Die drei Phasen der Erstellung und die Kosten im Überblick

Podcast erstellen: So gelingt noch 2020 dein Einstieg

Ob auf dem Weg nachhause oder zur Entspannung zuhause – Podcasts werden immer beliebter und begeistern mittlerweile ein Millionen-Publikum. Für die Hörer bieten sie kostenlose Informationen und Unterhaltung, für die Produzenten hingegen zahlreiche Möglichkeiten zur Interaktion mit den Fans oder Kunden. Deshalb entsteht bei vielen auch der Wunsch, einen eigenen Podcast zu erstellen. Der folgende Artikel bietet deshalb eine Anleitung und zeigt, welche Faktoren bei der Planung, Vorbereitung, Umsetzung sowie den Kosten 2020 zu beachten sind.

Definition Podcast

Es existiert keine einheitliche Definition des Begriffs „Podcast“, da das Format eine große Vielfalt beinhaltet. Denn darunter fallen Audio- und Videoformate, Interviews, Diskussionen, Comedy und weitere Themenbereiche. Rein technisch betrachtet ist ein Podcast eine Serie von abonnierbaren Mediendateien. Diese können heruntergeladen oder als Abonnement automatisch empfangen werden. Egal wo sich die Hörer befinden, mit einem mobilen Gerät sind die Beiträge zu jeder Zeit und an jedem Ort abrufbar. Dabei gibt es keine strengen Vorgaben beim Podcast erstellen, doch viele wichtige Merkmale, die über den langfristigen Erfolg entscheiden.

Phase 1: Planung beim Podcast erstellen

Noch bevor die erste Aufnahme startet, beginnen die Planungen. Diese Phase wird beim Podcast erstellen oft unterschätzt, doch sie entscheidet bereits über den Erfolg bei den zukünftigen Hörern bzw. potenziellen Kunden. Die folgenden Faktoren sind bei der Planung besonders wichtig:

Der passende Name für den eigenen Podcast

In einem Podcast lässt sich nicht jedes Thema besprechen, denn dafür reicht die Zeit nicht aus. Deshalb steht beim Podcast erstellen ein Bereich im Fokus, dass sich schon im Namen widerspiegeln sollte. Dabei ist es wichtig, sich thematisch nicht zu sehr einzugrenzen, denn im besten Fall sollten über 100 Folgen des eigenen Podcasts möglich sein. Trotzdem lohnt es sich, im Namen die Richtung vorzugeben, um direkt die Zielgruppe anzusprechen. Wer über eine Sportart sprechen möchte, sollte nicht „Der Sport-Podcast“ als Namen auswählen, sondern spezifischer einzelne Sportarten oder zum Beispiel „Leichtathletik“ angeben.

Auch für Startups bieten sich konkrete Bezeichnungen an, um direkt Kunden aktivieren zu können. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen abstrakten Namen beim Podcast erstellen auszuwählen. Dieser gibt dann der zwar die Richtung vor, lässt sich jedoch nicht weiter einschränken. Ein Beispiel dafür wäre die Bezeichnung „Die Erfolgs-Profis“. Denn prinzipiell lässt sich der Begriff Erfolg weitläufig definieren und kann im Nachhinein dann noch konkreter festgelegt werden.

Die Gesprächspartner-Entscheidung

Wer sich mit dem Thema Podcasts beschäftigt, stellt schnell fest, dass in den meisten Podcast-Folgen immer zwei Personen zu hören sind. Diese Form der Erstellung hat sich durchgesetzt und erleichtert lockere Gespräche. Oftmals gibt es dann einen Experten und einen Moderator, die dann gemeinsam den Podcast erstellen und gestalten. Bei der Präsentation eines Produkts lassen sich so die Rollen ganz klar verteilen. Doch diese Aufstellung ist nicht festgeschrieben, es muss nicht zwingend ein Gesprächspartner vorhanden sein. Besonders spezifische Themen lassen sich oftmals auch alleine besser beschreiben, zudem müssen für die Aufnahmen immer gemeinsame Termine gefunden werden. Deshalb ist es wichtig, diesen Faktor bei der Planung zu berücksichtigen.

Der formale Aufbau einer Podcast-Folge

Es gibt Podcasts mit einer Länge von fünf Minuten und es gibt Podcast-Folgen, die sechs Stunden lang sind. Deshalb ist es wichtig, vor dem Podcast erstellen schon die Länge festzulegen und diese auf die Zielgruppe auszurichten. Denn sollen die Hörer den Podcast auf dem Weg zur Arbeit hören, sollte er nicht zu lang sein. Wird jedoch ein Thema ausführlich erklärt, vielleicht sogar mit mehreren Gesprächspartnern, können es auch mehr als 60 Minuten werden.

Zudem macht es Sinn, beim formalen Aufbau auch die Struktur der Folgen festzulegen. Die folgende Struktur bietet sich zum Beispiel an:

  • Intro-Musik
  • Einstieg/Willkommen
  • Interview
  • Werbespot
  • Zusammenfassung
  • Outro-Musik

Der formale Aufbau kann nachträglich noch angepasst werden, sollte sich jedoch nicht nach jeder Folge ändern, um die Erwartungen der Hörer zu erfüllen.

Sprache und Stil

Wer seinen eigenen Podcast erstellen möchte, sollte auch schon vorher die Sprache und den Stil festlegen. Diese Entscheidungen hängen dabei wiederum von der Zielgruppe ab und sind im Hinblick auf das Podcast-Marketing wichtig. Denn richtet sich der Podcast zum Beispiel an ein junges Publikum, ist die persönliche Ansprache wichtig, hinzu kommt dann ein lockerer Sprachstil. Wenn hingegen Business-Kunden angesprochen werden sollen, muss die Ansprache formell sein und auch der Stil sollte seriöser erscheinen.

Phase 2: Vorbereitungen beim Podcast erstellen

In Phase 2 beim Podcast erstellen wird die Aufnahme vorbereitet. Diese Phase ist grundlegend für den späteren Erfolg des Podcasts und sollte die folgenden Schritte beinhalten:

Cover Art erstellen

Wenn die Hörer auf der Suche nach einem Podcast das Internet oder einen Streaming-Dienst durchstöbern, stoßen sie zunächst auf das Cover des Podcasts. Deshalb ist es wichtig, ein ansprechendes Design zu finden, dass zum Thema und dem Namen passt. Wer zum Beispiel einen Horror-Podcast aufnimmt, sollte ein dunkles, bedrohliches Cover-Design wählen. Für das Thema Nachhaltigkeit bietet sich hingegen ein lockeres Design mit natürlichen Farben an. Auch ein Foto vom Podcast-Ersteller ist dabei möglich, wobei sich dieses auch mit einer besonderen Schrift und Farben kombinieren lässt. Generell orientiert sich die Gestaltung an den Regeln des Logo-Designs, da auch dort die entsprechenden Farben und Formen verwendet werden.

Musik wählen

Für eine einfache Intro-Melodie braucht es keinen professionellen Musik-Produzenten. Natürlich sollte die Melodie zum Thema passen und insgesamt nicht zu aufdringlich sein, doch für den Start beim Podcast erstellen reicht dafür eine simple Melodie völlig aus. Diese lässt sich entweder selbst komponieren oder über eine Sound-Plattform downloaden. Oftmals gibt es auf den typischen Plattformen, wie AudioJungle, FreeSound und musicfox, auch kostenlose Jingles oder Musikstücke. Ist der Podcast hingegen Teil einer Werbekampagne innerhalb eines Unternehmens, sollten bekannte Melodien zur Verwendung kommen, die die Kunden direkt erkennen.

Technische Ausstattung organisieren

Wer einen eigenen Podcast erstellen möchte, braucht dafür das passende Equipment. Generell gibt es dabei eine Vielzahl an Produkten und Modellen, die aber besonders zu Beginn das Budget übersteigen. Für den Einstieg sollte die folgende technische Ausstattung dennoch vorhanden sein:

  • Mikrofon, mit USB-Digitalausgang und XLR-Analogausgang
  • Popschutz, um störendes Rauschen und Nebengeräusche zu minimieren
  • Kopfhörer
  • Aufnahme-Software, zum Beispiel die kostenlosen Programme „GarageBand“ für Mac oder „Audacity“ für Mac und Windows

Diese Liste lässt sich noch unbegrenzt erweitern, zum Beispiel um ein professionelles Mischpult, einen Mikrofon-Ständer und weitere technische Features. Auch bei den Preisen gibt es große Unterschiede. Denn während die günstigsten Mikrofon-Modelle beispielsweise bei 70 Euro starten, können sie auch bis zu 10.000 Euro kosten.

Jetzt zum kostenlosen Webinar Dein Online Business Schnellstarter-Guide anmelden!

Ja, ich will teilnehmen

Phase 3: Umsetzung des eigenen Podcasts

In der dritten und letzten Phase beim Podcast erstellen sind die Vorbereitungen abgeschlossen. Nun erfolgt die erste Aufnahme und damit auch die folgenden Schritte:

Die erste Aufnahme starten

Wenn die erste Aufnahme ansteht und die technische Ausstattung bereit ist, lohnt es sich, einen Gesprächsleitfaden zu erstellen. Denn auch wenn es sich oftmals so einfach anhört mehr als 10 Minuten am Stück zu sprechen, sollte eine grobe Gesprächsstruktur vorhanden sein. Da die Aufnahme noch geschnitten wird, sind Versprecher kein Problem. Trotzdem macht eine vorherige Probeaufnahme Sinn, um die Anzahl der Versprecher zu minimieren und die passende Betonung zu üben.

Die Podcast-Aufnahme bearbeiten

Nach der Aufnahme muss der Podcast noch bearbeitet werden. Dabei lassen sich Atemgeräusche entfernen und generell die Soundqualität verbessern. Für den Start sind dabei kostenlose Audio-Bearbeitungsprogramme ausreichend. Beim Exportieren der Ton-Spuren komprimiert das Programm die Sounds und lässt die Stimmen „voller“ klingen. Wer sich mit dem Thema Audiobearbeitung näher befassen möchte und Wert auf ein harmonisches Klangbild legt, kann allerdings auch in ein kostenpflichtiges Audio-Programm investieren. Die professionellen Programme von Adobe Audition, Wavelab und Cubase besitzen dabei auch immer Testversionen, um die Bearbeitung zu testen.

Den Podcast online veröffentlichen

Wer nach dem Podcast erstellen nun die fertige Audio-Datei besitzt und veröffentlichen möchte, sollte zunächst nach einem Podcast-Host umschauen. Natürlich lässt sich ein Podcast auch auf der eigenen Website abspielen. Doch wer die Folgen bei einem Streaming-Dienst wie Spotify anbieten möchte, kann das Podcast-Hosting nicht vermeiden. Auf diesem Server lässt sich die Datei speichern und der Host überprüft auch die Anforderungen der einzelnen Plattformen, damit die Datei dort hochgeladen werden kann. Allerdings gibt es auch dabei kostenlose und kostenpflichtige Anbieter. Kostenlose Anbieter sind zum Beispiel Anchor, Spreaker und buzzsprout, die jedoch nur eine begrenzte Datenmenge zulassen. Bei den kostenpflichtigen Angeboten von audioBoom, podigee und Simplecast sind hingegen unbegrenzte Datenmengen ab 10 Euro monatlich erlaubt.

Marketing beim Podcast erstellen

Nach dem Podcast erstellen kommt das Marketing, denn möglichst viele Hörer und potenzielle Kunden sollen nun die Aufnahmen auch wahrnehmen. Deshalb lohnt es sich neben den entsprechenden Maßnahmen für Podcast-Marketing auch die Konkurrenz zu analysieren. Welche Inhalte sind vielleicht schon zu oft vertreten, welche Themen spricht bisher noch niemand an? Somit beginnt das Marketing auch mit dem Anhören anderer Podcasts. Zudem macht es Sinn, für den Podcast eine eigene Website zu erstellen, die über die neuesten Folgen und Inhalte informiert. Und auch die Social-Media-Kanäle lassen sich nutzen, um schnell und kostengünstig die Hörer zu erreichen. Generell lohnt es sich, die Folgen bei den großen Streaming-Anbietern wie Spotify und itunes zu veröffentlichen, da sich dort bereits eine große Hörerschaft und damit viele potenzielle Kunden befinden.

Kosten beim Podcast erstellen

Auch wenn die Kosten beim Podcast erstellen mit der Basic-Ausstattung vergleichsweise gering bleiben, sollten die ungefähren Kosten vorher kalkuliert werden. Dabei sind die folgenden Anschaffungen zu berücksichtigen:

  • Mikrofon: ab 70 Euro
  • Popschutz: ab 20 Euro
  • Kopfhörer: ab 60 Euro

Für die Grundausstattung sind somit mindestens 150 Euro fällig, für besseres Equipment sollten Einsteiger besser bis zu 300 Euro einplanen. Zusätzlich können neben dieser Grundausstattung noch die folgenden Kosten hinzukommen:

  • kostenpflichtige Audio-Software
  • weitere technische Features, zum Beispiel Mischpult oder Mikrofon-Ständer
  • professionelle Erstellung eines Cover Arts
  • Kosten für Sounds und Musik
  • Kosten für einen Audio-Producer für professionelles Mixen
  • Marketing-Ausgaben, zum Beispiel für Werbebanner oder Social Media Ads

Deshalb bietet es sich an, vor dem Podcast erstellen eine Liste anzulegen und alle möglichen Kosten aufzuführen. Meistens fällt besonders die Auswahl der Technik besonders schwer. Dabei können deshalb zum Beispiel Testberichte von technischem Zubehör, Tutorials oder eine Beratung in einem Fachgeschäft helfen.

Fazit

Wenn du den Traum hast, deinen eigenen Podcast zu erstellen und damit die Hörer zu begeistern, dann brauchst du vergleichsweise wenig Vorbereitung und kein großes Budget. Trotzdem solltest du den Aufwand nicht unterschätzen. Denn eine sinnvolle Planung und eine detaillierte Vorbereitung sind wichtig, damit deine Hörer am Ende auch wirklich langfristig dranbleiben. Lass dich dabei auch von den zahlreichen vorhandenen Podcasts inspirieren. Denn dort erfährst du, was besonders gut ankommt und welche Themen vielleicht sogar noch komplett fehlen.

Themenseiten

Über den Autor

Autorenprofil: Insa Schoppe

Insa Schoppe

Direkt nach dem Abitur entschied sich Insa für ein „Multimedia Production“-Studium in Kiel, danach folgten praktische Erfahrungen in einer Fernsehproduktionsfirma. Anschließend startete sie ein Volontariat in der Redaktion eines Radiounternehmens und wurde als Redakteurin übernommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Recherche und Texterstellung auch tägliche Nachrichten sowie die Verantwortung für mehrere Magazine. Im März 2020 wechselte Insa von der Radio-Redaktion in die Online-Redaktion von Gründer.de und unterstützt seitdem das Team als Junior-Online-Redakteurin.

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.