Die Funktionen von Canva, Piktochart und Co. im Überblick

Infografik erstellen: 6 kostenlose Tools im Vergleich

Infografiken sind eine großartige Erfindung. Nicht umsonst sind sie seit Jahren beliebter Content in diversen sozialen Netzwerken. Und auch auf Webseiten und Blogs werden sie vermehrt eingesetzt. Grafiken veranschaulichen komplexe Themen und erfreuen nebenher auch noch das Auge durch schöne Farben und Formen. Sie strukturieren den Aufbau und geben dem Leser einen sofortigen Mehrwert. Dank guter und kostenloser Tools musst du kein ausgebildeter Grafiker sein, um sehr gute Infografiken zu erstellen. In diesem Artikel wollen wir dir die besten Programme für die Erstellung von Grafiken vorstellen.

Menschen sind eindeutig visuell veranlagt

Der primäre menschliche Sinn ist das Sehen. Unsere Augen und unser Gehirn sind darauf ausgelegt, innerhalb von Sekundenbruchteilen Bilder zu erfassen. Und schon alleine dies spricht für den Einsatz von Infografiken. Hinzu kommt, dass wir heute deutlich mehr Informationen verarbeiten müssen als noch vor 20 oder 30 Jahren. Aus allen Richtungen prasseln Worte und Texte auf uns ein. Infografiken helfen, Ordnung in das Chaos zu bringen und den Überblick zu bewahren.

Auch der Glaubwürdigkeit deines Contents dienen Infografiken. Artikel werden bevorzugt gelesen, wenn sie Bilder enthalten. Sie lockern Thematiken auf, sodass Texte auch signifikant besser verstanden werden. Auch Vorträge wirken überzeugender, wenn sie Grafiken enthalten. Für das Gedächtnis sind Infografiken wertvoll: Werden Informationen nicht nur auf einen Weg wahrgenommen, sondern auf mehreren, können wir sie uns besser merken. Informationen zu sehen und sie gleichzeitig zu lesen sorgt also dafür, dass wir sie auch im Kopf behalten. Und nicht zuletzt: Infografiken machen Spaß.

Das Rezept für eine gute Infografik

So großartig Infografiken auch sind, so schwer sind sie mitunter anzufertigen. Zumindest wenn sie richtig gut sein sollen und das Potential haben, ein viraler Hit zu werden. Ohne einen guten Plan und ein definiertes Ziel kommst du auch mit den besten Tools nicht weiter. Daher solltest du wissen, was deine Grafik aussagen soll.

1. Was willst du sagen?

Die wichtigste Frage überhaupt: Welches Thema willst du mit deiner Infografik behandeln? Welche Aussage ist der Kern deiner Infografik? Was ist der Mehrwert für die Nutzer?
Um eine gute Infografik zu erstellen, musst du eine klare Aussage haben. Erst, wenn diese so eindeutig ist, dass die Grafik auch ohne begleitenden Text funktioniert, kannst du zum nächsten Schritt übergehen.

2. Kenne deine Daten

Infografiken werden erstellt, um komplexe Sachverhalte und Daten einfach verständlich zu präsentieren. Das heißt für dich, dass du zuerst einmal Daten haben und diese genau verstehen musst. Denn du entscheidest, welche Zahlen du in deine Infografik aufnimmst und welche nicht wichtig genug dafür sind. Streiche rigoros alles, was nicht wirklich notwendig ist.

3. Erstelle ein Konzept

Eine gute Infografik besteht nicht einfach aus einer Ansammlung lustiger Figuren und Graphen. All diese Elemente sind durch einen roten Faden verknüpft. Das kann eine Hauptfigur sein, die den Betrachter durch die Grafik führt. Aber auch eine Pinnwand, an der verschiedene „Notizzettel“ befestigt sind. Schon hier entscheidet sich, wie deine Infografik am Ende auf die Betrachter wirken wird.

4. Weniger ist mehr

Überfrachte deine Infografik nicht mit großen Mengen an Text, die am Ende niemand mehr lesen kann. Fasse die wichtigen Aussagen stattdessen so knapp wie möglich zusammen. Das gleiche gilt für die Farben, die du verwendest. Egal, ob du Ton in Ton arbeitest oder bewusst Kontraste einsetzt: Konzentriere dich auf zwei bis drei Farben. Alles, was darüber hinausgeht, wird zu viel und lenkt vom Inhalt ab.

5. Das fertige Gesamtbild

Wenn du deine Infografik erstellt hast, lasse sie mindestens einen Tag ruhen, ehe du sie wieder anschaust. Gefällt sie dir immer noch? Oft findest du jetzt all die Kleinigkeiten, an denen du noch feilen musst. Denn diese letzten Minimalkorrekturen sind wichtig. In einem Blogartikel ist es nicht so schlimm, wenn eine Formulierung nicht ganz rund ist. Bei einer Infografik fällt so etwas allerdings sofort ins Auge und führt mitunter dazu, dass sie sofort wieder geschlossen wird.

Infografik online erstellen: Die besten Tools im Vergleich

Wenn es um das passende Tool geht, um deine erste Infografik zu erstellen, hast du die Qual der Wahl. Da die Dienste in ihren Grundfunktionen kostenlos sind, lohnt es sich, ein wenig zu probieren, welches Tool dir am ehesten liegt. Daher zeigen wir dir die 6 meist genutzten Programme abseits von Microsoft Word und Powerpoint und erklären dir, warum sie für dich geeignet sind.

Canva

Canva ist bekannt als ideales Design-Tool für Anfänger. Aber mit diesem Dienst kannst du nicht nur Grafiken in den perfekten Maßen für die verschiedenen sozialen Netzwerke entwerfen, sondern auch zahlreiche Templates für Infografiken nutzen. Im Abo stehen dir dabei mehr Optionen und Grafiken zur Verfügung als in der kostenlosen Variante. Die Benutzeroberfläche ist einfach aufgebaut, sodass du ohne Einarbeitungszeit sofort loslegen kannst, deine Grafiken zu erstellen. Der Nachteil von Canva ist, dass du keine Daten aus Excel importieren kannst. In Bezug auf Infografiken bleibt Canva deshalb nur ein Tool für Einsteiger.

  • für Einsteiger
  • Benutzerfreundlichkeit
  • kostenlose Grundversion
  • zahlreiche Vorlagen und Elemente
  • geeignete Templates für jede Art von Kanal (Social Media, Webseite, Flyer etc.)
  • keine Datenübertragung aus Excel
  • kostenloser Download (eingeschränkt)

Infogram

Wenn du noch niemals eine Infografik erstellt hast und gerade einmal mit Paint umgehen kannst, ist Infogram das richtige Tool für dich. Dir werden fertige Templates angeboten, mit denen du arbeiten kannst. Die einzelnen Elemente werden dabei per Drag’n’Drop bewegt. Deine Daten für Graphen und Tabellen kannst du hier aus Excel importieren und anschließend bearbeiten. Bei aller Bedienfreundlichkeit hat Infogram allerdings auch einen Nachteil: Du kannst die fertige Grafik nur nach Abschluss eines Abos herunterladen. Vorher steht dir lediglich die Option zur Verfügung, sie auf der Infogram-Webseite zu veröffentlichen und anderswo einzubetten.

  • für Einsteiger
  • kostenlose Erstellung der Grafiken
  • Vorlagen und Muster
  • Benutzerfreundlichkeit
  • durchführbare Datenübertragung aus Excel
  • Kein Download möglich, erst mit Abo

Visme

Bei Visme kannst du Daten aus Excel und Google Sheets importieren und in den vorgefertigten Design-Vorlage platzieren. Von diesen gibt es hier eine sehr große Menge, allerdings stehen in der kostenlosen Variante nicht alle zur Verfügung. Dafür kannst du auch ohne monatliches Abo deine fertige Infografik als JPEG oder PNG downloaden. Mit diesem Programm kannst du hochwertig aussehende Grafiken erstellen, die durch viele verschiedene Funktionen des Tools individuell anpassbar. Doch dafür leidet hier die Benutzerfreundlichkeit. Die Funktionen und ihre Bedienung mögen für Anfänger zunächst verwirrend sein, da auch die Darstellung der Grafiken oftmals komprimierter angezeigt wird als im Normalfall.

  • für Fortgeschrittene
  • kostenlose Grundversion
  • viele Funktionen
  • hochwertige Optik der Grafiken
  • zahlreiche Vorlagen
  • durchführbare Datenübertragung aus Excel und Google Sheets
  • kostenloser Download

 

Piktochart

Piktochart richtet sich ähnlich wie Infogram oder Canva an Anfänger. Allerdings hast du hier deutlich mehr Möglichkeiten zur Individualisierung. Auch hier kannst du für verschiedene Kanäle Grafiken basteln, egal ob Präsentationen oder Social Media Beiträge. Eine benutzerfreundlich Oberfläche und hochwertig aussehende Details ermöglichen dir die Erstellung von aussagekräftigen Grafiken. In der kostenlosen Variante ist allerdings die Zahl der Projekte eingeschränkt und auf jedem deiner Projekte ist das Logo des Programms zu erkennen. Doch zumindest kannst du die fertige Infografik als PNG downloaden. Des Weiteren musst du hier bei der Registrierung persönliche Daten angeben, wie den Namen, das Alter und die Tätigkeit.

  • für Einsteiger
  • Benutzerfreundlichkeit
  • viele Muster und Vorlagen
  • kostenlose Grundversion
  • Logo des Programms überall sichtbar
  • Angabe privater Daten bei Registrierung
  • kostenloses Exportieren

Easelly

Dieses Tool bietet dir einige Freiheiten: Die angebotenen Templates sind kostenlos und du kannst die Größe der Grafiken stufenlos verändern. Viele verschiedene Vorlagen mit unterschiedlichen Elemente ermöglichen dir die Grafiken individuell zu gestalten und nach deinen Wünschen anzupassen. Zudem ist das Programm einfach zu bedienen und daher für Einsteiger geeignet. Der Nachteil ist, dass du keine CSV-Dateien importieren kannst. Daher ist Easelly eher geeignet, wenn du Grafiken mit dem Schwerpunkt auf Bildern erstellen willst, aber nicht unbedingt das Tool der Wahl, wenn du mit vielen Zahlen hantieren musst.

  • für Einsteiger
  • kostenlose Grundversion
  • viele Muster und Vorlagen für sämtliche Kanäle
  • Benutzerfreundlichkeit
  • keine Datenübertragung von Zahlen
  • kostenloser eingeschränkter Download

Venngage

Venngage bietet Nutzern viele verschiedene Muster und Vorlagen, die individuell verändert werden können. Durch die benutzerfreundliche Oberfläche finden sich Einsteiger schnell zurecht. Obwohl viele Vorlagen nicht in der kostenfreien Grundversion enthalten sind, gibt es dennoch genügend Auswahl. Auch hier kannst du für alle möglichen Kanäle Grafiken erstellen – Social Media-Beiträge, Poster oder Werbeaktionen. Darüber hinaus ist hier die Datenübertragung von Zahlen über Google Drive möglich und erleichtert dir somit erheblich die Erstellung von zahlenlastigen Grafiken.

  • für Einsteiger
  • kostenlose Grundversion
  • Muster und Vorlagen für viele Kanäle
  • durchführbare Datenübertragung über Google Drive
  • Benutzerfreundlichkeit
  • kostenloser eingeschränkter Download

Fazit: Infografik erstellen

Mit diesen Tipps für die Tools kannst du nun das für dich und deine Bedürfnisse passende Programm aussuchen und mit deinen ersten Grafiken starten. Je nach deinen Wünschen, lohnt es sich auch in Upgrades zu investieren, da sie dir bessere Funktionen bieten und ein professionelles Arbeiten ermöglichen. So musst du keine Infografiken von Externen erstellen lassen, sondern kannst deine Skills weiter ausbauen und dich kreativ austoben.

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Über den Autor

Frauke Bitomsky

Eine Antwort

  1. Wunderbarer Beitrag! Endlich habe ich mal eine komplette Übersicht bekommen.
    Versuche immer Zusammenhänge, vor allen Dingen Reparaturen an iPhones, sehr schnell und übersichtlich zu kommunizieren… vor allen Dingen wenn es standardisiert sein soll.
    Videos gibt es ohne Ende, sind leider immer mit viel Arbeit verbunden und den Usern dauert es manchmal zu lange. Eine kurze, knackige Infografik sorgt auch für Durchblick!

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