Quelle: Screenshot

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Die URL (Uniform Resource Locator) ist die eindeutige Identifikation bzw. Adresse eines Dokumentes im Internet. Sie kann direkt in die Adressleiste im Browser eingegeben werden und führt direkt zur gewünschten Website. Die perfekte URL ist nicht nur SEO– sondern auch nutzerfreundlich und somit sowohl für Suchmaschinen als auch für Menschen leicht lesbar. URLs stellen ein relevantes Kriterium dar, um gute Rankings auf Google zu erzielen. Aus diesem Grund wollen wir dir heute 5 Tipps für den Weg zur perfekten URL geben.

Grafik Aufbau einer URL

1. Protokoll: Das Übertragungsprotokoll bildet die Basis für die Netzkommunikation im Internet. Webadressen nutzen üblicherweise das HTTPProtokoll (HTTP steht für Hypertext Transfer Protocol). Dieses dient der Übertragung von Daten im Internet. Das Protokoll wird vor allem zum Laden von Webseiten oder anderen Dokumenten über einen Webbrowser genutzt. Andere verwendete Protokolle sind unter anderem HTTPS (Hypertext Transfer Protocol Secure), das der sicheren bzw. verschlüsselten Datenübertragung dient, FTP (File Transfer Protocol) oder SMTP (Simple Mail Transfer Protocol).

2. Domain: Der Domainname besteht aus der Top Level Domain (TLD), der Second Level Domain (SLD) und der Subdomain oder auch Third Level Domain genannt.
Obwohl die Bezeichnung der Subdomain “www” für einen Webserver nicht standardisiert ist, wird sie sehr oft verwendet, da sie sich im Laufe der Zeit als Merkmal einer Internetadresse etabliert hat. Die Bezeichnung ist jedoch nicht notwendig und kann verändert oder sogar ganz weggelassen werden. Second Level Domains können bei vielen Hosting-Providern bestellt werden. Die Top Level Domain bezeichnet den letzten Abschnitt der Domain im Internet. Bekannte Top Level Domains sind unter anderem de, com, at, net und ch.

3. Verzeichnispfad: Der Verzeichnispfad gibt den Speicherort des Dokumentes an, der sich meist aus der Ordnerstruktur auf dem Webserver ergibt. Auf dem Server können Verzeichnisse und Unterverzeichnisse angelegt werden, die in der Browser-Adresszeile durch Schrägstriche voneinander getrennt werden.

5 Tipps für die perfekte URL

1. Sonderzeichen möglichst vermeiden

Grundsätzlich sollten URLs leicht lesbar sein, weshalb im Allgemeinen am besten nur Buchstaben von a bis z sowie Zahlen von 0 bis 9 und Trennstriche (-) verwendet werden sollten. Theoretisch ist es auch möglich andere Zeichen aus dem ASCII zu verwenden. Hierbei kann jedoch das Problem auftreten, dass andere Zeichen von Servern falsch interpretiert werden könnten.

Umlaut Handling
Seit 2003 können auch Umlaute in Domainnamen verwendet werden. Zwar gibt es ein Verfahren (idn-convert (Punycode), mit dem die Sonderzeichen entschlüsselt werden können, allerdings sollte man trotz dessen versuchen ohne Umlaute in der URL auszukommen, um Probleme in der Crawlbarkeit und Darstellung zu vermeiden. Bei der Verwendung von Umlauten in der URL besteht die Gefahr, dass Suchmaschinen die URL falsch interpretieren und entweder falsch indizieren oder erst gar nicht in den Index aufnehmen. Denn eine URL, die aus Umlauten besteht, muss zunächst in ASCII- Zeichen „übersetzt“ werden. Wenn du alle Umlautprobleme vermeiden möchtest, solltest du bei der Dokumentdefinition für HTML darauf achten, dass UFT-8 angegeben wird. So kann der Browser die Zeichenkodierung entschlüsseln und alle Sonderzeichen und Umlaute korrekt wiedergeben.

Trennzeichen
Im Allgemeinen können verschiedene Trennzeichen (-, +, _, , …) verwendet werden. Allerdings sollte nach Möglichkeit nur mit normalen Bindestrichen (-) gearbeitet werden, da diese von allen Suchmaschinen gleich erkannt werden und keinen Interpretationsspielraum bieten. Die Verwendung eines Leerzeichens könnte zu Problemen führen, da es gleichzeitig das Ende einer URL ausdrückt.

Dynamische URLs
Bei dynamischen URLs wird der Seiteninhalt über Parameter gesteuert. Dynamische URLs werden in dem Moment der Abfrage des Users erzeugt. Die dynamische URL ist von der statischen URL abzugrenzen und kann durch die für dynamische URLs typischen Sonderzeichen ?=& nach dem Verzeichnispfad erkannt werden. Ein Beispiel für eine dynamische URL könnte sein:

https://www.beispiel.de/kategorie/post.php?post=35754&action=edit

Dynamischen URLs haben oft Nachteile. Keywords sind oftmals nicht in der URL enthalten, was sowohl aus SEO- als auch aus Usability-Perspektive schlecht ist. Des Weiteren sind dynamische URLs meist unnötig lang und es besteht die Gefahr, dass Duplicate Content erzeugt wird, da der gleiche Inhalt unter unterschiedlichen URLs erreichbar ist. Einer der wichtigsten SEO-Grundsätze besagt jedoch, dass der Inhalt einer Webseite nur genau über eine URL zu finden sein darf. Der Erzeugung von Duplicate Content kann durch den Einsatz des Canonical Tags oder das Sperren von Parametern in den Google Search Console entgegengewirkt werden. Es heißt außerdem, dass dynamische URLs eine schlechte Click Through Rate in den Suchergebnissen haben.

2. Groß- und Kleinschreibung

In URLs kann normalerweise sowohl Groß- als auch Kleinbuchstaben verwendet werden. Allerdings sollte man sich eher auf die Kleinschreibung beschränken, da bestimmte Betriebssysteme Groß- und Kleinschreibung unterscheiden. Ein externer Link in verschiedener Schreibweise kann so zu einem Duplicate Content führen. Das kann allerdings durch eine Serverkonfiguration, bei der eine fehlerhafte Schreibweise immer auf die Original-URL zurückgeführt wird, verhindert werden. Andere Lösungen sind 301-Weiterleitungen, Canonicals oder das URL-Manipulations-Modul mod_rewrite.

3. Trailing Slash

Trailing Slashs werden meist als abschließendes Zeichen („/“) hinter den Verzeichnispfad in der URL gesetzt. Um die Erzeugung von Duplicate Content zu verhindern, sollte sich entschieden werden, ob ein Trailing Slash hinter dem Verzeichnispfad verwendet werden soll oder nicht. Hinter einen Ordner wird üblicherweise immer ein Trailing Slash gesetzt. Dieser hilft sowohl den Nutzern als auch den Crawlern festzustellen, ob es sich um einen Ordner oder um eine Datei handelt. Mit der Konfiguartionsdatei .htaccess können Trailing Slahs hinzugefügt oder entfernt werden.

4. Möglichst kurze URLs verwenden

Wie bereits erwähnt, sollten URLs sowohl für den Nutzer als auch für die Suchmaschinen so unkompliziert wie möglich gestaltet werden. Verständliche URLs weisen direkt auf den Inhalt einer Seite hin und auch Suchmaschinen haben es leichter, wenn sie eine Seite crawlen. Wenn die URL unnötig lang ist oder aus unendlichen Zahlen oder Parametern besteht, verwirrt das den Nutzer. Solche URLs können auch schnell unseriös wirken, da sie für den User keine Hilfe darstellen und nichtssagend sind. Im schlimmsten Fall wird der User bei solch einer URL abgeschreckt und klickt das Ergebnis erst gar nicht an. URLs die viel zu lang und voll gepackt mit merkwürdigen Sonderzeichen sind, können auch beim Copy & Paste der URL zu Schwierigkeiten führen. Nutzer könnten irrtümlich denken, dass ein bestimmter Teil der URL nicht wichtig ist und weggelassen werden kann.

Als Grundregel für die URL gilt deshalb immer: So lang wie nötig und so kurz wie möglich. Die URL im Snippet wird nach einer gewissen Zeichenanzahl abgeschnitten. Achte deshalb darauf, dass du Füllwörter wie der, die, das, in, um ect. vermeidest und dir stattdessen wichtige Keywords überlegst. URLs, die aus sinnvollen und zum Kontext der Seite passenden Keywords bestehen, nicht zu lang sind und einer einfachen Verzeichnis-Struktur folgen, ranken auf Google besser.

5. Kein Keyword Stuffing

Zwar ist es wichtig, mindestens ein bis zwei Keywords für deine URL zu definieren, allerdings sollten diese Keywords nicht unnötig oft wiederholt werden in der Hoffnung, die Suchmaschinen zu manipulieren. Aus Google Sicht gilt das Keyword Stuffing sogar als unerlaubte SEO-Technik. Es dient dazu, die Keyword-Relevanz künstlich zu erhöhen, wird aber von den Suchmaschinen als Spammaßnahme angesehen und kann zur Abwertung der Seite führen.

Fazit

Mit Hilfe einer gut durchdachten URL kannst du dein Google Ranking verbessern, weshalb du dich mit diesem Thema beschäftigen solltest. Eine bereits vorhandene URL auf die genannten Kriterien abzuändern, ist jedoch nur bedingt zu empfehlen, da du zunächst mit negativen Veränderungen in der SERPs rechnen musst. Zudem gibt es keine Garantie dafür, dass eine Änderung der URL-Struktur auf jeden Fall einen positiven Effekt für das Google Ranking mit sich bringt. Bei der Erstellung einer neuen URL solltest du unsere 5 Tipps jedoch beherzigen. Achte auf eine nutzer- und suchmaschinenfreundliche URL, die leicht lesbar und vor allem nicht zu lang ist. Versuche Sonderzeichen und Füllwörter zu vermeiden und setze stattdessen auf Keywords, um dem Nutzer einen direkten Überblick über den Inhalt deiner Website zu geben. Auf technischer Seite solltest du darauf achten, dass alle Seiten unter genau einer URL erreichbar sind und kein Duplicate Content z.B. durch Trailing Slashs, eine dynamische URL oder durch Groß- und Kleinschreibung entsteht.

Wir hoffen, dass dir unser Beitrag helfen konnte und dass du vielleicht schon bald einige der Tipps umsetzen kannst. Falls du bereits eine vorhandene URL geändert haben solltest, berichte doch gerne darüber, ob sich die Änderung Google Ranking technisch gelohnt hat. Ansonsten sind wir wie immer froh über jegliche Kommentare oder eigene Tipps.

Mit besten Grüßen,
Sandra Hubert
Online Redaktion, Gründer.de