlich am besten, wenn du sie vor Ort selbst in Augenschein nimmst. Dafür musst du allerdings nach China reisen und in der Lage sein, mit dem Hersteller zu sprechen. Falls du keine Sprachkenntnisse in Chinesisch besitzt und dein Geschäftspartner kein Englisch sprechen kann, ist ein Dolmetscher die beste Lösung. Er ist zudem in der Lage, dir Tipps in Sachen Verhalten und Umgang zu geben.

Falls du nicht die Mittel für eine solche Reise hast, kannst du natürlich per Mail oder Live-Chat Kontakt aufnehmen. Wenn du den Herstellungsprozess nicht selbst in Augenschein nehmen kannst, lass dir auf jeden Fall ein paar Exemplare des Produkts als Probe schicken. So hast du trotzdem die Möglichkeit, dich von der Qualität zu überzeugen und bekommst gleichzeitig Informationen zu den  Lieferfristen aus China.

Einer der wichtigsten Aspekte ist der des Marken- bzw. Patentrechts. Solange du dich für ein in China entwickeltes Produkt interessierst, bist du relativ sicher. Anders verhält es sich, wenn das Produkt als Ganzes oder in Teilen im Verdacht steht, eine Fälschung zu sein. Hier ist Vorsicht geboten, denn die Verletzung von Markenrechten oder Patenten kann hohe Strafen nach sich ziehen.

Produkte aus China – Einfuhrbestimmungen und Zollangelegenheiten

Ein spannendes Themenfeld sind die Einfuhr- und Zollbestimmungen für Produkte, die aus Ländern außerhalb der Europäischen Union nach Deutschland eingeführt werden. Hier gibt es folgende gesetzliche Regelungen beziehungsweise Beschränkungen zu beachten, die folgendes besagen:

  • Import von Bekleidung und Textil bedarf einer Einfuhrgenehmigung
  • Einfuhr von Abfällen zur Verwertung oder Vernichtung ist verboten
  • Arznei- und Betäubungsmittel unterliegen strengen Vorschriften und Kontrollen
  • Chemikalien bedürfen besonderer Genehmigungen zur Einfuhr
  • Landwirtschaftserzeugnisse brauchen eine Konformitätsbescheinigung bzw. eine Lizenz
  • Produkte aus Tieren (z.B. aus Leder, Tierfell) dürfen nicht aus bedrohten Tierarten hergestellt sein
  • Der Import von Medien wird streng überwacht (Stichwort Jugendgefährdung)
  • Die Einfuhr von Waffen unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben
  • Folterwerkzeuge unterliegen einem Handelsverbot

Damit du keine verbotenen Produkt aus China importierst, solltest du dich beim Zoll erkundigen, welche Waren eventuell einem generellen Verbot unterliegen oder mit Beschränkungen belegt sind. So bist du immer auf der rechtlich sicheren Seite.

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Produkte aus China importieren – Umsatzsteuer und Zollgebühren werden fällig

Wenn man als Urlauber eine Kleinigkeit aus China mitbringt, muss man bis zu einem Betrag von 26 Euro keine Einfuhrumsatzsteuer entrichten. Überschreitet der Wert der mitgebrachten Urlaubserinnerung diesen Betrag, werden 7% (z. B. Für Bücher) oder 19% Umsatzsteuer fällig.

Als Selbstständiger kannst du dich mit der sogenannten Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG (Umsatzsteuergesetz) von der Umsatzsteuer befreien lassen. Dies gilt aber nur bis zu einem Jahresumsatz von 17.500 Euro. Wenn du aber mit einem Online-Shop Geld verdienst und Produkte anbietest, wirst du vermutlich mehr Umsatz generieren. Deshalb wäre ein Verzicht auf diese Erleichterung von Vorteil. Die Einfuhrumsatzsteuer, mit denen dann die Produkte aus China belegt werden, kannst du dir vom Finanzamt mithilfe der Umsatzssteuervoranmeldung zurückholen.

Die Zollgebühren sind etwas anderes, als die Umsatzsteuer. Diese Gebühren werden auf bestimmte Produkte erhoben und fallen ab einem Wert von über 150 Euro an. Bücher, digitale Fotoapparate oder USB-Sticks sind frei von Zollgebühren, für DVDs oder CDs berechnet der Zoll 3,5% und für Textilien oder Bekleidung fallen 12% Zollgebühren an. Auch hier solltest du dich ausführlich informieren, um die Kosten besser planen zu können.

Rücksendungen von fehlerhafter Produkte

Wenn du als Händler in Deutschland mit einem Hersteller kooperierst, gestalten sich Retourren relativ einfach. Beanstanden aber Kunden ein Produkt aus China, so kann sich die Rücksendung, der Ersatz oder gar die Erstattung des Kaufpreises als etwas schwieriger erweisen. Dies ist vor allem der Fall, wenn du die chinesischen Produkte mittels Dropshipping, denn dann wird die Ware direkt vom chinesischen Hersteller zu deinem Kunden gesandt. Da die Rücksendung nach China aber schwierig und mit relativ hohen Kosten verbunden ist, werden sich unzufriedene Kunden vor allem an dich als Betreiber des Online-Shops wenden. Für diese Situation brauchst du möglichst gute organisatorische Absprachen mit deinem chinesischen Partner.

Produkte aus China importieren – ein Fazit

Immer mehr Betreiber von Online-Shops nutzen die Möglichkeiten des Dropshipping, um beispielsweise hohen Kosten für Lagerung und Versand zu umgehen. Wie du aber gesehen hast, gibt es einige Fallstricke, mit denen du dich intensiv beschäftigen solltest. Wenn du Produkte aus China importieren möchtest, ist neben der Beachtung der in Deutschland (und auch in China) geltenden Rechtsvorschriften vor allem ein möglichst enger Kontakt zum chinesischen Hersteller eines Produktes von Bedeutung. Je besser du ihn kennst und als vertrauenswürdig einstufst, umso weniger Probleme wirst du vermutlich später mit ihm haben.

Die zoll- und steuertextlichen Vorschriften in Deuchen solltest du nicht unterschätzen. Wenn du als Online-Händler tätig bist, muss deine Buchhaltung jeder Prüfung standhalten, sonst hast du im schlimmsten Fall eine Klage wegen Steuerhinterziehung am Hals. Auch das Markenrecht musst du bei geschäftlichen Beziehungen zu chinesischen Herstellern immer im Hinterkopf behalten. Das ist notwendig, da es neben den zahllosen Herstellern mit sauberer Weste leider auch immer wieder schwarze Schafe gibt. Kommt es zu Klagen, bist meist du der Leidtragende, da das chinesische Unternehmen in einem anderen Land sitzt und oft rechtlich nicht oder nur schwer zu belangen ist.

Wenn du aber die hier gegebenen Tipps beherzigst, dann kannst du Produkte aus China importieren und überaus erfolgreich in deinem eigenen Online-Shop verkaufen.

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